Kartenspielregeln

Reaktionsspiel · Spiel 224 von 388 ♦

Irish Snap

Zähl „Ass, zwei, drei …“, während ihr spielt – passt die Karte zum Wort, hauen alle drauf, und die langsamste Hand nimmt den Stapel.

Spieler
3–8
Dauer
15 Min.
Alter
ab 6
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung wildin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder · Ohne Punkteblatt

Kurzregeln

  • Ziel: deine Karten loswerden. Wer als Letzter Karten hat, verliert.
  • Austeilen: alle Karten verdeckt. Nicht anschauen.
  • Zug: Geber zuerst, dann im Uhrzeigersinn. Deck deine oberste Karte von dir weg auf dem Stapel in der Mitte auf und ruf den nächsten Wert: Ass, 2, 3 … 10, Bube, Dame, König, Ass …
  • Karte = Wort: Alle hauen drauf – die letzte Hand nimmt den Stapel unter ihre Karten und ruft neu „Ass“.
  • Falsch gehauen oder gezuckt: Du nimmst den Stapel und fängst neu an.
  • Letzte Karte gelegt: Du bist sicher – außer du hast als Letzter gehauen.

Spickzettel

Draufhauen?

Situation Hauen
Karte = gerufener Wert Ja – alle
Pärchen (gleicher Wert wie darunter) falls abgesprochen
Sonst Nein – hauen oder zucken = Stapel nehmen

Merke

  • Falsch gerufen (Wert übersprungen oder doppelt) = Stapel nehmen – falls abgesprochen.
  • Wer den Stapel nimmt, legt seine nächste Karte und ruft „Ass“.
  • Keine Karten mehr, aber als Letzter gehauen: Stapel nehmen und weiterspielen.
  • Vorher absprechen, was als Zucken zählt.
  • Varianten: jeder Bube (oder jede Dame) ist ein Draufhauer · mit Jokern, Joker heißt immer hauen · Sandwich: hauen bei 5, 9, 5.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Spielablauf
  4. Draufhauen!
  5. Häufiger Zusatz
  6. Spielende
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Irish Snap ist ein schnelles, lautes Draufhau-Spiel. Reihum legt jeder eine Karte auf einen gemeinsamen Stapel in der Mitte und zählt dabei laut mit: „Ass“, „zwei“, „drei“ … bis „König“, dann wieder ab „Ass“. Passt die Karte zum Wort, das gerade gerufen wird, hauen alle auf den Stapel – und die letzte Hand muss alle Karten nehmen. Ziel ist es, deine Karten loszuwerden; wer als Letzter noch Karten hat, verliert.

  • Spieler: 3–8.
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker.

Vorbereitung

Mischt und verteilt alle Karten einzeln und verdeckt, so gleichmäßig wie möglich. Schau deine Karten nicht an. Halte sie als ordentlichen verdeckten Stapel in der Hand oder leg ihn vor dich.

Spielablauf

  1. Der Geber beginnt: Er legt die oberste Karte seines Stapels offen in die Mitte und ruft dabei „Ass“.
  2. Weiter geht es im Uhrzeigersinn. Der Nächste legt seine oberste Karte offen auf den Stapel und ruft „zwei“, der Nächste „drei“ und so weiter: Ass, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König – dann wieder Ass.
  3. Dreh deine Karte beim Ablegen von dir weg um, damit du sie nicht vor den anderen siehst. Haltet das Tempo hoch – kein Zögern.

Draufhauen!

Karte passt zum Wort: Hat die Karte, die du legst, genau den Wert, den du rufst – eine 4 bei „vier“, ein Bube bei „Bube“ –, müssen alle sofort mit der flachen Hand auf den Stapel hauen.

Wessen Hand ganz oben landet (der Langsamste), nimmt den ganzen Stapel und legt ihn unter seine eigenen Karten. Er fängt dann neu an zu zählen: Er legt seine nächste Karte und ruft „Ass“.

Falsch gehauen: Haust du – oder zuckst du auch nur Richtung Stapel –, obwohl nichts passt, nimmst du selbst den ganzen Stapel und fängst wieder bei „Ass“ an.

Falsch gerufen: Eine verbreitete Hausregel behandelt ein falsches Wort (eine Zahl übersprungen oder doppelt gerufen) wie falsches Hauen – wer falsch ruft, nimmt den Stapel. Sprecht das vorher ab.

Beispiel: Anna legt eine 9 und ruft „sechs“, Ben legt einen K und ruft „sieben“, Carla legt eine 8 und ruft „acht“ – draufhauen! Carla, Anna und Dan hauen gleichzeitig; Ben ist der Letzte und nimmt den Stapel. Ben legt seine nächste Karte: „Ass“.

Häufiger Zusatz

Die meisten Runden hauen auch bei einem Pärchen drauf: wenn die gelegte Karte denselben Wert hat wie die Karte direkt darunter (eine 5 auf einer 5), egal was gerufen wurde. Sprecht vorher ab, ob Pärchen zählen.

Spielende

Hast du deine letzte Karte gelegt, bist du raus und sicher – außer du musst noch den Stapel nehmen, weil du als Letzter gehauen hast. Die anderen spielen weiter. Wer als Letzter noch Karten hat, verliert.

Tipps für Einsteiger

  • Halte deine Hand nah am Stapel – aber nicht zu nah, sonst zuckst du.
  • Schau nicht nur auf die Karte; hör auf das gerufene Wort.
  • Wort rufen und Karte legen im selben Moment ist schwerer, als es klingt – übt den Rhythmus.
  • Sprecht vorher ab, was als Zucken zählt.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Buben oder Damen: Jeder Bube (oder jede Dame) ist ein Draufhauer, egal was gerufen wird.
  • Joker: Mischt die Joker mit hinein – ein Joker heißt immer draufhauen.
  • Sandwich: aus Egyptian Ratscrew entliehen – draufhauen, wenn die gelegte Karte denselben Wert hat wie die Karte zwei darunter (5, 9, 5).
  • Stilles Zählen: Niemand zählt laut – jeder muss im Kopf mitzählen.
  • Auf Zeit: Spielt eine feste Zeit; wer am Ende die wenigsten Karten hat, gewinnt.
  • Bis zum Schluss: Wer keine Karten mehr hat, zählt und haut weiter mit; das Spiel endet, wenn einer alle Karten hat – er verliert.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Reaktionsspiel (Draufhauen, Karten loswerden)
  • Herkunft: Großbritannien und Irland; Entstehungszeit unbekannt
  • Auch bekannt als: Slapjack (mancherorts)
  • Ähnliche Spiele: Schnipp-Schnapp, Slapjack, Egyptian Ratscrew, Mogeln

Irish Snap ist ein britisches und irisches Schulhof- und Partyspiel. Laut pagat.com handelt es sich um ein britisches Spiel, das der Seite unter dem Namen Slapjack beschrieben wurde, „das aber meist als Irish Snap bekannt ist“ – nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Kinderspiel Slapjack, bei dem gewinnt, wer als Erster auf einen Buben haut. Bei Irish Snap ist es umgekehrt: Der Stapel ist eine Strafe, der Langsamste muss ihn nehmen, und Ziel ist es, die eigenen Karten loszuwerden. Wann das Spiel aufkam und woher sein Name stammt, ist nicht verlässlich bekannt.

Die Kernregel – die Werte der Reihe nach rufen und draufhauen, wenn Karte und Wort passen – ist in allen Quellen gleich. Fast alles andere schwankt. Viele Beschreibungen, etwa die Regeln des Kartenspielclubs der Universität Sheffield, zählen auch ein Pärchen (eine Karte auf einer gleichen) als Draufhauer; andere nehmen Joker, Buben oder Damen als automatische Draufhauer dazu oder spielen auf Zeit. Auch ob Spieler ohne Karten ausscheiden oder weiter mithauen, bis einer das ganze Blatt hält, ist von Runde zu Runde verschieden.

Die Quellen stellen es als Familien-, Schul- und Jugendgruppenspiel vor; das Zählen der Werte der Reihe nach teilt es mit Mogeln, wo die Spieler ebenfalls die Werte in fester Folge ansagen.

Quellen