Bankspiel · Spiel 351 von 388 ♦
Monte Bank
Zwei Karten von unten, zwei von oben – dann zeigt das Tor seine Farbe. Das mexikanische Bankspiel der kalifornischen Goldfelder.
- Spieler
- 2–10
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 16
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 40 Karten (ohne 8–10), dazu Chips
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Historische Spiele
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Vorbereitung
- Die Karten auslegen
- Setzen
- Das Tor
- Der nächste Coup
- Bankwechsel
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Monte Bank – meist einfach Monte – ist ein altes spanisches Bankspiel. In Mexiko wurde es zum Nationalspiel, und im 19. Jahrhundert verbreitete es sich in Texas und auf den Goldfeldern Kaliforniens. Ein Spieler, der Bankhalter, legt zwei Kartenpaare offen hin. Die anderen setzen auf eines der Paare oder auf beide. Dann dreht der Bankhalter den Stapel um: Die Karte, die jetzt zu sehen ist, das Tor („gate“), entscheidet. Liegt in einem Paar eine Karte derselben Farbe wie das Tor, gewinnen die Einsätze darauf, sonst verlieren sie. Die Kartenwerte spielen überhaupt keine Rolle.
Diese Regeln folgen Foster’s Complete Hoyle (1897 und spätere Auflagen), der Form mit vier Karten, die auch Spanish Monte heißt. Gespielt wird Monte heute kaum noch.
- Spieler: 2 bis 10 – ein Bankhalter und bis zu 9 Mitspieler (in den alten Büchern Pointeure).
- Du brauchst: ein 52er-Blatt, aus dem du alle 8er, 9er und 10er herausnimmst – es bleiben 40 Karten (A, 2–7, B, D, K in jeder Farbe), wie bei einem spanischen Blatt. Dazu Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer), etwa 100 pro Person. Gespielt wird nur um Chips.
Vorbereitung
- Bestimmt den ersten Bankhalter, zum Beispiel wer die höchste Karte zieht.
- Der Bankhalter legt seine Bank gut sichtbar auf den Tisch – einen Haufen Chips, etwa 50. Mehr kann er in diesem Durchgang nicht verlieren.
- Vereinbart den kleinsten und größten Einsatz, etwa 1 bis 10 Chips. Damit die Bank immer zahlen kann, dürfen alle Einsätze zusammen nicht größer sein als die Bank. Setzt jemand die ganze Bank auf ein Paar, heißt das „tapping the bank“.
- Der Bankhalter mischt die 40 Karten und lässt einen Mitspieler abheben (einen Teil abnehmen und unter den Rest legen).
Die Karten auslegen
Der Bankhalter hält den Stapel verdeckt und:
- nimmt zwei Karten von unten und legt sie offen nebeneinander auf den Tisch: das untere Paar („bottom layout“);
- nimmt zwei Karten von oben und legt sie offen daneben: das obere Paar („top layout“).
Setzen
Jetzt darf jeder Mitspieler Chips neben eines der beiden Paare legen oder neben beide (zwei getrennte Einsätze). Auf eine einzelne Karte kann man nicht setzen, nur auf ein ganzes Paar.
Das Tor
Wenn alle gesetzt haben, dreht der Bankhalter den ganzen Stapel um. Die Karte, die jetzt oben liegt – die bisher unterste –, ist das Tor. Dann rechnet der Bankhalter jedes Paar für sich ab:
- Im Paar liegt eine Karte derselben Farbe wie das Tor: Die Bank zahlt jeden Einsatz darauf 1:1 (3 gesetzt, 3 gewonnen).
- Im Paar liegt keine Karte in der Farbe des Tors: Die Bank kassiert alle Einsätze darauf.
Die Bank kann also mit demselben Tor an beiden Paaren gewinnen oder verlieren oder an einem gewinnen und am anderen verlieren.
Beispiel: Oben liegen 7♥ K♣, unten 3♠ 2♠. Anna setzt 4 Chips aufs obere Paar, Ben 2 Chips aufs untere. Der Bankhalter dreht den Stapel um: Das Tor ist die Herz-Dame. Oben liegt ein Herz, also gewinnt Anna 4 Chips. Unten liegt kein Herz, also verliert Ben seine 2 Chips an die Bank. Wäre das Tor die Pik-5 gewesen, hätte Ben gewonnen und Anna verloren.
Der nächste Coup
Der Bankhalter legt die vier Paarkarten beiseite, dreht den Stapel wieder um, zieht das Tor unten heraus und legt es ebenfalls beiseite. Ohne zu mischen, legt er zwei neue Paare aus, es wird gesetzt, und ein neues Tor wird aufgedeckt. Jeder solche Coup braucht fünf Karten, ein Stapel mit 40 Karten reicht also genau für acht Coups.
Bankwechsel
Ist der Stapel aufgebraucht, wandert die Bank nach links. Der neue Bankhalter legt eine Bank hin und mischt alle 40 Karten. Hat der Bankhalter vorher keine Chips mehr, wechselt die Bank sofort. Vereinbart vorher, wie oft jeder Bankhalter sein soll (einmal reicht für ein kurzes Spiel), und spielt, bis jeder gleich oft Bankhalter war; wer dann die meisten Chips hat, gewinnt.
Tipps für Einsteiger
- Ein Paar mit zwei verschiedenen Farben gewinnt viel öfter als eines mit zweimal derselben Farbe. Bei 7♥ K♣ gewinnen 18 der 36 übrigen Karten, bei 3♠ 2♠ nur 8.
- Schau auch aufs andere Paar: Jede Karte deiner Farben dort ist eine Gewinnkarte weniger für dich.
- Merk dir, welche Farben schon verbraucht sind: Gegen Ende des Stapels ist eine fast aufgebrauchte Farbe ein schlechter Einsatz. Deshalb mischen manche Runden früher (siehe Varianten).
- Auf Dauer gewinnt die Bank, weil die meisten Paare weniger Gewinn- als Verlustkarten haben. Setz lieber klein.
Varianten
Nur nach Absprache.
- Monte mit zwei Karten (Mexican Monte): Der Bankhalter legt nur eine Karte von unten und eine von oben aus – zwei einzelne Karten zum Setzen. Das Tor wird genauso aufgedeckt; hat eine Karte die Farbe des Tors, gewinnen die Einsätze darauf 1:1. Ein Coup braucht jetzt drei Karten, ein Stapel reicht also für 13 Coups (die letzte Karte bleibt ungenutzt).
- Großzügige Bank: Laut deutscher Wikipedia zahlten manche Bankhalter bei Monte mit zwei Karten 3:1, wenn beide Karten und das Tor dieselbe Farbe hatten.
- Kürzere Bank: Die Bank wechselt schon nach einer vereinbarten Zahl von Coups, etwa fünf, und dann wird gemischt.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Bankspiel (die Pointeure setzen darauf, dass ein Paar die Farbe des Tors trifft)
- Herkunft: Spanien; im 19. Jahrhundert das Nationalspiel Mexikos und ein Lieblingsspiel des amerikanischen Westens
- Auch bekannt als: Monte, Spanish Monte (vier Karten), Mexican Monte (zwei Karten), Mountebank
- Ähnliche Spiele: Pharo, Landsknecht, Bassette, Baccara
Monte ist ein spanisches Spiel, ursprünglich mit dem spanischen Blatt zu 40 Karten. Laut englischer Wikipedia geht es letztlich auf die Bassette zurück, das italienische Bankspiel, aus dem auch Pharo entstand. William Brisbane Dick nennt es in seinem Modern Pocket Hoyle (1868) das Nationalspiel Mexikos; in seinem American Hoyle von 1864 heißt es, Monte werde in Kalifornien „viel gespielt“, alle Versuche, es im Osten der USA heimisch zu machen, seien aber „gründlich gescheitert“. Dick beschreibt allerdings eine andere, ältere Form, bei der die Werte der ausgelegten Karten entscheiden, nicht die Farben.
Laut Wikipedia wurde das Spiel in Texas beliebt, nachdem Soldaten es 1848 aus dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg mitgebracht hatten. Auf den Goldfeldern war es allgegenwärtig: Der schottische Künstler John David Borthwick, der mehrere Jahre in Kalifornien lebte, zeichnete um 1850 Monte in the Mines. Laut deutscher Wikipedia war Monte neben Pharo das beliebteste Spiel in den Saloons des Wilden Westens, bis Poker beide verdrängte. Der Revolverheld John Wesley Hardin schrieb in seiner Autobiografie, er habe nach einem Streit beim Monte einen Mann erschossen, und in Owen Wisters Roman The Virginian (1902) heißt das Pferd des Cowboys Monte, offenbar nach dem Spiel.
Die hier beschriebene Form mit vier Karten steht in Foster’s Complete Hoyle (1897), dort unter dem Namen Monte Bank. Die Form mit zwei Karten, einer von oben und einer von unten, hieß Mexican Monte. Später wurde der Name „Monte“ für mehrere ganz andere Spiele verwendet, etwa für Poker-Formen mit drei Karten und für den Straßenbetrug Three Card Monte (auf Deutsch Kümmelblättchen), bei dem man eine von drei Karten wiederfinden soll – ein Trick, kein Glücksspiel.