Reaktionsspiel · Spiel 159 von 388 ♥
Schnipp-Schnapp
Deck Karte um Karte auf – und liegen zwei gleiche oben, ruf „Schnapp!“, bevor es ein anderer tut.
- Spieler
- 2–6
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 4
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder · Ohne Punkteblatt
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Vorbereitung
- Ein Zug
- Schnapp!
- Karten gehen aus
- Falsch gerufen: der Pool
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Schnipp-Schnapp ist ein schnelles Spiel fürs Hinschauen und Reagieren, für 2 bis 6 Spieler. Jeder deckt Karten von seinem eigenen Stapel auf, und sobald zwei offene Karten gleich sind, gewinnt sie, wer zuerst „Schnapp!“ ruft. Glück spielt dabei kaum eine Rolle – es kommt auf wache Augen und eine schnelle Stimme an. Wer am Ende alle Karten hat, gewinnt.
- Spieler: 2 bis 6 (mit mehr wird es unübersichtlich).
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
Zwei Karten sind gleich, wenn sie den gleichen Wert haben – zwei 6er, zwei Könige usw. Die Farbe ist egal: 6♠ und 6♥ sind gleich.
Vorbereitung
- Geben darf jeder. Mischt und verteilt alle Karten einzeln und verdeckt, so gleichmäßig wie möglich. Es macht nichts, wenn manche eine Karte mehr haben.
- Niemand schaut seine Karten an. Jeder legt sie als ordentlichen, verdeckten Stapel vor sich – das ist sein Vorrat.
Ein Zug
Der Spieler links vom Geber fängt an, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn.
- Bist du dran, nimm die oberste Karte deines Vorrats und leg sie offen neben deinen Vorrat. So entsteht nach und nach dein eigener offener Stapel.
- Dreh die Karte von dir weg um, damit die anderen sie gleichzeitig mit dir (oder sogar etwas früher) sehen. Vorher nicht spicken!
- Dann ist der Nächste dran.
Beispiel: Anna deckt eine 7♦ auf ihren offenen Stapel, Ben eine D♣, Carla eine 4♠. Dann deckt Anna einen B♥ auf – er liegt jetzt auf ihrer 7♦.
Schnapp!
Sobald die obersten Karten zweier offener Stapel gleich sind, ruft jeder, der es bemerkt, „Schnapp!“. Wer zuerst ruft, gewinnt beide offenen Stapel und schiebt sie verdeckt unter seinen Vorrat.
Danach geht es mit dem Spieler links von dem weiter, der die letzte Karte aufgedeckt hat.
Beispiel: Auf Carlas offenem Stapel liegt eine 9♣. Ben deckt eine 9♥ auf. Anna ruft als Erste „Schnapp!“ und schiebt beide Stapel – Carlas und Bens – unter ihren Vorrat. Carla und Ben haben jetzt keinen offenen Stapel mehr und spielen aus ihrem Vorrat weiter.
Karten gehen aus
- Ist dein Vorrat leer, wenn du dran bist, dreh deinen offenen Stapel um – er ist dein neuer Vorrat.
- Hast du gar keine Karten mehr – weder Vorrat noch offenen Stapel –, scheidest du aus.
Falsch gerufen: der Pool
Rufst du „Schnapp!“, obwohl keine zwei gleichen Karten oben liegen, kommt dein ganzer offener Stapel offen in die Tischmitte. Er bildet dort einen Pool.
Passt später die oberste Karte eines Spielers zur obersten Karte eines Pools, gewinnt, wer zuerst „Schnapp-Pool!“ ruft: Er bekommt den offenen Stapel dieses Spielers und den Pool. Wer sich öfter vertut, sorgt für mehrere Pools.
Spielende
Wer keine Karten mehr hat, scheidet aus. Wer als Letzter noch Karten hat, gewinnt.
Tipps für Einsteiger
- Behalte alle offenen Stapel im Blick, nicht nur die neueste Karte – gleiche Karten können bei zwei beliebigen Spielern liegen.
- Dreh deine Karte schnell und fair von dir weg um.
- Ruf nicht zu früh: Ein falsches „Schnapp!“ kostet dich deinen offenen Stapel.
- Macht vorher aus, was gilt, wenn zwei genau gleichzeitig rufen (siehe Varianten).
Varianten
Diese Regeln sind freiwillig – sprecht sie vorher ab.
- Ein Stapel: leichter für kleine Kinder. Alle legen ihre Karte auf einen gemeinsamen Stapel in der Mitte. Sind zwei Karten direkt nacheinander gleich, gewinnt, wer zuerst „Schnapp!“ ruft, den ganzen Stapel. Wer falsch ruft, gibt seine oberste Karte verdeckt an den Spieler ab, der die Karte aufgedeckt hat.
- Schnappen und hauen: Bei einem gemeinsamen Stapel musst du beim Rufen auch die Hand auf den Stapel legen. Tun das mehrere, gewinnt die Hand ganz unten.
- Gleichzeitig: Rufen zwei genau gleichzeitig, kommen die beiden Stapel mit den gleichen Karten zusammen als neuer Pool in die Mitte.
- Gegenstand greifen: Legt einen kleinen Gegenstand in die Mitte. Wer „Schnapp!“ ruft, muss ihn auch greifen – wer ihn hat, bekommt die Karten.
- Nur die Besitzer: Nur die beiden Spieler, deren Karten gleich sind, dürfen „Schnapp!“ rufen.
- Tiere: Jeder sucht sich ein Tier aus. Sind zwei Stapel gleich, müssen ihre Besitzer das Tier des anderen rufen; wer das zuerst schafft, gewinnt den Stapel des anderen. Manche machen stattdessen die Tiergeräusche nach.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Reaktionsspiel (gleiche Karten erkennen, schnell reagieren)
- Herkunft: Großbritannien, wahrscheinlich spätes 19. Jahrhundert
- Auch bekannt als: Snap (englisch)
- Ähnliche Spiele: Snip Snap Snorem, Slapjack, Irish Snap, Egyptian Ratscrew, Krieg, Beggar-My-Neighbour
Snap gehört in Großbritannien und Nordamerika zu den klassischen Kinderkartenspielen. Die Seite pagat.com nennt es ein seltenes Beispiel für ein Kartenspiel fast ohne Glück: Es kommt auf genaues Hinsehen und schnelle Reaktion an. Viele Familien spielen es mit besonderen Bildkarten statt mit einem normalen Kartenspiel – jedes Spiel mit vielen gleichen Karten ist geeignet. Im deutschen Sprachraum heißt es laut Wikipedia Schnipp-Schnapp; unter diesem Namen gibt es auch zahlreiche Kinderspiele mit eigenen Bildkarten, bei denen man ebenfalls „Schnapp!“ ruft.
Laut pagat.com wurde Snap offenbar gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden, vielleicht als vereinfachte, aber in mancher Hinsicht spannendere Form des älteren Snip Snap Snorem (im Deutschen Schnipp-Schnapp-Schnurr), bei dem man passende Karten nacheinander ablegt und dabei „Schnipp“, „Schnapp“ und „Schnurr“ ruft. Auch Wikipedia hält es für eine mögliche vereinfachte Fassung davon.
Es gibt viele Spielweisen. Kleine Kinder spielen oft mit nur einem gemeinsamen Stapel – das ist dann nah an Slapjack, bei dem man auf den Stapel haut, statt zu rufen. Bei der Variante Tiere (Wikipedia: „Menagerie“) ruft man statt „Schnapp!“ das Tier des anderen Spielers oder macht sein Geräusch nach.