Kartenspielregeln

Weitergabespiel · Spiel 146 von 388 ♥

Pig

Reich Karten weiter, so schnell du kannst, sammle vier Gleiche – und sei nicht der Letzte, der sich an die Nase fasst.

Spieler
3–13
Dauer
10 Min.
Alter
ab 5
Anspruch
leicht
Karten
4 Karten pro Spieler (je ein Wert), aus 52
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung wildin 5 Minuten gelernt

Platz 9 in Für die Party

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: vier Gleiche sammeln – oder wenigstens nicht als Letzter reagieren.
  • Karten: ein Wert pro Spieler (je alle vier). Jeder bekommt 4.
  • Alle gleichzeitig, so schnell sie wollen: eine Karte verdeckt nach links legen, dann die von rechts aufnehmen. Nie mehr als 4 Karten.
  • Vier Gleiche? Still den Finger an die Nase.
  • Fasst sich jemand an die Nase? Sofort nachmachen!
  • Wer zuletzt reagiert, verliert die Runde: P, dann I, dann G – dann raus. Die letzten zwei gewinnen gemeinsam.

Spickzettel

Welche Karten?

Spieler Werte Karten
3 A K D 12
4 A K D B 16
5 A K D B 10 20
6 A bis 9 24
7 A bis 8 28
8 A bis 7 32

Pro weiterem Spieler ein Wert mehr (13 Spieler: alle 52).

Merke

  • Immer nur eine Karte weitergeben, nie mehr als 4 halten.
  • Zeichen: Finger an die Nase, ohne ein Wort. Wer zuerst ohne vier Gleiche fasst, verliert.
  • Scheidet jemand aus: einen Wert aus dem Spiel nehmen.
  • Varianten: Verlierer sofort raus · Zunge rausstrecken statt Nase · Löffelspiel: einen Löffel aus der Mitte schnappen.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Spielablauf
  4. An die Nase fassen
  5. Wertung
  6. Wer gewinnt?
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Pig („Schwein“) ist ein schnelles, lautes Partyspiel für Kinder und Erwachsene. Alle reichen gleichzeitig Karten im Kreis weiter und versuchen, vier Gleiche zu sammeln – vier Karten mit demselben Wert, etwa vier Damen. Wer sie hat, fasst sich still an die Nase. Sobald du das bemerkst, fass dir auch an die Nase: Wer das als Letzter tut, verliert die Runde und bekommt einen Buchstaben von P-I-G.

  • Spieler: 3 bis 13 – am lustigsten mit 4 bis 7.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.

Vorbereitung

  1. Karten aussuchen: Ihr braucht einen Wert pro Spieler – jeweils alle vier Karten dieses Werts. Nehmt die Asse, Könige, Damen und so weiter, bis jeder Spieler einen Wert hat, und legt den Rest weg.

Beispiel: Bei 5 Spielern nehmt ihr alle Asse, Könige, Damen, Buben und 10er – 20 Karten.

  1. Geben: Einer mischt und verteilt die Karten einzeln und verdeckt, bis jeder 4 Karten hat.
  2. Alle sitzen im Kreis und nehmen ihre Karten auf, ohne sie den anderen zu zeigen.

Spielablauf

Es gibt keine Reihenfolge – alle spielen gleichzeitig, so schnell sie wollen.

  1. Such dir eine Karte aus, die du nicht brauchst, und leg sie verdeckt links neben dich – für deinen linken Nachbarn.
  2. Dann nimm die Karte auf, die dein rechter Nachbar für dich hingelegt hat.
  3. Und immer so weiter.

Zwei Regeln sorgen für Fairness:

  • Immer nur eine Karte auf einmal weitergeben.
  • Nie mehr als vier Karten auf der Hand: Erst legst du links eine Karte ab, dann nimmst du die neue von rechts.

Beispiel: Anna hat Pik-7, Herz-7, Karo-7 und Kreuz-König. Sie gibt den Kreuz-König nach links und nimmt die Karte von rechts auf: die Kreuz-7! Jetzt hat sie vier 7er.

An die Nase fassen

  • Hast du vier Gleiche, sagst du nichts. Leg ganz still den Zeigefinger an deine Nasenspitze und lass ihn dort.
  • Sobald sich jemand an die Nase fasst, dürfen alle anderen das auch tun – auch ohne vier Gleiche.
  • Nur wer zuerst an die Nase fasst, muss wirklich vier Gleiche haben: Tust du es ohne, verlierst du die Runde – statt des Letzten.
  • Wer sich als Letzter an die Nase fasst, verliert die Runde. Augen auf: Es ist erstaunlich, wie lange manche noch auf ihre Karten starren, während alle anderen längst den Finger an der Nase haben!

Wertung

Wer eine Runde verliert, bekommt einen Buchstaben: zuerst ein P, dann ein I, dann ein G. Wer PIG voll hat (dreimal verloren), scheidet aus. Nehmt dann einen Wert (vier Karten) aus dem Spiel, damit es wieder genau einen Wert pro Spieler gibt. Für jede neue Runde sammelt ihr alle Karten ein, mischt und gebt neu.

Zum Spaß spielen manche: Mit einem PIG darf niemand reden. Wer es doch tut, wird selbst zum PIG – die Ausgeschiedenen versuchen also, die anderen in ein Gespräch zu verwickeln.

Wer gewinnt?

Spielt so lange, bis nur noch zwei übrig sind – sie gewinnen gemeinsam.

Tipps für Einsteiger

  • Behalte Paare und Drillinge; gib die Karten weiter, die du nur einmal hast.
  • Achte darauf, was dein linker Nachbar behält: Kommt eine Karte nie zurück, sammelt er diesen Wert.
  • Schau nicht nur auf deine Karten – wirf ab und zu einen Blick auf die Hände und Gesichter der anderen.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Sofort raus: Wer verliert, scheidet gleich aus, statt Buchstaben zu sammeln.
  • Mit Ziehstapel: Spielt mit allen 52 Karten. Nach dem Geben (je 4) liegt der Rest verdeckt als Ziehstapel rechts vom Geber. Der Geber zieht vom Ziehstapel statt vom Nachbarn; der Spieler rechts vom Geber legt seine Karten auf einen Ablagestapel. Ist der Ziehstapel leer, wird der Ablagestapel umgedreht und ist der neue Ziehstapel. Wer eine Runde gewinnt, gibt als Nächster.
  • Fünf oder drei Karten: Jeder bekommt 5 Karten und sammelt vier Gleiche darunter – oder 3 Karten und sammelt drei Gleiche.
  • Löffelspiel (Spoons): Legt Löffel in die Mitte – einen weniger, als Spieler mitspielen. Statt an die Nase zu fassen, schnappst du dir einen Löffel; ist einer weg, greifen alle zu. Wer keinen Löffel erwischt, verliert die Runde.
  • Zunge: Streck die Zunge heraus statt an die Nase zu fassen.
  • Reihum weitergeben (Vatra, Feuer): Statt alle gleichzeitig wandern die Karten einzeln im Kreis. Der linke Nachbar des Gebers fängt an und gibt eine Karte nach links; wer eine Karte bekommt, behält sie und gibt eine andere weiter oder reicht sie gleich weiter. Wer vier Gleiche hat, knallt seine Karten auf den Tisch und ruft „Feuer!“ (in Bosnien Vatra!); wer es als Letzter nachmacht, verliert.
  • Strafstapel (Kilo de merde, Frankreich): Wählt die Werte für die Hände so, dass Asse und 7er übrig bleiben (Könige, Damen, Buben, dann 2er, 3er …), und legt die übrigen Karten verdeckt in die Mitte. Statt an die Nase zu fassen, legst du die Hand auf diesen Stapel. Wer das als Letzter tut, zieht eine Karte davon und legt sie offen vor sich: Ihr Wert sind seine „Kilos“ (ein Ass zählt 100). Eine später gezogene 7 ist die „Spülung“: Alle deine Kilos kommen zurück unter den Stapel (als erste Karte zählt eine 7 einfach 7). Niemand scheidet aus; nach der vereinbarten Zahl von Runden gewinnt, wer die wenigsten Kilos hat.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Weitergabespiel (vier Gleiche sammeln, indem man Karten im Kreis weiterreicht)
  • Herkunft: unbekannt; erstmals 1911 belegt
  • Auch bekannt als: Hog (Australien); mit Gegenständen: Spoons / Löffelspiel, Donkey (Australien), Bouchon (Frankreich)
  • Ähnliche Spiele: Schweinchen, Löffelspiel, Donkey, Vive l’Amour, Vatra / Magarac (Bosnien), Fingerkloppe / Feuer (Deutschland), Kilo de merde (Frankreich), Popa Prostul (Rumänien)

Pig gehört zu den Weitergabespielen, bei denen man Karten an den Nachbarn weiterreicht, um eine Kombination zu sammeln. Laut der englischen Wikipedia, die sich auf den Kartenspielautor Richard L. Frey beruft, stammt Pig wahrscheinlich von Vive l’Amour ab, einem Spiel für vier, das seit 1821 belegt ist und bei dem man alle 13 Karten einer Farbe sammelte. Pig selbst ist erstmals 1911 beschrieben – als „ziemlich lautes Spiel“.

Die Seite pagat.com beschreibt verschiedene Arten, eine Runde zu beenden: Bei Pig fasst man sich an die Nase, beim Löffelspiel (Spoons) schnappt man sich einen Löffel aus einem Haufen mit einem Löffel weniger als Spielern, beim australischen Donkey eine Spielmarke – der Verlierer sammelt dort die Buchstaben von D-O-N-K-E-Y –, und beim französischen Bouchon Korken. In Australien heißt Pig manchmal Hog. In Bosnien und Herzegowina spielt man Vatra („Feuer“) und Magarac („Esel“), bei denen die Karten der Reihe nach statt gleichzeitig weitergegeben werden. Laut pagat.com nennt bei Vatra der Verlierer eine Karte; dann werden Karten einzeln aufgedeckt, bis sie erscheint, und jede bringt einen Schlag auf den Handrücken – welchen, entscheidet die Farbe.

In Deutschland spielen Kinder und Jugendliche dieselbe Art Spiel als Fingerkloppe oder Feuer, mit ganz ähnlicher Strafe für den Verlierer (deutsche und englische Wikipedia). Der Spiegel zählte „Fingerkloppe“, auch „Folter-Mau-Mau“ genannt, zu den beliebtesten Schulhof-Quälereien der 1990er-Jahre – trotz des Spitznamens reicht man dabei Karten weiter wie bei Pig, statt sie wie bei Mau-Mau abzulegen. In Frankreich kommt beim Kilo de merde (auch tas de merde) ein Strafstapel dazu: Laut französischer Wikipedia zieht der Langsamste eine Karte davon und sammelt ihren Wert als „Kilos“. Die italienische Wikipedia beschreibt denselben Strafstapel für Merda, eine Form des italienischen Korkenspiels Tappo.

Im Deutschen gibt es das ähnliche Schweinchen: Laut der deutschen Wikipedia wirft dort, wer vier Gleiche hat, sie schnell auf den Tisch und ruft „Schweinchen“; wer als Letzter nachzieht, verliert.

Quellen