Patience · Spiel 298 von 388 ♥
Die gute Dreizehn
Zehn Karten liegen aus – wirf jedes Paar mit der Summe 13 und jeden König hinaus, füll die Lücken und hoff, dass das Blatt aufgeht.
- Spieler
- 1
- Dauer
- 3 Min.
- Alter
- ab 6
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder
Ausführliche Regeln
Überblick
Die gute Dreizehn ist eine der einfachsten Patiencen (Kartenspiele für eine Person, auch Solitär genannt). Zehn Karten liegen offen auf dem Tisch. Du wirfst jedes Paar mit der Summe 13 hinaus und jeden König, der allein schon 13 zählt, und füllst die Lücken aus dem Blatt wieder auf. Kommst du durch das ganze Blatt, ist die Patience aufgegangen – du hast gewonnen. Echte Entscheidungen gibt es keine: Es ist ein Glücksspiel, nach wenigen Minuten vorbei, und für Kinder eine schöne Rechenübung. In englischen Büchern heißt es meist Thirteens.
- Spieler: 1
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
- Dauer: 2–3 Minuten pro Spiel.
Kartenwerte
| Karte | Wert | Passt zu |
|---|---|---|
| K | 13 | allein |
| D | 12 | A |
| B | 11 | 2 |
| 10 | 10 | 3 |
| 9 | 9 | 4 |
| 8 | 8 | 5 |
| 7 | 7 | 6 |
Das Ass zählt 1, die übrigen Zahlenkarten ihre Augenzahl. Die Farbe spielt keine Rolle: 8♣ + 5♥ ist genauso gut wie 8♣ + 5♣.
Vorbereitung
- Misch und leg das Blatt verdeckt vor dich. Das ist der Vorrat.
- Deck die obersten zehn Karten auf und leg sie offen nebeneinander – in einer langen Reihe oder in zwei Reihen zu fünf, wie es auf deinen Tisch passt. Das ist die Auslage.
Spielablauf
- Paare hinauswerfen: Nimm zwei Karten der Auslage, die zusammen 13 ergeben, und leg sie beiseite – sie sind aus dem Spiel.
- Könige hinauswerfen: Ein König kommt allein weg.
- Lücken füllen: Hast du alles hinausgeworfen, was geht, legst du auf jede Lücke eine Karte aus dem Vorrat, offen, bis wieder zehn Karten ausliegen.
- Such neue Paare und Könige und mach weiter.
Beispiel: Die Auslage oben zeigt 7♠ D♦ 4♣ K♥ 9♦ / 6♥ A♣ 2♠ 8♣ 3♦. Wirf den K♥ allein hinaus, dazu die Paare 4♣ + 9♦, 7♠ + 6♥ und D♦ + A♣. Übrig bleiben 2♠, 8♣ und 3♦ – sie warten auf einen B, eine 5 und eine 10. Sieben Lücken: Füll sie aus dem Vorrat und schau noch einmal.
Gewonnen oder verloren
Verloren hast du, wenn zehn Karten ausliegen, darunter kein König und kein Paar mit der Summe 13, und der Vorrat noch nicht leer ist. Gewonnen hast du, wenn der Vorrat aufgebraucht ist und auch die letzten Karten hinausgeworfen sind. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass etwa jedes zweite Spiel aufgeht; genau gerechnet sind es knapp 63 %.
Tipps für Einsteiger
- Planen musst du nichts: Wirf immer alles hinaus, was geht, und füll dann die Lücken.
- Behalte die Tabelle im Blick, bis die Paare von selbst kommen: K allein, D + A, B + 2, 10 + 3, 9 + 4, 8 + 5, 7 + 6.
- Gute Nachricht zum Schluss: Ist der Vorrat leer, geht die Patience immer auf. Jedes Paar hat je eine Karte der beiden Partnerwerte verbraucht – also liegt zu jeder übrigen Karte ihr Partner noch in der Auslage.
Varianten
Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.
- Baroness (Five Piles): Leg nur fünf Karten in eine Reihe. Geht nichts mehr, teilst du fünf neue aus, je eine auf jede Karte, sodass fünf Stapel wachsen; es zählen nur die obersten Karten. Die letzten beiden Karten des Vorrats legst du offen neben die Stapel, sie sind ebenfalls frei. Viel schwerer.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Patience (Additions-Patience: Paare mit Summe 13 und einzelne Könige entfernen)
- Herkunft: wahrscheinlich Deutschland; zuerst 1892 auf Englisch beschrieben
- Auch bekannt als: Good Thirteen, Thirteens, Simple Addition
- Ähnliche Spiele: Baroness (Five Piles), Pyramide, Fourteen Out, Acht Karten
Die älteste bekannte Beschreibung steht in The Illustrated Book of Patience Games von Professor Hoffmann (London, 1892), unter dem Namen Thirteens. Hoffmann legt zwei Reihen zu fünf Karten aus, wirft „ohne Rücksicht auf Farbe oder Lage“ jedes Paar mit der Summe dreizehn und jeden König einzeln hinaus und füllt die Lücken aus dem Vorrat. Verloren ist, wenn die aufgefüllten Reihen weder einen König noch ein Paar enthalten. Das amerikanische Dick’s Games of Patience, Second Series (1898) bringt dasselbe Spiel als Simple Addition, und Morehead und Mott-Smith (1949) führen es als Thirteens, mit zwei Minuten pro Spiel und einer Gewinnchance von eins zu zwei.
In Deutschland heißt das Spiel Die gute Dreizehn. Irmgard Wolter-Rosendorf legt in Patiencen in Wort und Bild (1994) die zehn Karten in einer einzigen Reihe aus; sonst sind die Regeln gleich. Die englische Wikipedia nennt es eine deutsche Patience. Das passt zu Hoffmanns Buch: Laut seiner Einleitung ist es aus einem deutschen Original übersetzt, dessen Titel er möglichst genau übertragen hat – das Spiel war also wohl schon vor 1892 in Deutschland bekannt.
Weil man keine Entscheidungen trifft, lässt sich die Gewinnchance genau berechnen: Laut Mark Mastens Sammlung von Gewinnquoten hat Mark Conger sie mit 62,7355… % ermittelt. Enge Verwandte sind Baroness, die Mary Whitmore Jones 1890 eine „sehr alte Patience“ nannte und bei der fünf Karten auf einmal auf fünf Stapel kommen, und Acht Karten, bei der acht Karten ausliegen und die Zauberzahl 11 ist. Die Pyramide und Fourteen Out nutzen dieselbe Idee mit einer offenen Auslage, bei der sich Planen lohnt.
Quellen
- Die gute Dreizehn – Wikipedia
- Baroness (card game) – englische Wikipedia
- Professor Hoffmann: The Illustrated Book of Patience Games (1892) – Internet Archive
- Dick’s Games of Patience, Second Series (1898) – Internet Archive
- Morehead & Mott-Smith: The Complete Book of Solitaire and Patience Games (1949) – Internet Archive
- Thirteens – Solitaire Win Rates (Mark Masten, englisch)