Fischspiel · Spiel 372 von 388 ♥
Laugh and Lie Down
Paar deine Karten mit denen auf dem Tisch, bis nichts mehr geht – dann leg dich hin, und die anderen lachen. Ein Tudor-Spiel zu fünft.
- Spieler
- 3–6
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Historische Spiele
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Begriffe
- Vorbereitung (fünf Spieler)
- Spielablauf
- Sich hinlegen
- Fehler ausnutzen
- Abrechnung
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Laugh and Lie Down („Lach und leg dich hin“) stammt aus dem England der Tudorzeit und wird 1522 zum ersten Mal erwähnt. Es ist das älteste bekannte europäische Fischspiel – ein Spiel, bei dem du mit Karten aus der Hand gleiche Karten vom Tisch holst, wie beim Casino oder bei der Scopa. Zwölf Karten liegen offen auf dem Tisch. Wer dran ist, spielt eine Karte aus der Hand und holt damit eine Karte gleichen Rangs; das Paar behält er. Kannst du nichts mehr holen, musst du dich hinlegen: Du wirfst deine Handkarten auf den Tisch – und die anderen lachen dich aus. Wer als Letzter noch Karten hat, bekommt eine Prämie, und jeder wird für seine gewonnenen Karten bezahlt.
Beschrieben ist das Spiel nur in Francis Willughbys Book of Games (um 1665). Diese Regeln folgen David Parletts Deutung von Willughby.
- Spieler: 3–6; das Originalspiel ist für 5. Jeder spielt für sich.
- Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker und Chips oder Spielmarken – etwa 20 pro Person. Gespielt wird nur um Chips.
Begriffe
- Paar: zwei Karten gleichen Rangs (zwei 7er).
- Drilling (englisch „prial“, von „pair royal“): drei gleiche.
- Mournival: alle vier Karten eines Rangs.
- Gewonnene Karten: die Karten, die du geholt hast. Leg sie offen auf einen Stapel vor dich.
Vorbereitung (fünf Spieler)
- Alle heben ab; die niedrigste Karte gibt zuerst (Ass niedrig). Danach gibt jeweils der linke Nachbar; gespielt wird ebenfalls im Uhrzeigersinn.
- Einsätze: Der Geber zahlt 3 Chips in den Pot, jeder andere 2 – zusammen 11.
- Geben: Der Geber teilt jedem einzeln und verdeckt 8 Karten aus. Die übrigen 12 Karten kommen offen und wild durcheinander auf den Tisch.
- Ist unter den 12 Tischkarten ein Mournival, nimmt der Geber die vier sofort als gewonnene Karten.
- Vor dem Spiel schaust du deine Hand an. Hast du einen Drilling, darfst du zwei davon als gewonnene Karten vor dich legen und die dritte behalten. Ein Mournival auf der Hand ist ganz gewonnen. Wer es vergisst, kann es in jedem späteren Zug nachholen.
Zu fünft sieht der Tisch dann so aus:
Spielablauf
Der linke Nachbar des Gebers beginnt, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn. Wer dran ist, holt auf eine dieser Arten Karten:
- Spiel eine Karte aus der Hand und nimm eine Tischkarte gleichen Rangs – oder alle drei, wenn drei dieses Rangs auf dem Tisch liegen.
- Spiel ein Paar aus der Hand und nimm ein Paar vom Tisch, oder einen Drilling, um eine einzelne Karte zu nehmen.
Deine gespielte Karte und die geholten Karten legst du offen als gewonnene Karten vor dich. Es zählt nur der Rang, die Farbe ist egal.
Paar auf der Hand: Hast du ein Paar, und ein anderer holt eine Tischkarte dieses Rangs, darfst du dein Paar sofort – auch außer der Reihe – als gewonnene Karten hinlegen. Anders könnte es jetzt nicht mehr geholt werden.
Beispiel: Auf dem Tisch liegen unter anderem 9♣ 9♦ 9♠, ein einzelner B♥ und 5♦ 5♠. Ben hat die 9♥: Er holt alle drei Neunen und gewinnt vier Karten. Carla hat den B♦ und nimmt den B♥. Dan hat B♠ B♣ und legt seine beiden Buben sofort als gewonnene Karten hin. Emil hat eine 5 und nimmt eine der beiden Fünfen; eine 5 bleibt liegen.
Sich hinlegen
Bist du dran und kannst nichts holen – keine Handkarte passt zu einer Tischkarte, oder der Tisch ist leer –, musst du dich hinlegen: Leg alle deine Handkarten offen auf den Tisch. Die anderen können sie jetzt holen. Du spielst nicht mehr mit, deine gewonnenen Karten zählen aber weiter.
Das Spiel endet, wenn nur noch ein Spieler Karten auf der Hand hat. Seine Handkarten und alle Karten, die noch auf dem Tisch liegen, bekommt der Geber zu seinen gewonnenen Karten.
Fehler ausnutzen
Es geht schnell zu, und alles Übersehene gehört dem, der es zuerst beansprucht – auch wenn er sich schon hingelegt hat. Das Beanspruchen zählt nicht als Zug.
- Übersieht der Geber ein Mournival unter den Tischkarten, gewinnt es ganz, wer es zuerst beansprucht.
- Liegen drei Karten eines Rangs auf dem Tisch, und jemand holt nur eine davon, gewinnt die anderen beiden, wer sie zuerst beansprucht.
- Legt sich jemand mit einem Paar hin, das er hätte hinlegen dürfen, als dieser Rang geholt wurde, gewinnt es, wer es zuerst beansprucht.
Abrechnung
- Wer als Letzter noch Karten hat, nimmt 5 Chips aus dem Pot.
- Jeder zählt seine gewonnenen Karten. Du hast 8 bekommen, also sind 8 ausgeglichen. Für je zwei Karten mehr als 8 nimmst du 1 Chip aus dem Pot, für je zwei weniger zahlst du 1 Chip hinein.
So wird der Pot immer genau leer.
Beispiel: Anna gibt. Ben hat als Letzter noch Karten und nimmt 5 Chips. Gewonnene Karten: Anna 14 (mit den übrigen Karten), Ben 12, Carla 8, Dan 6, Emil 12. Anna nimmt 3, Ben 2, Emil 2, Carla nichts, Dan zahlt 1. Mit den Einsätzen liegt Ben 5 Chips vorn, Carla 2 und Dan 3 hinten, Anna und Emil bei null.
Spielende
Der Geber ist im Vorteil, also spielt so viele Runden, wie Spieler am Tisch sind (oder ein Vielfaches davon – zu fünft 5, 10 …), damit jeder gleich oft gibt. Wer dann am meisten Chips gewonnen hat, gewinnt.
Tipps für Einsteiger
- Willughbys Rat: Liegt eine Karte eines Rangs einzeln auf dem Tisch und du hast die passende, hol sie schnell, bevor es ein anderer tut.
- Liegen zwei oder drei eines Rangs auf dem Tisch und du hast eine davon, kannst du warten – dieser Fang ist dir sicher, heb ihn dir für später auf.
- Sichere Fänge für später aufzusparen hält dich länger im Spiel, und der Letzte bekommt 5 Chips.
- Hast du ein Paar, und das andere Paar liegt auf dem Tisch, hol die beiden einzeln in zwei Zügen – zwei Züge, in denen du dich nicht hinlegen musst.
- Pass auf die anderen auf: Mit ihren Fehlern gewinnst du Karten, auch wenn du schon liegst.
Varianten
Nur nach Absprache. Die Fassung für vier stammt von Willughby, die für drei und sechs sind Vorschläge von Parlett.
| Spieler | Einsätze (Geber–andere) | Karten je · Tisch | Letzter bekommt | ausgeglichen bei |
|---|---|---|---|---|
| 3 | 4-3-3 | 13 · 13 | 5 | 14 Karten |
| 4 | 3-2-2-2 | 10 · 12 | 3 | 10 Karten |
| 6 | 3-2-2-2-2-2 | 7 · 10 | 5 | 6 Karten |
- Zu viert mit höherer Prämie: Parlett schlägt Einsätze von 4-3-3-3 vor und 7 Chips für den Letzten.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Fischspiel (Handkarten holen Tischkarten gleichen Rangs)
- Herkunft: England, frühes 16. Jahrhundert
- Auch bekannt als: Laugh and Lay Down, Laugh and Ly Downe; Calabrache (Italien, laut Florio)
- Ähnliche Spiele: Casino, Scopa
Der Name erzählt das Spiel: Wer nichts mehr holen kann, muss seine Karten hinlegen, und die anderen sollen ihn auslachen. David Parlett merkt an, dass es streng genommen „laugh and lay down“ heißen müsste, „lie down“ aber besser klang – und laut Oxford English Dictionary wurde die Wendung oft als Anspielung aufs Zubettgehen mit jemandem gebraucht. Die erste Erwähnung steht in John Skeltons Gedicht Why Come Ye Not to Court (1522): „Now nothynge but pay, pay, / With, laughe and lay downe“. In John Florios italienisch-englischem Gesprächsbuch Second Fruites (1591) fragt einer „What game doo you plaie at cards?“ und bekommt zur Antwort „At primero, at trump, at laugh and lie downe“. Laut Justin du Coeur nennt Florios Wörterbuch von 1598 den italienischen Namen calabrache. Im frühen 19. Jahrhundert nannte Robert Forbys Vocabulary of East Anglia es „a childish game at cards“ – ein kindisches Kartenspiel.
Lange kannte man das Spiel nur dem Namen nach. Die einzige Beschreibung stammt von dem Naturforscher Francis Willughby, dessen Book of Games in den 1660er-Jahren entstand und erst 2003 gedruckt wurde. Willughby schrieb, kein anderes Kartenspiel sei diesem irgendwie verwandt. Parlett nennt es das früheste bekannte europäische Spiel der Fischspiel-Familie – der Familie von Casino und Scopa, die vielleicht aus China stammt – und ein seltenes Beispiel für ein Spiel, das genau für fünf Spieler gedacht ist. Willughby gab auch eine Fassung für vier an und meinte, man könne es für andere Spielerzahlen anpassen.
Die Regeln auf dieser Seite folgen Parletts Rekonstruktion. Justin du Coeur, der historische Spiele erforscht, veröffentlichte 1996 eine eigene Deutung, die in allen wesentlichen Punkten übereinstimmt.