Kartenspielregeln

Poker (Draw) · Spiel 136 von 388 ♠

Spit in the Ocean

Vier Karten für jeden und eine offene Karte für alle – sie ist wild, und mit ihr alle Karten ihres Werts.

Spieler
3–8
Dauer
60 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: den Pot gewinnen – mit der besten Fünferhand, oder alle steigen aus.
  • Ante, je 4 Karten verdeckt.
  • Spit-Karte offen in die Mitte: fünfte Karte aller Spieler und mit allen Karten ihres Werts wild.
  • Setzrunde links vom Geber.
  • Tauschen, einmal, links vom Geber beginnend: 0–4 Karten.
  • Wieder Setzen, links vom Geber – Einsätze doppelt.
  • Showdown: Wer zuletzt gesetzt hat, zeigt zuerst. Deine 4 Karten + Spit-Karte; beste Hand gewinnt, Gleichstand teilt.
  • Alle anderen raus: Der Letzte gewinnt verdeckt. Geben wandert nach links.

Spickzettel

Rangfolge der Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Fünfling 9 9 9 6 6 (6er wild)
Royal / Straight Flush A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ / 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling 7 7 7 7 K
Full House / Flush D D D 4 4 / K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße 10 9 8 7 6 (A-2-3-4-5 niedrigste)
Drilling 5 5 5 K 2
Zwei Paare / ein Paar B B 4 4 A / 10 10 A 7 4
Höchste Karte A B 8 6 2

Wilde Karten ersetzen jede Karte, die du nicht schon hast (außer beim Fünfling). Farben zählen nie.

Jeder hat mindestens ein Paar – ein Drilling ist gewöhnlich; setz erst ab Full House richtig. Ein Paar plus wilde Karte ist schon ein Vierling.

All-in: Zu wenig Chips? Setz alles; du gewinnst von jedem nur so viel, wie du eingezahlt hast – der Rest kommt in einen Nebenpot.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ablauf eines Spiels
  6. All-in und Nebenpots
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Spit in the Ocean ist ein Klassiker der Pokerrunden im privaten Kreis und mit Five-Card Draw verwandt. Jeder bekommt nur vier Karten; dann deckt der Geber eine Karte in der Tischmitte auf – die Spit-Karte. Sie zählt als fünfte Karte jedes Spielers, und sie ist wild, zusammen mit den drei anderen Karten ihres Werts. Nach einer Setzrunde darf jeder einmal Karten tauschen, dann folgt eine zweite Setzrunde. Die beste Pokerhand aus fünf Karten gewinnt den Pot – alle Chips, die in diesem Spiel gesetzt wurden.

  • Spieler: 3–8, jeder für sich; am besten 5–7.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert. Deine Hand sind deine vier Karten plus die Spit-Karte – immer genau fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Fünfling fünf gleiche Werte (nur mit wilden Karten) 9 9 9 6 6 (6er wild)
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 4 4 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 8 6 2

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede niedrigere. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: zuerst die wichtigsten (Vierling, Drilling, höheres Paar …), dann die übrigen von oben. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt.

Wilde Karten: Die Spit-Karte und jede Karte gleichen Werts sind wild – sie dürfen jede beliebige Karte vertreten. Eine wilde Karte darf aber keine Karte ersetzen, die du schon hast (also kein zweites Herz-Ass), außer für einen Fünfling. Weil die Spit-Karte für alle wild ist, hat jeder mindestens ein Paar: Die Spit-Karte ergänzt einfach deine höchste Karte.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Geben zahlt jeder einen kleinen Grundeinsatz, das Ante (z. B. 1 Chip). Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen.
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben und jeder die Gelegenheit hatte, zu handeln. Legt vorher Grenzen fest – ein guter Anfang: Einsätze und Erhöhungen von genau 1 Chip vor dem Tausch und 2 Chips danach, höchstens drei Erhöhungen pro Runde.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt einen ersten Geber; nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Alle zahlen das Ante in den Pot.
  3. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, einzeln jedem vier Karten verdeckt. Schau dir deine Karten an, zeig sie aber niemandem.
  4. Der Geber legt die nächste Karte offen in die Tischmitte: die Spit-Karte. Ist es die 6♦, sind in diesem Spiel alle vier 6er wild. Die übrigen Karten bleiben verdeckt als Ziehstapel liegen.

Ablauf eines Spiels

1. Erste Setzrunde: Es beginnt der Spieler links vom Geber, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.

2. Tauschen: Sind noch mindestens zwei Spieler dabei, darf jeder von ihnen einmal seine Hand verbessern. Beginnend mit dem ersten aktiven Spieler links vom Geber legst du beliebig viele Karten – 0 bis 4 – verdeckt beiseite, und der Geber gibt dir ebenso viele neue vom Ziehstapel, sodass du wieder vier Karten hast. Wer alle vier behält, „steht“ (stand pat). Geht der Ziehstapel aus, mischt der Geber die beiseitegelegten Karten zu einem neuen Ziehstapel.

3. Zweite Setzrunde: Es beginnt der erste aktive Spieler links vom Geber. Einsätze und Erhöhungen sind jetzt doppelt so hoch.

4. Showdown: Wer noch dabei ist, deckt seine vier Karten auf – wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zuerst (haben alle gecheckt, der erste Spieler links vom Geber). Jede Hand besteht aus diesen vier Karten plus der Spit-Karte. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Steigen alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.

Beispiel: Vier Spieler zahlen je 1 Chip Ante. Die Spit-Karte ist die 6♦ – alle 6er sind wild. Ben eröffnet mit 1 Chip, Carla erhöht auf 2, Dan steigt aus, Anna und Ben gehen mit: 10 Chips im Pot. Ben tauscht zwei Karten, Carla eine, Anna eine. Nach dem Tausch checkt Ben, Carla setzt 2, Anna erhöht auf 4, Ben steigt aus, Carla geht mit. Carla hat D♣ D♥ 6♣ 4♠: Mit der 6♣ und der Spit-Karte, beide wild, ist das ein Vierling Damen. Anna hat K♠ B♠ 9♠ 7♠ – mit der Spit-Karte als A♠ ein Flush mit Ass. Carla gewinnt den Pot von 18 Chips.

All-in und Nebenpots

Willst du mitgehen, hast aber nicht mehr genug Chips, gehst du all-in: Du setzt alle restlichen Chips und bleibst bis zum Showdown im Spiel, ohne weiter zu setzen. Von jedem Gegner kannst du höchstens so viel gewinnen, wie du selbst eingezahlt hast; was die anderen darüber hinaus setzen, kommt in einen Nebenpot, den nur sie gewinnen können.

Spielende

Spielt so viele Runden, wie ihr wollt, oder bis zu einer vereinbarten Uhrzeit. Wer dann die meisten Chips hat, gewinnt; wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Tipps für Einsteiger

  • Ein Paar ist hier nichts wert – das hat jeder. Ein Drilling ist eine gewöhnliche Hand; setz erst ab Full House richtig viel.
  • Eine der drei anderen wilden Karten zu haben, ist ein großer Vorteil: Ein Paar plus eine wilde Karte ist mit der Spit-Karte schon ein Vierling.
  • Für Straße oder Flush brauchst du vier passende eigene Karten; darauf zu tauschen lohnt sich selten.
  • Achte darauf, wie viele Karten die anderen tauschen: Wer steht oder nur eine Karte nimmt, hat oft eine starke Hand.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Begrenzter Tausch: An manchen Tischen darfst du höchstens zwei Karten tauschen, oder höchstens drei (vier, wenn du ein Ass behältst).
  • Nur die Spit-Karte ist wild: Die anderen Karten ihres Werts sind normale Karten.
  • „Spit!“: Der Geber gibt wie beim normalen Draw-Poker je fünf Karten. Während des Gebens darf jeder jederzeit „Spit!“ rufen – dann kommt die nächste Karte als Spit-Karte offen in die Mitte, und es wird weitergegeben, bis jeder fünf Karten hat.
  • Ohne Tausch: Für sehr große Runden spielt ihr ohne Tauschen – eine Setzrunde, dann der Showdown.
  • Wild Widow: ein Five-Card-Draw-Spiel. Bevor die letzte Runde Karten gegeben wird, legt der Geber eine Karte offen in die Mitte; sie gehört niemandem, aber die drei anderen Karten ihres Werts sind wild.
  • Cincinnati, Round the World: mehr Karten in der Mitte, die einzeln aufgedeckt werden – siehe Poker-Hausvarianten.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Draw) – vier Karten für jeden plus eine gemeinsame wilde Karte
  • Herkunft: USA; spätestens 1926 gedruckt
  • Auch bekannt als: Spit
  • Ähnliche Spiele: Five-Card Draw, Wild Widow, Cincinnati, Round the World, Texas Hold’em

Spit in the Ocean gehört zu den alten Dealer’s-Choice-Spielen der amerikanischen Pokerrunden: Wer gibt, bestimmt die Variante für sein Spiel. Laut pagat.com war es wahrscheinlich das erste Pokerspiel mit einer gemeinsamen Karte: Die Ausgabe 1926 der Official Rules of Card Games der United States Playing Card Company beschreibt es als Abwandlung von Wild Widow, einem Five-Card-Draw-Spiel, in dem eine aufgedeckte Karte in der Mitte nur anzeigt, welcher Wert wild ist. Neu war, dass alle Spieler diese Karte als Teil ihrer Hand nutzen dürfen.

Die Regeln haben sich seitdem kaum verändert. Die Ausgabe 1968 der Official Rules beschreibt das Spiel in drei Sätzen – vier Karten für jeden, eine wilde Karte in der Mitte als fünfte Karte aller, eine Setzrunde, Tauschen auf eine Vierer-Hand, eine letzte Setzrunde – und empfiehlt Spit in the Ocean ohne Tauschen für sehr große Runden. Die Einzelheiten schwanken trotzdem: pagat.com erlaubt beliebig viele Tauschkarten und erwähnt Regeln mit höchstens zwei, Craig O’Briens Poker-Datenbank erlaubt drei (vier mit Ass), und die englische Wikipedia beschreibt eine Fassung, in der jeder beim normalen Geben von fünf Karten „Spit!“ rufen darf.

Dieselben Official Rules führen Cincinnati, Lame Brains und Round the World, bei denen mehrere gemeinsame Karten einzeln aufgedeckt werden, als „Varianten von Spit in the Ocean“. Im selben Kapitel stehen auch frühe Formen von Omaha und Hold’em, die ein ganzes Spiel auf gemeinsamen Karten aufbauen.

Quellen