Kartenspielregeln

Zockerspiel · Spiel 230 von 388 ♥

Nimm oder schieb

Keiner will die Karten – also zahlst du einen Chip, um sie weiterzuschieben, bis jemand findet, dass sich der Haufen Chips lohnt.

Spieler
3–7
Dauer
20 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
leicht
Karten
33 Karten: ♣ 3–K, alle ♦, ♥ A–9; dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder · Nur hier · Neu & ungetestet

ungetestet Noch nicht ausprobiert: Das ist ein eigener Entwurf bzw. eine eigene Umsetzung. Die Regeln können sich noch ändern – wenn du es spielst, schreib uns, wie es war: simon@howto.cards

Kurzregeln

  • Ziel: die wenigsten Punkte – Karten zählen gegen dich, Chips für dich.
  • Karten: ♣ 3–K, alle ♦, ♥ A–9 (Werte 3–35). Mischen, 9 ungesehen weg; 24 als Ziehstapel.
  • Chips: je 11 (zu sechst 9, zu siebt 7), verdeckt halten.
  • Start: Wer links vom Geber sitzt, deckt eine Karte auf.
  • Zug: „Nein danke“: Chip auf die Karte, der Nächste entscheidet. Oder nehmen mit allen Chips, offen vor dich legen, nächste Karte aufdecken und neu entscheiden.
  • Keine Chips mehr: Du musst nehmen.
  • Ende: wenn die letzte Karte genommen ist. Karten zusammenzählen – eine Folge zählt nur ihre niedrigste Karte – minus Chips.

Spickzettel

Wert ♣ ♦ ♥
A · 2 – 14 · 15 27 · 28
3 · 4 · 5 3 · 4 · 5 16 · 17 · 18 29 · 30 · 31
6 · 7 · 8 6 · 7 · 8 19 · 20 · 21 32 · 33 · 34
9 · 10 9 · 10 22 · 23 35 · –
B · D · K 11 · 12 · 13 24 · 25 · 26 –
  • ♣ = Kartenwert (B 11, D 12, K 13), ♦ = +13, ♥ = +26.
  • Folgen über Farben hinweg: K♣–A♦ (13–14), K♦–A♥ (26–27).
  • Beispiel: 8♣ 9♣ 10♣ = 8 Punkte; 6♣ + 7♥ = 39.
  • Gleichstand: Mehr Chips gewinnt; sonst geteilter Sieg.
  • Mehrere Partien: Punkte zusammenzählen; die niedrigste Summe gewinnt.
  • Karten nach Wert sortiert auslegen, damit alle deine Folgen sehen.
  • Die 9 Karten in der Schachtel fehlen vielleicht genau in deiner Folge.
  • Variante – offene Chips: Alle Chips liegen sichtbar.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Karten und ihre Werte
  3. Vorbereitung
  4. Ein Zug
  5. Spielende und Wertung
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Bei „Nimm oder schieb“ ist jede Karte schlecht für dich: Am Ende zählt ihr Wert gegen dich. Es wird immer eine Karte aufgedeckt, und reihum muss jeder sie entweder nehmen oder „Nein danke“ sagen und einen Chip zahlen, um sie weiterzuschieben. Je länger keiner die Karte will, desto mehr Chips sammeln sich darauf – bis jemand findet, dass sich die Chips lohnen. Zwei Dinge mildern den Schaden: Jeder Chip, den du am Ende noch hast, zählt einen Punkt zu deinen Gunsten, und Karten mit aufeinanderfolgenden Werten zählen nur so viel wie die niedrigste davon. Die niedrigste Punktzahl gewinnt.

  • Spieler: 3 bis 7, am schönsten zu viert oder zu fünft.
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt und Chips – Spielmarken, Münzen oder Streichhölzer, bis zu 55 Stück (11 pro Person bei 5 Spielern).

„Nimm oder schieb“ ist unsere eigene Umsetzung für normale Spielkarten, inspiriert von Geschenkt (Thorsten Gimmler, Amigo, 2004). In dieser Form ist das Spiel noch nicht getestet.

Die Karten und ihre Werte

Gespielt wird mit 33 Karten, die für die Werte 3 bis 35 stehen. Such diese Karten heraus:

  • Kreuz von 3 bis König (11 Karten): zählen ihren Kartenwert – 3 bis 10, Bube 11, Dame 12, König 13.
  • Alle 13 Karo-Karten: Kartenwert plus 13 – das A♦ ist 14, die 2♦ ist 15 … der K♦ ist 26.
  • Herz von Ass bis 9 (9 Karten): Kartenwert plus 26 – das A♥ ist 27 … die 9♥ ist 35.

Die übrigen Karten (A♣, 2♣, 10♥ bis K♥, alle Pik, Joker) braucht ihr nicht. Stell dir die drei Farben als eine lange Leiter vor: erst Kreuz, dann Karo, dann Herz, und jedes Ass folgt auf den König der Farbe davor.

Wert ♣ ♦ ♥
A – 14 27
2 – 15 28
3 3 16 29
4 4 17 30
5 5 18 31
6 6 19 32
7 7 20 33
8 8 21 34
9 9 22 35
10 10 23 –
B 11 24 –
D 12 25 –
K 13 26 –

Vorbereitung

  1. Bestimmt einen Geber. Er mischt die 33 Karten und legt 9 Karten ungesehen zurück in die Schachtel. Niemand weiß, welche Werte fehlen – das gehört zum Spiel.
  2. Die übrigen 24 Karten kommen als verdeckter Ziehstapel in die Mitte.
  3. Jeder bekommt Chips: je 11 bei 3–5 Spielern, je 9 bei 6 Spielern, je 7 bei 7 Spielern. Halt deine Chips in der Hand oder unter der Handfläche verborgen – die anderen sollen nicht genau wissen, wie viele du hast.
  4. Der Spieler links vom Geber beginnt und deckt die oberste Karte des Ziehstapels auf.

Ein Zug

Bist du dran, schau dir die offene Karte in der Mitte an und entscheide:

  • „Nein danke“: Leg einen Chip aus deinem Vorrat auf die Karte. Jetzt ist der nächste Spieler links mit derselben Karte dran.
  • Nehmen: Nimm die Karte mit allen Chips darauf. Leg die Karte offen vor dich, die Chips kommen zu deinem Vorrat. Dann deckst du die nächste Karte vom Ziehstapel auf und bist mit der neuen Karte gleich wieder dran – du kannst sie weiterschieben oder auch nehmen.

Hast du keine Chips mehr, kannst du nicht „Nein danke“ sagen – dann musst du die Karte nehmen.

Leg deine Karten nach Wert sortiert vor dich, sodass alle sie sehen können.

Beispiel: Anna deckt den B♦ (24) auf. Sie zahlt einen Chip: „Nein danke.“ Ben und Carla zahlen auch je einen. Dan hat die 10♦ (23) vor sich liegen, die 24 würde also anschließen und ihn nichts extra kosten. Er nimmt den B♦ mit den 3 Chips und deckt die nächste Karte auf: die 6♣ (6). Billig – die nimmt er sofort, auch ohne Chips, und deckt die nächste auf.

Spielende und Wertung

Das Spiel endet, wenn die letzte Karte des Ziehstapels genommen wurde. Dann rechnet jeder:

  1. Zähl deine Karten zusammen – aber eine Folge von Karten mit aufeinanderfolgenden Werten zählt nur so viel wie ihre niedrigste Karte. Eine Folge darf von einer Farbe in die nächste übergehen: K♣ (13) und A♦ (14) folgen aufeinander, ebenso K♦ (26) und A♥ (27).
  2. Zieh deine Chips ab: Jeder Chip zählt einen Punkt zu deinen Gunsten.

Wer die niedrigste Punktzahl hat, gewinnt. Bei Gleichstand gewinnt, wer von ihnen mehr Chips hat; ist auch das gleich, teilen sie sich den Sieg.

6♣6♣♣68♣9♣10♣10♣♣zählt 8K♣A♦2♦2♦♦zählt 1310♦B♦B♦Bzählt 237♥7♥♥33
Dans Karten am Ende – drei Folgen und zwei einzelne Karten

Beispiel: Dan hat am Ende 6♣ (6), 8♣ 9♣ 10♣ (8, 9, 10), K♣ A♦ 2♦ (13, 14, 15), 10♦ B♦ (23, 24) und 7♥ (33) sowie 6 Chips. Die Folgen zählen 8, 13 und 23, die einzelnen Karten 6 und 33: 6 + 8 + 13 + 23 + 33 = 83, minus 6 Chips = 77 Punkte.

Oft spielt man mehrere Partien hintereinander und zählt die Punkte zusammen; die niedrigste Summe gewinnt.

Tipps für Einsteiger

  • Eine Karte, die eine deiner Folgen verlängert, kostet dich nichts – oder spart sogar Punkte, wenn sie zwei Folgen verbindet. Nimm solche Karten, aber vielleicht nicht sofort: Lass die anderen erst ein paar Chips zahlen.
  • Achte auf die Folgen der anderen: Eine Karte, die bei jemand anderem anschließt, will er gratis haben. Mach es ihm nicht zu billig.
  • Chips sind deine Rettungsleine. Ohne Chips musst du jede Karte nehmen, egal wie schlecht.
  • Denk an die 9 Karten in der Schachtel: Die Karte, die deine Folge schließen würde, kommt vielleicht nie.
  • Hohe Karten lohnen sich am Anfang nur, wenn schon ein ordentlicher Haufen Chips darauf liegt.

Varianten

  • Offene Chips: Alle lassen ihre Chips sichtbar liegen. Das Spiel wird berechenbarer und weniger zum Bluff.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Zockerspiel (Kartenversteigerung mit Chips)
  • Herkunft: Umsetzung für diese Website (2026) von Geschenkt (Thorsten Gimmler, Amigo, 2004)
  • Auch bekannt als: –
  • Ähnliche Spiele: Geschenkt, 6 nimmt!, Die Sechste

„Nimm oder schieb“ ist kein traditionelles Spiel: Es ist für diese Website als Fassung eines veröffentlichten Spiels entstanden, die man mit einem normalen Kartenblatt spielen kann. Die ganze Idee stammt aus Thorsten Gimmlers Geschenkt: Karten von 3 bis 35, neun davon ungesehen aussortiert, ein Chip, um eine Karte abzulehnen, die Karte samt allen Chips darauf, Folgen, die nur ihre niedrigste Karte zählen, und Chips, die für dich zählen. Auch die Zahl der Chips je nach Spielerzahl folgt dem Original. Wer „Nimm oder schieb“ mag, sollte sich das Original unbedingt zulegen – es ist klein und in ein paar Minuten gespielt.

Geschenkt erschien 2004 bei Amigo für 3 bis 7 Personen. BoardGameGeek führt außerdem die deutschen Titel Geschenkt … ist noch zu teuer! und Schöne Sch#!?e. Auf Englisch brachte Z-Man Games das Spiel als No Thanks! heraus. 2005 war es für das Spiel des Jahres nominiert.

Das Original hat eigene Karten mit den Zahlen 3 bis 35. Genau diese 33 Werte bilden wir mit einem normalen Blatt nach: Kreuz 3 bis König ergibt 3–13, bei Karo kommen 13 dazu (14–26), bei Herz Ass bis 9 kommen 26 dazu (27–35). Die drei Farben bilden eine einzige Leiter, Folgen dürfen also von einer Farbe in die nächste übergehen – man muss sich nur merken, dass ein Ass auf den König davor folgt. Die Tabelle auf der Karte verrät jeden Wert auf einen Blick.

Quellen