Kartenspielregeln

Patience · Spiel 300 von 388 ♥

Herz zu Herz

Jag alle acht Herzkarten aus einem kurzen Blatt – immer drei Karten auf einmal, drei Runden lang, mit nichts als Glück und Hoffnung.

Spieler
1
Dauer
3 Min.
Alter
ab 6
Anspruch
leicht
Karten
32 Karten (7–A)
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: alle 8 Herzkarten in drei Runden aus einem 32er-Blatt (ohne 2er–6er) holen.
  • Drei Karten offen nebeneinander: der Anfang von drei Stapeln. Herzkarten beiseite; ein leerer Platz bleibt bis zum nächsten Austeilen leer.
  • Dann je drei weitere, eine auf jeden Stapel (oder leeren Platz). Herzkarten beiseite – die Karte darunter zeigt sich wieder.
  • Fünfmal austeilen (15 Karten) ist eine Runde.
  • Stapel aufnehmen, zum Vorrat (ohne die Herzkarten), gut mischen, nächste Runde.
  • Alle Herzkarten nach drei Runden draußen: gewonnen. Eine fehlt: verloren.

Spickzettel

Ein Spiel

Schritt Was passiert
Blatt 32 Karten, 7–A
Runde 5 × 3 Karten austeilen
Herz zeigt sich beiseite, aus dem Spiel
Nach der Runde aufnehmen, mischen
Spiel 3 Runden

Chancen und Varianten

  • Reines Glück. Nach diesen Regeln: etwa 39 %.
  • Eine Herzkarte zählt, sobald sie sich zeigt – egal auf welchem Stapel.
  • Jede Farbe geht: Englische Bücher jagen Kreuz.
  • Knockout (leichter): den Platz einer Herzkarte beim ersten Austeilen sofort aus dem Vorrat füllen – etwa 44 %.
  • Abandon Hope (schwerer): volles 52er-Blatt, alle 13 Karten der Farbe jagen, 8-mal austeilen (24 Karten) pro Runde – etwa jedes 5. Spiel.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Eine Runde
  4. Gewonnen oder verloren
  5. Tipps für Einsteiger
  6. Varianten

Überblick

Herz zu Herz ist eine winzige Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt) mit einem kurzen Blatt aus 32 Karten. Du suchst dir eine Farbe aus – hier Herz – und versuchst, alle acht Karten dieser Farbe aus dem Blatt zu holen. Du teilst immer drei Karten auf einmal aus und nimmst jede Herzkarte heraus, die sich zeigt. Dafür hast du drei Runden. Zu entscheiden gibt es nichts – reines Glück, nach drei Minuten vorbei und schon für kleine Kinder geeignet. In englischen Büchern heißt das Spiel Hope Deferred („aufgeschobene Hoffnung“).

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, aus dem du die Zweien, Dreien, Vieren, Fünfen und Sechsen herausnimmst – 32 Karten, 7 bis Ass in jeder Farbe.
  • Dauer: etwa 3 Minuten pro Spiel.

Vorbereitung

  1. Nimm alle Zweien, Dreien, Vieren, Fünfen und Sechsen aus dem Blatt und leg sie weg. Du spielst mit den übrigen 32 Karten.
  2. Wähle die Zielfarbe – die Farbe, die du jagst. Alte englische Bücher nehmen Kreuz, deutsche Bücher Herz; einen Unterschied macht das nicht. Regeln und Beispiele hier verwenden Herz.
  3. Misch und nimm das Blatt verdeckt in die Hand. Das ist der Vorrat.

Eine Runde

  1. Erstes Austeilen: Deck drei Karten auf und leg sie offen nebeneinander. Sie sind der Anfang von drei Stapeln. Jede Herzkarte legst du beiseite – sie ist aus dem Spiel; ihr Platz bleibt bis zum nächsten Austeilen leer.
  2. Weiteres Austeilen: Deck drei weitere Karten auf und leg je eine offen auf jeden Stapel (oder auf seinen leeren Platz). Jede Herzkarte kommt beiseite – die Karte darunter ist wieder zu sehen.
  3. Teil fünfmal aus: fünfmal drei Karten, also 15 Karten pro Runde.
  4. Ende der Runde: Nimm die drei Stapel auf, leg sie zum restlichen Vorrat (nie die beiseitegelegten Herzkarten) und misch gut.

Spiel drei Runden. Sind alle acht Herzkarten draußen, musst du die Runde nicht zu Ende spielen.

9♣8♠8♠♠7♦7♦♦K♠7♣7♣♣23VorratA♥D♥B♥10♥10♥♥Herz draußen
Herz zu Herz – das Beispiel nach dreimal Austeilen

Beispiel: Beim ersten Austeilen kommen 9♣, A♥ und K♠. Das A♥ kommt beiseite, sein Platz bleibt leer. Zweites Austeilen: D♥ auf die 9♣, 7♦ auf den leeren Platz, B♥ auf den K♠. Beide Herzkarten kommen beiseite, also sind 9♣ und K♠ wieder zu sehen. Drittes Austeilen: 8♠, 10♥ und 7♣ – die 10♥ kommt beiseite. Nach drei von fünf Austeilungen sind vier Herzkarten draußen.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn am Ende der dritten Runde alle acht Herzkarten draußen sind. Steckt auch nur eine noch im Vorrat oder in den Stapeln, ist die Patience nicht aufgegangen. Nach Computerläufen von Mark Masten gehen etwa 39 % der Spiele auf.

Tipps für Einsteiger

  • Planen kannst du nichts – genieß die Spannung und zähl mit, wie viele Herzkarten schon draußen sind.
  • Misch zwischen den Runden gründlich, sonst kommen die Karten, die du gerade gesehen hast, in derselben Reihenfolge wieder.
  • Die Stapel sind nur zum Austeilen da: Eine Herzkarte zählt, sobald sie sich zeigt, egal auf welchem Stapel sie landet.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Knockout (Lücken füllen): Kommt beim ersten Austeilen eine Herzkarte, füllst du ihren Platz sofort aus dem Vorrat (bei einer weiteren Herzkarte noch einmal), sodass eine Runde mehr als 15 Karten haben kann. So spielen es die meisten englischen Bücher seit 1898. Etwas leichter: Morehead und Mott-Smith schätzten eins zu drei, Mark Mastens Computerläufe ergeben etwa 44 %.
  • Abandon Hope: Spiel mit allen 52 Karten und jag alle 13 Karten der Farbe; pro Runde teilst du achtmal drei Karten (24 Karten) aus. Nur etwa jedes fünfte Spiel geht auf.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Glücks-Patience: eine Farbe aus einem kurzen Blatt holen)
  • Herkunft: unbekannt; zuerst 1880 in Frankreich beschrieben
  • Auch bekannt als: Hope Deferred, Hope, Knockout, L’Espérance
  • Ähnliche Spiele: Abandon Hope, Uhr, Hit or Miss

Laut der deutschen Wikipedia wurde das Spiel zuerst 1880 von der Comtesse de Blanccoeur in Le Livre illustré des patiences als L’Espérance („Hoffnung“) beschrieben. Auf Englisch erscheint es in The Illustrated Book of Patience Games von Professor Hoffmann (London, 1892) als Hope: Man wählt eine beliebige Farbe, „etwa Kreuz“, deckt fünfmal je drei Karten auf und hat drei Anläufe, um die ganze Farbe herauszuholen. Hoffmann schreibt in der Einleitung, sein Buch sei aus einem deutschen Original übersetzt, und behalte „die nächsten Entsprechungen der deutschen Titel“.

In Dick’s Games of Patience, Second Series (New York, 1898) heißt das Spiel Hope Deferred, und die Plätze herausgenommener Kreuzkarten werden aus dem Blatt aufgefüllt. Spätere amerikanische Bücher nennen es Knockout, darunter Morehead und Mott-Smith (1949), die drei Minuten pro Spiel und eine Gewinnchance von eins zu drei angeben; David Parlett (1979) bleibt bei Hope Deferred und ergänzt Abandon Hope mit vollem Blatt. In all diesen Fassungen wird Kreuz gejagt.

Deutsche Patiencebücher – Irmgard Wolter-Rosendorf (1994) und Katrin Höfer (2010) – beschreiben das Spiel als Herz zu Herz: Gejagt wird Herz, und leere Plätze werden nicht aufgefüllt, wie bei Hoffmann. Mark Masten ließ Milliarden Spiele vom Computer durchspielen: Ohne Auffüllen gehen 39 % auf, mit der Knockout-Regel etwa 44 %. Da es gar keine Entscheidungen gibt, gehört das Spiel zu den reinen Glücks-Patiencen wie die Uhr.

Quellen