Kartenspielregeln

Poker (Gemeinschaftskarten) · Spiel 119 von 388 ♦

Omaha (Pot Limit)

Hold’em mit vier eigenen Karten – nutz genau zwei davon, setz bis zur Größe des Pots und sieh zu, wie Monsterhände aufeinanderprallen.

Spieler
2–10
Dauer
90 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
knifflig
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriert

Platz 3 in Pokerabend

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: Chips gewinnen – beste Fünferhand aus genau 2 deiner 4 Hole Cards + genau 3 der 5 Karten auf dem Board, oder als Letzter übrig bleiben.
  • Blinds: links vom Button Small (z. B. 1), daneben Big Blind (2). Je 4 Karten.
  • Preflop: Links vom Big Blind beginnt; wer bleibt, geht den Big Blind mit, der zuletzt erhöhen darf.
  • Flop (3), Turn (1), River (1), je nach einer verbrannten Karte; dann Setzrunde ab dem ersten Aktiven links vom Geber.
  • Pot Limit: setzen höchstens bis zur Potgröße; Erhöhung ≥ letzter Einsatz bzw. letzte Erhöhung.
  • Showdown: alle 4 Karten zeigen, beste Hand gewinnt, Gleichstand teilt. Button wandert nach links.

Spickzettel

Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Straight Flush 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling 7 7 7 7 K
Full House D D D 4 4
Flush K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße 10 9 8 7 6
Drilling 5 5 5 K 2
Zwei Paare B B 3 3 A
Ein Paar 10 10 A 7 4
Höchste Karte A B 9 6 3
  • 2 + 3: Vier Herz auf dem Board und eins auf der Hand sind kein Flush. Straße oder Flush auf dem Board gehört niemandem; ein Drilling auf der Hand ist nur ein Paar.
  • Höchste Erhöhung: mitgehen, dann um den Pot danach erhöhen. Pot 20, Einsatz 20: 20 mitgehen (Pot 60) + 60 = 80.
  • Farben zählen nie – Gleichstand teilt. Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte und Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Pot Limit
  5. Vorbereitung
  6. Ein Spiel Schritt für Schritt
  7. Genau zwei plus drei
  8. All-in und Nebenpots
  9. Spielende
  10. Tipps für Einsteiger
  11. Varianten

Überblick

Omaha ist ein enger Verwandter von Texas Hold’em. Jeder bekommt vier geheime Karten, dazu kommen fünf offene Karten in die Tischmitte, die alle nutzen dürfen. Der Haken: Deine Hand muss genau zwei deiner eigenen Karten und genau drei aus der Mitte enthalten. In vier Setzrunden schiebt ihr Chips in den gemeinsamen Pot – oder steigt aus. Den Pot gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt oder am Ende die beste Pokerhand aus fünf Karten hat. Meist spielt man Pot Limit: Du darfst höchstens so viel setzen, wie im Pot liegt.

  • Spieler: 2–10, jeder für sich.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 200. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Kartenwerte und Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert.

Am Ende bildest du die beste Hand aus genau fünf Karten: zwei deiner vier und drei der fünf in der Mitte. Von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 3 3 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 9 6 3

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede Hand einer niedrigeren. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: Zuerst vergleicht ihr die wichtigsten Karten (den Vierling, den Drilling, das höhere Paar …), dann die übrigen Karten der Reihe nach von oben. Eine Straße zählt nach ihrer höchsten Karte, 5-4-3-2-A ist also die niedrigste. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt – die Farbe entscheidet nie.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen (mindestens den Big Blind, siehe unten).
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen. Eine Erhöhung muss mindestens so groß sein wie der letzte Einsatz oder die letzte Erhöhung dieser Runde.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren, und du spielst in dieser Runde nicht mehr mit.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben (oder all-in sind) und jeder die Gelegenheit hatte, zu handeln.

Pot Limit

Bei Pot Limit darfst du höchstens so viel setzen, wie im Pot liegt – alles in der Mitte, einschließlich der Einsätze dieser Runde. Für die höchste Erhöhung stellst du dir zuerst vor, du gehst mit: Dann darfst du um so viel erhöhen, wie nach deinem Mitgehen im Pot läge.

Beispiel: Nach dem Flop liegen 20 im Pot. Anna setzt das Maximum, 20 (Pot jetzt 40). Ben will so hoch wie möglich erhöhen: Mitgehen kostet 20, dann lägen 60 im Pot, also darf er um 60 erhöhen – er zahlt insgesamt 80 ein, und im Pot liegen 120.

Beispiel: Vor dem Flop, mit Blinds von 1 und 2, liegen 3 im Pot. Der erste Spieler könnte 2 mitgehen (Pot 5) und um 5 erhöhen – er zahlt also insgesamt 7 ein.

Im Zweifel zählt den Pot nach, bevor jemand das Maximum setzt.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Legt die Blinds fest – zwei Pflichteinsätze, mit denen jeder Pot beginnt, z. B. Small Blind 1 und Big Blind 2 Chips.
  2. Bestimmt den ersten Geber (z. B. wer die höchste Karte zieht). Seinen Platz markiert ein Button (irgendein kleiner Gegenstand); er wandert nach jedem Spiel einen Platz nach links.
  3. Der Spieler links vom Geber zahlt den Small Blind, der nächste links daneben den Big Blind. Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind und der andere den Big Blind.
  4. Der Geber mischt und gibt jedem einzeln, links beginnend, vier Karten verdeckt. Das sind deine Hole Cards – schau sie dir an, aber zeig sie niemandem.

Ein Spiel Schritt für Schritt

1. Preflop: die erste Setzrunde. Es beginnt der Spieler links vom Big Blind, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn. Die Blinds zählen als Einsätze; wer dabeibleiben will, muss also mindestens den Big Blind mitgehen. Der Big Blind ist zuletzt dran und darf noch erhöhen, selbst wenn alle nur mitgegangen sind.

2. Flop: Der Geber „verbrennt“ eine Karte (legt sie ungesehen verdeckt beiseite) und deckt drei Karten in der Tischmitte auf. Diese Gemeinschaftskarten (das Board) gehören allen. Zweite Setzrunde – ab jetzt beginnt jeweils der erste noch aktive Spieler links vom Geber, und man darf checken.

3. Turn: eine Karte verbrennen, eine vierte Gemeinschaftskarte aufdecken. Dritte Setzrunde.

4. River: eine Karte verbrennen, die fünfte Gemeinschaftskarte aufdecken. Vierte und letzte Setzrunde.

5. Showdown: Sind noch zwei oder mehr Spieler dabei, decken sie alle vier Hole Cards auf – wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zuerst; haben alle gecheckt, zeigt der erste noch aktive Spieler links vom Geber zuerst. Jeder bildet die beste Fünferhand aus genau zwei eigenen Karten und genau drei Karten vom Board. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Steigen irgendwann alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.

Genau zwei plus drei

An dieser Regel scheitert jeder, der Hold’em kennt:

  • Liegen vier Herz auf dem Board und du hast ein Herz, hast du keinen Flush – du brauchst zwei eigene Herz.
  • Liegt auf dem Board eine Straße oder ein Flush, gehört sie niemandem – du darfst immer nur drei Board-Karten nutzen.
  • Ein Drilling auf der Hand ist nur ein Paar wert: Du darfst nur zwei davon verwenden.

Beispiel: Auf dem Board liegen K♥ 9♥ 9♦ 4♥ 2♣. Anna hat A♥ D♠ B♣ 7♦ – mit nur einem Herz hat sie keinen Flush; ihre beste Hand ist A D + K 9 9, ein Paar Neunen. Ben hat 9♠ 8♣ 5♥ 3♥: Mit 5♥ 3♥ und den drei Herz vom Board hat er einen Flush (K 9 5 4 3). Carla hat K♣ K♠ 4♠ 4♦: K♣ K♠ mit K♥ 9♥ 9♦ ergeben ein Full House, K K K 9 9 – Carla gewinnt.

K♥K♥K9♥9♥♥9♦9♦♦Board4♥4♥♥2♣2♣♣A♥D♠B♣7♦7♦♦Anna9♠8♣5♥3♥3♥♥BenK♣K♠4♠4♦4♦♦Carla
Omaha – das Board und die Hole Cards von drei Spielern beim Showdown

All-in und Nebenpots

Willst du mitgehen, hast aber nicht genug Chips, oder willst du alles setzen, gehst du all-in: Du schiebst alle deine restlichen Chips in den Pot. Du bleibst bis zum Showdown dabei, ohne weiter zu setzen, kannst aber von jedem Gegner nur so viel gewinnen, wie du selbst eingezahlt hast.

Was die anderen über deinen All-in-Betrag hinaus setzen, kommt in einen eigenen Nebenpot (Side Pot), den nur sie gewinnen können. Beim Showdown wird zuerst der Nebenpot unter seinen Beteiligten entschieden, dann der Hauptpot unter allen, die noch dabei sind – auch dir. Sind alle, die noch dabei sind, all-in (oder hat nur noch einer Chips), kann niemand mehr setzen: Die restlichen Karten des Boards werden sofort aufgedeckt, dann folgt der Showdown. Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Spielende

Spielt, bis nur noch einer Chips hat, oder hört zu einer vereinbarten Zeit auf – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.

Tipps für Einsteiger

  • Die Hände sind viel stärker als bei Hold’em: Zwei Paare oder eine kleine Straße verlieren oft. Spiel auf die bestmögliche Hand (die „Nuts“).
  • Gute Starthände passen zusammen: vier Karten nah beieinander (wie B 10 9 8) oder Paare und zwei Farben (wie A♠ A♥ K♠ D♥).
  • Vier Karten ohne Zusammenhang oder drei, vier Karten einer Farbe sind schwächer, als sie aussehen.
  • Schau, was das Board möglich macht: Liegt dort ein Paar, kann jemand ein Full House haben.
  • Geh nicht mit, nur weil du schon Chips im Pot hast. Was im Pot liegt, gehört dir nicht mehr.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Omaha Hi-Lo (Eight or Better): meist mit festen Limits – Einsätze und Erhöhungen in den ersten beiden Runden so groß wie der Big Blind, in den letzten beiden doppelt so groß. Beim Showdown wird der Pot zwischen der besten hohen und der besten niedrigen Hand geteilt. Eine niedrige Hand besteht aus fünf verschiedenen Werten, alle 8 oder kleiner; das Ass zählt niedrig, Straßen und Flushs zählen nicht, und verglichen wird von der höchsten Karte abwärts (7-5-4-3-2 schlägt 7-6-3-2-A; die beste ist 5-4-3-2-A). Beide Hände müssen genau zwei eigene und drei Board-Karten nutzen, dürfen aber verschiedene Karten verwenden – ein Spieler kann also beide Hälften gewinnen. Hat niemand eine niedrige Hand – sicher der Fall, wenn auf dem Board keine drei verschiedenen Karten von 8 oder kleiner liegen –, bekommt die hohe Hand den ganzen Pot. Gleich gute Hände teilen ihre Hälfte; ein übriger Chip geht an die hohe Hand.
  • Limit oder No Limit: Omaha geht auch mit festen Limits oder, wie Texas Hold’em, No Limit.
  • Five Card Omaha (Big O): Jeder bekommt fünf Hole Cards; es gilt weiter genau zwei plus drei. Six Card Omaha funktioniert genauso.
  • Courchevel: je fünf Hole Cards, und die erste Flop-Karte wird schon vor der ersten Setzrunde aufgedeckt.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Gemeinschaftskarten) – vier eigene Karten, von denen genau zwei genutzt werden
  • Herkunft: USA (Las Vegas), vermutlich 1980er-Jahre
  • Auch bekannt als: Omaha Hold’em, Pot Limit Omaha (PLO); ursprünglich Nugget Hold’em
  • Ähnliche Spiele: Texas Hold’em, Omaha Hi-Lo, Five Card Omaha (Big O), Courchevel, Pineapple

Omaha ist wie Texas Hold’em ein Poker mit Gemeinschaftskarten, nur mit vier statt zwei eigenen Karten, von denen genau zwei verwendet werden müssen. Laut pagat.com kam es offenbar in den 1980er-Jahren auf und wurde schnell sehr beliebt bei Casino- und Turnierspielern. Die deutsche Wikipedia hält fest, dass Omaha seit 1983 in vielen Varianten einen festen Platz bei der World Series of Poker hat.

Wo genau das Spiel entstand, ist unbekannt. Nach der englischen Wikipedia brachte der Casino-Manager Robert Turner es als Erster in ein Casino, indem er es Bill Boyd vorstellte, der es im Golden Nugget in Las Vegas als „Nugget Hold’em“ anbot. Der Name „Omaha“ geht auf ein älteres Spiel zurück, bei dem man nur zwei eigene Karten hatte, aber beide zusammen mit den Gemeinschaftskarten verwenden musste. Die Regel, genau zwei eigene Karten zu nutzen, ist allen Omaha-Formen gemeinsam – dafür steht der Name.

Mit vier eigenen Karten gibt es sechs mögliche Paare, die man mit dem Board kombinieren kann; die Gewinnerhände sind deshalb deutlich stärker als bei Hold’em. Gespielt wird meist Pot Limit; diese Form ist laut Wikipedia in Europa, online und in hoch dotierten Mixed Games beliebt. Die geteilte Variante Omaha Hi-Lo (Eight or Better) spielt man meist mit festen Limits; sie ist das „O“ in der Spielfolge HORSE. Neuere Ableger geben jedem fünf oder sechs Karten; pagat.com beschreibt außerdem die französische Variante Courchevel.

Quellen