Ablegespiel · Spiel 23 von 388 ♠
Mogeln
Leg verdeckt ab, behaupte, was du willst, und verzieh keine Miene – ruft jemand „Gemogelt!“ und du hast gelogen, gehört dir der Stapel.
- Spieler
- 3–10
- Dauer
- 20 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker (ab 6 Spielern 2 Blätter)
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Platz 4 in Für große RundenPlatz 2 in Für die PartyPlatz 1 in In fünf Minuten erklärt
Sammlungen: Erste Spiele · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder · Ohne Punkteblatt
Ausführliche Regeln
Überblick
Mogeln ist ein Bluffspiel. Alle versuchen, ihre Karten loszuwerden, indem sie sie verdeckt auf einen Stapel in der Mitte legen und dabei ansagen, was sie gelegt haben. Der Clou: Du darfst lügen. Glaubt dir jemand nicht, ruft er „Gemogelt!“, und die Karten werden aufgedeckt – wer falschlag, muss den ganzen Stapel aufnehmen. Wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt.
- Spieler: 3–10 (am schönsten zu viert bis sechst).
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker. Ab 6 Spielern mischt ihr zwei Kartenspiele zusammen.
Vorbereitung
- Bestimmt einen Geber. Er mischt und verteilt alle Karten einzeln und verdeckt. Macht nichts, wenn manche eine Karte mehr haben.
- Jeder nimmt seine Karten auf und hält sie geheim. Am besten sortierst du sie nach Werten.
Die Farben spielen keine Rolle – es zählt nur der Wert (A, 2, 3 … 10, B, D, K).
Ein Zug
Es beginnt der Spieler links vom Geber, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn. Die Werte werden der Reihe nach gespielt, ein Wert pro Zug:
A → 2 → 3 → 4 → 5 → 6 → 7 → 8 → 9 → 10 → B → D → K → A → 2 …
Der Erste muss Asse legen, der Nächste 2er, dann 3er und so weiter. Nach den Königen geht es wieder mit Assen los.
Wenn du dran bist:
- Leg eine oder mehrere Karten verdeckt auf den Stapel.
- Sag laut, wie viele Karten es sind, und dass es der Wert ist, der gerade dran ist – zum Beispiel „zwei Fünfen“.
Du musst mindestens eine Karte legen – aussetzen geht nicht. Und jetzt kommt der Spaß: Die Karten müssen nicht stimmen. Hast du keine Fünfen, musst du mogeln und andere Karten als Fünfen ausgeben. Du darfst auch mogeln, wenn du den richtigen Wert hast, etwa um eine Karte extra loszuwerden. Die Anzahl muss aber stimmen, denn die sehen alle.
Beispiel: Du musst 7er legen, hast aber nur eine 7. Du legst die 7 und eine Dame hin und sagst „zwei Siebenen“.
„Gemogelt!“ rufen
Hat ein Spieler seine Karten gelegt, darf jeder andere „Gemogelt!“ (oder „Aufdecken!“) rufen – aber nur, bevor der Nächste gelegt hat. Ruft keiner, ist einfach der Nächste dran.
Ruft jemand, werden die eben gelegten Karten aufgedeckt:
- Gemogelt (mindestens eine Karte hat nicht den angesagten Wert): Wer gelegt hat, nimmt den ganzen Stapel auf die Hand.
- Ehrlich (alle Karten stimmen): Wer gerufen hat, nimmt den ganzen Stapel.
Rufen mehrere gleichzeitig, zählt, wer zuerst gerufen hat. Danach geht es mit dem Spieler links vom Überprüften weiter; er legt den nächsten Wert der Reihe auf den nun leeren Tisch.
Beispiel: Ben legt „drei Buben“. Carla ruft „Gemogelt!“. Die Karten sind B♠ B♥ 4♣ – Ben hat gemogelt und muss den ganzen Stapel aufnehmen. Dann legt Dan, links von Ben, Damen.
Spielende
Wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt – aber nur, wenn der letzte Zug hält: Ruft jemand bei deinen letzten Karten „Gemogelt!“ und du hast gelogen, nimmst du den Stapel auf, und es geht weiter. Spielt so viele Runden, wie ihr wollt.
Tipps für Einsteiger
- Mogle selbstbewusst – und sag ab und zu mit nervösem Gesicht die Wahrheit.
- Denk voraus: Du weißt, welche Werte du in deinen nächsten Zügen legen musst. Heb dir echte Karten dafür auf.
- Mit einem Kartenspiel: Hast du alle vier Karten eines Werts, weißt du: Wer diesen Wert ansagt, mogelt.
- Bei einem großen Stapel ist „Gemogelt!“ riskant – liegst du falsch, bekommst du alles.
- Schmuggel überzählige Karten früh zwischen echte.
Varianten
Diese Regeln sind freiwillig – sprecht sie vorher ab.
- Hoch, runter oder gleich: Statt einer festen Reihenfolge darfst du den gleichen Wert wie zuletzt, einen höher oder einen niedriger ansagen.
- Abwärts: Die Werte werden absteigend gespielt (K, D, B … A).
- Freie Wahl: Jeder darf einen beliebigen Wert ansagen.
- Mehr behaupten: Auch bei der Anzahl der Karten darf gemogelt werden.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Ablegespiel (Bluffspiel)
- Herkunft: unbekannt; im deutsch- und englischsprachigen Raum als Kinder- und Partyspiel verbreitet
- Auch bekannt als: Schummeln, Schummellieschen; Cheat (Großbritannien), I Doubt It, Bullshit (USA)
- Ähnliche Spiele: Werju ne werju (Russland), Bluff (Spanien, Kanada), Bluffstopp (Schweden), Liar (China)
Mogeln ist ein Ablegespiel – wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt –, bei dem die Karten verdeckt gelegt werden und Lügen nicht nur erlaubt, sondern oft unvermeidlich ist. Die Seite pagat.com beschreibt es für 2 bis 10 Spieler mit einem Kartenspiel, Wikipedia nennt es ein Partyspiel. Woher es stammt, ist nicht bekannt: Keine der Quellen nennt eine Herkunft oder ein frühes Datum.
Das Spiel hat viele Namen, die meist den Ruf beschreiben, mit dem man einen Lügner entlarvt. Im Deutschen heißt es meist Mogeln oder Schummeln. In Großbritannien heißt es Cheat, in den USA I Doubt It oder derber Bullshit. Die deutschen Fassungen folgen meist einer festen Reihenfolge der Werte, so wie in den Regeln hier.
Viele Länder haben eigene Versionen. In Russland spielt man Werju ne werju („Glaub ich, glaub ich nicht“) mit 36 Karten; dort müssen alle so lange denselben Wert ansagen, bis jemand zweifelt. Bluff in Spanien und Kanada nutzt zwei Kartenspiele mit Jokern, beim chinesischen Liar darf man jeden Wert ansagen, und das schwedische Bluffstopp spielt man mit wenigen Handkarten und Bedienpflicht.