Rommé-Spiel · Spiel 280 von 388 ♥
Phỏm (Tá lả)
Das Rommé aus Nordvietnam – schnapp dir die Karte deines Vordermanns, leg in vier schnellen Runden aus und halte deine Restpunkte am kleinsten.
- Spieler
- 2–4
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaft
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Reihenfolge und Kartenwerte
- Kombinationen
- Vorbereitung
- Ein Spielzug
- Vier Durchgänge
- Ausmachen: Ù
- Abrechnung
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Phỏm (auch Tá lả) ist das Rommé Nordvietnams. Du versuchst, deine Karten zu Kombinationen zu ordnen – Sätzen und Folgen, auf Vietnamesisch phỏm –, und darfst dir die Karte schnappen, die dein linker Nachbar gerade abgelegt hat, wenn sie dir eine Kombination vervollständigt. Eine Runde dauert nur vier Durchgänge. Wer alles unterbringt, macht Ù und gewinnt sofort; sonst gewinnt, wer am Ende die wenigsten Punkte auf der Hand hat.
- Spieler: 2–4, jeder für sich. Am schönsten zu viert.
- Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker und Chips oder Stift und Zettel für die Punkte.
Reihenfolge und Kartenwerte
Die Karten laufen von niedrig nach hoch A 2 3 4 5 6 7 8 9 10 B D K. Das Ass ist immer niedrig: A-2-3 ist eine Folge, D-K-A nicht.
Für die Abrechnung am Ende zählt jede Karte ihren Rang:
| Karte | Punkte |
|---|---|
| A | 1 |
| 2 bis 10 | Augenzahl |
| B, D, K | 11, 12, 13 |
Kombinationen
Eine Kombination (phỏm) ist entweder:
- Satz („quer“): drei oder vier Karten gleichen Werts, z. B. 4♠ 4♦ 4♥.
- Folge („längs“): drei oder mehr Karten derselben Farbe in lückenloser Reihe, z. B. 8♥ 9♥ 10♥ B♥ oder A♠ 2♠ 3♠.
Jede Karte gehört nur zu einer Kombination. Zwei Karten, denen nur noch eine dritte zur Kombination fehlt (7♣ 7♦ oder 5♥ 6♥), heißen cạ.
Vorbereitung
- Erster Geber: Einer fängt an. Geben und Spiel laufen gegen den Uhrzeigersinn (nach rechts).
- Austeilen: Der Geber gibt einzeln jedem 9 Karten und sich selbst 10. Ab der zweiten Runde gibt der Gewinner der letzten Runde und bekommt die 10 Karten.
- Ziehstapel: Der Rest kommt verdeckt als Ziehstapel in die Mitte.
- Ablagereihen: Jeder legt seine abgelegten Karten offen in einer Reihe vor sich aus. So sieht man, wer was abgelegt hat und wie weit die Runde ist.
Ein Spielzug
Wer 10 Karten hat, beginnt und legt eine Karte ab. Danach ist reihum (gegen den Uhrzeigersinn) jeder dran:
- Aufnehmen oder ziehen: - Aufnehmen (ăn, „fressen“): Nimm die Karte, die der Spieler vor dir gerade abgelegt hat – aber nur, wenn sie mit zwei oder mehr Karten deiner Hand eine Kombination bildet. Leg die aufgenommene Karte offen vor dich, damit alle sie sehen; die passenden Karten bleiben verdeckt auf deiner Hand. - Sonst ziehst du die oberste Karte vom Ziehstapel.
- Ablegen: Leg eine Karte offen in deine Reihe.
Aufgenommene Karten sind gebunden: Jede aufgenommene Karte muss in einer Kombination bleiben, und zwei aufgenommene Karten dürfen nie in derselben Kombination stecken. Deine Hand darfst du beliebig umsortieren, solange das möglich bleibt.
Bezahlen fürs Aufnehmen: Jedes Mal, wenn du jemandes Karte aufnimmst, zahlt er dir 1 Punkt – 4 Punkte, wenn es im letzten Durchgang passiert.
Beispiel: Ben legt die 7♦ ab. Carla hat 7♣ 7♠, nimmt also die 7♦ auf und legt sie offen vor sich – verdeckt hat sie jetzt den Satz 7♣ 7♠ 7♦. Ben zahlt ihr 1 Punkt. Carla legt den K♥ ab.
Vier Durchgänge
Eine Runde dauert vier Durchgänge: Jeder legt vier Karten in seine Reihe. Eine aufgenommene Karte verschwindet aus der Reihe dessen, der sie abgelegt hat – er bekommt deshalb einen Zug extra, um die Reihe wieder aufzufüllen. Wer schon vier Karten in der Reihe hat, wird übersprungen. Zu viert geht das so auf, dass der letzte Zug genau den Ziehstapel aufbraucht.
Auslegen: In dem Zug, in dem du die vierte Karte in deine Reihe legen würdest, legst du vorher alle deine Kombinationen offen aus (hạ). Dann darfst du anlegen (gửi): lose Karten deiner Hand an die Kombinationen der Spieler, die vor dir ausgelegt haben – eine vierte Karte an einen Satz oder eine Karte, die eine Folge verlängert. Danach legst du deine letzte Karte ab. Was dir übrig bleibt, sind deine Punkte.
Hast du beim Auslegen keine einzige Kombination, ist deine Hand móm („zahnlos“) – du wirst Letzter, egal wie viele Punkte du hast.
Ausmachen: Ù
Bilden direkt nach dem Aufnehmen oder Ziehen alle deine Karten bis auf höchstens eine Kombinationen (meist drei Dreier-Kombinationen), rufst du „Ù!“ und legst sie aus (die übrige Karte, falls vorhanden, legst du ab). Anlegen an die Kombinationen anderer zählt mit: Wirst du dadurch alle losen Karten los, machst du ebenfalls Ù. Die Runde endet sofort, und du hast sie gewonnen.
Abrechnung
Nach einem Ù: Jeder andere zahlt dem Ù-Spieler 5 Punkte.
Nach vier Durchgängen: Zählt die Karten, die jeder noch auf der Hand hat. Die wenigsten Punkte gewinnen die Runde. Die anderen zahlen dem Gewinner nach ihrem Platz:
| Platz | Zahlt dem Gewinner |
|---|---|
| Zweiter | 1 |
| Dritter | 2 |
| Vierter (Letzter) | 3 |
| móm (keine Kombination) | 4 |
Bei gleicher Punktzahl bekommt den besseren Platz, wer früher ausgelegt hat.
Strafen (der Verursacher zahlt für alle):
- Kann der nächste Spieler von jemandes Karten in einer Runde drei aufnehmen und macht er dann Ù, zahlt der Ablegende die Anteile aller Verlierer.
- Macht jemand im letzten Durchgang Ù, zahlt der Spieler, der in diesem Durchgang als Letzter eine Karte aufgenommen hat, die Anteile aller Verlierer.
Beispiel: Die vier Durchgänge sind vorbei. Anna hat noch 3 Punkte, Ben 7, Carla 7, und Dan ist móm. Anna gewinnt. Ben hat vor Carla ausgelegt, ist also Zweiter und zahlt 1, Carla zahlt 2, Dan 4. Anna bekommt +7.
Tragt pro Runde für jeden den Saldo auf dem Block ein; spielt so viele Runden, wie ihr wollt.
Tipps für Einsteiger
- Wirf hohe Karten zuerst ab. Könige und Damen zählen 13 und 12, wenn du auf ihnen sitzen bleibst – lose hohe Karten also früh loswerden.
- Nur dein linker Nachbar füttert dich. Behalte ein cạ, dessen fehlende Karte wahrscheinlich bei ihm oder im Ziehstapel liegt – nicht eines, bei dem andere schon gezeigt haben, dass sie die Karte nicht haben.
- Füttere deinen Nachbarn nicht. Jede Karte, die er aufnimmt, kostet dich 1 Punkt (im letzten Durchgang 4) – und drei davon können dich für den ganzen Tisch zahlen lassen.
- Lies die Reihen. Haben drei Spieler eine 8 abgelegt, liegt die vierte 8 im Ziehstapel oder beim letzten Spieler.
- Leg möglichst spät aus. Wer nach dir auslegt, darf an deine Kombinationen anlegen – nicht umgekehrt.
Varianten
Phỏm hat viele örtliche Regeln – sprecht sie vorher ab.
- Höhere Ù-Zahlung: An manchen Tischen zahlt jeder 6 für ein Ù und 12, wenn alle zehn Karten in Kombinationen stecken (Ù ganz ohne Ablegen).
- Ohne Anlegen: Manche Tische (und manche Online-Versionen) erlauben kein gửi; Ù wird dann seltener.
- Ù khan: Wer nach dem Geben weder eine Kombination noch ein cạ hat, darf das sofort zeigen und gewinnt wie mit einem Ù.
- Südliches Tá lả: Im Süden Vietnams kann „Tá lả“ ein anderes Spiel bedeuten; die Regeln auf dieser Seite sind die nordvietnamesischen.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Rommé-Spiel (Ziehen und Ablegen; aufnehmen darf man nur die Karte des Vordermanns)
- Herkunft: Nordvietnam, Ende des 20. Jahrhunderts
- Auch bekannt als: Tá lả, Ù
- Ähnliche Spiele: Tiến lên, Tổ tôm, Rommé, Gin Rommé, Conquian
Phỏm ist ein vietnamesisches Rommé mit dem internationalen 52er-Blatt; laut Vinagames spielt man es in ganz Vietnam, im Norden aber deutlich häufiger. Sein bekanntester Nachbar dort ist das Kletterspiel Tiến lên. Die vietnamesische Wikipedia nennt es Phỏm, Ù oder Tá lả und schreibt, es sei Ende des 20. Jahrhunderts aufgekommen. Sie gibt eine örtliche Überlieferung wieder: Ältere der Familie Vũ in Lương Tài (Provinz Bắc Ninh) hätten das Spiel erdacht, während sie auf eine Partie tổ tôm warteten – ein viel älteres vietnamesisches Spiel mit langen Karten in Geldfarben –, und ein Diener habe es in der Region Kinh Bắc verbreitet. Für diese Geschichte gibt es keinen schriftlichen Beleg; der Artikel selbst gibt sie als Hörensagen wieder.
Der Name phỏm ist zugleich das Wort für eine Kombination im Spiel. Laut der vietnamesischen Wikipedia ist „Phỏm“ im Norden der übliche Name, während „Tá lả“ im Norden und im Süden des Landes zwei verschiedene Spiele bezeichnet. Die Regeln auf dieser Seite sind die nordvietnamesischen.
Verglichen mit westlichem Rommé hat Phỏm zwei Besonderheiten: Aufnehmen darf man nur die Karte, die der Vordermann gerade abgelegt hat, und nur, wenn sie eine Kombination vervollständigt; und eine Runde endet immer nach vier Durchgängen, wenn alle ihre Kombinationen zeigen und die übrigen Karten zählen. Die Zahlungen zwischen den Spielern – für den zweiten, dritten oder letzten Platz, für aufgenommene Karten und für ein Ù – unterscheiden sich von Tisch zu Tisch und zwischen den vielen Online-Versionen; Vinagames etwa zahlt 6 für ein Ù und lässt das Anlegen weg.