Kartenspielregeln

Patience · Spiel 301 von 388 ♣

Fortune’s Favour

Zwölf offene Karten, vier Asse und ein bisschen Umsicht – eine freundliche erste Aufbau-Patience, die fast immer aufgeht.

Spieler
1
Dauer
5 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: alle Karten auf die vier Asse bauen, aufwärts in Farbe bis zum König.
  • Aufbau: Asse als Zielstapel auslegen. 12 Karten offen, zwei Reihen zu sechs. Rest (36) = Vorrat.
  • Oberste Karten bewegen, einzeln: auf einen Zielstapel oder auf eine Karte der Auslage in gleicher Farbe, einen Rang höher.
  • Lücken sofort mit der obersten Karte des Abwurfstapels füllen (leer? aus dem Vorrat); sie darf auch auf einen Zielstapel oder in die Auslage.
  • Nichts geht: eine Vorratskarte aufdecken; spielen oder auf den Abwurfstapel.
  • Nur ein Durchgang. Gewonnen mit allen 52 auf den Zielstapeln; Vorrat leer und kein Zug mehr: verloren.

Spickzettel

Wohin mit den Karten

Wohin Regel
Zielstapel gleiche Farbe, einen höher (A → K)
Auslage gleiche Farbe, einen niedriger
Lücke oberste des Abwurfstapels, sonst des Vorrats
Abwurfstapel unspielbare Vorratskarten

Tipps

  • Alle sinnvollen Züge machen, bevor du eine Vorratskarte aufdeckst.
  • Der Abwurfstapel ist die Gefahr: Eine vergrabene Karte kommt nur von oben zurück. Eine neue Lücke rettet seine oberste Karte.
  • Mit Anlegen in Farbe Karten auf einem Stapel sammeln; Züge bevorzugen, die einen Stapel leeren.
  • Etwa 9 von 10 Spielen gehen auf.
  • Leichter: einmal neu auflegen (Abwurfstapel einmal umdrehen).

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Begriffe
  3. Vorbereitung
  4. Spielablauf
  5. Gewonnen oder verloren
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Fortune’s Favour („des Glückes Gunst“) ist eine kurze, freundliche Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt). Du sortierst das ganze Blatt auf vier Stapel, einen pro Farbe, vom Ass aufwärts bis zum König. Zwölf offene Karten helfen dir dabei: Du kannst Karten auf ihnen parken, und jede Lücke wird sofort wieder gefüllt. Mit ein wenig Umsicht geht die Patience fast immer auf – daher der Name: Das Glück ist auf deiner Seite. Eine gute erste Patience für Kinder, die die Reihenfolge der Karten schon kennen, und ein sanfter Einstieg in größere Spiele wie Vierzig Räuber.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
  • Dauer: etwa 5 Minuten pro Spiel.

Begriffe

  • Rangfolge: A, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, B, D, K. Das Ass ist die niedrigste Karte.
  • Zielstapel: vier Stapel, einer pro Farbe. Jeder beginnt mit seinem Ass und wird aufwärts in Farbe gebaut – auf das Ass die 2 derselben Farbe, dann die 3 und so weiter bis zum König.
  • Auslage: die zwölf Stapel unter den Zielstapeln. Von jedem Stapel darf nur die oberste Karte bewegt werden.
  • Abwärts in Farbe bauen: In der Auslage legst du eine Karte auf eine Karte derselben Farbe, die genau einen Rang höher ist – 7♥ auf 8♥.
  • Vorrat: der verdeckte Rest des Blatts. Abwurfstapel: der offene Stapel, auf den du Vorratskarten aufdeckst; nur seine oberste Karte ist spielbar.

Vorbereitung

  1. Nimm die vier Asse aus dem Blatt und leg sie in eine Reihe. Sie sind die Zielstapel.
  2. Misch die übrigen 48 Karten und leg zwölf Karten offen in zwei Reihen zu sechs unter die Asse. Jede Karte beginnt einen Stapel der Auslage.
  3. Die übrigen 36 Karten legst du verdeckt als Vorrat hin, mit Platz für den Abwurfstapel daneben.
A♠A♠♠A♥A♥♥A♦A♦♦A♣A♣♣Zielstapel7♥7♥♥D♣D♣D2♦2♦♦9♠9♠♠5♣5♣♣K♥K♥K3♠3♠♠8♦8♦♦6♥6♥♥B♠B♠B2♣2♣♣10♦10♦♦36VorratAbwurfstapel
Fortune’s Favour – die Beispiel-Auslage

Spielablauf

Es gibt keine Runden – du machst einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge:

  1. Auf einen Zielstapel: Leg die oberste Karte eines Stapels der Auslage oder die oberste Karte des Abwurfstapels auf ihren Zielstapel, wenn sie die nächste Karte dieser Farbe ist.
  2. Auf die Auslage: Leg die oberste Karte eines Stapels oder die oberste Karte des Abwurfstapels auf die oberste Karte eines Stapels der Auslage, wenn sie dieselbe Farbe hat und einen Rang niedriger ist. Du darfst immer nur eine Karte bewegen.
  3. Lücken füllen: Wird ein Stapel der Auslage leer, füllst du die Lücke sofort mit der obersten Karte des Abwurfstapels – oder, wenn der Abwurfstapel leer ist, mit der obersten Karte des Vorrats.
  4. Vorrat: Kannst oder willst du nichts mehr bewegen, deckst du die oberste Karte des Vorrats auf. Du kannst sie auf einen Zielstapel oder in die Auslage spielen; sonst kommt sie auf den Abwurfstapel.

Du gehst nur einmal durch den Vorrat – es wird nicht neu aufgelegt.

Beispiel: In der Auslage oben legst du die 2♦ und die 2♣ auf ihre Asse. Das gibt zwei Lücken, und der Abwurfstapel ist noch leer, also füllst du beide aus dem Vorrat – sagen wir mit einer 6♣ und einer 3♦. Die 3♦ geht gleich auf die 2♦ (ihre Lücke füllst du wieder aus dem Vorrat), und die 5♣ darf auf die 6♣ – noch eine Lücke.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den vier Zielstapeln liegen, jeder mit seinem König obenauf. Ist der Vorrat aufgebraucht und kein Zug mehr möglich, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith schätzten, dass neun von zehn Spielen aufgehen; ein Computer, der die Reihenfolge des Vorrats kennt, gewinnt praktisch jedes Spiel.

Tipps für Einsteiger

  • Bevor du eine Vorratskarte aufdeckst, mach alle sinnvollen Züge in der Auslage und auf die Zielstapel.
  • Die Gefahr liegt im Abwurfstapel: Eine Karte, die dort verschüttet ist, kommt erst zurück, wenn sie wieder oben liegt. Lücken werden zuerst aus dem Abwurfstapel gefüllt – eine Lücke zu schaffen, ist also der Weg, seine oberste Karte zu retten.
  • Bau abwärts in Farbe, um Karten auf einem Stapel zu sammeln: Jeder Stapel, den du leerst, holt eine neue Karte in die Auslage.
  • Hast du die Wahl zwischen zwei Zügen, nimm den, der einen Stapel leert.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Einmal neu auflegen: Ist der Vorrat aufgebraucht, drehst du den Abwurfstapel um und gehst noch einmal durch. Die ältesten Beschreibungen (1892 und 1898) erlauben das.
  • Busy Aces: der große Bruder mit zwei Blättern. Misch zwei Blätter zusammen, leg zwölf Karten aus und lass die Asse im Blatt: Sie eröffnen die acht Zielstapel, sobald sie auftauchen. Eine Lücke darfst du mit einer beliebigen obersten Karte oder der obersten Karte des Abwurfstapels füllen, wann du willst. Viel schwerer – die vollständigen Regeln dieser Familie findest du bei Vierzig Räuber.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Vierzig-Räuber-Typ: abwärts in Farbe bauen, immer nur eine Karte)
  • Herkunft: zuerst 1892 in London beschrieben, in einem aus dem Deutschen übersetzten Buch
  • Auch bekannt als: Fortune’s Favor, Fortune’s Favors, The Four Seasons (ursprünglicher Name)
  • Ähnliche Spiele: Busy Aces, Vierzig Räuber, Vier Jahreszeiten (ein anderes Spiel)

Zuerst erscheint das Spiel in The Illustrated Book of Patience Games von Professor Hoffmann (London, 1892), das nach Hoffmanns eigenen Worten aus einem deutschen Original übersetzt ist. Dort heißt es The Four Seasons („Die vier Jahreszeiten“): Die vier Asse liegen als Spalte in der Mitte, abwechselnd rot und schwarz, mit je sechs Karten links und rechts. Lücken werden aus dem Vorrat gefüllt, und man darf den Abwurfstapel noch einmal durchgehen, bevor das Spiel verloren ist.

1898 beschrieb Dick’s Games of Patience, Second Series (New York) dasselbe Spiel als Fortune’s Favors, wieder mit einmal Neuauflegen, und dieser Name blieb – in leicht wechselnder Schreibweise: Amerikanische Bücher schreiben meist Fortune’s Favor, David Parlett laut Wikipedia Fortune’s Favour. Morehead und Mott-Smith (1949) legten die Asse als Reihe über die Auslage, strichen das Neuauflegen und schätzten die Gewinnchance trotzdem auf neun von zehn Spielen. Der Name The Four Seasons ging auf ein anderes Spiel über – auf dieser Website Vier Jahreszeiten.

Wikipedia nennt Fortune’s Favour eine stark vereinfachte Verwandte von Busy Aces, einer Zwei-Blatt-Patience aus der Familie der Vierzig Räuber. Computer bestätigen den freundlichen Ruf: In den Solvitaire-Ergebnissen, die Mark Masten wiedergibt, gewinnt ein Programm, das die Reihenfolge aller Karten kennt, 99,99999 % der Spiele.

Quellen