Fischspiel · Spiel 382 von 388 ♦
Basra
Stich Tischkarten mit gleichem Rang oder mit einer Summe, fege mit einem Buben den Tisch – und leere ihn ohne Buben für 10 Punkte: Basra!
- Spieler
- 2 oder 4
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für vier · Spiele für Kinder · Partnerspiele
Punkteblock
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Die Karten
- Vorbereitung
- Ein Zug
- Basra
- Ende einer Runde
- Wertung
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Basra ist ein Fischspiel aus dem Nahen Osten. Du spielst eine Karte aus der Hand, um offen liegende Tischkarten – den Tisch – zu stechen: entweder mit einer Karte gleichen Rangs oder mit mehreren Karten, die zusammen den Wert deiner Karte ergeben. Buben und die 7♦ fegen den ganzen Tisch. Leerst du den Tisch mit einer anderen Karte, ist das eine Basra und bringt 10 Punkte. Weitere Punkte gibt es für die meisten Karten, Buben, Asse, die 2♣ und die 10♦. Die erste Seite mit 101 Punkten gewinnt. Beschrieben ist die ägyptische Version, die am weitesten verbreitet ist.
- Spieler: 2, oder 4 in zwei Parteien zu je zwei (Partner sitzen sich gegenüber).
- Du brauchst: ein französisches Blatt mit 52 Karten sowie Papier und Stift.
Die Karten
Alle 52 Karten werden gespielt; die Farben zählen nur bei der 2♣ und der 10♦. Beim Stechen mit Summe haben die Karten Werte:
| Karte | Wert |
|---|---|
| A | 1 |
| 2 bis 10 | Augenzahl |
| B, D, K | kein Wert – nur gleicher Rang |
Vorbereitung
- Richtung: Gespielt wird nach rechts (gegen den Uhrzeigersinn).
- Geben: Der Geber gibt jedem 4 Karten, verdeckt, und legt dann 4 Karten offen auf den Tisch. Liegt darunter ein Bube oder die 7♦, schiebt der Geber sie in den Stapel zurück und legt Ersatz auf.
- Der Spieler rechts vom Geber beginnt.
- Sind alle Hände leer, gibt der Geber noch einmal 4 Karten an jeden – keine auf den Tisch. Das wiederholt sich, bis der Stapel aufgebraucht ist: 6 Gaben zu zweit, 3 zu viert.
Ein Zug
Spiel eine Karte offen aus der Hand. Was sie stechen kann, hängt von der Karte ab:
- Zahlkarten (A bis 10): nimm eine Tischkarte gleichen Rangs. Oder nimm jede Gruppe von Zahlkarten, deren Werte zusammen den Wert deiner Karte ergeben – ein Ass zählt 1. Du darfst in einem Zug mehrere Gruppen nehmen, die jeweils passen oder sich zu deiner Karte addieren. Gibt es mehrere Möglichkeiten, suchst du eine aus.
- Dame und König: stechen nur Karten desselben Rangs: eine Dame nimmt Damen, ein König nimmt Könige. D und K haben keinen Wert und kommen nie in einer Summe vor.
- Bube: nimmt alle Karten vom Tisch, egal welche. Auf einen leeren Tisch gespielt, bleibt er liegen.
- 7♦: nimmt ebenfalls alle Tischkarten (auf einem leeren Tisch bleibt sie wie ein Bube liegen).
- Kein Stich: Deine Karte bleibt offen auf dem Tisch. Du bist nicht zum Stechen gezwungen; du darfst stattdessen eine Karte ablegen.
Deine genommenen Karten und deine eigene legst du verdeckt auf den Stapel deiner Seite.
Beispiel: Auf dem Tisch liegen 3♠ · 5♦ · 8♣ · K♥. Anna spielt die 8♥. Sie nimmt die 8♣ (gleicher Rang) und 3♠ + 5♦ (zusammen 8) – zwei Gruppen in einem Zug – und lässt den K♥ liegen. Ben spielt den K♠, nimmt den K♥ und leert den Tisch: eine Basra.
Basra
Nimmst du mit einer Karte, die kein Bube ist, alle Karten vom Tisch, ist das eine Basra: 10 Punkte. Leg die stechende Karte offen und quer auf deinen Stapel, damit man sie später zählen kann.
- Ein Bube, der den Tisch fegt, ist keine Basra.
- Die 7♦ ist nur dann eine Basra, wenn auf dem Tisch Zahlkarten liegen, die zusammen 10 oder weniger ergeben; sonst fegt sie nur.
Der nächste Spieler beginnt auf einem leeren Tisch.
Ende einer Runde
Nach den letzten Karten nimmt der letzte Stecher die Karten, die noch auf dem Tisch liegen. Das ist keine Basra.
Wertung
Jede Seite zählt ihren Stapel:
| Für | Punkte |
|---|---|
| Meiste Karten (27 oder mehr) | 30 |
| Jeder Bube | 1 |
| Jedes Ass | 1 |
| 2♣ | 2 |
| 10♦ | 3 |
| Jede Basra | 10 |
Steht es 26 zu 26, bekommt niemand die 30 Punkte.
Beispiel: Bens Stapel hat 30 Karten, 2 Buben, 1 Ass, die 10♦ und eine Basra: 30 + 2 + 1 + 3 + 10 = 46. Annas Stapel hat die übrigen 22 Karten, 2 Buben, 3 Asse und die 2♣: 2 + 3 + 2 = 7.
Spielende
Spielt Runden, bis eine Seite 101 Punkte erreicht; der Geber wechselt nach rechts. Erreichen beide Seiten in derselben Runde 101, gewinnt der höhere Stand. Bei Gleichstand wird eine weitere Runde gespielt. Ernsthafte Spieler spielen oft best of five Partien.
Tipps für Einsteiger
- Die Mehrheit ist der große Preis. 30 Punkte sind mehr als alle anderen Kartenpunkte zusammen; sammle also Karten, nicht nur Wertkarten.
- Spar dir Buben für einen vollen Tisch auf. Ein Bube, der einen großen Tisch fegt, entscheidet die Mehrheit; früh verschenkt nimmt er nichts.
- Vorsicht bei einer einzelnen Karte. Bleibt nur eine Karte liegen, macht eine passende Karte in der Hand des Gegners eine Basra. Eine einzelne Dame oder ein König ist besonders riskant.
- Rechne die Summen aus. Prüf vor dem Ausspielen, ob deine Karte gleich mehrere Gruppen nehmen kann.
- Behalt die 2♣ und die 10♦ im Blick. Sie sind kleine Preise, entscheiden aber knappe Runden.
Varianten
Alle optional – einigt euch vorher.
- Stechzwang: Eine Karte, die stechen kann, muss stechen.
- Längere Partien: Spielt bis 151.
- Libanesisches Basra: 6 Karten pro Spieler. Eine Basra zählt nur, wenn eine einzelne Karte gleichen Rangs genommen wird oder zwei einzelne Karten mit der Summe ihrer Werte geleert werden; die Mehrheit ist nur 3 Punkte wert; die 7♦ hat keine Sonderkraft. Gespielt wird bis 101.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Fischspiel (Karten vom Tisch erbeuten)
- Herkunft: Naher Osten; die Quellen sind sich über den genauen Ort nicht einig
- Auch bekannt als: Bastra, Bazra, Basra
- Ähnliche Spiele: Pişti, Xeri, Casino, Scopa
Basra ist ein Fischspiel, dessen Name im Englischen verschieden geschrieben wird. Laut pagat.com wird es in der arabischen Welt – mit regionalen Unterschieden – und in Kaffeehäusern des Nahen Ostens gespielt. Dieselbe Quelle beschreibt die auf dieser Seite verwendete ägyptische und jemenitische Wertung sowie eine libanesische Fassung, in der die Mehrheit nur 3 Punkte zählt und die 7♦ keine Sonderkraft hat. Die englische Wikipedia nennt in ihrem Artikel zu Bastra eine andere Herkunft: Sie spricht von Griechenland und davon, dass das Spiel von zyprischen und türkischen Auswanderern verbreitet wurde. Diese Seite versucht nicht, die Frage zu entscheiden.
Basra ist eng mit Pişti verwandt, das die englische Wikipedia als besondere Weiterentwicklung von Bastra beschreibt. Beiden Spielen gemeinsam sind der Bube, der den Stapel fegt, der besondere Wert von 2♣ und 10♦ und ein Bonus für das Leeren einer einzelnen Karte; bei Basra liegen aber mehrere Karten auf dem Tisch, und Zahlen können wie bei Casino durch Addieren gestochen werden.