Setzspiel · Spiel 127 von 388 ♣
Indian Poker
Halt deine Karte an die Stirn – alle sehen sie, nur du nicht. Lies die Gesichter der anderen und setz auf eine Karte, die du nicht kennst.
- Spieler
- 2–8
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 16
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge der Karten
- Setzen in Kürze
- Vorbereitung und Geben
- Die Setzrunde
- Showdown
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Indian Poker stellt Poker auf den Kopf: Jeder bekommt eine Karte und hält sie sich mit der Vorderseite nach außen an die Stirn. Du siehst die Karten aller anderen – nur deine eigene nicht. Dann gibt es eine Setzrunde. Die höchste Karte unter denen, die noch dabei sind, gewinnt den Pot (alle gesetzten Chips). Wie gut deine eigene Karte ist, musst du aus den Karten und dem Verhalten der anderen erraten.
- Spieler: 2–8, jeder für sich.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer) – für alle gleich viele, z. B. je 50. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.
Rangfolge der Karten
Verglichen werden nur einzelne Karten. Von der höchsten zur niedrigsten:
| Rang | Karten |
|---|---|
| Höchste | A |
| Bilder | K, D, B |
| Zahlen | 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3 |
| Niedrigste | 2 |
Farben zählen nicht: Zwei Karten mit gleichem Wert sind gleich hoch.
Setzen in Kürze
- Ante: ein fester Grundeinsatz, den jeder vor dem Geben in den Pot zahlt, z. B. 1 Chip.
- Checken (schieben): nichts setzen – nur solange noch niemand gesetzt hat.
- Setzen: Chips in den Pot zahlen, bis zu einem vereinbarten Höchstbetrag (z. B. 5 Chips).
- Mitgehen: so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
- Erhöhen: mitgehen und noch etwas drauflegen (auch hier bis zum vereinbarten Höchstbetrag).
- Aussteigen: aufgeben – was du gesetzt hast, ist verloren, und du kannst diesen Pot nicht gewinnen.
Vereinbart vor dem Spiel das Ante und den Höchstbetrag für Einsatz und Erhöhung.
Vorbereitung und Geben
- Jeder zahlt das Ante in den Pot.
- Der Geber mischt und gibt jedem eine Karte verdeckt. Nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
- Nicht anschauen! Nimm deine Karte mit der Rückseite zu dir auf und halte sie an die Stirn, sodass alle anderen die Vorderseite sehen.
Die Setzrunde
- Der Spieler links vom Geber beginnt, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn. Jeder checkt oder setzt.
- Hat jemand gesetzt, muss jeder Folgende mitgehen, erhöhen oder aussteigen.
- Die Runde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben und niemand mehr erhöhen will. Checken alle, endet sie ebenfalls.
- Steigen alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort.
Kannst du nicht mehr mitgehen, darfst du alle deine restlichen Chips setzen (all-in); dann kannst du von jedem anderen nur so viel gewinnen, wie du selbst eingezahlt hast. Um den Rest des Pots spielen die anderen untereinander.
Showdown
Wer noch dabei ist, schaut sich jetzt seine Karte an. Die höchste Karte gewinnt den Pot. Haben mehrere die gleiche höchste Karte, teilen sie den Pot.
Beispiel: Anna sieht Bens D und Carlas 4. Sie setzt 2 Chips in der Hoffnung, dass ihre Karte eine Dame schlägt. Ben sieht Annas K und Carlas 4 – seine eigene Dame kennt er nicht, aber ein König ist hoch, also steigt er aus. Carla sieht einen König und eine Dame und steigt ebenfalls aus. Anna gewinnt den Pot, ohne je zu erfahren, dass sie einen König hatte.
Spielende
Spielt, bis einer alle Chips hat, oder bis zu einer vereinbarten Zeit – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.
Tipps für Einsteiger
- Nutze, was du siehst: Jede hohe Karte an den Stirnen der anderen ist eine weniger, die an deiner sein könnte. Siehst du nur niedrige Karten, stehen deine Chancen gut.
- Achte darauf, wie die anderen auf deine Karte reagieren: Wer eifrig setzt oder erhöht, sieht an deiner Stirn vielleicht eine niedrige Karte.
- Mach ein Pokerface – deine Reaktionen verraten den anderen etwas über ihre Karten.
- Verrate niemandem seine Karte, indem du darüber redest.
Varianten
- Niedrig gewinnt: Die niedrigste Karte gewinnt statt der höchsten.
- Hoch-Tief: Die höchste und die niedrigste Karte teilen sich den Pot.
- Pot nachzahlen: Statt zu setzen, erklären alle gleichzeitig (z. B. mit einem Chip in der geschlossenen Faust, wie bei Guts), ob sie drin oder draußen sind. Die beste Karte unter denen, die drin sind, bekommt den Pot; jeder andere, der drin war, zahlt so viel, wie im Pot lag, als neuen Pot ein.
- Mehrere Karten: Jeder hält zwei oder mehr Karten an die Stirn, und die Hände werden wie beim Poker verglichen. Bei zwei Karten zählen nur Paar und höchste Karte (ein Paar schlägt jede Hand ohne Paar). Bei drei gilt die Dreikarten-Rangfolge aus Three-Card Brag: Drilling › Straight Flush › Straße › Flush › Paar › höchste Karte. Bei fünf gilt die übliche Pokerrangfolge (siehe Tabelle unten).
- Indian Hold’em: Texas Hold’em, bei dem jeder seine zwei eigenen Karten ungesehen an die Stirn hält.
Rangfolge mit fünf Karten für die Variante Mehrere Karten (beste zuerst):
| Hand | Beispiel |
|---|---|
| Royal Flush | A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ |
| Straight Flush | 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥ |
| Vierling | 7 7 7 7 K |
| Full House | D D D 4 4 |
| Flush | K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦ |
| Straße | 10 9 8 7 6 |
| Drilling | 5 5 5 K 2 |
| Zwei Paare | B B 3 3 A |
| Ein Paar | 10 10 A 7 4 |
| Höchste Karte | A B 9 6 3 |
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Setzspiel (ungewöhnliche Pokervariante)
- Herkunft: unbekannt; in den USA spätestens in den 1950er-Jahren bekannt
- Auch bekannt als: Blind Man’s Bluff, Blind Man’s Buff, Oklahoma Forehead, Indian Head, Good For You
- Ähnliche Spiele: Guts, Seven-Card Stud, Texas Hold’em
Die Grundidee von Indian Poker: Die Spieler halten ihre Karten mit der Vorderseite nach außen an die Stirn und sehen so die Karten aller anderen, nur die eigene nicht. Die Seite pagat.com ordnet es den Pokervarianten zu, die eigentlich kein richtiges Poker sind. Der Name steht für mehrere Spiele mit diesem Prinzip, mit unterschiedlich vielen Karten und Setzweisen; das Spiel mit einer Karte ist laut pagat.com die einfachste und vermutlich die ursprüngliche Form.
Wie pagat.com betont, hat das Spiel nichts mit Indien zu tun: Der Name kommt von der Vorstellung, die an die Stirn gehaltenen Karten sähen aus wie ein indianischer Federschmuck. Der zweite gängige Name ist Blind Man’s Bluff (englisch für „Blindekuh“); pagat.com nennt auch Blind Man’s Buff. Deutschsprachige Pokerseiten verwenden meist einfach den englischen Namen Indian Poker; einen eigenen, gebräuchlichen deutschen Namen haben wir nicht gefunden.
Über die Herkunft ist wenig bekannt. Laut der englischen Wikipedia heißt das Spiel in der Mitte der USA meist Oklahoma Forehead; als Beleg dient eine Zeitung aus Ohio vom Mai 1954. Auch im Fernsehen und bei Turnieren tauchte es auf: Nach Wikipedia zeigte ESPN 2004 in seiner Berichterstattung über die World Series of Poker eine Stirn-Version von Texas Hold’em, und 2010 fand beim Paddy Power Irish Winter Festival die erste „Weltmeisterschaft“ statt. Außerdem beschreibt pagat.com Stirn-Varianten von Seven-Card Stud und Texas Hold’em und merkt an, dass Indian Poker mit einer Karte oft mit der Pot-Nachzahl-Methode von Guts gespielt wird.