Kartenspielregeln

Poker (Draw) · Spiel 117 von 388 ♠

Five-Card Draw

Fünf geheime Karten, einmal tauschen – das Poker, das jeder zuerst lernt: Nerven zeigen und die Gegner lesen.

Spieler
2–6
Dauer
60 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Platz 5 in Pokerabend

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: Chips gewinnen – beste Fünferhand beim Showdown, oder als Letzter übrig bleiben.
  • Jeder zahlt Ante (z. B. 1). Je 5 Karten verdeckt; der Rest ist der Ziehstapel.
  • Runde 1: Links vom Geber beginnt – checken, setzen, mitgehen, erhöhen oder aussteigen. Der erste Einsatz eröffnet. Alle checken: Karten einsammeln, Pot bleibt, neues Ante, nächster Geber.
  • Tauschen: ab links vom Geber einmal 0–3 Karten.
  • Runde 2: Der Eröffner beginnt (ausgestiegen: der Nächste links von ihm).
  • Feste Limits: z. B. 1 vor, 2 nach dem Tausch; 1 Einsatz + 4 Erhöhungen pro Runde.
  • Showdown: Beste Hand gewinnt, Gleichstand teilt. Geben wandert nach links.

Spickzettel

Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Straight Flush 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling 7 7 7 7 K
Full House D D D 4 4
Flush K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße 10 9 8 7 6
Drilling 5 5 5 K 2
Zwei Paare B B 3 3 A
Ein Paar 10 10 A 7 4
Höchste Karte A B 9 6 3
  • Gleiche Art: erst die Hauptkarten, dann der Rest von oben. 5-4-3-2-A ist die kleinste Straße. Farben zählen nie – Gleichstand teilt.
  • Bis Runde 2 darf jeder fragen, wie viele Karten jemand getauscht hat – ehrlich antworten. Ziehstapel leer: Abgelegtes mischen.
  • Buben oder besser (Variante): eröffnen nur mit B-B oder besser – und beim Sieg beweisen.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte und Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ein Spiel Schritt für Schritt
  6. All-in und Nebenpots
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Five-Card Draw ist eine der ältesten Formen des Pokers. Jeder bekommt fünf geheime Karten, es folgt eine Setzrunde, dann darf jeder bis zu drei Karten gegen neue tauschen, und es gibt eine zweite Setzrunde. Dabei schiebt ihr Chips in den gemeinsamen Pot – oder steigt aus. Den Pot gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt oder am Ende die beste Pokerhand aus fünf Karten hat. Vor dem Ende sieht niemand eine Karte der anderen – Bluffen und Beobachten zählen also genauso viel wie die Karten.

  • Spieler: 2–6, jeder für sich (bis zu 8 geht, dann können aber die Karten knapp werden).
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Kartenwerte und Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert.

Deine Hand sind deine fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 3 3 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 9 6 3

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede Hand einer niedrigeren. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: Zuerst vergleicht ihr die wichtigsten Karten (den Vierling, den Drilling, das höhere Paar …), dann die übrigen Karten der Reihe nach von oben. Eine Straße zählt nach ihrer höchsten Karte, 5-4-3-2-A ist also die niedrigste. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt – die Farbe entscheidet nie.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Spiel zahlt jeder einen kleinen festen Grundeinsatz, das Ante, in den Pot – so gibt es immer etwas zu gewinnen. Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen. Den ersten Einsatz eines Spiels nennt man Eröffnen, wer ihn macht, ist der Eröffner.
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren, und du spielst in dieser Runde nicht mehr mit.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben (oder all-in sind) und jeder die Gelegenheit hatte, zu handeln.

Meist spielt man mit festen Limits. Ein guter Anfang: Ante 1 Chip; jeder Einsatz und jede Erhöhung beträgt genau 1 Chip vor dem Tausch und 2 Chips danach; pro Setzrunde höchstens ein Einsatz und vier Erhöhungen.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt den ersten Geber (z. B. wer die höchste Karte zieht); nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Alle zahlen ihr Ante in den Pot.
  3. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, jedem einzeln fünf Karten verdeckt. Schau sie dir an, aber zeig sie niemandem. Der Rest bleibt als verdeckter Ziehstapel liegen.
Gegenüber32Ziehstapel10♠10♥A♦7♣4♠4♠♠Deine Hand
Five-Card Draw: der Tisch nach dem Geben

Ein Spiel Schritt für Schritt

1. Erste Setzrunde: Es beginnt der Spieler links vom Geber, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn. Checken alle, eröffnet niemand: Die Karten werden eingesammelt, der Pot bleibt liegen, alle zahlen ein weiteres Ante, und der Nächste gibt.

2. Tauschen: Sind noch zwei oder mehr Spieler dabei, darf jeder von ihnen einmal seine Hand verbessern. Der erste noch aktive Spieler links vom Geber beginnt: Du sagst, wie viele Karten du tauschen willst – 0 bis 3 –, legst sie verdeckt ab und bekommst vom Geber genauso viele neue vom Ziehstapel. Wer alle fünf behält, „steht“. Bis die zweite Setzrunde beginnt, darf jeder fragen, wie viele Karten ein anderer getauscht hat, und bekommt eine ehrliche Antwort.

Reicht der Ziehstapel nicht, mischt der Geber die bisher abgelegten Karten zu einem neuen Ziehstapel für die übrigen Spieler.

3. Zweite Setzrunde: Sie beginnt beim Eröffner (ist er ausgestiegen, beim nächsten aktiven Spieler links von ihm). Einsätze und Erhöhungen sind jetzt doppelt so groß.

4. Showdown: Sind noch zwei oder mehr Spieler dabei, decken sie ihre Karten auf – wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zuerst; haben alle gecheckt, zeigt der Eröffner zuerst. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Steigen irgendwann alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.

Beispiel: Vier Spieler zahlen je 1 Chip Ante – im Pot liegen 4. Anna checkt, Ben eröffnet mit 1, Carla geht mit, Dan steigt aus, Anna geht mit: Pot 7. Anna tauscht 3 Karten, Ben 1, Carla 2. Nach dem Tausch setzt Ben 2, Carla erhöht auf 4, Anna steigt aus, Ben geht mit: Pot 15. Carla hat zuletzt erhöht und zeigt zuerst: 8 8 8 K 4 (Drilling). Ben hat seinen Flush getroffen: B♥ 9♥ 6♥ 4♥ 2♥ – er gewinnt die 15 Chips.

All-in und Nebenpots

Willst du mitgehen, hast aber nicht genug Chips, gehst du all-in: Du schiebst alle deine restlichen Chips in den Pot und bleibst bis zum Showdown dabei, ohne weiter zu setzen. Du kannst von jedem Gegner nur so viel gewinnen, wie du selbst eingezahlt hast. Was die anderen darüber hinaus setzen, kommt in einen eigenen Nebenpot (Side Pot), den nur sie gewinnen können. Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Spielende

Spielt, bis nur noch einer Chips hat, oder hört zu einer vereinbarten Zeit auf – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.

Tipps für Einsteiger

  • Vor dem Tausch ist ein Paar Buben oder besser eine ordentliche Hand; mit kleinen Paaren und „Fast-Händen“ steigst du meist besser aus, wenn jemand setzt.
  • Auf vier Karten zum Flush oder zu einer beidseitig offenen Straße (z. B. 9 8 7 6) zu tauschen, lohnt sich oft, auf drei davon selten.
  • Achte darauf, wie viele Karten die anderen tauschen: eine Karte heißt oft Straßen- oder Flush-Versuch (oder zwei Paare), drei Karten ein Paar.
  • Wer steht, wirkt stark – deshalb ist Stehen ab und zu ein guter Bluff.
  • Geh nicht mit, nur weil du schon Chips im Pot hast. Was im Pot liegt, gehört dir nicht mehr.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Buben oder besser (Jacks or Better, Jackpots): vermutlich die beliebteste Form. Eröffnen darf nur, wer mindestens ein Paar Buben hat oder etwas Besseres (5 5 3 3 6 reicht, 10 10 A K D nicht). Ist eröffnet, dürfen alle mit beliebigen Karten mitgehen oder erhöhen. Eröffnet niemand, werden die Karten eingesammelt, der Pot bleibt, und der Nächste gibt. Gewinnt der Eröffner den Pot – auch wenn alle anderen aussteigen –, muss er so viele Karten zeigen, dass man sieht: Er hatte mindestens Buben. Kann er das nicht, ist seine Hand ungültig und kann nicht gewinnen. Wirft der Eröffner beim Tausch einen Teil seiner Eröffnungshand weg (z. B. eine Dame aus D D 10 9 8, um auf eine Straße zu gehen), muss er das ansagen und diese Karten getrennt aufbewahren, um sie später zu zeigen.
  • Steigende Jackpots: Bei „Buben oder besser“ braucht man, wenn niemand eröffnet, im nächsten Spiel Damen oder besser, dann Könige, dann Asse, dann wieder abwärts.
  • Vier mit Ass: Wer ein Ass behält, darf vier Karten tauschen.
  • Blinds: Statt des Antes zahlt der Spieler links vom Geber vor dem Geben einen Pflichteinsatz (Blind); die erste Setzrunde beginnt dann beim Nächsten. Im Casino spielt man mit Small und Big Blind wie bei Texas Hold’em.
  • Pot Limit oder No Limit: Statt fester Limits darf man so viel setzen, wie im Pot liegt, oder gleich alle seine Chips.
  • Wilde Karten: In privaten Runden sind oft die Zweien wild (Deuces Wild), oder man nimmt einen Joker als eingeschränkt wilde Karte dazu, den Bug (er kann nur ein Ass sein oder eine Straße oder einen Flush vervollständigen).

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Draw) – Draw Poker: alle Karten verdeckt, einmal tauschen
  • Herkunft: USA, erstmals um 1850 belegt
  • Auch bekannt als: Draw Poker, Five-Card Draw Poker; mit Eröffnungsbedingung Jacks or Better, Jackpots
  • Ähnliche Spiele: Diablo, Deuces Wild, Lowball, Brag, Seven-Card Stud, Texas Hold’em

Five-Card Draw ist Draw Poker in Reinform: Die Karten jedes Spielers bleiben bis zum Showdown verdeckt, und verbessern kann man seine Hand nur durch einen einzigen Tausch. Laut pagat.com ist es eine der ältesten Pokerformen und war international die mit Abstand bekannteste, bis Texas Hold’em am Ende des 20. Jahrhunderts populär wurde. Die deutsche Wikipedia nennt es „wahrscheinlich die älteste Pokervariante“, die im Wilden Westen beliebt war.

Die Poker-Geschichte auf pagat.com (von David Parlett) beschreibt, wie das früheste Poker auf den Mississippi-Dampfern der 1830er-Jahre nur mit 20 Karten und ohne Tausch gespielt wurde. Als man zum vollen Blatt mit 52 Karten überging, übernahm das Spiel den Kartentausch vom englischen Spiel Brag, das damals in Amerika verbreitet war; nach dem Forscher Jeffrey Burton verschwand Brag daraufhin zwischen etwa 1848 und 1853 fast völlig. Die erste gedruckte Erwähnung von Draw Poker steht in der amerikanischen Ausgabe von Bohn’s New Handbook of Games von 1850.

Bald darauf kam die Jackpot-Regel auf – eröffnen darf nur, wer mindestens ein Paar Buben hat. Laut derselben Quelle stammt sie angeblich aus Toledo (Ohio) und war umstritten: 1897 klagte R. F. Foster, sie habe das Bluffen „völlig umgebracht“, nannte den Tausch und den Jackpot aber zugleich die zwei großen Fortschritte in der Geschichte des Pokers. Draw, Stud und Jackpots stehen alle in der Ausgabe von The American Hoyle von 1875.

Auf Five-Card Draw bauen viele Varianten für private Runden auf, etwa Deuces Wild, Spiele mit einem Joker als „Bug“, Diablo und Lowball, bei dem die niedrigste Hand gewinnt.

Quellen