Patience (Sir-Tommy-Familie) · Spiel 305 von 388 ♣
Frog
Der große Bruder von Sir Tommy – zwei Blätter, fünf Abwurfstapel und ein dicker Stapel aus dreizehn Karten, der Frosch, den du leer spielen musst.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 2 × 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder · Mit zwei Blättern
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Gewonnen oder verloren
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Frog („Frosch“) ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit zwei Kartenspielen. Sie läuft wie Sir Tommy: Du deckst die Karten eine nach der anderen auf und baust acht Stapel vom Ass bis zum König auf, Farbe egal. Karten, die noch nicht passen, kommen auf einen von fünf Abwurfstapeln. Dazu kommt der Frosch, ein Stapel aus dreizehn Karten, den du unterwegs abspielen musst. Für jede Karte den richtigen Abwurfstapel zu wählen, ist die ganze Kunst.
- Spieler: 1
- Du brauchst: zwei normale 52er-Blätter, zusammengemischt (104 Karten), ohne Joker.
- Dauer: etwa 15 Minuten pro Spiel.
Rangfolge
Das Ass ist die niedrigste Karte. Von unten nach oben:
A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K
Die Teile der Auslage
- Frosch: ein offener Reservestapel aus 13 Karten. Frei (spielbar) ist nur seine oberste Karte; wird sie gespielt, ist die darunter frei.
- Zielstapel: acht Stapel in einer Reihe, jeder beginnt mit einem Ass und wächst bis zum König, Farbe egal – eine 2 beliebiger Farbe auf jedes Ass, eine 3 auf jede 2 und so weiter.
- Abwurfstapel: fünf Stapel unter den Zielstapeln, zu Beginn leer, für Karten, die du noch nicht brauchen kannst. Leg jeden Stapel nach unten aufgefächert, sodass du alle Karten siehst – spielbar ist aber nur die oberste (zuletzt gelegte) Karte.
- Vorrat: die übrigen Karten, verdeckt in deiner Hand.
Vorbereitung
- Misch beide Blätter zusammen.
- Leg Karten offen auf einen Stapel, bis er 13 Karten hat. Kommt dabei ein Ass, legst du es nicht auf den Stapel, sondern als Zielstapel aus und teilst weiter aus. Dieser Stapel ist der Frosch. Schieb ihn zusammen und leg ihn nach links.
- War kein Ass dabei, such im Vorrat ein Ass heraus, leg es als ersten Zielstapel aus und misch den Vorrat noch einmal.
- Den Rest hältst du als Vorrat in der Hand. Lass Platz für acht Zielstapel in einer Reihe und darunter fünf Abwurfstapel.
Spielablauf
Deck die oberste Karte des Vorrats auf. Du musst sie sofort unterbringen:
- Ein Ass beginnt einen neuen Zielstapel.
- Jede andere Karte kommt auf einen Zielstapel, dessen oberste Karte einen Wert niedriger ist, Farbe egal – wenn es einen gibt.
- Passt sie nicht, kommt sie auf einen der fünf Abwurfstapel. Jede Karte darf auf jeden Abwurfstapel, in beliebiger Reihenfolge.
Außerdem darfst du jederzeit die oberste Karte des Froschs oder die oberste Karte eines Abwurfstapels auf einen Zielstapel legen, wenn sie passt. Dadurch wird die Karte darunter frei, die vielleicht auch gleich passt.
Karten dürfen nie von einem Abwurfstapel auf einen anderen wandern, vom Frosch auf einen Abwurfstapel oder von einem Zielstapel zurück.
Beispiel: Im Bild oben deckst du eine 2♣ auf: Sie kommt auf das A♥. Dann kommt eine 3♦ auf die 2♣. Dann ein K♠: Kein Zielstapel will ihn, also kommt er auf einen Abwurfstapel – heb diesen Stapel für hohe Karten auf. Ein A♣ beginnt einen zweiten Zielstapel. Eine 7♦ kommt auf einen anderen Abwurfstapel. Dann kommt eine 4♥ auf die 3♦ und eine 5♣ auf die 4♥ – und jetzt passt auch die 6♠ vom Frosch, und die nächste Froschkarte wird frei.
Gewonnen oder verloren
Du gehst nur einmal durch den Vorrat – kein neuer Durchgang. Ist der Vorrat leer, spielst du so lange Karten vom Frosch und von den Abwurfstapeln auf die Zielstapel, wie es geht. Du hast gewonnen, wenn alle 104 Karten auf den acht Zielstapeln liegen. Bleiben Karten liegen und keine passt mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass etwa jedes fünfte Spiel aufgeht.
Tipps für Einsteiger
- Heb einen Abwurfstapel für Könige und Damen auf, damit sie nicht die niedrigen Karten zudecken, die du bald brauchst.
- Leg auf den anderen Stapeln eine Karte möglichst auf eine höhere Karte – dann lassen sich die Stapel in der richtigen Reihenfolge abbauen. Am besten ist eine absteigende Folge (9, 8, 7), die du später in einem Zug abspielen kannst.
- Leg nicht viele Karten desselben Werts auf einen Abwurfstapel, und begrab nicht alle Karten eines Werts unter hohen Karten – das blockiert jeden Zielstapel.
- Spiel Froschkarten, wann immer es geht: Jede Karte, die am Ende noch im Frosch liegt, musst du erst noch unterbringen.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Fly („Fliege“): Nimm vor dem Austeilen alle acht Asse als Zielstapel heraus. Der Reservestapel heißt dann Fliege. Leichter.
- Fanny: Leg nur 12 Karten in die Reserve und nimm zu Beginn kein Ass heraus – alle Asse müssen im Spiel auftauchen. Schwerer: Laut Morehead und Mott-Smith geht nur etwa jedes zehnte Spiel auf.
- Dicks Frosch: So wie 1883 beschrieben – zähl 13 Karten ab, nimm die Asse darunter heraus und nimm den Rest, vielleicht weniger als 13 Karten, als Frosch.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Sir-Tommy-Familie: Karten aus dem Vorrat kommen auf wenige Abwurfstapel, Zielstapel ohne Rücksicht auf die Farbe)
- Herkunft: erstmals 1883 in den USA von William Brisbane Dick beschrieben; laut Wikipedia französischen Ursprungs
- Auch bekannt als: Toad, Le Crapaud („die Kröte“)
- Ähnliche Spiele: Sir Tommy, Fly, Fanny, Strategy, Calculation, Canfield
Die älteste bekannte Beschreibung ist „The Frog“ in Dick’s Games of Patience, or Solitaire with Cards (New York, 1883), ein Spiel für „zwei vollständige Kartenspiele“. Bei Dick ist schon alles da: Dreizehn Karten werden abgezählt, Asse darunter kommen als Zielstapel heraus, und der Rest bildet ein Päckchen namens „Frog“; die Zielstapel werden ohne Rücksicht auf die Farbe aufgebaut, fünf Päckchen dienen als Abwurfstapel, und ein neuer Durchgang ist nicht erlaubt. Dick warnt davor, „einen König auf eine 10 oder eine 8 auf eine 3“ zu legen, und rät, keine Gelegenheit auszulassen, eine Karte vom Frosch zu spielen – denn jede einzelne wird gebraucht.
Laut der englischen Wikipedia ist Frog ein altes französisches Spiel, das in Frankreich Le Crapaud („die Kröte“) heißt. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith (1949) nennen als weiteren Namen Toad („Kröte“), rechnen mit 15 Minuten und einem Sieg in etwa fünf Spielen und fügen eine schwerere Verwandte hinzu: Fanny, mit einer Reserve aus zwölf Karten und ohne ausgelegtes Ass zu Beginn. In der Variante Fly („Fliege“) werden zuerst alle acht Asse herausgenommen.
Frog ist das Zwei-Blatt-Mitglied der Familie, die nach Sir Tommy benannt ist: Sir Tommy hat vier Abwurfstapel und keine Reserve, Frog hat fünf Abwurfstapel und den Frosch als Reserve – ähnlich der Reserve aus dreizehn Karten bei Canfield. Die englische Wikipedia zählt Frog zu den wenigen Patiencen, bei denen fast nur das Geschick zählt.