Kartenspielregeln

Reaktionsspiel · Spiel 160 von 388 ♠

Slapjack

Karte um Karte kommt auf den Stapel – taucht ein Bube auf, hau als Erster drauf, und der ganze Stapel gehört dir.

Spieler
2–8
Dauer
15 Min.
Alter
ab 4
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung wildin 5 Minuten gelernt

Platz 6 in Für Kinder

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder · Ohne Punkteblatt

Kurzregeln

  • Ziel: alle 52 Karten gewinnen.
  • Geben: alle Karten verdeckt, so gleichmäßig wie möglich. Als Stapel hinlegen – nicht anschauen.
  • Zug: links vom Geber beginnend, reihum. Oberste Karte von dir weg aufdecken, auf den Stapel in der Mitte.
  • Bube? Alle hauen drauf! Die erste Hand – die unterste – nimmt den ganzen Stapel verdeckt unter den eigenen. Dann legt ihr linker Nachbar.
  • Falsch gehauen: oberste Karte verdeckt an den abgeben, der die Karte gelegt hat.
  • Keine Karten? Du legst nicht mehr, darfst aber auf den nächsten Buben hauen: Gewinnst du ihn, bist du wieder drin. Gewinnt ihn ein anderer oder haust du falsch: raus.

Spickzettel

Varianten (vorher absprechen)

Variante Änderung
Zeitlimit Zeit um: Die meisten Karten gewinnen
Ansagen Hauen und „Slapjack!“ rufen. Vergessen oder falsch gehauen: Die anderen teilen den Stapel
Irish Snap Beim Legen reihum Werte ansagen: „Ass“, „Zwei“ … „König“, „Ass“ … Passt die Karte zur Ansage, hauen alle; wer zuletzt haut, nimmt den Stapel – ebenso, wer falsch haut. Wer als Letzter Karten hat, verliert

Tipps

  • Hand dicht über dem Tisch – aber den Stapel erst berühren, wenn du einen Buben siehst.
  • Schau auf die Karte, nicht auf die Spieler: Der Bube kann von jedem kommen.
  • Nicht bei jeder Bildkarte hauen – falsch hauen kostet eine Karte.
  • Dreh deine Karte von dir weg um, damit die anderen sie nicht später sehen als du.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Ein Zug
  4. Hau auf den Buben!
  5. Falsch gehauen
  6. Keine Karten mehr
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Slapjack ist ein lebhaftes Reaktionsspiel für 2 oder mehr Spieler. Reihum legt jeder eine Karte auf einen Stapel in der Mitte, und sobald ein Bube auftaucht, gewinnt den ganzen Stapel, wer als Erster darauf haut – also die flache Hand auf den Stapel legt. Wer am Ende alle Karten hat, gewinnt.

  • Spieler: 2 oder mehr, am besten etwa 4 bis 8.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.

Vorbereitung

  1. Mischt und verteilt alle Karten verdeckt, so gleichmäßig wie möglich. Es macht nichts, wenn manche eine Karte mehr haben.
  2. Niemand schaut seine Karten an. Jeder legt sie als ordentlichen, verdeckten Stapel vor sich.

Ein Zug

Der Spieler links vom Geber fängt an, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn.

  1. Bist du dran, dreh die oberste Karte deines Stapels um und leg sie offen auf den gemeinsamen Stapel in der Mitte.
  2. Dreh die Karte von dir weg um, damit die anderen sie gleichzeitig mit dir oder sogar einen Augenblick früher sehen. Vorher nicht spicken!
  3. Dann ist der Nächste dran.

Hau auf den Buben!

Legt jemand einen Buben, versuchen alle, draufzuhauen: Leg die flache Hand auf den Stapel in der Mitte.

  • Wer zuerst draufhaut, gewinnt den ganzen Stapel und schiebt ihn verdeckt unter seinen eigenen Stapel.
  • Hauen mehrere, gewinnt die Hand ganz unten – die die Karten berührt.
  • Weiter geht es mit dem Spieler links vom Gewinner.

Beispiel: Anna legt eine 5♣, Ben einen K♦, Carla einen B♠. Ben haut als Erster drauf, Carlas Hand landet auf seiner. Bens Hand liegt unten, also bekommt Ben alle drei Karten unter seinen Stapel. Sein linker Nachbar legt als Nächstes.

Falsch gehauen

Haust du auf eine Karte, die kein Bube ist, gibst du die oberste Karte deines Stapels verdeckt an den Spieler, der die Karte gelegt hat. Er schiebt sie unter seinen Stapel. Der Stapel in der Mitte bleibt liegen, und das Spiel geht normal weiter.

Keine Karten mehr

Hast du keine Karten mehr, legst du keine mehr (du wirst übersprungen) – aber du bist noch nicht raus. Du darfst auf den nächsten Buben hauen:

  • Gewinnst du ihn, bist du mit diesen Karten wieder im Spiel.
  • Gewinnt ihn ein anderer oder haust du vorher auf eine falsche Karte, scheidest du aus.

Spielende

Wer am Ende alle 52 Karten hat, gewinnt.

Tipps für Einsteiger

  • Halte die Hand dicht über dem Tisch – aber berühr den Stapel erst, wenn du einen Buben siehst.
  • Schau auf die Karte, nicht auf die Spieler: Der Bube kann von jedem kommen.
  • Falsch hauen kostet eine Karte – hau also nicht bei jeder Bildkarte.
  • Spiel fair: Dreh deine Karte von dir weg um, damit niemand einen Vorteil hat.

Varianten

Diese Regeln sind freiwillig – sprecht sie vorher ab.

  • Zeitlimit: Legt eine Spielzeit fest. Hat bis dahin niemand alle Karten, gewinnt, wer die meisten hat.
  • Ansagen: Beim Hauen musst du auch „Slapjack!“ rufen. Vergisst du es oder haust auf eine falsche Karte, teilen die anderen den Stapel unter sich auf.
  • Irish Snap: ein anderes Spiel mit derselben Idee. Beim Legen sagt jeder reihum den nächsten Wert an („Ass“, „Zwei“, „Drei“ … „König“, dann wieder „Ass“). Passt die gelegte Karte zum angesagten Wert, hauen alle drauf; wer zuletzt haut, muss den ganzen Stapel aufnehmen. Wer haut, obwohl es nicht passt, nimmt den Stapel ebenfalls. Ziel ist, seine Karten loszuwerden: Wer als Letzter noch Karten hat, verliert.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Reaktionsspiel (Hauen, schnelle Reaktion)
  • Herkunft: englischsprachige Länder; Entstehungszeit unbekannt
  • Auch bekannt als: Slaps, Heart Attack
  • Ähnliche Spiele: Schnipp-Schnapp (Snap), Irish Snap, Egyptian Ratscrew, Beggar-My-Neighbour, Krieg

Slapjack („Hau den Buben“) ist ein klassisches englischsprachiges Kinderspiel, bei dem man nur auf eines achten muss: einen Buben. Wer zuerst draufhaut, bekommt den Stapel. Die Seite pagat.com ordnet es zusammen mit Krieg, Snap und Beggar-My-Neighbour der „War-Gruppe“ zu – Spielen, bei denen man seine Karten verdeckt hält und nie aussucht, welche Karte man spielt. Einen eigenen deutschen Namen hat es nicht.

Über die Herkunft ist wenig bekannt. Die englische Wikipedia stützt sich für die Regeln auf Albert A. Ostrows Buch The Complete Card Player (1945) und nennt die weiteren Namen Slaps und Heart Attack. Laut pagat.com gibt es mindestens zwei verschiedene Spiele namens Slapjack: das hier beschriebene, bei dem der Schnellste den Stapel gewinnt, und ein britisches Spiel, das meist Irish Snap heißt – dort sagt man Werte an, der Langsamste muss den Stapel nehmen, und man will seine Karten loswerden.

Die Idee des Hauens lebt in Egyptian Ratscrew weiter, das sie laut Wikipedia von Slapjack übernommen und mit Beggar-My-Neighbour verbunden hat. Kleine Kinder spielen auch Schnipp-Schnapp oft mit einem gemeinsamen Stapel und Hauen – dann ist es fast dasselbe Spiel, nur mit „gleichen Karten“ statt „Bube“ als Signal.

Quellen