Poker (gemischt) · Spiel 137 von 388 ♦
Poker-Hausvarianten (Dealer’s Choice)
Chicago, Heinz, Mexican Stud, Iron Cross und mehr – wer gibt, wählt das Spiel, je wilder, desto besser.
- Spieler
- 3–8
- Dauer
- 90 Min.
- Alter
- ab 16
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaft
Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend
Punkteblock
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Grundregeln für alle Varianten
- Chicago und Low Chicago
- Dirty Schultz
- Heinz
- Woolworth
- Wilde Karten ansagen
- Mexican Stud (Flip)
- Shotgun
- Cincinnati
- Round the World
- Iron Cross
- Tic Tac Toe
- Pineapple und Crazy Pineapple
- Peg Leg
- Weitere Varianten auf dieser Website
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Bei Dealer’s Choice („der Geber wählt“) wechselt der Geber nach jedem Spiel nach links, und jeder Geber bestimmt, welche Pokervariante in seinem Spiel gespielt wird. So spielen die meisten privaten Pokerrunden, und meist wählt der Geber etwas Ausgefalleneres als einfaches Draw- oder Stud-Poker – Spiele mit wilden Karten, gemeinsamen Karten oder geteiltem Pot. Diese Seite sammelt bekannte Hausvarianten. Alle werden um Chips gespielt, mit denselben Grundregeln, die zuerst erklärt werden.
- Spieler: 3–8, jeder für sich; am besten 5–7.
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.
Grundregeln für alle Varianten
Dealer’s Choice
Vor dem Geben sagt der Geber das Spiel an und erklärt es vollständig: wie gegeben wird, welche Karten wild sind, wie viele Setzrunden es gibt und wer den Pot gewinnt. Klärt alle Fragen, bevor die erste Karte kommt. Der Geber wählt die Variante, aber nicht die Einsätze: Ante und Setzgrenzen legt ihr vorher für den ganzen Abend fest, und alle zahlen dasselbe Ante. Dauert ein Spiel länger als ein Geben, wechselt der Geber wie gewohnt, bis es fertig ist.
Rangfolge der Hände
Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert. Im Showdown bildest du aus den Karten, die du nutzen darfst, die beste Hand aus genau fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:
| Hand | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Fünfling | fünf gleiche Werte (nur mit wilden Karten) | 8 8 8 8 + wilde Karte |
| Royal Flush | A K D B 10 in einer Farbe | A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠ |
| Straight Flush | fünf in Folge, gleiche Farbe | 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥ |
| Vierling | vier gleiche Werte | 7 7 7 7 K |
| Full House | Drilling + Paar | D D D 4 4 |
| Flush | fünf einer Farbe | K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦ |
| Straße | fünf in Folge, gemischte Farben | 10 9 8 7 6 |
| Drilling | drei gleiche Werte | 5 5 5 K 2 |
| Zwei Paare | zwei verschiedene Paare | B B 4 4 A |
| Ein Paar | zwei gleiche Werte | 10 10 A 7 4 |
| Höchste Karte | nichts von alledem | A B 8 6 2 |
Jede Hand einer höheren Art schlägt jede niedrigere. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: zuerst die wichtigsten (Vierling, Drilling, höheres Paar …), dann die übrigen von oben. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt.
Wilde Karten
Eine wilde Karte darf jede beliebige Karte vertreten. Sie darf aber keine Karte ersetzen, die du schon hast (also kein zweites Herz-Ass), außer für einen Fünfling. „5er sind wild“ heißt: alle vier 5er.
Setzen in Kürze
Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Vor jedem Geben zahlt jeder einen kleinen Grundeinsatz, das Ante (z. B. 1 Chip). Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:
- Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
- Setzen – Chips einzahlen.
- Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
- Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
- Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren.
Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben und jeder die Gelegenheit hatte, zu handeln. Eine einfache Grenze für zu Hause: Einsätze und Erhöhungen von 1–5 Chips, höchstens drei Erhöhungen pro Runde. Steigen alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen. Sonst folgt nach der letzten Setzrunde der Showdown: Wer noch dabei ist, zeigt seine Karten, und die beste Hand gewinnt.
Beispiel: Fünf spielen, alle haben 1 Chip Ante gezahlt, im Pot liegen also 5 Chips. Anna setzt 2, Ben geht mit 2 mit. Carla erhöht: Sie zahlt 5 ein (2 zum Mitgehen und 3 obendrauf). Dan steigt aus; sein Ante bleibt im Pot. Eva geht mit 5 mit. Jetzt ist Anna wieder dran: Sie braucht noch 3 Chips, um gleichzuziehen, Ben ebenso. Haben Anna, Ben, Carla und Eva je 5 eingezahlt, ist die Runde vorbei. Im Pot liegen 5 + 4 × 5 = 25 Chips.
Stud, Draw und gemeinsame Karten
- Stud: Einige deiner Karten bekommst du verdeckt (deine Hole Cards – nur du siehst sie), andere offen, und nach jeder neuen Karte gibt es eine Setzrunde. Jede Runde eröffnet, wer mit seinen offenen Karten die beste Pokerkombination zeigt. Seven-Card Stud, die Grundlage vieler Varianten unten: zwei Karten verdeckt und eine offen, Setzrunde; dann drei weitere offen und eine verdeckt, nach jeder eine Setzrunde.
- Draw: Alle Karten sind verdeckt. Nach einer Setzrunde darf jeder einmal bis zu drei Karten gegen neue vom Ziehstapel (dem Rest des Kartenspiels) tauschen, dann folgt eine weitere Setzrunde.
- Gemeinsame Karten: Karten in der Tischmitte, meist verdeckt gegeben und einzeln aufgedeckt, die jeder Spieler für seine Hand nutzen darf.
Hoch-Tief und Ansagen
Manche Varianten teilen den Pot. Bei Hoch-Tief (High-Low) teilen sich die beste und die niedrigste Hand den Pot. Niedrige Hände zählen meist nach „Ace-to-Five“: Das Ass ist niedrig, Straßen und Flushs zählen nicht, und die beste niedrige Hand ist 5-4-3-2-A. Zum Ansagen nimmt jeder, der noch dabei ist, heimlich keinen Chip (niedrig), einen Chip (hoch) oder zwei Chips (beides) in die geschlossene Faust, und alle öffnen gleichzeitig. Die beste hohe Hand unter den Hoch-Spielern und die beste niedrige unter den Niedrig-Spielern bekommen je den halben Pot. Wer beides angesagt hat, muss beides gewinnen, sonst bekommt er nichts.
Chicago und Low Chicago
Seven-Card Stud, bei dem sich die beste Hand und der Spieler mit dem höchsten verdeckten Pik den Pot teilen. Es zählen nur Pik unter deinen verdeckten Karten: Kommt das A♠ offen, ist der verdeckte K♠ das beste Pik. Hat ein Spieler die beste Hand und das beste verdeckte Pik, bekommt er den ganzen Pot. Hat niemand mehr ein verdecktes Pik, bekommt meist die beste Hand alles.
Bei Low Chicago gewinnt stattdessen das niedrigste verdeckte Pik (meist die 2♠) den halben Pot. Die andere Hälfte bekommt weiterhin die beste Pokerhand.
Option: Nach der letzten Setzrunde sagen die Spieler wie bei Hoch-Tief an, ob sie um das Pik, um die Hand oder um beides spielen. Wer beides ansagt, muss beides gewinnen.
Dirty Schultz
Seven-Card Stud mit einer wilden Karte, die ständig wechselt, wie bei Follow the Queen. Bekommt ein Spieler eine offene Karte, die mit einer seiner eigenen offenen Karten ein Paar bildet, wird die nächste offene Karte wild, zusammen mit allen Karten ihres Werts. Eine zuvor gewählte wilde Karte ist dann nicht mehr wild. Bildet die allerletzte offene Karte des Spiels ein Paar, ist gar nichts wild.
Klärt vorher, was passiert, wenn jemand mit einer offenen wilden Karte eine zweite bekommt oder aus einem Paar ein Drilling wird – der übliche Vorschlag: Zwei gleiche wilde Karten zählen als Paar, eine dritte Karte eines schon gepaarten Werts aber nicht.
Heinz
Seven-Card Stud mit wilden 5ern und 7ern – der Name spielt auf die „57 Varieties“ der Firma Heinz an. Eine wilde Karte, die du verdeckt bekommst, ist gratis. Eine offene 5 oder 7 ist teuer: Du musst dich sofort, vor der nächsten Karte, entscheiden – entweder du zahlst den Pot (so viele Chips, wie gerade im Pot liegen), oder du steigst aus.
Mit acht wilden Karten im Spiel ist ein Vierling eine gewöhnliche Hand, und auch ein Fünfling ist nicht selten. An manchen Tischen spielt man Heinz stattdessen als Five-Card Draw mit wilden 5ern und 7ern.
Woolworth
Seven-Card Stud mit wilden 5ern und 10ern – eine Anspielung auf die alten amerikanischen Woolworth-Läden, die „Five and Ten Cent Stores“. Verdeckte wilde Karten sind gratis. Bekommst du eine 5 offen, zahlst du 5 Chips in den Pot oder steigst aus; für eine offene 10 zahlst du 10 Chips oder steigst aus. Du entscheidest sofort, vor der nächsten Karte.
An manchen Tischen kostet eine offene 5 den Mindesteinsatz und eine offene 10 das Doppelte; an anderen bringt eine offene 2 eine Extrakarte, wie die 4 beim Baseball.
Wilde Karten ansagen
Jedes Spiel lässt sich mit wilden Karten würzen. Die häufigsten Ansagen:
- Deuces Wild: Alle vier 2er sind wild – meist bei Five-Card Draw.
- One-Eyed Jacks: B♠ und B♥ sind wild. Auf den meisten Kartenspielen sind diese beiden Buben im Profil gezeichnet und zeigen nur ein Auge.
- One-Eyes: Zusätzlich ist der K♦ wild – die dritte Bildkarte im Profil.
- Suicide King: Der K♥ ist wild. Der Herz-König scheint sich sein Schwert in den Kopf zu stoßen.
- Niedrigste verdeckte Karte: Beim Stud ist die niedrigste verdeckte Karte jedes Spielers wild, nur für ihn, zusammen mit weiteren Karten dieses Werts in seiner Hand.
Mexican Stud (Flip)
Five-Card Stud, bei dem du bestimmst, welche Karten du zeigst. Jeder bekommt zwei Karten verdeckt, schaut sie an und deckt eine davon auf. Die beste offene Karte eröffnet eine Setzrunde. Dann bekommt jeder eine weitere Karte verdeckt und deckt wieder eine seiner beiden verdeckten Karten auf; es folgt eine Setzrunde. Das geht so weiter, bis jeder vier Karten offen und eine verdeckt hat. Nach der letzten Setzrunde kommt der Showdown.
In der Fassung der Official Rules der US Playing Card Company ist die verdeckte Karte für ihren Besitzer wild, zusammen mit jeder anderen Karte gleichen Werts in seiner Hand – ein Spiel, das auch Shifting Sands heißt. Oft wird es Hoch-Tief gespielt.
Shotgun
Five-Card Draw mit zusätzlichen Setzrunden. Jeder bekommt drei Karten verdeckt, dann gibt es eine Setzrunde. Es folgt eine vierte Karte verdeckt, eine Setzrunde, eine fünfte Karte verdeckt und wieder eine Setzrunde. Jetzt darf jeder, der noch dabei ist, tauschen – einmal bis zu drei Karten –, und es folgen eine letzte Setzrunde und der Showdown.
Double-Barreled Shotgun: Nach dem Tausch legt jeder seine fünf Karten verdeckt in einer Reihe vor sich, und auf ein Zeichen des Gebers decken alle gleichzeitig eine Karte auf. Nach einer Setzrunde wird die nächste aufgedeckt und so weiter, bis vier Karten offen liegen und eine verdeckt; dann folgen die letzte Setzrunde und der Showdown. Als Hoch-Tief-Spiel heißt das manchmal Skinny Minnie.
Cincinnati
Jeder bekommt fünf Karten verdeckt, und fünf weitere kommen verdeckt in die Tischmitte. Der Geber deckt die Karten in der Mitte einzeln auf, nach jeder folgt eine Setzrunde – insgesamt fünf Setzrunden; vor der ersten aufgedeckten Karte wird nicht gesetzt. Im Showdown bildest du deine beste Fünferhand aus beliebigen deiner eigenen Karten und den fünf gemeinsamen Karten.
Mit zehn Karten zur Auswahl sind die Hände stark. Beliebte Optionen: Die letzte gemeinsame Karte und alle Karten ihres Werts sind wild; die niedrigste gemeinsame Karte und ihr Wert sind wild; oder die niedrigste verdeckte Karte jedes Spielers ist für ihn wild. Cincinnati wird auch Hoch-Tief mit Ansage gespielt und heißt auch Lame Brains.
Round the World
Ein kleineres Cincinnati: Jeder bekommt vier Karten verdeckt, und vier Karten kommen verdeckt in die Mitte. Sie werden einzeln aufgedeckt, nach jeder folgt eine Setzrunde. Im Showdown bildest du deine beste Fünferhand aus beliebigen deiner eigenen Karten und den gemeinsamen Karten. Gespielt wird nur um die höchste Hand.
Iron Cross
Jeder bekommt fünf Karten verdeckt. Fünf weitere kommen verdeckt als Kreuz in die Mitte: eine Karte im Zentrum und je eine darüber, rechts, darunter und links davon. Es gibt eine Setzrunde; dann deckt der Geber die Karten einzeln auf – oben, rechts, unten, links und zuletzt die Mitte – mit einer Setzrunde nach jeder.
Im Showdown bildest du deine beste Fünferhand aus beliebigen deiner eigenen Karten und gemeinsamen Karten aus nur einer Linie des Kreuzes: der senkrechten (oben, Mitte, unten) oder der waagerechten (links, Mitte, rechts) – nie aus beiden Linien.
Übliche Optionen: Die Mittelkarte und alle Karten ihres Werts sind wild; vier statt fünf Karten für jeden; Hoch-Tief mit Ansage. Mit vier Karten und wilder Mitte heißt das Spiel auch Criss-Cross.
Tic Tac Toe
Jeder bekommt nur zwei Karten verdeckt, und neun Karten kommen verdeckt als Quadrat aus 3 × 3 in die Mitte. Der Geber deckt sie einzeln auf, mit einer Setzrunde nach jeder – oder schneller in Gruppen: die vier Ecken, dann die vier Randkarten, dann die Mitte, mit einer Setzrunde nach jeder Gruppe.
Im Showdown besteht deine Hand aus deinen zwei Karten plus einer Linie aus drei gemeinsamen Karten: einer beliebigen Reihe, Spalte oder einer der beiden Diagonalen. Die Mittelkarte liegt in den meisten Linien, deshalb macht man sie oft wild, zusammen mit allen Karten ihres Werts.
Pineapple und Crazy Pineapple
Texas Hold’em mit drei statt zwei verdeckten Karten. Das Spiel läuft wie Hold’em: Blinds, eine Setzrunde, drei gemeinsame Karten (der Flop), Setzrunde, eine vierte Karte (der Turn), Setzrunde, eine fünfte Karte (der River) und eine letzte Setzrunde. Im Showdown nutzt du deine verdeckten Karten und die fünf gemeinsamen wie bei Hold’em.
- Pineapple: Jeder wirft sofort eine seiner drei Karten ab, vor der ersten Setzrunde.
- Crazy Pineapple: Du behältst alle drei Karten bis nach der Setzrunde auf dem Flop und wirfst eine vor dem Turn ab.
- Tahoe (Lazy Pineapple): Du behältst alle drei Karten, nutzt aber höchstens zwei davon.
Peg Leg
Seven-Card Stud mit Geschicklichkeit, aus Scott McNeelys Ultimate Book of Card Games. Alle Antes und Einsätze kommen auf einen einzigen Turm aus Chips statt in einen losen Pot – leg deine vorsichtig drauf, und nur, wenn du dran bist. Wer den Turm umwirft, ist für dieses Spiel draußen; danach geht es ganz normal weiter. Steht der Turm beim Showdown noch, nimmt die beste Hand den Pot, und alle anderen, die noch drin sind, zahlen dem Gewinner zusätzlich 1 Chip.
Weitere Varianten auf dieser Website
Diese Dealer’s-Choice-Klassiker haben eigene Seiten:
- Baseball – Seven-Card Stud mit wilden 3ern und 9ern; eine offene 4 bringt eine Extrakarte.
- No-Peek Baseball – auch Night Baseball: Niemand schaut seine Karten an; aufdecken, bis du die beste offene Hand schlägst.
- Follow the Queen – die Karte nach einer offenen Dame wird wild.
- Anaconda – auch Pass the Trash: sieben Karten, drei, zwei und eine an den Nachbarn weitergeben.
- Spit in the Ocean – vier Karten für jeden plus eine gemeinsame wilde Karte.
- Guts, Seven Twenty-Seven und Indian Poker – streng genommen kein Poker, aber beliebte Dealer’s-Choice-Spiele.
Tipps für Einsteiger
- Halte die Regeln kurz, wenn du gibst. Ein Spiel, das niemand versteht, macht keinen Spaß – erklär wilde Karten und Pot-Teilung, bevor die Karten kommen.
- Mit vielen wilden Karten werden die Hände viel stärker: Bei Spielen wie Heinz reicht ein Vierling oft nicht.
- Bei geteiltem Pot ist eine Hand, die nur die Hälfte gewinnen kann, weniger wert, als sie aussieht.
- Frag nach, wenn etwas unklar ist – vor dem ersten Einsatz.
Varianten
Alles freiwillig – zu Beginn des Abends absprechen.
- Pot-Limit oder No-Limit: Statt fester Grenzen darf ein Einsatz oder eine Erhöhung so groß sein wie der Pot (Pot-Limit) oder beliebig groß bis zu allen deinen Chips (No-Limit).
- Der Geber zahlt das Ante: Der Geber zahlt das Ante für alle, damit jeder Pot mit derselben Summe beginnt und das Geben ein bisschen kostet.
- Steigendes Ante: Alle 30 Minuten verdoppeln sich Ante und Einsatzgrenzen, damit sich ein langer Abend nicht zieht.
- Nachkaufen: Wer keine Chips mehr hat, darf einmal den Startstapel nachkaufen, oder bis zu einer vereinbarten Uhrzeit.
- Höchstens ein Wild-Card-Spiel: In jeder Runde von Gebern darf nur ein Spiel mit wilden Karten gewählt werden, damit auch normales Poker vorkommt.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Poker (gemischt) – Hausvarianten, reihum gewählt
- Herkunft: USA, Poker im privaten Kreis; die meisten dieser Varianten waren Mitte des 20. Jahrhunderts gedruckt
- Auch bekannt als: Dealer’s Choice, Home Poker
- Ähnliche Spiele: Five-Card Draw, Seven-Card Stud, Texas Hold’em, Baseball, Follow the Queen, Anaconda
Dealer’s Choice ist weniger ein Spiel als eine Art, Poker zu spielen: Während der Geber reihum wechselt, bestimmt jeder Geber die Variante – für ein Spiel oder, wie die englische Wikipedia erwähnt, für eine ganze Runde. Es ist das beliebteste Format entspannter Pokerabende zu Hause und wird online kaum gespielt. Laut pagat.com muss der Geber das Spiel „klar und knapp“ erklären, samt aller Optionen und Sonderregeln, während Ante und Setzgrenzen von allen gemeinsam festgelegt werden.
Die Official Rules of Card Games der United States Playing Card Company haben seit Langem ein Kapitel „Poker Variations – Dealer’s Choice“. In der Ausgabe von 1968 darf der Geber das Spiel, die wilden Karten und die Setzrunden bestimmen, aber „von keinem Spieler ein höheres Ante verlangen als von einem anderen“. Das Kapitel beschreibt bereits Mexican Stud (mit wilder verdeckter Karte), Shotgun, Heinz, Woolworth, Baseball, Cincinnati (auch Lame Brains), Round the World und die „One-Eyes“ (B♠, B♥ und K♦) als wilde Karten. Außerdem empfiehlt es Dealer’s Choice für gesellige Runden von Männern und Frauen, „da Männer und Frauen oft einen unterschiedlichen Geschmack bei der Spielwahl haben“.
Erfunden wird bis heute: Craig O’Briens Online-Poker-Datenbank verzeichnet mehr als tausend Varianten, und derselbe Name steht oft für verschiedene Spiele. Was die Official Rules Shotgun nennen, ist ein Draw-Spiel mit zusätzlichen Setzrunden, während die englische Wikipedia den Namen einem Spiel gibt, bei dem die Karten nach dem Tausch einzeln aufgedeckt werden; Mexican Stud wird mit oder ohne wilde verdeckte Karte gespielt; und der Preis einer offenen Karte bei Woolworth ist von Tisch zu Tisch verschieden. Diese Website folgt den gedruckten Regeln, wo es sie gibt, sonst pagat.com.
Quellen
- Dealer’s Choice – pagat.com (englisch)
- Dealer’s choice – Wikipedia (englisch)
- The Official Rules of Card Games, 70. Ausgabe (United States Playing Card Co., 1968) – Internet Archive (englisch)
- Chicago, Dirty Schultz – pagat.com (englisch)
- Spit in the Ocean, Cincinnati, Round the World – pagat.com (englisch)
- Iron Cross, Tic Tac Toe – pagat.com (englisch)
- Roll Your Own, Mexican Stud – pagat.com (englisch)
- Texas-Hold’em-Varianten (Pineapple) – pagat.com (englisch)
- Baseball, Woolworth – pagat.com (englisch)
- Stud poker – Wikipedia (englisch)
- Draw poker – Wikipedia (englisch)
- Community card poker – Wikipedia (englisch)
- List of playing-card nicknames – Wikipedia (englisch)
- Craig O’Briens Poker-Datenbank (englisch)
- Scott McNeely: Ultimate Book of Card Games. Chronicle Books, San Francisco 2009