Kartenspielregeln

Patience (Klondike-Familie) · Spiel 293 von 388 ♣

Whitehead

Klondike mit lauter offenen Karten und Rot an Rot – eine Patience zum Vorausdenken, bei der sich neun von zehn Spielen gewinnen lassen.

Spieler
1
Dauer
10 Min.
Alter
ab 10
Anspruch
mittel
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung konzentriertin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Patiencen

Kurzregeln

  • Ziel: alle 52 Karten auf 4 Zielstapel, nach Farbe, A → K.
  • 7 Spalten mit 1–7 Karten, alle offen. Rest (24) = Vorrat.
  • Auslage: absteigend, Rot an Rot, Schwarz an Schwarz (7♦ an 8♥).
  • Folgen einer Farbe als Ganzes verschieben (oder ihren unteren Teil); gemischte nur einzeln.
  • Leere Spalte: jede Karte oder Folge – muss nicht sofort gefüllt werden.
  • Vorrat: je 1 Karte auf den Abwurfstapel; oberste spielbar. Nur ein Durchgang.
  • Verloren, wenn der Vorrat leer ist und nichts Sinnvolles mehr geht.

Spickzettel

Was wohin darf

Wohin Was
Zielstapel erst Ass, dann gleiche Farbe, eins höher
Auslage eins niedriger, gleiche Farbgruppe (Rot/Schwarz)
Verschieben Folge einer Farbe oder einzelne Karte
Leere Spalte jede Karte oder Folge
Abwurfstapel nur die oberste Karte
Vorrat ein Durchgang

Tipps und Varianten

  • In derselben Farbe anlegen (7♠ an 8♠, nicht 8♣) – nur solche Folgen wandern später.
  • Leere Spalten nutzen, um gemischte Folgen zu entwirren.
  • Ursprüngliche Regeln: Die 29. Karte bestimmt den Startwert aller Zielstapel; über Eck (K, A, 2 …); König an Ass gleicher Farbgruppe erlaubt.
  • Agnes: ursprüngliche Regeln ohne Abwurfstapel; Vorrat je eine Karte auf jede Spalte.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Rangfolge und Farben
  3. Die Teile der Auslage
  4. Vorbereitung
  5. Spielablauf
  6. Gewonnen oder verloren
  7. Tipps für Einsteiger
  8. Varianten

Überblick

Whitehead ist eine Patience (ein Kartenspiel für eine Person, auch Solitär genannt), die auf Klondike aufbaut. Das Ziel ist dasselbe: Du sortierst das ganze Blatt auf vier Stapel, einen pro Farbe, jeweils vom Ass bis zum König. Bei Whitehead liegen aber alle Karten von Anfang an offen, sodass du die ganze Auslage überblickst und vorausplanen kannst – und du legst Rot an Rot und Schwarz an Schwarz statt in wechselnden Farben. Benannt ist das Spiel nach dem amerikanischen Bridgespieler Wilbur C. Whitehead.

  • Spieler: 1
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker, und Platz für sieben Spalten.
  • Dauer: etwa 10 Minuten pro Spiel.

Rangfolge und Farben

Das Ass ist die niedrigste Karte. Von unten nach oben:

A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K

♥ Herz und ♦ Karo sind die roten Farben, ♠ Pik und ♣ Kreuz die schwarzen.

Die Teile der Auslage

  • Auslage: sieben Stapel (Spalten), in denen du die Karten umsortierst. Die Karten einer Spalte liegen nach unten versetzt, sodass du alle siehst. Die letzte Karte einer Spalte ist die, die dir am nächsten liegt und von keiner anderen bedeckt ist.
  • Zielstapel: vier Plätze oberhalb der Auslage, einer pro Farbe, zu Beginn leer. Hier sammelst du die Karten der Reihe nach, angefangen mit dem Ass.
  • Vorrat: der verdeckte Stapel mit den Karten, die nach dem Auslegen übrig bleiben.
  • Abwurfstapel: der offene Stapel, auf den du Karten aus dem Vorrat aufdeckst.

Vorbereitung

Misch und leg sieben Spalten aus wie bei Klondike, aber alle Karten offen: 1 Karte in Spalte 1, 2 Karten in Spalte 2 und so weiter bis 7 Karten in Spalte 7 – zusammen 28 Karten, jede Spalte nach unten versetzt, sodass alle Karten zu sehen sind.

24VorratAbwurfAAZielstapelAA9♣9♣♣4♦8♥8♥♥D♠2♣7♠7♠♠10♥5♣K♦3♥3♥♥B♣6♦A♠9♠6♥6♥♥3♠K♥8♣D♦2♦5♠5♠♠7♦B♠4♣10♦A♥6♣8♠8♠♠
Whitehead – so liegen die Karten am Anfang

Die übrigen 24 Karten legst du verdeckt als Vorrat bereit, daneben brauchst du Platz für den Abwurfstapel.

Spielablauf

Es gibt keine Runden – du machst einen Zug nach dem anderen, in beliebiger Reihenfolge.

  1. Auf einen Zielstapel: Ein Ass, das letzte Karte einer Spalte oder oberste Karte des Abwurfstapels wird, eröffnet einen Zielstapel. Darauf kommt die 2 derselben Farbe, dann die 3 und so weiter bis zum König. Jede letzte Karte und die oberste Karte des Abwurfstapels dürfen auf einen Zielstapel.
  2. In der Auslage anlegen: An die letzte Karte einer Spalte darfst du eine Karte legen, die einen Rang niedriger ist und dieselbe Farbgruppe hat – Rot an Rot, Schwarz an Schwarz. Die 7♥ oder 7♦ passt also an die 8♥ oder 8♦, die 4♠ oder 4♣ an die 5♠ oder 5♣.
  3. Folgen verschieben: Eine geordnete Folge am Ende einer Spalte, deren Karten alle dieselbe Farbe haben (etwa 8♠ 7♠ 6♠), darfst du als Ganzes verschieben, wenn ihre höchste Karte dort passt. Du darfst auch nur den unteren Teil so einer Folge verschieben. Eine gemischte Folge (etwa 8♥ 7♦) kannst du nur Karte für Karte abbauen.
  4. Leere Spalten: Eine leere Spalte darfst du mit jeder letzten Karte besetzen oder mit jeder Folge, die du verschieben darfst. Du musst sie nicht sofort füllen.
  5. Vorrat: Du deckst die Karten des Vorrats einzeln auf den Abwurfstapel auf. Dessen oberste Karte darf auf einen Zielstapel oder in die Auslage; die Karte darunter wird frei, sobald sie weg ist.
  6. Kein neuer Durchgang: Du gehst nur einmal durch den Vorrat.

Beispiel: Im Bild oben legst du die 7♠ aus Spalte 3 an die 8♠ am Ende von Spalte 7. 8♠ und 7♠ sind beide Pik – sie bilden jetzt eine Folge, die als Ganzes wandern darf: Leg sie an die 9♣ in Spalte 1 (Schwarz an Schwarz). Spalte 7 endet jetzt mit der 6♣, und die 5♠ aus Spalte 6 passt daran. Die Folge 9♣ 8♠ 7♠ in Spalte 1 darf nicht als Ganzes wandern, weil sie Kreuz und Pik mischt – nur der Teil 8♠ 7♠.

Gewonnen oder verloren

Du hast gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den vier Zielstapeln liegen. Ist der Vorrat aufgebraucht und geht kein sinnvoller Zug mehr, ist die Patience nicht aufgegangen. Morehead und Mott-Smith (1949) schätzten, dass nur jedes 20. Spiel aufgeht; ein Computer, der die Reihenfolge des Vorrats kennt, gewinnt etwa neun von zehn Spielen – wer sorgfältig plant, schafft also deutlich mehr als die alte Schätzung.

Tipps für Einsteiger

  • Alles liegt offen: Schau vor jedem Zug nach, wo die Karten stecken, die du brauchst.
  • Leg wenn möglich in derselben Farbe an (7♠ lieber an die 8♠ als an die 8♣) – nur solche Folgen dürfen später wandern.
  • Leere Spalten sind kostbar. Nutz sie, um gemischte Folgen nach Farben zu sortieren, und füll sie nicht ohne Grund.
  • Asse und 2er sofort auf die Zielstapel; höhere Karten lässt du in der Auslage, solange noch andere Karten an ihnen hängen.
  • Mach alle gewünschten Züge in der Auslage, bevor du eine neue Karte aufdeckst – vom Abwurfstapel kommst du nur an die oberste Karte.

Varianten

Alles freiwillig – vor dem Spiel festlegen.

  • Ursprüngliche Regeln (zufällige Grundkarte): Laut Michael Kellers Solitaire Laboratory begannen die Zielstapel in Whiteheads eigenen Regeln – die auch David Parlett verwendet – nicht mit den Assen. Nach dem Auslegen deckst du die 29. Karte auf und legst sie als erste Grundkarte auf die Zielstapel; die drei anderen Karten dieses Werts eröffnen die übrigen Zielstapel. Die Zielstapel laufen über Eck (… D, K, A, 2 …), und in der Auslage darf ein König an ein Ass derselben Farbgruppe.
  • Agnes: ein älterer Verwandter, um 1915 von Ernest Bergholt beschrieben. Gespielt wird mit den ursprünglichen Regeln oben, aber ohne Abwurfstapel: Wann immer du willst, legst du aus dem Vorrat je eine Karte auf alle sieben Spalten, wie bei Spider. Die letzten zwei Karten kommen auf Spalte 1 und 2.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Patience (Klondike-Familie: sieben Spalten mit 1–7 Karten, Vorrat wird einzeln aufgedeckt)
  • Herkunft: USA, frühes 20. Jahrhundert; erfunden von Wilbur C. Whitehead
  • Auch bekannt als: –
  • Ähnliche Spiele: Klondike, Agnes (Agnes Sorel), Thumb and Pouch, Yukon, Easthaven

Whitehead ist eine der vielen Abwandlungen von Klondike, die entstanden, als Klondike beliebt geworden war. Laut Michael Kellers Solitaire Laboratory hat sie der bekannte amerikanische Bridgespieler und -autor Wilbur C. Whitehead erfunden, nach dem sie auch benannt ist. 1924 war sie bereits ein etabliertes Spiel und stand in der 28. Auflage von The Official Rules of Card Games der United States Playing Card Company.

Zwei Änderungen machen aus dem Klondike-Bild ein Planungsspiel: Alle Karten liegen offen, und angelegt wird nach Farbgruppe (Rot an Rot), während nur Folgen einer einzigen Farbe gemeinsam wandern dürfen. In Whiteheads eigenen Regeln begannen die Zielstapel nicht mit den Assen, sondern mit dem Wert der 29. ausgeteilten Karte. Keller schreibt, dass diese zufällige Grundkarte irgendwann verloren ging und fast alle neueren Bücher und alle Computerprogramme, die er kennt, mit den Assen beginnen; einzig David Parletts The Penguin Book of Patience nenne noch die ursprünglichen Regeln. Albert Morehead und Geoffrey Mott-Smith (1949) beschreiben die Fassung mit Assen und schätzen acht Minuten pro Spiel und einen Gewinn in 20 Spielen.

Computer sehen das anders: Mark Masten hat einen Löser von Jan Wolter angepasst und herausgefunden, dass sich rund 91 % der Spiele mit der ursprünglichen Grundkarte und rund 90 % mit Assen gewinnen lassen – wenn man die Reihenfolge des Vorrats kennt. Keller vergleicht Whitehead mit Agnes, die Ernest Bergholt um 1915 als ein seit fünf, sechs Jahren bekanntes Spiel beschrieb: dieselbe offene Auslage, dasselbe Anlegen nach Farbgruppe, aber der Vorrat wird wie bei Spider auf die Spalten verteilt. Yukon und Easthaven sind weitere Mitglieder der Klondike-Familie auf dieser Website.

Quellen