Poker (Stud) · Spiel 118 von 388 ♥
Seven-Card Stud
Drei Karten verdeckt, vier für alle sichtbar – fünf Setzrunden, in denen du Karte für Karte den Tisch liest.
- Spieler
- 2–8
- Dauer
- 60 Min.
- Alter
- ab 16
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Kartenwerte und Rangfolge der Hände
- Setzen in Kürze
- Vorbereitung
- Ein Spiel Schritt für Schritt
- Wenn die Karten nicht reichen
- All-in und Nebenpots
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Seven-Card Stud ist ein Stud Poker: Im Lauf eines Spiels bekommt jeder sieben eigene Karten – drei verdeckt und vier offen, für alle sichtbar. In fünf Setzrunden schiebt ihr Chips in den gemeinsamen Pot – oder steigt aus. Den Pot gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt oder am Ende aus seinen sieben Karten die beste Pokerhand aus fünf Karten bildet. Weil du von jedem Gegner einen Teil seiner Karten siehst, dreht sich alles darum, die offenen Karten im Blick zu behalten.
- Spieler: 2–8, jeder für sich; am besten zu fünft bis siebt.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 200. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.
Kartenwerte und Rangfolge der Hände
Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Beim Vergleich der Hände sind alle Farben gleich viel wert.
Am Ende bildest du aus deinen sieben Karten die beste Hand aus genau fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:
| Hand | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Royal Flush | A K D B 10 in einer Farbe | A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ |
| Straight Flush | fünf in Folge, gleiche Farbe | 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥ |
| Vierling | vier gleiche Werte | 7 7 7 7 K |
| Full House | Drilling + Paar | D D D 4 4 |
| Flush | fünf einer Farbe | K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦ |
| Straße | fünf in Folge, gemischte Farben | 10 9 8 7 6 |
| Drilling | drei gleiche Werte | 5 5 5 K 2 |
| Zwei Paare | zwei verschiedene Paare | B B 3 3 A |
| Ein Paar | zwei gleiche Werte | 10 10 A 7 4 |
| Höchste Karte | nichts von alledem | A B 9 6 3 |
Jede Hand einer höheren Art schlägt jede Hand einer niedrigeren. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: Zuerst vergleicht ihr die wichtigsten Karten (den Vierling, den Drilling, das höhere Paar …), dann die übrigen Karten der Reihe nach von oben. Eine Straße zählt nach ihrer höchsten Karte, 5-4-3-2-A ist also die niedrigste. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt – die Farbe entscheidet nie.
Setzen in Kürze
Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Spiel zahlt jeder einen kleinen festen Grundeinsatz, das Ante, in den Pot. Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:
- Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
- Setzen – Chips einzahlen.
- Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
- Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
- Aussteigen (folden) – aufgeben: Du drehst alle deine Karten um und legst sie weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren, und du spielst in dieser Runde nicht mehr mit.
Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben (oder all-in sind) und jeder die Gelegenheit hatte, zu handeln.
Meist spielt man mit festen Limits: Jeder Einsatz und jede Erhöhung ist in den ersten beiden Runden genau ein kleiner Einsatz, in den letzten drei ein großer Einsatz (das Doppelte). Pro Runde sind höchstens ein Einsatz und drei Erhöhungen erlaubt. Ein guter Anfang: Ante 1, Bring-in 2 (siehe unten), kleiner Einsatz 5, großer Einsatz 10.
Vorbereitung
- Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt den ersten Geber (z. B. wer die höchste Karte zieht); nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
- Alle zahlen ihr Ante in den Pot.
- Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, jedem einzeln zwei Karten verdeckt und dann eine Karte offen. Die verdeckten Karten sind deine Hole Cards – schau sie dir an, aber zeig sie niemandem. Die offene Karte liegt sichtbar vor dir.
Ein Spiel Schritt für Schritt
Jeder Abschnitt des Gebens heißt Street und ist nach der Zahl der Karten benannt, die dann jeder hat.
1. Third Street (3 Karten): Wer die niedrigste offene Karte hat, muss mit einem Pflichteinsatz beginnen, dem Bring-in (2 Chips). Zeigen mehrere denselben niedrigsten Wert, entscheidet die Farbe: ♣ ist am niedrigsten, dann ♦, ♥, ♠ (das Ass zählt hier hoch). Statt des Bring-ins darf dieser Spieler auch gleich einen vollen kleinen Einsatz (5) machen. Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter: Jeder kann aussteigen, den Bring-in mitgehen oder ihn auf den vollen kleinen Einsatz ergänzen; erst danach dürfen die Folgenden erhöhen.
2. Fourth Street: Jeder, der noch dabei ist, bekommt eine weitere Karte offen. Zweite Setzrunde. Ab jetzt beginnt, wessen offene Karten die beste sichtbare Pokerhand bilden – es zählen nur Paare, Drillinge und Vierlinge, halbe Straßen und Flushs nicht (A-K schlägt K-D, ein Paar Zweien schlägt A-K). Bei Gleichheit beginnt, wer näher links vom Geber sitzt. Der Erste darf checken. Es gelten noch kleine Einsätze, doch zeigt jemand ein offenes Paar, darf jeder stattdessen den großen Einsatz setzen oder erhöhen.
3. Fifth Street: eine weitere Karte offen für jeden. Dritte Setzrunde – ab jetzt mit großen Einsätzen.
4. Sixth Street: noch eine Karte offen. Vierte Setzrunde.
5. Seventh Street (der River): eine letzte Karte verdeckt. Fünfte und letzte Setzrunde. Jeder, der noch dabei ist, hat jetzt drei verdeckte und vier offene Karten.
6. Showdown: Sind noch zwei oder mehr Spieler dabei, decken sie alle Karten auf – wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zuerst; haben alle gecheckt, zeigt zuerst, wer die letzte Setzrunde begonnen hat (die beste sichtbare Hand). Jeder bildet die beste Fünferhand aus seinen sieben Karten. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.
Steigen irgendwann alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.
Beispiel: Vier Spieler zahlen je 1 Ante (Pot 4). Offen liegen: Anna K♠, Ben 3♦, Carla 3♣, Dan 9♥. Die niedrigste Karte ist eine 3; Kreuz steht unter Karo, also zahlt Carla den Bring-in von 2. Dan ergänzt auf 5, Anna geht mit 5 mit, Ben steigt aus, Carla zahlt 3 nach: Pot 19. In Fourth Street bekommt Anna K♥ – ein offenes Paar Könige –, also beginnt sie, und jeder darf jetzt 10 statt 5 setzen.
Wenn die Karten nicht reichen
Zu acht reichen die Karten für Seventh Street nicht, wenn niemand ausgestiegen ist. Dann legt der Geber eine Karte offen in die Mitte: Diese Gemeinschaftskarte zählt für alle als siebte Karte. Die letzte Setzrunde beginnt, wer mit ihr die beste sichtbare Hand hat.
All-in und Nebenpots
Willst du mitgehen, hast aber nicht genug Chips, gehst du all-in: Du schiebst alle deine restlichen Chips in den Pot und bleibst bis zum Showdown dabei, ohne weiter zu setzen. Du kannst von jedem Gegner nur so viel gewinnen, wie du selbst eingezahlt hast. Was die anderen darüber hinaus setzen, kommt in einen eigenen Nebenpot (Side Pot), den nur sie gewinnen können. Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.
Spielende
Spielt, bis nur noch einer Chips hat, oder hört zu einer vereinbarten Zeit auf – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.
Tipps für Einsteiger
- Die ersten drei Karten entscheiden am meisten. Ein Paar, ein Drilling oder drei Karten zu Flush oder Straße lohnen sich; mit den meisten anderen Händen steigst du besser aus.
- Beobachte die offenen Karten: Liegen die Karten, die du brauchst, schon bei anderen, sinken deine Chancen.
- Prüfe, ob die offenen Karten eines Gegners mehr ergeben könnten als deine – vier offene Herz sind gut und gern ein Flush.
- Ein „verstecktes“ Paar unter deinen Hole Cards ist stärker, als es aussieht, weil es niemand sieht.
- Geh nicht mit, nur weil du schon Chips im Pot hast. Was im Pot liegt, gehört dir nicht mehr.
Varianten
Alles freiwillig – vorher absprechen.
- Private Runde: kein Bring-in, dafür ein höheres Ante; jede Setzrunde, auch die erste, beginnt die beste sichtbare Hand (sie darf checken).
- Gleichstand nach Farbe: Sind zwei offene Hände gleich, beginnt die mit der höheren Farbe (♠ vor ♥ vor ♦ vor ♣) statt der, die näher am Geber sitzt.
- Seven-Card Stud Hi-Lo (Eight or Better): Der Pot wird zwischen der besten hohen und der besten niedrigen Hand geteilt. Eine niedrige Hand besteht aus fünf verschiedenen Werten, alle 8 oder kleiner; das Ass zählt niedrig, Straßen und Flushs zählen nicht, und die niedrigste höchste Karte gewinnt (am besten: 5-4-3-2-A). Für hoch und niedrig darfst du verschiedene Karten nehmen und beide Hälften gewinnen. Hat niemand eine niedrige Hand, bekommt die hohe alles. Ein übriger Chip geht an die hohe Hand.
- Razz: Es gewinnt nur die niedrigste Hand (A-2-3-4-5 ist die beste); den Bring-in zahlt die höchste offene Karte, später beginnt die niedrigste sichtbare Hand.
- Wilde Karten: In privaten Runden sind manchmal die Zweien wild.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Poker (Stud) – ein Teil der Karten offen, kein Tausch
- Herkunft: USA; Stud Poker erstmals 1864 gedruckt belegt, Seven-Card Stud später
- Auch bekannt als: Seven Stud, Seven-Toed Pete, Down the River
- Ähnliche Spiele: Five Card Stud, Razz, Seven-Card Stud Hi-Lo, Baseball, Texas Hold’em
Beim Stud Poker liegt ein Teil jeder Hand offen auf dem Tisch, und getauscht wird nicht – gespielt wird, was man bekommt. Nach der Poker-Geschichte auf pagat.com (von David Parlett) galt „Stud“ oder „Stud-Horse“ Poker als Erfindung von Cowboys aus der Gegend um Ohio, Indiana und Illinois; gedruckt taucht es zuerst in The American Hoyle von 1864 auf. Laut der englischen Wikipedia spielten Soldaten beider Seiten im Amerikanischen Bürgerkrieg viel das ältere Five Card Stud; später wurde Seven-Card Stud das verbreitetere der beiden, in Casinos wie in privaten Runden.
Die deutsche Wikipedia schreibt, Seven-Card Stud habe sich aus Five Card Stud entwickelt und dieses „fast vollständig verdrängt“. Nach der englischen Wikipedia war es bis zum Boom von Texas Hold’em nach 2000 eine der meistgespielten Pokerformen in amerikanischen Privatrunden und in den Casinos im Osten der USA. Die Website pagat.com nennt es eine der beliebtesten Pokerformen – im Casino wie als Grundlage zahlloser Varianten für private Runden – und besonders geeignet für High-Low-Spiele.
Heute ist das Spiel in Casinos seltener geworden, gehört aber fest zu den Mixed Games: Es ist das „S“ in HORSE, einer Abfolge aus Hold’em, Omaha Hi-Lo, Razz, Stud und Stud Hi-Lo. Die Variante nur für niedrige Hände, Razz, und das geteilte Seven-Card Stud Hi-Lo (Eight or Better) werden genauso gegeben.