Kinderspiel · Spiel 149 von 388 ♦
Krieg
Deck deine oberste Karte auf – die höhere nimmt beide, und sind zwei Karten gleich, herrscht Krieg!
- Spieler
- 2–4
- Dauer
- 20 Min.
- Alter
- ab 4
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Erste Spiele · Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für Kinder · Ohne Punkteblatt
Ausführliche Regeln
Überblick
Krieg ist ein einfaches Spiel für zwei, bei dem nur das Glück entscheidet – ideal für kleine Kinder, die gerade lernen, welche Karte höher ist. Beide Spieler decken gleichzeitig ihre oberste Karte auf, und die höhere Karte gewinnt beide. Sind die beiden Karten gleich, herrscht Krieg. Wer am Ende alle Karten hat, gewinnt.
- Spieler: 2 (zu dritt oder zu viert als Variante).
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
Rangfolge der Karten
Von hoch nach niedrig:
A (höchste) – K – D – B – 10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 (niedrigste)
Die Farben sind egal: Eine 9♠ und eine 9♥ sind gleich hoch.
Vorbereitung
- Mischt die Karten und verteilt alle einzeln und verdeckt. Jeder bekommt 26 Karten.
- Niemand schaut seine Karten an. Jeder legt sie als ordentlichen, verdeckten Stapel vor sich.
Eine Schlacht
- Beide decken gleichzeitig die oberste Karte ihres Stapels auf und legen sie offen in die Mitte.
- Wer die höhere Karte hat, nimmt beide Karten und schiebt sie verdeckt unter seinen eigenen Stapel (in beliebiger Reihenfolge).
Beispiel: Anna deckt einen B♦ auf, Ben eine 7♣. Der Bube ist höher, also nimmt Anna beide Karten und schiebt sie unter ihren Stapel.
Krieg
Haben die beiden offenen Karten den gleichen Wert (zum Beispiel zwei 8er), herrscht Krieg:
- Die beiden gleichen Karten bleiben in der Mitte liegen.
- Jeder legt die nächste Karte seines Stapels verdeckt auf seine gleiche Karte.
- Dann deckt jeder die folgende Karte offen auf.
- Die höhere dieser neuen offenen Karten gewinnt alle Karten in der Mitte – die gleichen, die verdeckten und die offenen.
Sind die neuen offenen Karten wieder gleich, wiederholt ihr Schritt 2 und 3 – noch ein Krieg –, bis einer gewinnt. Der Gewinner bekommt alles.
Beispiel: Beide decken eine 10 auf. Jeder legt eine Karte verdeckt hin und deckt eine weitere auf: Anna eine 4, Ben eine D. Ben gewinnt alle sechs Karten.
Karten gehen im Krieg aus: Hat ein Spieler nicht mehr genug Karten, um einen Krieg zu Ende zu spielen, deckt er seine letzte Karte offen auf; sie gilt für den Rest dieses Kriegs als seine Karte. Wer gar keine Karte mehr hat, verliert.
Spielende
Spielt Schlacht um Schlacht weiter. Wer keine Karten mehr hat, verliert – wer alle 52 Karten gesammelt hat, gewinnt.
Tipps für Einsteiger
- Bei Krieg gibt es nichts zu entscheiden – es ist reines Glück. Gerade deshalb ist es perfekt für kleine Kinder, die üben, welche Karte höher ist.
- Sagt die Karten laut an: So lernen Kinder Bube, Dame, König und Ass.
- Ein Spiel kann lange dauern. Macht vorher aus, wie lange ihr spielen wollt.
Varianten
Diese Regeln sind freiwillig – sprecht sie vorher ab.
- Drei verdeckte Karten: Im Krieg legt jeder drei Karten verdeckt statt einer und deckt dann eine auf.
- Raus im Krieg: Wer einen Krieg mangels Karten nicht zu Ende spielen kann, hat sofort verloren.
- Joker: Nehmt zwei Joker als höchste Karten dazu.
- Frieden: Die niedrigere Karte gewinnt jede Schlacht.
- Automatischer Krieg: Wer eine 2 aufdeckt, löst sofort einen Krieg aus.
- Zu dritt oder zu viert: Zu dritt bekommt jeder 17 Karten (eine bleibt übrig und kommt beiseite), zu viert 13. Alle decken gleichzeitig auf, die höchste Karte gewinnt. Sind zwei oder mehr gleich hoch, spielen alle einen Krieg. Wer keine Karten mehr hat, scheidet aus; wer als Letzter Karten hat, gewinnt.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Kinderspiel (reines Glück, keine Entscheidungen)
- Herkunft: unbekannt; verwandte deutsche Spiele sind aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts belegt
- Auch bekannt als: War (USA), Battle (Großbritannien), Bataille (Frankreich)
- Ähnliche Spiele: Bettelmann und Tod und Leben (Deutschland), Beggar-My-Neighbour, Egyptian Ratscrew, P’yanitsa (Russland), Rijk (Rumänien), Casino War
Krieg ist eines der ersten Kartenspiele, die viele Kinder lernen: Zwei Spieler decken Karten auf, die höhere gewinnt, und es gibt überhaupt nichts zu entscheiden. Die Seite pagat.com hat sogar eine ganze Kategorie von Kartenspielen nach ihm benannt. In Großbritannien heißt es oft Battle. Der Spieleautor Greg Costikyan meinte laut Wikipedia, Krieg sei nach manchen Definitionen gar kein richtiges Spiel, weil es keine Entscheidungen gibt und alles vom Zufall abhängt. Eine Partie dauert laut Wikipedia meist 10 bis 40 Minuten, könnte theoretisch aber ewig laufen.
Woher Krieg stammt, ist nicht bekannt. Laut Wikipedia wurden enge deutsche Verwandte – Bettelmann und Tod und Leben, gespielt mit 32 Karten, 16 für jeden – schon in den 1830er-Jahren erwähnt. Bei Tod und Leben bekommt ein Spieler die roten Karten („Leben“), der andere die schwarzen („Tod“).
Laut pagat.com gibt es viele Verwandte: das russische P’yanitsa („Trunkenbold“), bei dem eine 6 das Ass schlägt; das rumänische Rijk, bei dem die Zahl der verdeckten Karten im Krieg vom Wert der gleichen Karten abhängt; und Casino War, eine Glücksspielfassung gegen einen Croupier. Beliebte Hausregeln sind drei verdeckte Karten pro Krieg, Joker als höchste Karten und Frieden, bei dem die niedrigste Karte gewinnt.