Weitergabespiel · Spiel 373 von 388 ♦
My Ship Sails (Mein Schiff segelt)
Alle reichen gleichzeitig eine Karte nach links – sammle sieben Karten einer Farbe und ruf „Mein Schiff segelt!“
- Spieler
- 4–7
- Dauer
- 10 Min.
- Alter
- ab 5
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder
Punkteblock
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Ausführliche Regeln
Überblick
My Ship Sails („Mein Schiff segelt“) ist ein einfaches, schnelles Kartenspiel für Kinder. Alle reichen gleichzeitig Karten im Kreis weiter und versuchen, sieben Karten derselben Farbe zu sammeln – zum Beispiel sieben Herz. Wer es zuerst schafft, legt seine Karten auf den Tisch und ruft „Mein Schiff segelt!“ Es funktioniert wie Pig, nur sammelst du eine Farbe statt vier Gleicher, und niemand fasst sich an die Nase.
- Spieler: 4–7.
- Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker.
Vorbereitung
- Bestimmt einen Geber. Er mischt und gibt jedem einzeln und verdeckt 7 Karten.
- Die übrigen Karten kommen beiseite; sie werden nicht gebraucht.
- Jeder nimmt seine Karten auf, sortiert sie nach Farben und hält sie vor den anderen verdeckt.
Spielablauf
Alle geben gleichzeitig weiter, immer wieder:
- Such dir eine Karte aus, die du nicht willst, und leg sie verdeckt links neben dich.
- Wenn alle eine Karte hingelegt haben, nimmst du die Karte auf, die dein rechter Nachbar für dich hingelegt hat.
- Dann geht es von vorne los.
Nimm die Farbe, von der du am meisten hast, und gib die anderen Karten weiter. Deine Nachbarn machen es genauso – eine Farbe, die du sammelst, reichen sie vielleicht weiter, vielleicht behalten sie sie aber auch.
Beispiel: Anna hat ♥ A 9 7 4 2, K♣ und 3♠ – fünf Herz. Sie legt die 3♠ nach links und nimmt die Karte von rechts auf: den B♥. Jetzt hat sie sechs Herz und gibt beim nächsten Mal den K♣ weiter.
Gewinnen
Sobald du sieben Karten einer Farbe hast, rufst du „Mein Schiff segelt!“ und legst deine Karten offen auf den Tisch. Du hast die Runde gewonnen. Rufen zwei in derselben Runde, gewinnt, wer zuerst gerufen hat – oder, wenn ihr das vorher absprecht, wer die höchste Karte in seiner Farbe hat (Ass hoch).
Spielt so viele Runden, wie ihr wollt, und zählt, wer die meisten gewinnt. Der Geber wechselt nach links.
Tipps für Einsteiger
- Leg dich früh auf eine Farbe fest, bleib aber beweglich: Schiebt dir dein rechter Nachbar dauernd Kreuz zu, ist ein Wechsel vielleicht leichter.
- Pass auf, was du weitergibst: Deine Karten helfen dem linken Nachbarn, also gib ihm nicht die Farbe, die er vermutlich sammelt.
- Halte deine Karten sortiert, damit du die siebte Karte sofort bemerkst.
Varianten
Nur nach Absprache.
- Mit drei Karten (Foster): Jeder bekommt 3 Karten. Der linke Nachbar des Gebers tauscht eine Karte mit seinem linken Nachbarn, der seine Karte hergeben muss, bevor er die neue sieht; dann tauscht dieser mit dem nächsten, und so weiter reihum. Wer zuerst drei Karten einer Farbe hat, ruft „Mein Schiff segelt“, das Tauschen hört auf, und alle zeigen ihre Karten. Haben mehrere eine, gewinnt die höchste Summe (Ass 11, Bildkarten 10, sonst der Zahlenwert). Hat nach zwei Tauschrunden niemand drei einer Farbe, gewinnt die höchste Summe aus zwei Karten einer Farbe; bei Gleichstand gewinnt, wer näher links vom Geber sitzt.
- Ochse, leg dich!: die deutsche und österreichische Familienform. Nimm 32 Karten (7 bis Ass jeder Farbe; die 2er bis 6er kommen weg) und spielt zu viert. Jeder bekommt 8 Karten. Statt gleichzeitig gebt ihr der Reihe nach weiter: Der linke Nachbar des Gebers gibt eine Karte an seinen linken Nachbarn, der dann eine an seinen, und so weiter reihum. Wer zuerst alle acht Karten einer Farbe hat, legt sie hin und ruft „Ochse, leg dich!“. Jeder andere zahlt dem Gewinner einen Chip für jede Karte, die ihm in seiner längsten Farbe an acht fehlt.
- Matrimony oder Vive l’amour: zu viert. Verteilt das ganze Kartenspiel, 13 Karten pro Kopf. Der linke Nachbar des Gebers gibt eine Karte verdeckt nach links weiter, dann der nächste, und so weiter. Wer zuerst eine ganze Farbe mit 13 Karten hat, gewinnt.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Weitergabespiel (durch Weiterreichen an den Nachbarn eine Farbe sammeln)
- Herkunft: England; verwandte Spiele sind seit dem 17. Jahrhundert belegt
- Auch bekannt als: My Bird Sings; Wizzy, Wizzy, Wee (Shropshire); Ochse, leg dich! (Deutschland und Österreich); Esel (Donauschwaben); Matrimony (Leslie, 1831), Vive l’amour
- Ähnliche Spiele: Pig, Commerce, Schwarzer Peter
My Ship Sails gehört zu einer Gruppe sehr alter Spiele, bei denen man Karten tauscht, um eine Hand in einer Farbe zu sammeln. Laut englischer Wikipedia scheint es mit einem Glücksspiel des 17. Jahrhunderts namens my sow’s pigg’d („meine Sau hat geferkelt“) verwandt zu sein, das der „Wasserpoet“ John Taylor 1630 in einem Gedicht erwähnt. Francis Willughbys Book of Games (1660er-Jahre) beschreibt ein Spiel mit drei Karten namens whehee: Wer drei Karten einer Farbe hat, gewinnt; hat niemand welche, tauschen die Spieler reihum Karten. Davon stammt vielleicht eine Form ab, die man im 19. Jahrhundert in der englischen Grafschaft Shropshire spielte. Sie hieß wizzy, wizzy, wee: Die Spieler sangen „Change a card for a card, wizzy, wizzy, wee!“, und wer eine Farbe beisammen hatte, warf die Karten hin und rief „My sow’s pigged!“.
Später taucht das Spiel in weiteren Formen auf. 1831 beschrieb die amerikanische Autorin Eliza Leslie in The American Girl’s Book ein Spiel für Mädchen namens Matrimony oder Speculation: Das ganze Kartenspiel wird verteilt, und wer zuerst eine vollständige Farbe mit 13 Karten hat, gewinnt. Laut deutscher Wikipedia nennt der New Complete Hoyle von Morehead, Frey und Mott-Smith (1991) dasselbe Spiel zu viert Vive l’amour und sieht in Pig und Spoons (Schlafmütze) eine moderne Abwandlung davon. Foster’s Complete Hoyle führt My Ship Sails, or My Bird Sings als Form des alten englischen Spiels Commerce mit drei Karten, eines Vorläufers von Whiskey Poker.
Das deutsche und österreichische Ochse, leg dich! wird mit 32 Karten gespielt. Laut englischer Wikipedia war es bei den Deutschsprachigen in Südböhmen bis zu ihrer Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg beliebt, dort als „Ox, liach de!“; die Donauschwaben nannten es Esel. Die Form mit sieben Karten auf dieser Seite, bei der alle gleichzeitig weitergeben, steht so in heutigen Sammlungen von Kinderkartenspielen. Ihr nächster Verwandter auf dieser Website ist Pig, bei dem man vier Gleiche statt einer Farbe sammelt.