Kartenspielregeln

Bankspiel · Spiel 279 von 388 ♦

Pok Deng

Thailands Bankspiel mit zwei Karten – zeig ein Pok 8 oder 9 sofort, nimm eine dritte Karte oder bleib stehen und hoff auf doppelte Auszahlung.

Spieler
2–17
Dauer
30 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: die Hand des Gebers schlagen; alle setzen gegen ihn.
  • Werte: A = 1, 2–9 Augenzahl, 10 B D K = 0. Nur die letzte Ziffer zählt (7 + 8 = 5); 9 ist das Beste.
  • Setzen, dann je 2 Karten, Geber zuletzt.
  • Pok = 8 oder 9 mit zwei Karten: zeigen, sofort kassieren – schlägt jede andere Hand. Pok des Gebers: alle abrechnen, keiner zieht.
  • Sonst darf jeder eine Karte ziehen (nur eine) oder stehen bleiben.
  • Geber darf einzelne mit zwei Karten fangen, dann ziehen und den Rest abrechnen.
  • Abrechnen: besserer Handtyp, dann mehr Punkte. Gewinner bekommt Einsatz × Deng; Gleichstand = Einsatz zurück.

Spickzettel

Hände (beste zuerst)

Hand Deng
Pok 9, dann Pok 8 (2 Karten) 1 (2 bei passenden)
Tong – Drilling 5
Drei Gelbe – drei aus B D K 3
Normal – Punkte vergleichen 1–3

Deng (Pok und normale Hände)

  • 2 Karten gleiche Farbe oder Paar: 2 (Pok mit 2 Deng = Pok Deng).
  • 3 Karten gleiche Farbe: 3. Sonst 1.
  • Auszahlung: Einsatz × Deng der Gewinnerhand – auch der Geber kassiert so. Tong gegen Drei Gelbe: 2 ×.
  • Kein festes Ende: Bank reihum weitergeben; wer beim Aufhören die meisten Chips hat, gewinnt.
  • Faustregel: ab 5 stehen, bis 3 ziehen; 4 ist Grenzfall. Ziehen zerstört Zwei-Karten-Paar oder -Farbe.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte und Punkte
  3. Handtypen
  4. Vorbereitung
  5. Ablauf einer Runde
  6. Abrechnen
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Pok Deng ist Thailands beliebtestes Bankspiel. Einer ist Geber (Bankhalter); alle anderen setzen nur gegen ihn. Jeder bekommt zwei Karten und darf eine dritte nehmen. Wie beim Baccara zählt nur die letzte Ziffer der Summe, 9 ist also das Beste. Eine 8 oder 9 mit zwei Karten ist ein Pok und gewinnt sofort, und besondere Hände – zwei Karten einer Farbe, ein Paar, ein Drilling – vervielfachen die Auszahlung: Dieser Multiplikator heißt Deng.

  • Spieler: ein Geber und 1–16 weitere (2–17 insgesamt); am schönsten mit 4–9.
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – z. B. 50 für jeden, für den Geber mehr. Gespielt wird nur um Chips.

Kartenwerte und Punkte

Karte Wert
A 1
2 bis 9 Augenzahl
10, B, D, K 0

Zähl deine Karten zusammen und behalte nur die letzte Ziffer – das sind deine Punkte (taem), von 0 bis 9.

Beispiel: 7♠ + 8♥ = 15 → 5 Punkte. B♣ + 6♦ = 6 → 6 Punkte. 4♦ + 3♠ + K♥ = 7 → 7 Punkte.

Handtypen

Vom besten zum schlechtesten:

Hand Was es ist Deng
Pok die ersten zwei Karten ergeben 8 oder 9 Punkte (Pok 9 schlägt Pok 8) 1, oder 2 bei passenden Karten (siehe unten)
Tong drei Karten gleichen Werts 5
Drei Gelbe (sam lueang) drei Bildkarten (B, D, K beliebig gemischt) 3
Normal alles andere – Punkte vergleichen 1, 2 oder 3

Deng (der Multiplikator) für Pok und normale Hände:

  • Zwei Karten in derselben Farbe oder ein Paar (gleicher Wert): 2 Deng, z. B. 5♥ 3♥ oder 9♠ 9♦. Ein Pok mit 2 Deng ist ein Pok Deng.
  • Drei Karten in derselben Farbe: 3 Deng, z. B. 3♣ 10♣ 5♣.
  • Alles andere: 1 Deng.

Vorbereitung

  1. Geber: Einigt euch, wer die Bank hält. Der Geber darf sie mehrere Runden behalten; zu Hause gebt sie regelmäßig weiter (z. B. alle fünf Runden nach links), damit jeder einmal dran ist. Wer die Bank abgeben will, kündigt das mindestens drei Runden vorher an.
  2. Einsätze: Vor dem Geben legt jeder außer dem Geber seinen Einsatz vor sich. Der Geber darf einen Mindest- und einen Höchsteinsatz festlegen.
  3. Geben: Der Geber mischt und gibt jedem einzeln zwei Karten verdeckt, in beliebiger Richtung um den Tisch, sich selbst zuletzt. Der Rest ist der Ziehstapel.

Ablauf einer Runde

  1. Pok: Alle schauen in ihre Karten. Wer ein Pok hat (8 oder 9 mit zwei Karten), sagt es an und deckt seine Karten sofort auf.
  2. Pok des Gebers: Der Geber prüft seine eigenen zwei Karten. Hat er ein Pok, zeigt er es, und alle Einsätze werden sofort abgerechnet – niemand zieht mehr.
  3. Sonst wird jeder Pok-Spieler gleich ausbezahlt (ein Pok schlägt jede Hand ohne Pok). Danach darf jeder andere Spieler in der Reihenfolge des Gebens eine Karte verdeckt vom Ziehstapel ziehen oder mit zwei Karten stehen bleiben. Mehr als eine Karte darf niemand nehmen.
  4. Der Geber ist dran: Bevor er zieht, darf er einzelne Spieler „fangen“ – etwa alle, die eine dritte Karte genommen haben – und mit seinen zwei Karten gegen sie abrechnen. Dann darf er eine dritte Karte ziehen und rechnet mit allen übrigen ab.

Abrechnen

Vergleicht jede Hand mit der des Gebers:

  1. Der bessere Handtyp gewinnt (Pok > Tong > Drei Gelbe > Normal).
  2. Gleicher Handtyp: Mehr Punkte gewinnen.
  3. Gleicher Typ und gleiche Punkte: Gleichstand – der Spieler nimmt seinen Einsatz zurück.

Der Gewinner bekommt Einsatz × Deng der Gewinnerhand. Gewinnt der Geber, zahlt der Spieler ihm diesen Betrag; gewinnt der Spieler, zahlt der Geber. (Tong gegen Drei Gelbe zahlt nur 2 ×: 5 Deng minus 3.)

Beispiel: Anna gibt. Ben setzt 10, Carla 5, Dan 4. Ben hat 5♥ 3♥ – Pok 8 mit 2 Deng (gleiche Farbe). Er zeigt es, und Anna mit 7♦ K♠ (7 Punkte) zahlt ihm sofort 2 × 10 = 20. Carla hat 3♣ 10♣ (3 Punkte), zieht und bekommt die 5♣: 8 Punkte, drei Karten einer Farbe, 3 Deng. Dan bleibt mit 4♠ 3♦ (7 Punkte) stehen. Anna bleibt ebenfalls stehen. Carla schlägt Annas 7 und gewinnt 3 × 5 = 15; Dans 7 gegen 7 ist Gleichstand – er nimmt seine 4 zurück.

Spielende

Ein festes Ende gibt es nicht. Spielt, solange ihr wollt, und reicht die Bank herum, damit jeder gleich oft Geber ist. Wer beim Aufhören die meisten Chips hat, gewinnt.

Tipps für Einsteiger

  • Bei 5 oder mehr stehen bleiben, bei 3 oder weniger ziehen. Die 4 ist der klassische Grenzfall – viele ziehen darauf.
  • Zwei passende Karten sind wertvoll. Eine Zwei-Karten-Farbe oder ein Paar mit 6 oder 7 zahlt doppelt, wenn es gewinnt; eine dritte Karte zerstört das Paar und meist auch die Farbe.
  • Nutz als Geber das Fangen. Sind deine zwei Karten mittelmäßig (4 oder 5), fang zuerst die Spieler, die gezogen haben – ihre Starthände waren wahrscheinlich schwach –, bevor du entscheidest, ob du ziehst.
  • Setz klein. Der Geber gewinnt oder verliert gegen alle gleichzeitig, und Deng vervielfacht Verluste genauso wie Gewinne.

Varianten

Alle Varianten sind optional – sprecht sie vor dem Spiel ab.

  • Straßen (riang): Drei Karten in einer Reihe zählen als besondere Hand mit 3 Deng, eine Straße in einer Farbe mit 5 Deng. Das Ass ist hoch (D-K-A zählt, A-2-3 und K-A-2 nicht); an manchen Tischen ist es niedrig.
  • Deng entscheidet bei Gleichstand: Bei gleichem Handtyp und gleichen Punkten gewinnt die Hand mit mehr Deng die Differenz (z. B. 3 Deng gegen 1 gewinnt 2 × den Einsatz). Nur bei gleichem Deng ist es Gleichstand.
  • Ziehpflicht: Wer mit zwei Karten weniger als 4 Punkte hat, muss ziehen.
  • Mehrere Hände: Ein Spieler darf auf mehrere Hände („Beine“) setzen, jede mit eigenen Karten. Außerdem kann direkt nach dem Geber eine gemeinsame Hand gegeben werden, auf die jeder setzen darf.
  • Lucky 9 (Philippinen): dieselbe Idee ohne Deng und ohne besondere Hände. Jeder Spieler und die Bank bekommen zwei Karten; eine 9 mit zwei Karten ist ein Naturel und bleibt stehen. Alle anderen dürfen eine Karte nachziehen (wann man ziehen darf oder muss, ist von Tisch zu Tisch verschieden – sprecht es vorher ab). Mehr Punkte gewinnen 1:1; bei Gleichstand gibt es den Einsatz zurück.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Bankspiel (Spieler setzen gegen einen Geber; nur die letzte Ziffer der Summe zählt)
  • Herkunft: Thailand
  • Auch bekannt als: Pok Kao („Pok neun“), Pok Paet Pok Kao („Pok acht, Pok neun“); Lucky 9 (ähnliches Spiel auf den Philippinen)
  • Ähnliche Spiele: Baccara, Gao Gae (Thailand), Lucky 9 (Philippinen), Oicho-Kabu (Japan)

Pok Deng (thailändisch ป๊อกเด้ง) gehört zu den bekanntesten Glücks-Kartenspielen Thailands. Laut der englischen Wikipedia heißt es auch Pok Kao oder Pok Paet Pok Kao, weil eine Acht (paet) oder Neun (kao) mit zwei Karten die Hand ist, auf die alle hoffen. Deng ist der Multiplikator, den passende Karten bringen. Einen belegten Erfinder oder ein Entstehungsdatum gibt es nicht.

Die Seite pagat.com beschreibt Pok Deng in ihrer Übersicht thailändischer Kartenspiele als Bankspiel, dessen Hände denen von Gao Gae („neun“) ähneln – einem thailändischen Setzspiel mit drei Karten, bei dem wie beim Baccara die letzte Ziffer der Summe zählt. Wie beim Baccara sind Zehnen und Bildkarten nichts wert, doch Pok Deng kennt zusätzlich Bonus-Hände: Drillinge (tong), drei Bildkarten (sam lueang, „drei Gelbe“) und Karten einer Farbe.

Die thailändische und die englische Wikipedia stimmen in den Grundregeln überein, unterscheiden sich aber in Einzelheiten: Im thailändischen Artikel ist gleiche Punktzahl ein Gleichstand, im englischen gewinnt die Hand mit mehr Deng die Differenz. Beide beschreiben das Recht des Gebers, einzelne Spieler zu fangen – also vor seiner dritten Karte mit ihnen abzurechnen – und Straßen als freiwillige Regel. Auf den Philippinen spielt man ein sehr ähnliches Spiel namens Lucky 9, mit denselben Kartenwerten und einer stehenden Neun aus zwei Karten, aber ohne Deng.

Quellen