Fischspiel · Spiel 139 von 388 ♣
Pişti
Triff die oberste Karte oder hau einen Buben drauf und räum den Stapel ab – eine einzelne Karte bringt ein Pişti mit 10 Punkten.
- Spieler
- 2–4
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 7
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für Kinder · Partnerspiele
Punkteblock
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Ausführliche Regeln
Überblick
Pişti (gesprochen „Pischti“, oft auch Pisti geschrieben) ist ein beliebtes Fischspiel aus der Türkei. Reihum legt jeder eine Karte auf einen einzigen offenen Stapel in der Mitte. Hat deine Karte denselben Wert wie die oberste Karte – oder ist sie ein Bube –, nimmst du den ganzen Stapel. Besteht der Stapel dabei aus nur einer Karte, ist das ein Pişti und bringt 10 Extrapunkte. Am Ende jeder Runde gibt es außerdem Punkte für Asse, Buben, zwei besondere Karten und die meisten Karten. Wer zuerst 151 Punkte hat, gewinnt.
- Spieler: meist 4, in zwei Parteien zu zweit, Partner sitzen sich gegenüber. Zu zweit oder zu dritt bzw. viert jeder für sich gelten dieselben Regeln.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker, Papier und Stift.
Gespielt wird gegen den Uhrzeigersinn (nach rechts).
Vorbereitung
- Mischen und abheben: Der Geber mischt. Sein linker Nachbar hebt ab und schaut sich die unterste Karte des abgehobenen Teils an. Ist es ein Bube, schaut er die nächste an und so weiter, bis er eine Karte findet, die kein Bube ist; diese kommt ganz nach unten. Dann legt der Geber den Stapel wieder zusammen.
- Tischkarten: Der Geber legt die obersten 4 Karten verdeckt als Stapel in die Mitte.
- Handkarten: Dann bekommt jeder 4 Karten, beginnend beim rechten Nachbarn des Gebers, der Geber zuletzt.
- Ziehstapel: Der Rest kommt verdeckt zur Seite. Seine unterste Karte (die der Abhebende ausgesucht hat) wird offen quer darunter geschoben, sodass alle sie sehen.
- Stapel eröffnen: Der Geber dreht die oberste der vier Tischkarten um. Ist es ein Bube, dreht er auch die nächste um, bis oben eine Karte liegt, die kein Bube ist. (Sind alle vier Buben, wird neu gegeben.)
Nach dem Geben (zu zweit) sieht der Tisch so aus:
Ein Zug
Der rechte Nachbar des Gebers fängt an. Wer dran ist, legt eine Karte offen oben auf den Stapel:
- Gleicher Wert: Hat deine Karte denselben Wert wie die oberste Karte, nimmst du den ganzen Stapel.
- Bube: Ein Bube nimmt den ganzen Stapel, egal, welche Karte oben liegt.
- Sonst bleibt deine Karte einfach oben liegen, und der Nächste ist dran.
Gewonnene Karten legst du verdeckt vor dich (im Partnerspiel sammelt einer der Partner für beide). Danach ist der Tisch leer; der nächste Spieler eröffnet mit einer beliebigen Karte einen neuen Stapel (auch mit einem Buben – der nimmt nur, wenn ein Stapel liegt).
Wer den ersten Stapel nimmt, bekommt auch die verdeckten Tischkarten vom Anfang. Beide Partner dürfen sie ansehen, die Gegner nicht.
Beispiel: Oben liegt die 7♠. Du spielst die 7♥ und nimmst den ganzen Stapel. Der Nächste muss auf den leeren Tisch legen – etwa die 4♣ – und der Stapel beginnt von vorn.
Pişti
Liegt genau eine Karte auf dem Tisch und der nächste Spieler nimmt sie mit einer Karte gleichen Werts, ist das ein Pişti: 10 Extrapunkte. Ist die einzelne Karte ein Bube und du nimmst sie mit einem Buben, ist es ein doppeltes Pişti: 20 Punkte. Leg die Karte, mit der du genommen hast, zur Erinnerung offen in deinen Stapel.
- Eine einzelne Karte mit einem Buben zu nehmen, ist ein normaler Gewinn, kein Pişti.
- Kein Pişti gibt es für die allererste Karte der Runde (die die Tischkarten nimmt) und für die allerletzte Karte der Runde.
Beispiel: Der Tisch ist leer, dein Vordermann eröffnet mit der D♦. Du spielst die D♣: Pişti, 10 Punkte!
Nachgeben
Haben alle ihre vier Karten gespielt, gibt der Geber jedem 4 neue Karten vom Ziehstapel – aber keine auf den Tisch. So geht es weiter, bis der Ziehstapel leer ist; die offene unterste Karte bekommt der Geber im letzten Durchgang. Zu viert gibt es insgesamt 3 Durchgänge, zu dritt 4, zu zweit 6.
Sind die letzten Karten gespielt, bekommt die Partei, die zuletzt einen Stapel genommen hat, alle Karten, die noch auf dem Tisch liegen.
Wertung
Jede Partei zählt ihre gewonnenen Karten:
| Was | Punkte |
|---|---|
| Jeder Bube | 1 |
| Jedes Ass | 1 |
| Kreuz-2 (2♣) | 2 |
| Karo-10 (10♦) | 3 |
| Meiste Karten | 3 |
| Jedes Pişti | 10 |
| Buben-Pişti | 20 |
Ohne Piştis gibt es 16 Punkte pro Runde. Gleichstand bei den meisten Karten (zwei Parteien: je 26) bringt niemandem die 3 Punkte.
Beispiel: Partei A hat 29 Karten mit 3 Buben, 1 Ass, der 10♦ und einem Pişti: 3 + 1 + 3 + 3 (meiste Karten) + 10 = 20. Partei B hat 23 Karten mit 1 Buben, 3 Assen und der 2♣: 1 + 3 + 2 = 6.
Nach jeder Runde gibt der rechte Nachbar.
Spielende
Es gewinnt, wer am Ende einer Runde als Erster 151 Punkte oder mehr hat. Schaffen es beide Parteien in derselben Runde, gewinnt die höhere Punktzahl (bei Gleichstand wird noch einmal gegeben).
Tipps für Einsteiger
- Heb dir Buben auf für einen großen Stapel – ein Bube auf zwei Karten ist verschenkt.
- Zähl mit. Jeden Wert gibt es viermal; merk dir, was schon weg ist, dann weißt du, was die anderen noch treffen können.
- Verschenk kein Pişti. Eröffnest du einen neuen Stapel, nimm lieber einen Wert, von dem schon mehrere Karten gespielt sind – dann kann der Nächste ihn seltener treffen.
- Achte auf die unterste Karte des Ziehstapels: Die bekommt der Geber im letzten Durchgang.
- Denk an das Ende – wer zuletzt nimmt, bekommt alle Reste.
Varianten
Alles optional – vorher absprechen.
- Mit Bluff: Liegt eine einzelne Karte auf dem Tisch, darfst du deine Karte verdeckt darauflegen und ein Pişti behaupten. Glaubt es dir der Spieler der ersten Karte, zählt es als Pişti (10), und deine Karte wird nicht gezeigt. Zweifelt er, wird sie umgedreht: Passt sie wirklich, gibt es 20; war es ein Bluff, bekommt die andere Partei 20, und beide Karten bleiben liegen. Als Hausregel kann ein Bube auf dem Tisch den Einsatz auf 20 bzw. 40 verdoppeln.
- Kürzere Partie (Hausregel): bis 101 Punkte.
- Ohne Doppel-Pişti: Manche zählen Bube auf Bube nur als normales Pişti (10) oder gar nicht als Pişti.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Fischspiel (Karten vom Tisch erbeuten)
- Herkunft: Türkei; das Wort ist in einem osmanischen Wörterbuch von 1876 belegt
- Auch bekannt als: Pisti, Pischti, Pişpirik
- Ähnliche Spiele: Xeri (Kseri), Bastra (Basra), Casino, Scopa
Pişti ist ein beliebtes türkisches Kartenspiel. Das Wort bedeutet laut pagat.com „gekocht“ und bezeichnet den besonderen Gewinn einer einzelnen Karte, nach dem das Spiel benannt ist. Laut türkischer Wikipedia findet sich der Begriff schon 1876 im Wörterbuch von Ahmed Vefik Paşa. Die deutsche Wikipedia schreibt, das Spiel sei ursprünglich vor allem von Hirten gespielt worden; in der Provinz Iğdır genieße es besonderen Status, mit eigenen Turnieren.
Pişti gehört zu den Fischspielen (auf Wikipedia auch „Kartenraubspiel“), bei denen man mit Handkarten Karten vom Tisch erbeutet. Innerhalb der Familie ist es besonders einfach: Statt einer offenen Auslage gibt es nur einen einzigen Stapel, der als Ganzes genommen wird, wenn man seine oberste Karte trifft. Das griechische Xeri wird laut pagat.com ganz ähnlich gespielt, nur anders gewertet. Die englische Wikipedia beschreibt Pişti bzw. Pişpirik als Weiterentwicklung von Bastra (Basra), das demnach aus Griechenland stammt und von zyprischen und türkischen Auswanderern verbreitet wurde.
Mit türkischen Einwanderern kam Pişti nach Deutschland und in die Schweiz, wo es laut deutscher Wikipedia sowohl die erste Generation als auch deren Nachkommen häufig spielen. Traditionell werden die Punkte mit Strichen notiert: jeder Zehner ein Strich, fünf Zehner werden zu einem „Tor“ geschlossen (pagat.com).