Kinderspiel · Spiel 150 von 388 ♣
Beggar-My-Neighbour
Deck ein Ass oder eine Bildkarte auf, und dein Nachbar muss zahlen – mit etwas Glück bringst du ihn an den Bettelstab.
- Spieler
- 2–6
- Dauer
- 20 Min.
- Alter
- ab 5
- Anspruch
- leicht
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder · Ohne Punkteblatt
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Zahlkarten und Normalkarten
- Vorbereitung
- Spielablauf
- Zahlkarte beim Zahlen
- Spielende
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Beggar-My-Neighbour („Bring deinen Nachbarn an den Bettelstab“) ist ein einfaches, reines Glücksspiel, meist für zwei. Abwechselnd deckt ihr Karten auf einen Stapel in der Mitte auf. Deckt jemand ein Ass oder eine Bildkarte auf, muss der andere dafür mit mehreren Karten zahlen – und sind das alles einfache Zahlenkarten, bekommt der Fordernde den ganzen Stapel. Wer keine Karten mehr hat, ist „Bettler“ und verliert; wer alle Karten hat, gewinnt.
- Spieler: 2 (es können auch mehr mitspielen – siehe Varianten).
- Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.
Zahlkarten und Normalkarten
Es gibt zwei Arten von Karten. Die Farben sind egal.
| Karte | Art | Der andere zahlt |
|---|---|---|
| Ass | Zahlkarte | 4 Karten |
| König | Zahlkarte | 3 Karten |
| Dame | Zahlkarte | 2 Karten |
| Bube | Zahlkarte | 1 Karte |
| 2 bis 10 | Normalkarte | – |
Vorbereitung
- Mischt und verteilt alle Karten verdeckt: 26 für jeden.
- Niemand schaut seine Karten an. Jeder legt sie als ordentlichen, verdeckten Stapel vor sich.
Spielablauf
- Einer fängt an – zum Beispiel der, der nicht gegeben hat. Abwechselnd dreht ihr eure oberste Karte um und legt sie offen auf einen gemeinsamen Stapel in der Mitte.
- Das geht so weiter, Karte um Karte, bis jemand eine Zahlkarte aufdeckt.
- Jetzt muss der andere zahlen: Er deckt nacheinander so viele Karten auf den Stapel auf, wie die Tabelle angibt – zum Beispiel zwei Karten für eine Dame.
- Sind alle diese Karten Normalkarten, ist bezahlt. Wer die Zahlkarte aufgedeckt hat, nimmt den ganzen Stapel, dreht ihn als Block um und schiebt ihn verdeckt unter seinen eigenen – ohne zu mischen. Dann deckt er als Nächster wieder eine Karte auf.
Beispiel: Anna deckt eine D♥ auf. Ben muss 2 Karten zahlen: Er deckt eine 5♠ und eine 9♦ auf. Beides Normalkarten – Anna bekommt den ganzen Stapel unter ihre Karten und deckt dann die nächste Karte auf.
Zahlkarte beim Zahlen
Deckst du beim Zahlen eine Zahlkarte auf, hörst du sofort auf zu zahlen. Die Zahlkarte deines Gegners gilt nicht mehr – jetzt muss er für deine Karte zahlen. Das kann mehrmals hin- und hergehen.
Beispiel: Anna legt eine D; Ben zahlt eine 6 und dann einen B – er hört auf. Anna muss für den Buben 1 Karte zahlen: Sie deckt ein A auf. Jetzt muss Ben 4 zahlen: 3, 7, K – er hört auf. Anna muss für den König 3 zahlen: 10, 4, 6. Der König ist bezahlt, also bekommt Ben den ganzen Stapel.
Spielende
Wer eine Karte aufdecken oder zahlen muss und keine mehr hat, verliert. Wer am Ende alle 52 Karten hat, gewinnt.
Tipps für Einsteiger
- Es gibt nichts zu entscheiden – es ist reines Glück. Gerade deshalb ist es ideal für kleine Kinder, die Ass, König, Dame und Bube kennenlernen.
- Zählt beim Zahlen laut mit („eins, zwei, drei …“), damit niemand durcheinanderkommt.
- Eine Partie kann lange dauern. Macht vorher aus, wie lange ihr spielt; wer dann mehr Karten hat, gewinnt.
Varianten
Diese Regeln sind freiwillig – sprecht sie vorher ab.
- Mehr Spieler: Verteilt die Karten so gleichmäßig wie möglich (zu dritt hat einer eine Karte mehr). Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Legt jemand eine Zahlkarte, zahlt der nächste Spieler. Deckt der beim Zahlen selbst eine Zahlkarte auf, hört er auf, und der Spieler nach ihm muss zahlen. Wer keine Karten mehr hat, scheidet aus; wer als Letzter Karten hat, gewinnt.
- Suck the Well: In der Karibik spielt man genauso, aber gegen den Uhrzeigersinn.
- Hauen: Egyptian Ratscrew ist Beggar-My-Neighbour mit zusätzlichen Regeln, bei denen man auf den Stapel haut – siehe dort.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Kinderspiel (reines Glück, keine Entscheidungen)
- Herkunft: wahrscheinlich Großbritannien; bekannt seit spätestens den 1840er-Jahren
- Auch bekannt als: Strip Jack Naked, Beat Your Neighbour Out of Doors, Beat Jack Out of Doors, Taxes, Suck the Well (Karibik), Bataille Corse (Frankreich)
- Ähnliche Spiele: Krieg, Egyptian Ratscrew, Camicia (Italien), Slapjack, Schnipp-Schnapp
Beggar-My-Neighbour – wörtlich etwa „Bring deinen Nachbarn an den Bettelstab“ – ist ein britischer Kinderspiel-Klassiker, bei dem niemand je etwas entscheidet: Man deckt einfach seine oberste Karte auf, wenn man dran ist. Einen eingeführten deutschen Namen hat es nicht; auch die deutsche Fassung von pagat.com behält den englischen Titel. Nicht verwechseln sollte man es mit dem deutschen Bettelmann, das trotz des ähnlichen Namens eher wie Krieg gespielt wird.
Laut Wikipedia stammt das Spiel wahrscheinlich aus Großbritannien und ist dort seit spätestens den 1840er-Jahren bekannt. Vielleicht ist es dasselbe Spiel wie „beat the knave out of doors“, das schon 1755 erwähnt wird. In Charles Dickens’ Große Erwartungen (1861) ist es das einzige Kartenspiel, das der junge Pip kennt; auch in Wilkie Collins’ Roman Hide and Seek (1854) wird es gespielt. Auf pagat.com finden sich viele weitere Namen, etwa Strip Jack Naked und Taxes; Namen wie Egyptian War stehen meist für Egyptian Ratscrew, einen amerikanischen Abkömmling, bei dem man den Stapel auch durch Draufhauen gewinnen kann.
Unter Mathematikern ist das Spiel berühmt. Weil niemand etwas entscheidet, steht der ganze Spielverlauf schon beim Geben fest – und ob eine Partie endlos laufen kann, war lange eine offene Frage. John Conway zählte sie zu seinen „Anti-Hilbert-Problemen“, Fragen, die die Forschung gerade nicht antreiben sollten. Laut Wikipedia fand Brayden Casella im Februar 2024 die erste Verteilung für zwei Spieler, die zu einem endlosen, sich wiederholenden Spiel führt. Die längste bekannte Partie, die doch endet, hat Reed Nessler gefunden: Sie dauert 1164 Stiche.