Kartenspielregeln

Bluffspiel · Spiel 266 von 388 ♠

Blef

Steckt irgendwo in allen Karten zusammen ein Full House? Biete höher oder deck den Bluff auf – jeder Fehler kostet dich eine Karte mehr.

Spieler
2–8
Dauer
20 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
24 Karten (9–A)
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: nicht erwischt werden – als Letzter übrig bleiben.
  • Karten: 9–A (24). Jeder beginnt mit 1 geheimen Karte.
  • Bieten: Links vom Geber beginnend nennt jeder eine höhere Pokerhand aus allen Karten zusammen oder sagt „Prüfen!“ Bluffen erlaubt.
  • Prüfen: Alle zeigen. Hand da → Prüfer verliert, sonst der Bieter.
  • Verlierer bekommt ab jetzt eine Karte mehr und gibt.
  • Verloren mit 5 Karten: raus. Wer übrig bleibt, gewinnt.
  • Nach dem Höchstgebot (Großer Straight Flush ♠) muss geprüft werden.

Spickzettel

Gebote (niedrig nach hoch)

Gebot Braucht in allen Karten
Hohe Karte · Paar · Zwei Paare 1 · 2 · 2 + 2 der Werte
Kleine / große Straße 9–K / 10–A, beliebige Farben
Drilling · Full House 3 · 3 + 2
Flush 5 der Farbe
Vierling alle 4
Kleiner / großer Straight Flush 9–K / 10–A der Farbe

Werte A K D B 10 9, Farben ♠ ♥ ♦ ♣. Gleiche Art: höherer Wert bzw. Farbe gewinnt; zwei Paare und Full House nach dem ersten, dann dem zweiten Wert.

Nicht wie beim Poker: Drilling schlägt Straßen, Flush schlägt Full House.

Ab 5 Spielern: ganzes Blatt, Poker-Rangfolge, Straße = fünf in Folge.

Zähl die Karten im Spiel: Bei 3 ist „Paar Asse“ gewagt, bei 15 fast sicher.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Karten
  3. Die Gebote
  4. Vorbereitung
  5. Eine Runde
  6. Eine Runde verlieren
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Blef (polnisch für „Bluff“) ist ein polnisches Partyspiel mit Pokerhänden. Jeder hält ein paar geheime Karten, und reihum bietet ihr auf eine Pokerhand – zum Beispiel „ein Paar Könige“ –, die sich aus allen ausgeteilten Karten aller Spieler zusammen bilden lässt. Jedes Gebot muss höher sein als das letzte, bis einer es nicht glaubt und „Prüfen!“ sagt. Dann werden alle Karten gezeigt: Wer falschlag, verliert die Runde und bekommt ab jetzt eine Karte mehr. Mehr Karten helfen dir, mehr zu sehen – aber wer eine sechste Karte bräuchte, scheidet aus. Wer übrig bleibt, gewinnt. Das Spiel funktioniert ganz ähnlich wie das Würfelspiel Perudo, nur mit Karten.

  • Spieler: 2–4 mit 24 Karten; ab 5 mit dem ganzen Blatt (siehe Varianten).
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt. Keine Chips, kein Papier.

Die Karten

Nimm die 9er, 10er, Buben, Damen, Könige und Asse heraus – 24 Karten. Den Rest braucht ihr nicht.

  • Werte von hoch nach niedrig: A K D B 10 9.
  • Auch die Farben haben eine Rangfolge, von hoch nach niedrig: ♠ Pik, ♥ Herz, ♦ Karo, ♣ Kreuz.

Die Gebote

Ein Gebot nennt eine Pokerhand und die Werte oder die Farbe, die sie braucht. Es behauptet, dass sich die Hand aus allen Karten im Spiel zusammensetzen lässt – egal, wer welche davon hält. Von niedrig nach hoch:

Gebot Was es unter allen Karten geben muss Du nennst
Hohe Karte mindestens eine Karte dieses Werts einen Wert: „ein König“
Paar zwei Karten dieses Werts einen Wert: „Paar Zehnen“
Zwei Paare zwei von einem Wert und zwei von einem anderen beide Werte, den höheren zuerst: „Asse und Neunen“
Kleine Straße 9 10 B D K, beliebige Farben –
Große Straße 10 B D K A, beliebige Farben –
Drilling drei Karten dieses Werts einen Wert
Full House drei von einem Wert und zwei von einem anderen erst die drei, dann die zwei
Flush fünf Karten dieser Farbe eine Farbe
Vierling alle vier Karten dieses Werts einen Wert
Kleiner Straight Flush 9 10 B D K dieser Farbe eine Farbe
Großer Straight Flush 10 B D K A dieser Farbe eine Farbe

Achtung: Der Drilling steht über den Straßen und der Flush über dem Full House – mit nur 24 Karten sind diese Hände schwerer zu bekommen als beim Poker.

Bei Geboten derselben Art gewinnt der höhere Wert oder die höhere Farbe: „Paar Könige“ schlägt „Paar Damen“, „Flush in Pik“ schlägt „Flush in Herz“. Bei zwei Paaren und beim Full House zählt zuerst der erste Wert: „Könige und Neunen“ schlägt „Damen und Buben“, „drei Asse und zwei Neunen“ schlägt „drei Könige und zwei Asse“. Ist der erste Wert gleich, entscheidet der zweite: „Asse und Zehnen“ schlägt „Asse und Neunen“.

Vorbereitung

Bestimmt, wer zuerst gibt. Der Geber mischt und gibt jedem eine Karte verdeckt. Schau sie dir an, ohne sie zu zeigen. Der linke Nachbar des Gebers bietet als Erster.

Eine Runde

Der Erste jeder Runde muss bieten (es gibt noch nichts zu prüfen). Danach muss reihum im Uhrzeigersinn jeder entweder:

  • höher bieten – irgendein Gebot über dem letzten, oder
  • „Prüfen!“ sagen – du hältst das letzte Gebot für falsch.

Du darfst bieten, was du willst – du musst keine der Karten selbst haben. Das ist der Bluff.

Sagt jemand „Prüfen!“, zeigen alle ihre Karten:

  • Lässt sich die Hand des letzten Gebots aus allen gezeigten Karten bilden, stimmte das Gebot: Wer geprüft hat, verliert die Runde.
  • Lässt sie sich nicht bilden, verliert wer geboten hat.

Beispiel: Anna, Ben und Carla haben je eine Karte. Anna hat den K♥ und bietet „ein König“. Ben hält die 10♠ und bietet „Paar Zehnen“ – er hofft, dass noch jemand eine 10 hat. Carla hält die D♦ und sagt „Prüfen!“. Die Karten sind K♥, 10♠, D♦ – nur eine 10, Bens Gebot war falsch, Ben verliert die Runde.

Beispiel (später im Spiel): Es sind 9 Karten im Spiel. Dan bietet „Full House, drei Buben und zwei Asse“. Anna prüft. Unter allen Karten sind B♠ B♥ B♣, A♦ und A♠ – das Full House gibt es. Anna verliert die Runde.

Nach dem höchsten möglichen Gebot, „Großer Straight Flush in Pik“, muss der nächste Spieler prüfen.

Eine Runde verlieren

Wer eine Runde verliert, bekommt ab jetzt eine Karte mehr: statt einer zwei, dann drei und so weiter. Der Verlierer sammelt alle Karten ein, mischt und gibt die nächste Runde – jeder bekommt so viele Karten, wie er gerade hat. Der linke Nachbar des Gebers bietet zuerst.

Ausscheiden: Im klassischen Spiel sind fünf Karten die Grenze. Verliert ein Spieler, der schon fünf Karten hat, scheidet er aus. Traditionell gibt er für die anderen noch ein letztes Mal – die Pogrzebówka („Beerdigungsrunde“).

Spielende

Wer als Letzter übrig bleibt, gewinnt.

Tipps für Einsteiger

  • Fang mit dem an, was du weißt. Ein Gebot auf deine eigene Karte ist sicher – verrät den anderen aber etwas.
  • Zähl die Karten im Spiel. Bei 3 Karten ist „Paar Asse“ gewagt, bei 15 Karten fast sicher.
  • Hör auf die Gebote. Wer zweimal auf Damen bietet, hat wahrscheinlich eine.
  • Wer mehr Karten hat, weiß mehr. Zurückzuliegen hat einen Vorteil: Du siehst mehr Karten.
  • Prüf nicht zu früh. Mit vielen Karten im Spiel kann sogar ein Flush stimmen.

Varianten

Alles optional – vorher absprechen.

  • Mehr Spieler: Ab 5 Spielern nehmt ihr das ganze 52er-Blatt mit den Werten A K D B 10 9 8 7 6 5 4 3 2 und der üblichen Poker-Rangfolge der Hände. Eine Straße sind dann fünf beliebige Karten in Folge; ihr nennt sie nach der höchsten Karte.
  • Auf den Rest bieten: Statt nach „Großer Straight Flush in Pik“ prüfen zu müssen, dürft ihr weiter auf Hände unter den Karten bieten, die nicht ausgeteilt wurden. Das geht vor allem spät im Spiel, wenn fast alle Karten im Spiel sind.
  • Aus, wenn der Stapel nicht reicht: Spielt, bis nicht mehr genug Karten für die nächste Runde da sind. Dann scheidet aus, wer die meisten Karten hat, und die anderen spielen weiter. So verteilen sich die Ausscheider, und am Ende gibt es ein echtes Duell der letzten beiden.
  • Poker-Rangfolge: Mancherorts stehen die Straßen über dem Drilling und das Full House über dem Flush, wie beim Poker.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Bluffspiel (Gebote auf Pokerhände aus allen Karten)
  • Herkunft: Polen; Entstehungszeit unbekannt
  • Auch bekannt als: Blef („Bluff“)
  • Ähnliche Spiele: Perudo (Liar’s Dice, auf Polnisch ebenfalls Blef), Poker, Mogeln, Schwindelpost

Blef ist ein polnisches Partyspiel mit Karten. Die polnische Wikipedia beschreibt es als Spiel, das „an Poker anknüpft“ und dessen großer Vorteil ist, dass fast beliebig viele Leute mitspielen können. Beschreibungen auf polnischen Spiele- und Ratgeberseiten stimmen im Kern überein: 24 Karten von der Neun bis zum Ass, zu Beginn eine Karte für jeden, Gebote auf Pokerhände aus allen ausgeteilten Karten und für jede verlorene Runde eine Karte mehr, bis ein Spieler die Grenze erreicht. In den Einzelheiten weichen sie ab: Die polnische Wikipedia stellt den Drilling über die Straßen und den Flush über das Full House, andere Beschreibungen behalten die übliche Poker-Rangfolge und empfehlen ab fünf Spielern das ganze 52er-Blatt.

Viel bekannter ist dieselbe Idee mit Würfeln. Beim Würfelspiel Perudo (englisch Liar’s Dice) würfelt jeder heimlich mit fünf Würfeln, und die Spieler bieten darauf, wie viele Würfel einer Zahl unter allen Würfeln zusammen liegen – bis jemand den Bluff aufdeckt. Auf Polnisch heißt auch dieses Würfelspiel Blef. Das Kartenspiel ersetzt die Würfel durch Karten und das Zählen durch Pokerhände und dreht die Strafe um: Statt Würfel zu verlieren, bekommt der Verlierer einer Runde eine Karte dazu.

Anders als bei Mogeln, wo man über die abgelegten Karten lügt, und bei unserer Schwindelpost legt beim Blef niemand Karten – geblufft wird nur mit den Geboten.

Quellen