Kartenspielregeln

Poker (Draw) · Spiel 124 von 388 ♣

2-7 Triple Draw

Dreimal tauschen, um die niedrigste Hand zu bauen – Asse sind hoch, Straßen schaden, und 7-5-4-3-2 ist die perfekte Hand.

Spieler
2–6
Dauer
60 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
knifflig
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriert

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Langer Abend

Kurzregeln

  • Ziel: Chips gewinnen – niedrigste Fünferhand, oder als Letzter übrig bleiben.
  • Asse hoch; Straßen und Flushs zählen gegen dich. Beste: 7-5-4-3-2, gemischte Farben.
  • Blinds: links vom Button Small (z. B. 1), daneben Big Blind (2). Je 5 Karten.
  • Setzen – tauschen – setzen – tauschen – setzen – tauschen – setzen. Je Tausch 0–5 Karten.
  • Runde 1: Links vom Big Blind beginnt; wer bleibt, geht den Big Blind mit. Tauschen und später: Der erste Aktive links vom Geber beginnt.
  • Kleine Einsätze (2) in Runde 1–2, große (4) in 3–4; max. 1 Einsatz + 3 Erhöhungen.
  • Showdown: Niedrigste Hand gewinnt, Gleichstand teilt. Button wandert nach links.

Spickzettel

Deuce to Seven (beste zuerst)

Hand Beispiel
Kein Paar, 7 hoch 7 5 4 3 2
Kein Paar, 8 bis A hoch 9 8 6 3 2
Ein Paar 2 2 7 5 3
Zwei Paare 3 3 2 2 7
Drilling 4 4 4 3 2
Straße 6 5 4 3 2
Flush 9♦ 7♦ 5♦ 3♦ 2♦
Full House, Vierling 3 3 3 2 2
Straight Flush am schlechtesten
  • Kein Paar: Zuerst die höchste Karte – die niedrigere gewinnt, dann die nächste. 8-5-4-3-2 schlägt 8-6-4-3-2; A-5-4-3-2 ist Ass hoch und verliert gegen jede König-hoch-Hand. Paare: Das niedrigere gewinnt. Farben zählen nie.
  • Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind. Ziehstapel leer: Abgelegtes mischen.
  • All-in: Von jedem Gegner gewinnst du höchstens deinen Einsatz; der Rest kommt in einen Nebenpot.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kartenwerte und Rangfolge der Hände
  3. Setzen in Kürze
  4. Vorbereitung
  5. Ein Spiel Schritt für Schritt
  6. All-in und Nebenpots
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

2-7 Triple Draw ist ein Draw Poker (Poker mit Kartentausch), bei dem die niedrigste Hand den Pot gewinnt. Jeder bekommt fünf geheime Karten und darf im Lauf eines Spiels dreimal Karten tauschen, um sein Blatt zu verbessern; vor dem ersten Tausch und nach jedem Tausch gibt es eine Setzrunde – vier insgesamt. Dabei schiebt ihr Chips in den gemeinsamen Pot – oder steigt aus. Bei der Wertung Deuce to Seven (Zwei bis Sieben) sind Asse immer hoch, und Straßen und Flushs zählen gegen dich – die bestmögliche Hand ist also 7-5-4-3-2 in gemischten Farben.

  • Spieler: 2–6, jeder für sich.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer, Knöpfe) – für alle zu Beginn gleich viele, z. B. je 200. Gespielt wird um Chips, nicht um Geld.

Kartenwerte und Rangfolge der Hände

Die Karten zählen A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2 – das Ass ist immer hoch, nie niedrig. A-5-4-3-2 ist also keine Straße, sondern einfach eine Hand mit Ass als höchster Karte.

Es gelten die normalen Pokerhände, aber die Rangfolge ist auf den Kopf gestellt: Je schwächer eine Hand im normalen Poker ist, desto besser ist sie hier. Von der besten zur schlechtesten:

Hand Beschreibung Beispiel
Kein Paar, 7 hoch die besten Hände 7♠ 5♦ 4♣ 3♥ 2♠
Kein Paar, 8 bis A hoch höchste Karte 8 … A 9 8 6 3 2
Ein Paar zwei gleiche Werte 2 2 7 5 3
Zwei Paare zwei verschiedene Paare 3 3 2 2 7
Drilling drei gleiche Werte 4 4 4 3 2
Straße fünf in Folge, gemischte Farben 6 5 4 3 2
Flush fünf einer Farbe 9♦ 7♦ 5♦ 3♦ 2♦
Full House Drilling + Paar 3 3 3 2 2
Vierling vier gleiche Werte 2 2 2 2 3
Straight Flush / Royal Flush die schlechtesten Hände A♠ K♠ D♠ B♠ 10♠

So vergleichst du: Jede Hand einer besseren Art schlägt jede Hand einer schlechteren – jede Hand ohne Paar (und ohne Straße oder Flush) schlägt also jedes Paar. Bei zwei Händen ohne Paar schaust du zuerst auf die höchste Karte: Die niedrigere gewinnt. Ist sie gleich, vergleichst du die nächsthöhere Karte und so weiter. 8-5-4-3-2 schlägt also 8-6-4-3-2 (5 ist niedriger als 6), 7-6-5-4-2 schlägt 8-5-4-3-2 (7 ist niedriger als 8), und A-5-4-3-2 verliert gegen jede Hand mit König als höchster Karte, weil das Ass hoch zählt. Bei zwei Paaren gewinnt das niedrigere Paar. Sind alle fünf Werte gleich, herrscht Gleichstand und der Pot wird geteilt – die Farbe entscheidet nie.

Setzen in Kürze

Alle gesetzten Chips kommen in den Pot in der Mitte. Bist du in einer Setzrunde dran, kannst du:

  • Checken (schieben) – nichts setzen, solange in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
  • Setzen – Chips einzahlen.
  • Mitgehen – so viel einzahlen, dass du mit dem höchsten Einsatz gleichziehst.
  • Erhöhen – mitgehen und noch etwas drauflegen.
  • Aussteigen (folden) – aufgeben: Du legst deine Karten verdeckt weg. Was du schon gesetzt hast, ist verloren, und du spielst in dieser Runde nicht mehr mit.

Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel eingezahlt haben (oder all-in sind) und jeder die Gelegenheit hatte, zu handeln.

2-7 Triple Draw wird mit festen Limits gespielt: Jeder Einsatz und jede Erhöhung ist in den ersten beiden Setzrunden genau ein kleiner Einsatz, in den letzten beiden ein großer Einsatz (das Doppelte). Meist sind pro Runde höchstens ein Einsatz und drei Erhöhungen erlaubt. Statt eines Antes eröffnen zwei Pflichteinsätze den Pot: der Small Blind und der Big Blind (so groß wie der kleine Einsatz). Ein guter Anfang: Small Blind 1, Big Blind 2, kleiner Einsatz 2, großer Einsatz 4.

Vorbereitung

  1. Alle bekommen gleich viele Chips. Bestimmt den ersten Geber (z. B. wer die höchste Karte zieht). Seinen Platz markiert ein Button (irgendein kleiner Gegenstand); er wandert nach jedem Spiel einen Platz nach links.
  2. Der Spieler links vom Geber zahlt den Small Blind, der nächste links daneben den Big Blind. Zu zweit zahlt der Geber den Small Blind und der andere den Big Blind.
  3. Der Geber mischt und gibt reihum im Uhrzeigersinn, links beginnend, jedem einzeln fünf Karten verdeckt. Schau sie dir an, aber zeig sie niemandem. Der Rest bleibt als verdeckter Ziehstapel liegen.

Ein Spiel Schritt für Schritt

1. Erste Setzrunde: Es beginnt der Spieler links vom Big Blind, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn. Die Blinds zählen als Einsätze; wer dabeibleiben will, muss also mindestens den Big Blind mitgehen. Der Big Blind ist zuletzt dran und darf noch erhöhen. Kleine Einsätze.

2. Erster Tausch: Der erste noch aktive Spieler links vom Geber beginnt: Du sagst, wie viele Karten du tauschen willst – 0 bis 5 –, legst sie verdeckt ab und bekommst vom Geber genauso viele neue vom Ziehstapel. Wer alle fünf behält, „steht“.

3. Zweite Setzrunde: Ab jetzt beginnt jeweils der erste noch aktive Spieler links vom Geber, und man darf checken. Kleine Einsätze.

4. Zweiter Tausch, dann die dritte Setzrunde – jetzt mit großen Einsätzen.

5. Dritter Tausch, dann die vierte und letzte Setzrunde, mit großen Einsätzen.

6. Showdown: Sind noch zwei oder mehr Spieler dabei, decken sie ihre Karten auf – wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zuerst; haben alle gecheckt, zeigt der erste noch aktive Spieler links vom Geber zuerst. Die niedrigste Hand gewinnt den Pot, gleich gute Hände teilen ihn.

Steigen irgendwann alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot sofort, ohne seine Karten zu zeigen.

Reicht der Ziehstapel nicht, mischt der Geber die bisher abgelegten Karten zu einem neuen Ziehstapel und gibt weiter.

Beispiel: Anna bekommt K♣ 8♥ 7♦ 3♠ 2♣, Ben 9♠ 6♦ 6♣ 4♥ 2♦. Anna wirft den König ab und zieht eine Karte, die 5♦: 8-7-5-3-2. Ben wirft eine 6 ab und bekommt den B♠, tauscht im zweiten Tausch den Buben und bekommt die 7♠: 9-7-6-4-2. Im dritten Tausch steht Anna, Ben tauscht die 9 und bekommt die 5♣: 7-6-5-4-2. Beim Showdown ist Bens 7 niedriger als Annas 8 – Ben gewinnt. Hätte Ben stattdessen eine 3 gezogen, hätte er 7-6-4-3-2, immer noch besser als Anna; mit einer 8 hätte er 8-7-6-4-2 – 8 und 7 sind gleich, dann schlägt Annas 5 seine 6.

All-in und Nebenpots

Willst du mitgehen, hast aber nicht genug Chips, gehst du all-in: Du schiebst alle deine restlichen Chips in den Pot und bleibst bis zum Showdown dabei, ohne weiter zu setzen. Du kannst von jedem Gegner nur so viel gewinnen, wie du selbst eingezahlt hast. Was die anderen darüber hinaus setzen, kommt in einen eigenen Nebenpot (Side Pot), den nur sie gewinnen können. Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus.

Spielende

Spielt, bis nur noch einer Chips hat, oder hört zu einer vereinbarten Zeit auf – dann gewinnt, wer die meisten Chips hat.

Tipps für Einsteiger

  • Die Zauberkarte ist die 7. Spiel mit drei oder mehr verschiedenen Karten von 7 abwärts – vor allem mit der 2, die in jede gute Hand gehört.
  • Vorsicht vor Straßen: 6-5-4-3-2 und 7-6-5-4-3 sehen toll aus, sind aber Straßen und verlieren gegen fast alles. Dasselbe gilt für fünf Karten einer Farbe.
  • Asse sind hoch: Ein Ass ist die schlechteste Karte überhaupt, noch schlechter als ein König.
  • Achte darauf, wie viele Karten die anderen tauschen. Wer früh steht, hat vermutlich schon eine gute Hand; wer beim letzten Tausch noch zwei Karten nimmt, selten.
  • Geh nicht mit, nur weil du schon Chips im Pot hast. Was im Pot liegt, gehört dir nicht mehr.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • 2-7 Single Draw (Kansas City Lowball): nur ein Tausch und zwei Setzrunden, meist No Limit gespielt (du darfst jederzeit alle deine Chips setzen).
  • A-5 Triple Draw: gleicher Ablauf mit der Wertung Ass bis Fünf: Asse sind niedrig, Straßen und Flushs zählen nicht, die beste Hand ist 5-4-3-2-A.
  • Ante: In privaten Runden kann jeder zusätzlich zu den Blinds ein kleines Ante in den Pot zahlen.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Poker (Draw) – Lowball mit drei Tauschrunden: die niedrigste Hand gewinnt
  • Herkunft: USA; seit 2004 ein WSOP-Turnier
  • Auch bekannt als: Deuce to Seven Triple Draw, Triple Draw Lowball
  • Ähnliche Spiele: 2-7 Single Draw (Kansas City Lowball), A-5 Triple Draw, Five-Card Draw, Razz

2-7 Triple Draw verbindet zwei Ideen: Lowball, also Poker, bei dem die niedrigste Hand gewinnt, und Triple Draw, bei dem man dreimal statt nur einmal Karten tauschen darf. Laut der deutschen Wikipedia gibt es Triple Draw in zwei Wertungen: Bei A-5 zählen Straßen und Flushs nicht und Asse sind niedrig, bei 2-7 zählen Straßen und Flushs wie üblich und Asse sind hoch – die beste Hand ist dann 7-5-4-3-2 in mindestens zwei Farben. Laut pagat.com ist die 2-7-Wertung das genaue Gegenteil des normalen Pokers, mit einer Ausnahme: A-2-3-4-5 ist keine Straße.

Die ältere Form ist das Spiel mit nur einem Tausch, Kansas City Lowball. Die deutsche Wikipedia beschreibt es als meist mit No Limit gespielte Variante, die fast nur online und bei der WSOP angeboten wird. Nach der englischen Wikipedia heißt es manchmal auch „Billy Baxter Draw“ – nach dem Spieler, der die Weltmeisterschaft darin jahrelang beherrschte; laut WSOP.com gewann Baxter seine Deuce-to-Seven-Titel 1975, 1978, 1982, 1987 und 1993.

Nach der englischen Wikipedia hat Triple Draw Lowball unter ernsthaften Spielern an Beliebtheit gewonnen: Die World Series of Poker führte 2004 ein 2-7-Triple-Draw-Turnier ein und veranstaltet seit 2007 jedes Jahr eines. Laut PokerNews kam 2014 ein Meisterschaftsturnier mit 10.000 Dollar Startgeld hinzu.

Quellen