Kartenspielregeln

Patience (Golf-Familie) · Spiel 179 von 388 ♥

Golf-Patience

Sieben offene Spalten, ein Stapel zum Anlegen – eins höher oder eins tiefer, und jede übrige Karte ist ein Schlag auf deiner Scorekarte.

Spieler
1
Dauer
5 Min.
Alter
ab 7
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Platz 7 in Die besten Patiencen

Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: alle 35 Karten der Auslage auf den Abwurfstapel abräumen.
  • 5 Reihen à 7, alle offen, überlappend: 7 Spalten à 5. Nächste Karte offen = Abwurfstapel; 16 = Vorrat.
  • Die letzte Karte einer Spalte darf darauf, wenn eins höher oder tiefer; Farbe egal, Richtung beliebig. Dann ist die Karte darüber frei.
  • Kein Kreis: Auf ein Ass nur eine 2, auf einen König nichts – der König beendet die Serie.
  • Karten wandern nie von Spalte zu Spalte.
  • Nichts passt: 1 Karte vom Vorrat aufdecken. Kein neuer Durchgang.
  • Punkte: 1 pro übrige Karte; Auslage leer: −1 pro Vorratskarte. 9 Löcher, die niedrigste Summe gewinnt.

Spickzettel

Punkte (pro Loch)

Ergebnis Punkte
Karten in der Auslage je +1
Auslage leer −1 pro Vorratskarte
Runde 9 Löcher, niedrigste Summe gewinnt
Par unter 36 (Morehead); 45 (Wikipedia)

Loch 1 lässt 4 Karten liegen (4), Loch 2 geht mit 3 Vorratskarten auf (−3): zusammen 1.

Tipps und Varianten

  • Könige sind die Gefahr: Heb Damen für sie auf und leg einen König nur, wenn die Serie enden darf.
  • Leichter: Dame auf König oder Putt Putt (K und A sind Nachbarn).
  • Turnier-Golf (zu zweit): Das niedrigere Ergebnis gewinnt das Loch (1 Punkt); die niedrigere Gesamtsumme +3.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Gewinnen und Punkte
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Die Golf-Patience ist eine schnelle Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt). 35 Karten liegen offen in sieben Spalten, und du versuchst, sie alle einzeln auf einen einzigen Stapel zu legen – jede Karte einen Rang höher oder tiefer als die vorige, egal in welcher Farbe. Du siehst von Anfang an alle Karten der Auslage, gutes Vorausplanen zahlt sich also aus.

Den Namen hat das Spiel von der Wertung: Wie beim Golf zählst du „Schläge“ (die Karten, die liegen bleiben), spielst neun Runden („Löcher“) und willst am Ende möglichst wenige Punkte haben. Mit dem Kartenspiel für mehrere Personen namens Golf, bei dem jeder den Wert seiner verdeckten Karten drücken will, hat es nichts zu tun.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker. Für eine Runde über neun Löcher Zettel und Stift.

Rangfolge

Die Ränge laufen A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K. Das Ass ist die niedrigste Karte, und es geht nicht im Kreis: Auf ein Ass darf nur eine 2, auf einen König gar nichts – mit dem König endet die Serie. Farben spielen keine Rolle.

Vorbereitung

  1. Misch und leg fünf Reihen mit je sieben Karten aus, alle offen. Jede Reihe überlappt die vorige ein Stück, sodass sieben Spalten mit je fünf Karten entstehen, in denen du jede Karte sehen kannst. Das ist die Auslage.
  2. Deck die nächste Karte unterhalb der Auslage auf. Sie eröffnet den Abwurfstapel – den einzigen Stapel, auf den du Karten legst.
  3. Die übrigen 16 Karten legst du verdeckt daneben: Das ist der Vorrat.
9♣5♥B♦3♠7♦7♦♦2♥D♦4♣8♦B♠B♠BK♠7♠10♠5♣4♥4♥♥6♦A♣9♥D♥8♣8♣♣B♣8♥2♠6♠K♥K♥K4♠3♦K♦10♣9♠9♠♠10♥6♣7♥A♦2♣2♣♣16Vorrat6♥6♥♥Abwurfstapel
Golf-Patience – so liegen die Karten am Anfang

In diesem Beispiel sind zu Beginn nur die Karten der untersten Reihe spielbar (7♦, B♠, 4♥, 8♣, K♥, 9♠, 2♣).

Spielablauf

  1. Freie Karten: Spielbar ist nur die letzte Karte jeder Spalte – die dir am nächsten liegt und von keiner anderen bedeckt ist. Ist sie weg, wird die Karte darüber frei.
  2. Auf den Abwurfstapel: Eine freie Karte darf auf den Abwurfstapel, wenn sie einen Rang höher oder tiefer ist als dessen oberste Karte. Die Farbe ist egal. Die Richtung darfst du jederzeit wechseln: Nach einer 6 auf einer 5 darf eine 7 kommen oder wieder eine 5.
  3. Weiterlegen: Leg so viele Karten hintereinander, wie du kannst. So eine Kette heißt Serie.
  4. Vorrat: Kannst (oder willst) du nichts mehr legen, deckst du die oberste Karte des Vorrats auf den Abwurfstapel auf. Sie ist die neue Karte, an die du anlegst.
  5. Karten wandern nie von Spalte zu Spalte, und es gibt keinen neuen Durchgang: Ist der Vorrat leer und passt nichts mehr, ist das Spiel vorbei.

Beispiel: Oben auf dem Abwurfstapel liegt die 6♥. Frei sind 7♦, B♠, 4♥, 8♣, K♥, 9♠ und 2♣. Du legst die 7♦ (eins höher), dann die 8♣, dann die 9♠. Jetzt ist die 10♣ über der 9♠ frei – leg sie an, dann den B♠, dann die D♥ (frei geworden, als die 8♣ wegkam). Zum Schluss den K♥ – und die Serie ist zu Ende, denn auf einen König darf nichts. Jetzt deckst du eine Karte vom Vorrat auf.

Gewinnen und Punkte

Ein Spiel ist gewonnen, wenn alle 35 Karten der Auslage auf dem Abwurfstapel liegen.

Für eine Runde Golf spielst du neun Spiele („Löcher“) und schreibst nach jedem die Punkte auf:

  • Auslage nicht leer: 1 Punkt pro Karte, die noch in der Auslage liegt.
  • Auslage leer: minus 1 Punkt pro Karte, die noch im Vorrat ist.

Zähl die neun Ergebnisse zusammen – weniger ist besser. Nach Morehead und Mott-Smith hast du „Par“ geschlagen, wenn du unter 36 bleibst; die englische Wikipedia setzt Par bei 45 an.

Beispiel: Bei Loch 1 bleiben 4 Karten liegen (4), Loch 2 räumst du ab und hast noch 3 Karten im Vorrat (−3): Nach zwei Löchern stehst du bei 1.

Tipps für Einsteiger

  • Plan die ganze Serie, bevor du die erste Karte bewegst. Wähl die Reihenfolge, mit der die meisten Karten wegkommen.
  • Sind zwei freie Karten gleich hoch, nimm die, unter der eine nützlichere Karte frei wird.
  • Hör eine Serie möglichst so auf, dass zusammenhängende Karten frei bleiben (etwa eine 7, wenn auch eine 8 und eine 6 frei sind).
  • Könige sind die gefährlichsten Karten. Heb dir Damen auf, um Könige loszuwerden – aber leg einen König nur, wenn die Serie dort enden darf.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Dame auf König: Auf einen König darf eine Dame – das ist leichter.
  • Putt Putt: Es geht im Kreis, nach dem Ass darf also ein König kommen und nach dem König ein Ass (wie bei TriPeaks).
  • Freie erste Karte: Zu Beginn wird keine Karte aufgedeckt; eine beliebige freie Karte der Auslage eröffnet den Abwurfstapel.
  • Turnier-Golf: Zwei Personen spielen je neun Löcher mit eigenem Kartenspiel. Verglichen wird Loch für Loch: Das niedrigere Ergebnis gewinnt das Loch (1 Punkt). Die niedrigere Gesamtsumme aller neun Löcher bringt 3 Punkte extra.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Golf-Familie: Karten eins höher oder tiefer auf einen einzigen Abwurfstapel legen)
  • Herkunft: unbekannt; in amerikanischen Patience-Büchern spätestens 1949 beschrieben
  • Auch bekannt als: Golf, Golf Solitaire, One Foundation; Putt Putt (mit Rangfolge im Kreis)
  • Ähnliche Spiele: TriPeaks, Black Hole, Pyramid Golf (Escalator), Spit

Bei der Golf-Patience liegen alle Karten der Auslage von Anfang an offen – sie belohnt Planung deshalb mehr als die meisten Patiencen; die englische Wikipedia schreibt unter Berufung auf Hoyle’s Rules of Games, der Anteil von Geschick gegenüber Glück sei höher als bei den meisten anderen. Den Namen hat sie von der Wertung: Jede Karte, die liegen bleibt, zählt als Schlag, eine Runde hat neun Spiele oder „Löcher“, und die niedrigste Summe gewinnt. Mit dem gleichnamigen Kartenspiel Golf für mehrere Personen hat sie außer dieser Wertung nichts gemeinsam.

Woher das Spiel stammt, ist nicht überliefert. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith nehmen es 1949 in ihr Buch The Complete Book of Solitaire and Patience Games auf, mit den strengen Regeln, die auch hier gelten – nicht im Kreis, nichts auf den König –, und schätzen, dass nur etwa jedes 20. Spiel aufgeht. Sie beschreiben auch Turnier-Golf, bei dem zwei Personen je neun Löcher spielen und Loch für Loch vergleichen, und setzen Par für neun Löcher bei unter 36 an. David Parlett (Card Games for One, 1994) nennt das Spiel auch One Foundation.

Ein großes Publikum fand Golf am Computer: Laut Wikipedia gehörte es zu den Spielen im ersten Entertainment Pack von Microsoft für Windows (1990). Mehrere spätere Patiencen übernehmen die Idee mit anderer Auslage, am bekanntesten TriPeaks (1989), Black Hole und Pyramid Golf. Auch das Zweipersonen-Tempospiel Spit funktioniert ähnlich.

Quellen