Kartenspielregeln

Wettpatience · Spiel 155 von 388 ♥

Speed

Keine Reihenfolge, kein Warten – knall deine Karten eins höher oder eins tiefer in die Mitte, schneller als dein Gegner.

Spieler
2
Dauer
10 Min.
Alter
ab 7
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Platz 8 in Die besten Spiele zu zweitPlatz 2 in Schnelle SpielePlatz 10 in Für Kinder

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: als Erster alle Karten loswerden.
  • Geben: jeder 15 Karten Vorrat; Mitte, in einer Reihe: Reserve 10 – zwei Startkarten – Reserve 10. Die obersten 5 des Vorrats auf die Hand.
  • Startkarten gleichzeitig aufdecken. Keine Reihenfolge – beide spielen gleichzeitig, so schnell ihr könnt.
  • Karte eins höher oder tiefer auf einen Mittelstapel, Farbe egal; A–K–2 geht rundherum. Eine Hand, eine Karte auf einmal.
  • Weniger als 5 auf der Hand: jederzeit aus dem Vorrat auf 5 nachziehen.
  • Keiner kann? Beide eine Reservekarte in die Mitte.
  • Wer zuerst keine Karten mehr hat (Hand und Vorrat), gewinnt die Runde.

Spickzettel

Sonderfälle

Fall Was passiert
Karte berührt den Stapel gelegt – kein Zurücknehmen; der Gegner darf sofort darauf
Keiner kann erst, wenn beide auf 5 aufgefüllt haben (soweit möglich): jeder dreht die oberste Karte einer Reserve auf den Mittelstapel daneben
Reserven leer beide obersten Karten liegen lassen, den Rest zu zwei neuen Reserven mischen
Dein Vorrat leer aus der Hand weiterspielen

Mehrere Runden (freiwillig)

Der Gewinner bekommt 1 Punkt pro Karte, die der Gegner noch auf der Hand und im Vorrat hat. Neu mischen und geben; wer zuerst eine vereinbarte Summe (z. B. 25) hat, gewinnt.

Tipp: beide Stapel im Blick behalten und Ketten spielen – 8, 9, 10 auf einen Stapel.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Spielablauf
  4. Wenn keiner mehr kann
  5. Rundenende
  6. Wertung
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Speed ist ein Wettrennen für zwei. Es gibt keine Reihenfolge: Ihr spielt beide gleichzeitig, so schnell ihr könnt, und legt Karten auf zwei Stapel in der Mitte. Eine Karte passt, wenn sie eins höher oder eins tiefer ist als die oberste Karte eines Stapels. Wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt die Runde.

  • Spieler: 2.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und einen Tisch, an dem beide gut hinkommen.

Vorbereitung

  1. Mischt und verteilt verdeckt: - vor jeden Spieler einen eigenen Vorratsstapel mit 15 Karten; - in die Mitte, in einer Reihe zwischen euch: einen Stapel mit 10 Karten, dann zwei einzelne Karten, dann wieder einen Stapel mit 10 Karten.
  2. Die beiden einzelnen Karten in der Mitte sind die Startkarten, die beiden 10er-Stapel außen die Reserven.
  3. Jeder nimmt die obersten 5 Karten seines Vorrats auf die Hand und schaut sie an, ohne sie zu zeigen.
  4. Seid ihr beide bereit, dreht ihr die beiden Startkarten gleichzeitig um. Mit ihnen beginnen die zwei Mittelstapel.

Dieser Aufbau folgt pagat.com; die Fassung mit 20 Karten pro Spieler aus der englischen Wikipedia steht unter Varianten.

15VorratdesGegners10ReserveStartkarten10Reserve15deinVorrat
Speed – so liegen die Karten nach dem Austeilen

Spielablauf

Beide spielen gleichzeitig, so schnell sie wollen:

  • Leg eine Karte aus deiner Hand auf einen der beiden Mittelstapel, wenn sie genau eins höher oder eins tiefer ist als die oberste Karte. Farbe ist egal.
  • Die Reihe geht „um die Ecke“: Das Ass passt auf K und auf 2, und auf ein Ass darfst du einen K oder eine 2 legen.
  • Spiel mit einer Hand und immer nur eine Karte auf einmal.
  • Hast du weniger als 5 Karten auf der Hand, darfst du aus deinem Vorrat nachziehen, bis du wieder 5 hast.
  • Eine Karte gilt als gelegt, sobald sie den Stapel berührt. Du darfst sie nicht zurücknehmen, und dein Gegner darf sofort darauf spielen.

Beispiel: In der Mitte liegen Kreuz-7 und Karo-B. Du hast Herz-8, Pik-6, Kreuz-10, Karo-9 und Pik-K. Du knallst die Herz-8 auf die Kreuz-7, dann die Karo-9 auf die 8, dann die Kreuz-10 auf den Karo-B – falls dein Gegner nicht schneller ist und eine Dame auf den Buben legt!

Wenn keiner mehr kann

Kann keiner von euch eine Karte legen (nichts passt, und wer noch einen Vorrat hat, hat auf 5 Karten aufgefüllt), nimmt jeder gleichzeitig die oberste Karte einer Reserve und legt sie offen auf den Mittelstapel daneben. Dann geht es weiter.

Sind die Reserven aufgebraucht, lasst die oberste Karte jedes Mittelstapels liegen, mischt die übrigen Karten aus der Mitte und legt sie verdeckt als zwei neue Reserven hin.

Rundenende

Ist dein Vorrat leer, spielst du ohne Nachziehen aus der Hand weiter. Wer als Erster keine Karten mehr hat – weder auf der Hand noch im Vorrat –, gewinnt die Runde.

Wertung

Eine einzelne Runde ist schon ein ganzes Spiel. Wollt ihr mehrere Runden spielen, schlägt pagat.com diese Wertung vor: Der Gewinner bekommt 1 Punkt für jede Karte, die der Gegner noch auf der Hand und im Vorrat hat. Dann werden alle Karten gemischt und neu verteilt. Wer zuerst eine vereinbarte Summe erreicht – zum Beispiel 25 Punkte –, gewinnt die Partie.

Beispiel: Du legst deine letzte Karte, dein Gegner hat noch 3 Karten auf der Hand und 4 im Vorrat. Du bekommst 7 Punkte.

Tipps für Einsteiger

  • Behalte immer beide Mittelstapel im Blick – die oberste Karte ändert sich ständig.
  • Zieh schnell nach: Mehr Karten auf der Hand heißt mehr Möglichkeiten.
  • Achte auf Ketten: Hast du 8, 9 und 10, leg sie direkt nacheinander auf denselben Stapel.
  • Leg keine Karte, auf die dein Gegner sofort weiterspielen kann, wenn du auch kurz warten kannst.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • 20 Karten pro Spieler (Fassung der englischen Wikipedia): Jeder hat 20 Karten (5 auf der Hand, 15 im Vorrat), die Reserven haben nur je 5 Karten.
  • Abklatschen: Wer seine letzte Karte gelegt hat, muss auf den Tisch schlagen und „Speed!“ rufen, um zu gewinnen.
  • Spit: Jeder bekommt 26 Karten und legt fünf Stapel in einer Reihe aus – mit 1, 2, 3, 4 und 5 Karten, jeweils nur die oberste offen. Die übrigen 11 Karten bleiben verdeckt in deiner Hand, das sind die Spit-Karten – nicht anschauen. Beide rufen „Spit!“ und decken je eine Spit-Karte auf; das sind die zwei Mittelstapel. Du legst die offenen Karten deiner Stapel auf die Mitte (eins höher oder tiefer), deckst die nächste Karte eines Stapels auf oder legst eine offene Karte auf einen leeren Platz (nie mehr als fünf Stapel). Kann keiner, ruft ihr wieder „Spit!“ und legt je eine neue Spit-Karte auf euren Mittelstapel. Hat einer alle Stapel abgebaut, schlagen beide auf den Mittelstapel, den sie für kleiner halten: Wer zuerst draufhaut, bekommt ihn, der andere nimmt den anderen. Jeder mischt seinen Stapel mit seinen übrigen Karten und legt neu aus. Wer weniger als 15 Karten hat, legt aus, so weit es geht, und hat keine Spit-Karten mehr; dann gibt es nur noch einen Mittelstapel. Wer alle Karten los ist, gewinnt.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Wettpatience / Ablegespiel (Wettrennen, Karten in Folge ablegen)
  • Herkunft: unbekannt; Spit ist 1973 in Nordamerika belegt
  • Auch bekannt als: Spit (Version mit fünf offenen Stapeln), Slam; Zenuwen (Niederlande, Spit)
  • Ähnliche Spiele: Spit, California Speed, Nerts, Racing Demon

Speed und Spit sind zwei Fassungen derselben Idee: Zwei Spieler legen ohne Reihenfolge um die Wette Karten auf gemeinsame Stapel in der Mitte, immer eins höher oder eins tiefer. Laut pagat.com unterscheiden sie sich nur darin, wie jeder seine Karten vor sich hat. Bei Spit hat jeder eine Reihe von fünf Stapeln mit offener oberster Karte, sodass beide alle spielbaren Karten sehen; bei Speed hält jeder verdeckt fünf Karten auf der Hand und zieht aus einem verdeckten Vorrat nach. Die Seite pagat.com beschreibt Spit als Hauptspiel und Speed als Variante; die englische Wikipedia führt beide als eigene, eng verwandte Spiele, und David Parlett nennt in seinem Penguin Book of Card Games Speed als anderen Namen für Spit.

Der früheste gedruckte Beleg, den die Wikipedia nennt, ist Margie Golicks Buch Deal Me In! The Use of Playing Cards in Learning and Teaching von 1973. Sie beschreibt Spit als Spiel, das „Kindern vertrauter ist als Erwachsenen“ und von Kind zu Kind weitergegeben wird. Auf Niederländisch heißt Spit Zenuwen („Nerven“); laut niederländischer Wikipedia kam es in den 1960er-Jahren ins niederländische Sprachgebiet, und oft spielt man es zur Erschwernis mit nur einer Hand. Beide Spiele gehören zu dem, was pagat.com Wettpatiencen nennt: Man spielt wie bei einer Patience, aber gegen einen Gegner und gegen die Zeit.

Der Name ist nicht eindeutig. Laut pagat.com heißt auch California Speed, bei dem man Paare gleicher Karten in einer Auslage zudeckt, manchmal Speed oder Spit. In Deutschland ist Speed außerdem ein Kartenspiel von Reinhard Staupe (1995) mit eigenen Spezialkarten – ebenfalls ein Wettrennen, aber ein anderes Spiel.

Quellen