Kartenspielregeln

Poker (Gemeinschaftskarten) · Spiel 116 von 388 ♠

Texas Hold’em (No Limit)

Zwei geheime Karten, fünf gemeinsame und ein Stapel Chips – setz alles, wenn du dich traust, und bau aus sieben Karten die beste Hand.

Spieler
2–10
Dauer
90 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Platz 8 in Die 10 Kartenspiele, die man kennen solltePlatz 6 in Für große RundenPlatz 1 in Pokerabend

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: Chips gewinnen – beste Fünferhand aus deinen 2 Hole Cards + den 5 Karten auf dem Board, oder als Letzter übrig bleiben.
  • Blinds: links vom Button Small (z. B. 1), daneben Big Blind (2). Je 2 Karten.
  • Preflop: Links vom Big Blind beginnt; wer bleibt, geht den Big Blind mit. Der Big Blind ist zuletzt dran, darf checken oder erhöhen.
  • Flop (3 Karten), Turn (1), River (1), je nach einer verbrannten Karte; dann Setzrunde ab dem ersten Aktiven links vom Geber.
  • Checken, setzen (mind. Big Blind), mitgehen, erhöhen (≥ letzte Erhöhung), aussteigen – bis all-in.
  • Showdown: Beste Hand gewinnt, Gleichstand teilt. Button wandert nach links.

Spickzettel

Hände (beste zuerst)

Hand Beispiel
Straight Flush 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling 7 7 7 7 K
Full House D D D 4 4
Flush K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße 10 9 8 7 6
Drilling 5 5 5 K 2
Zwei Paare B B 3 3 A
Ein Paar 10 10 A 7 4
Höchste Karte A B 9 6 3
  • Gleiche Art: erst Vierling, Drilling, höheres Paar, dann der Rest von oben. 5-4-3-2-A ist die kleinste Straße. Farben zählen nie – Gleichstand teilt.
  • Du darfst beide, eine oder keine deiner Hole Cards nutzen. Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind.
  • All-in: Von jedem Gegner gewinnst du höchstens deinen Einsatz; der Rest kommt in einen Nebenpot, der zuerst entschieden wird.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte und Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ein Spiel Schritt für Schritt
  6. All-in und Nebenpots
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Texas Hold’em ist die weltweit beliebteste Form des Pokers. Jeder bekommt zwei geheime Karten, dazu kommen fünf offene Karten in die Tischmitte, die alle nutzen dürfen. In vier Setzrunden schiebt ihr Chips in den gemeinsamen Pot – oder steigt aus. Den Pot gewinnt, wer als Letzter übrig bleibt oder am Ende die beste Pokerhand aus fünf Karten hat. Bei No Limit darfst du jederzeit alle deine Chips setzen.

  • Spieler: 2–10, jeder für sich.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 100. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Kartenwerte und Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2; das Ass darf auch unten in der Straße 5-4-3-2-A stehen. Alle Farben sind gleich viel wert.

Am Ende bildest du aus sieben Karten die beste Hand aus genau fünf Karten. Von der besten zur schwächsten:

Hand Beschreibung Beispiel
Royal Flush A K D B 10 in einer Farbe A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠
Straight Flush fünf in Folge, gleiche Farbe 9♥ 8♥ 7♥ 6♥ 5♥
Vierling vier gleiche Werte 7 7 7 7 K
Full House Drilling + Paar D D D 4 4
Flush fünf einer Farbe K♦ B♦ 8♦ 5♦ 2♦
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 10 9 8 7 6
Drilling drei gleiche Werte 5 5 5 K 2
Zwei Paare zwei verschiedene Paare B B 3 3 A
Ein Paar zwei gleiche Werte 10 10 A 7 4
Höchste Karte nichts von alledem A B 9 6 3

Jede Hand einer höheren Art schlägt jede Hand einer niedrigeren. Bei gleicher Art gewinnen die höheren Karten: Zuerst vergleicht ihr die wichtigsten Karten (den Vierling, den Drilling, das höhere Paar …), dann die übrigen Karten der Reihe nach von oben. Eine Straße zählt nach ihrer höchsten Karte, 5-4-3-2-A ist also die niedrigste. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt – die Farbe entscheidet nie.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen (mindestens den Big Blind, siehe unten).
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen. Bei No Limit muss eine Erhöhung mindestens so groß sein wie der letzte Einsatz oder die letzte Erhöhung dieser Runde; höchstens darfst du alle deine Chips setzen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren, und du spielst in diesem Spiel nicht mehr mit.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben (oder all-in sind) und jeder die Gelegenheit hatte, zu handeln.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Legt die Blinds fest – zwei Pflichteinsätze, mit denen jeder Pot beginnt, z. B. Small Blind 1 und Big Blind 2 Chips.
  2. Bestimmt den ersten Geber (z. B. wer die höchste Karte zieht). Seinen Platz markiert ein Button (irgendein kleiner Gegenstand); er wandert nach jedem Spiel einen Platz nach links.
  3. Der Spieler links vom Geber zahlt den Small Blind, der nächste links daneben den Big Blind. Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind und der andere den Big Blind.
  4. Der Geber mischt und gibt jedem einzeln, links beginnend, zwei Karten verdeckt. Das sind deine Hole Cards (deine Startkarten) – schau sie dir an, aber zeig sie niemandem.

Ein Spiel Schritt für Schritt

1. Preflop: die erste Setzrunde. Es beginnt der Spieler links vom Big Blind, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn. Die Blinds zählen als Einsätze; wer dabeibleiben will, muss also mindestens den Big Blind mitgehen. Der Big Blind ist zuletzt dran; sind alle nur mitgegangen, darf er checken oder noch erhöhen.

2. Flop: Der Geber „verbrennt“ eine Karte (legt sie ungesehen verdeckt beiseite) und deckt drei Karten in der Tischmitte auf. Diese Gemeinschaftskarten (das Board) gehören allen. Zweite Setzrunde – ab jetzt beginnt jeweils der erste noch aktive Spieler links vom Geber, und man darf checken.

3. Turn: eine Karte verbrennen, eine vierte Gemeinschaftskarte aufdecken. Dritte Setzrunde.

4. River: eine Karte verbrennen, die fünfte Gemeinschaftskarte aufdecken. Vierte und letzte Setzrunde.

5. Showdown: Sind noch zwei oder mehr Spieler dabei, decken sie ihre Hole Cards auf – wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zuerst; haben alle gecheckt, zeigt der erste noch aktive Spieler links vom Geber zuerst. Jeder bildet die beste Fünferhand aus seinen zwei Karten und den fünf Karten auf dem Board; dabei darf er beide, eine oder keine seiner eigenen Karten verwenden. Die beste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Steigen irgendwann alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.

Beispiel: Auf dem Board liegen K♥ 9♠ 9♦ 4♣ 2♥. Anna hat K♣ 7♦ – ihre beste Hand ist K K 9 9 7 (zwei Paare). Ben hat A♥ 9♥ – er hat 9 9 9 K A (Drilling) und gewinnt. Hätte Ben A♦ K♦, hätten beide zwei Paare K K 9 9, und Annas 7 als fünfte Karte verlöre gegen sein Ass.

K♥K♥K9♠9♠♠9♦9♦♦Board4♣4♣♣2♥2♥♥K♣7♦7♦♦AnnaA♥9♥9♥♥Ben
Texas Hold’em – das Board und die Hole Cards von Anna und Ben beim Showdown

All-in und Nebenpots

Willst du mitgehen, hast aber nicht genug Chips, oder willst du alles setzen, gehst du all-in: Du schiebst alle deine restlichen Chips in den Pot. Du bleibst bis zum Showdown dabei, ohne weiter zu setzen, kannst aber von jedem Gegner nur so viel gewinnen, wie du selbst eingezahlt hast.

Was die anderen über deinen All-in-Betrag hinaus setzen, kommt in einen eigenen Nebenpot (Side Pot), den nur sie gewinnen können. Beim Showdown wird zuerst der Nebenpot unter seinen Beteiligten entschieden, dann der Hauptpot unter allen, die noch dabei sind – auch dir.

Beispiel: Carla geht mit 20 Chips all-in. Dan und Eva gehen je mit 20 mit und setzen danach noch je 30. Im Hauptpot liegen 60 (je 20 von allen dreien) plus die Blinds und frühere Einsätze, im Nebenpot 60 (je 30 von Dan und Eva). Hat Carla die beste Hand, gewinnt sie den Hauptpot, und den Nebenpot bekommt der Bessere von Dan und Eva.

Sind alle, die noch dabei sind, all-in (oder hat nur noch einer Chips), kann niemand mehr setzen: Die restlichen Karten des Boards werden sofort aufgedeckt, dann folgt der Showdown.

Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Spielende

Spielt, bis nur noch einer Chips hat, oder hört zu einer vereinbarten Zeit auf – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.

Tipps für Einsteiger

  • Steig vor dem Flop mit den meisten Händen aus. Paare, zwei hohe Karten (wie A-K, A-D, K-D) und zwei hohe Karten gleicher Farbe lohnen sich.
  • Die Position zählt: Wer nach den anderen dran ist, weiß mehr. Spiel mehr Hände, wenn du nah am Button sitzt.
  • Schau immer, welche Hand das Board möglich macht – könnte jemand einen Flush oder eine Straße haben?
  • Geh nicht mit, nur weil du schon Chips im Pot hast. Was im Pot liegt, gehört dir nicht mehr.
  • Bluffen klappt am besten gegen wenige Gegner und nur ab und zu.

Varianten

  • Limit Hold’em: Einsätze und Erhöhungen sind feste Beträge – in den ersten beiden Setzrunden so groß wie der Big Blind, in den letzten beiden doppelt so groß –, und meist sind pro Runde nur ein Einsatz und drei Erhöhungen erlaubt.
  • Pot Limit: Höchstens darfst du so viel setzen oder erhöhen, wie im Pot liegt.
  • Turnier-Stil: Die Blinds steigen in festen Abständen (z. B. alle 20 Minuten), damit das Spiel zu Ende kommt.
  • Ante: Zusätzlich zu den Blinds zahlt jeder vor dem Geben einen kleinen festen Einsatz (Ante) in den Pot.
  • Pineapple: Jeder bekommt drei Hole Cards und wirft vor der ersten Setzrunde eine davon ab.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Gemeinschaftskarten) – zwei eigene Karten plus fünf offene in der Tischmitte
  • Herkunft: Texas, USA, frühes 20. Jahrhundert (vermutlich Robstown)
  • Auch bekannt als: Hold’em, Texas Hold ’em, No-Limit Hold’em (NLHE)
  • Ähnliche Spiele: Omaha, Pineapple, Seven-Card Stud, Five-Card Draw

Texas Hold’em ist ein Poker mit Gemeinschaftskarten: Neben den eigenen zwei Karten nutzen alle Spieler fünf offene Karten auf dem Tisch. Laut der englischen Wikipedia soll das Spiel Anfang des 20. Jahrhunderts in Robstown, Texas, entstanden sein; Genaueres ist unbekannt, doch das Parlament von Texas hat Robstown 2007 offiziell als Geburtsort anerkannt.

Nach Wikipedia kam das Spiel 1963 nach Las Vegas und verbreitete sich in Casinos wie dem Golden Nugget; 1967 spielten dort bereits Texaner wie Doyle Brunson und Amarillo Slim. Als Benny und Jack Binion 1970 im Binion’s Horseshoe in Las Vegas die World Series of Poker gründeten, wurde No-Limit Texas Hold’em bald zu deren Hauptturnier – und ist es bis heute.

Der große Boom kam um die Jahrtausendwende. Laut Wikipedia machten versteckte Minikameras, mit denen Fernsehzuschauer die verdeckten Karten der Spieler sehen konnten (zuerst 1999 in der britischen Sendung Late Night Poker), das Wachstum des Online-Pokers und 2003 der WSOP-Sieg des online qualifizierten Amateurs Chris Moneymaker das Spiel enorm populär. Laut pagat.com ist Poker für viele Menschen inzwischen gleichbedeutend mit Texas Hold’em.

Die Website pagat.com beschreibt mehrere enge Verwandte, etwa Pineapple, bei dem jeder drei Karten bekommt und eine abwirft; ein weiteres Poker mit Gemeinschaftskarten ist Omaha. Die Rangfolge der Hände ist dieselbe wie bei allen üblichen Pokerspielen, etwa Five-Card Draw und Seven-Card Stud.

Quellen