Kartenspielregeln

Paarspiel · Spiel 153 von 388 ♣

Schwarzer Peter

Paare ablegen, blind beim Nachbarn ziehen – und hoffen, dass nicht du am Ende mit dem Pik-Buben dasitzt.

Spieler
2–8
Dauer
10 Min.
Alter
ab 4
Anspruch
leicht
Karten
51 Karten (ohne Kreuz-Bube)
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Platz 5 in Für Kinder

Sammlungen: Erste Spiele · Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder · Ohne Punkteblatt

Kurzregeln

  • Ziel: nicht am Ende den Schwarzen Peter (Pik-Bube) halten.
  • Kreuz-Bube raus. Alle 51 Karten verdeckt verteilen – ungleich viele macht nichts.
  • Paare offen ablegen: gleicher Wert und gleiche Farbe – beide rot (♥ ♦) oder beide schwarz (♠ ♣).
  • Der Linke des Gebers beginnt. Zug: deine Karten verdeckt dem linken Nachbarn hinhalten; er zieht eine blind.
  • Neues Paar? Sofort ablegen. Dann ist er dran.
  • Keine Karten mehr: geschafft – du wirst übersprungen.
  • Wer zuletzt den Pik-Buben hält, ist der Schwarze Peter.

Spickzettel

Varianten (vorher absprechen)

Variante Änderung
Mit 32 Karten nur A K D B 10 9 8 7, ohne Kreuz-Bube
Drei Buben raus Alle Buben außer Pik-B raus; Paar = gleicher Wert, Farbe egal
Old Maid Eine Dame raus, Paar = gleicher Wert; wer die letzte Dame hält, verliert

Tipps

  • Misch deine Karten, bevor du sie hinhältst – keiner soll wissen, wo der Pik-Bube steckt.
  • Unschuldig schauen, wenn die Finger des Nachbarn in die Nähe des Schwarzen Peters kommen.
  • Lässt du ihn ein bisschen herausstehen, lockt das den Nachbarn – oder es ist ein Trick.
  • Tradition: Der Schwarze Peter bekommt einen schwarzen Punkt auf die Nase – mit abwaschbarem Stift.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Spielablauf
  4. Keine Karten mehr
  5. Spielende
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Schwarzer Peter ist ein einfaches, lustiges Spiel für kleine Kinder und Erwachsene. Aus dem Kartenspiel wird der Kreuz-Bube herausgenommen – dadurch findet der Pik-Bube keinen Partner mehr: Er ist der Schwarze Peter. Alle legen Paare ab und ziehen blind Karten beim Nachbarn. Wer am Ende den Schwarzen Peter in der Hand hält, verliert.

  • Spieler: 2 bis 8 – am schönsten mit 3 bis 6.
  • Du brauchst: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten, ohne Joker.

Vorbereitung

  1. Nehmt den Kreuz-Buben heraus und legt ihn weg. Gespielt wird mit den übrigen 51 Karten.
  2. Geben: Einer mischt und verteilt alle Karten einzeln und verdeckt im Uhrzeigersinn. Macht nichts, wenn manche eine Karte mehr haben.
  3. Jeder nimmt seine Karten auf und schaut sie an, ohne sie den anderen zu zeigen.
  4. Paare ablegen: Ein Paar sind zwei Karten mit gleichem Wert und gleicher Farbe – also beide rot (Herz und Karo) oder beide schwarz (Pik und Kreuz). Herz-7 und Karo-7 sind ein Paar, Herz-7 und Pik-7 nicht. Leg alle Paare offen in die Mitte.

Spielablauf

Der linke Nachbar des Gebers fängt an, dann geht es reihum im Uhrzeigersinn.

  1. Fächere deine Karten verdeckt auf und halte sie deinem linken Nachbarn hin.
  2. Er zieht eine Karte, ohne sie anzusehen, und nimmt sie auf die Hand.
  3. Passt sie zu einer seiner Karten, legt er das Paar sofort ab.
  4. Dann hält er seine Karten seinem linken Nachbarn hin – und so weiter reihum.

Beispiel: Anna hat Herz-3, Kreuz-9 und Pik-Bube. Ihr rechter Nachbar hält ihr seine Karten hin, und sie zieht die Pik-9 – ein schwarzes Neuner-Paar! Sie legt Kreuz-9 und Pik-9 in die Mitte. Den Pik-Buben hat sie leider immer noch …

Keine Karten mehr

Wer alle Karten los ist, hat es geschafft und spielt nicht mehr mit. Der Nächste, der noch Karten hat, ist dran. Ist dein linker Nachbar schon fertig, hältst du deine Karten dem nächsten Spieler links von dir hin, der noch Karten hat.

Spielende

Am Ende sind alle Karten abgelegt – bis auf den einsamen Pik-Buben. Wer ihn hält, ist der Schwarze Peter und hat verloren; alle anderen haben gewonnen. Traditionell bekommt der Verlierer einen schwarzen Punkt auf die Nase – am besten mit einem abwaschbaren Stift.

Tipps für Einsteiger

  • Mach ein ganz unschuldiges Gesicht, wenn die Finger deines Nachbarn in die Nähe des Schwarzen Peters kommen!
  • Misch deine Karten, bevor dein Nachbar zieht, damit keiner weiß, wo der Pik-Bube steckt.
  • Manche lassen den Schwarzen Peter ein bisschen herausstehen, um den Nachbarn zu locken – oder um ihn reinzulegen.

Varianten

Nur nach Absprache.

  • Mit 32 Karten: schneller – nehmt nur A K D B 10 9 8 7 jeder Farbe (ohne Kreuz-Bube).
  • Drei Buben raus: Nehmt alle Buben außer dem Pik-Buben heraus. Dann ist jedes Paar mit gleichem Wert erlaubt, egal welche Farbe.
  • Papaz Kaçtı: die türkische Form. Statt des Kreuz-Buben kommen drei Könige heraus – wer den letzten König hält, verliert. Gespielt wird andersherum: Du bietest deine Karten deinem rechten Nachbarn an.
  • Old Maid („Alte Jungfer“): die englische Form. Statt eines Buben kommt eine Dame heraus, jedes Paar mit gleichem Wert zählt, egal welche Farbe. Wer die letzte Dame hält, verliert.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Paarspiel (Paare ablegen, bloß nicht auf der letzten Karte sitzen bleiben)
  • Herkunft: Europa; Schwarzer Peter in Deutschland seit 1821 belegt, Old Maid in Amerika seit 1831
  • Auch bekannt als: Old Maid (englisch), Vieux Garçon oder Le Pouilleux (Frankreich), Zwarte Piet (Niederlande), Svarte Petter (Schweden), Fekete Péter (Ungarn)
  • Ähnliche Spiele: Scabby Queen, Jackass, Papaz Kaçtı (Türkei)

Schwarzer Peter gehört zu den Spielen, bei denen es nur darum geht, einen Verlierer zu ermitteln. Laut Wikipedia stammen solche Spiele wahrscheinlich von einfachen Glücksspielen ab, bei denen der Verlierer die nächste Runde Getränke zahlen musste.

Die Regeln des Schwarzen Peters sind seit 1821 belegt. Gespielt wurde mit einem gewöhnlichen Kartenspiel – oft mit 32 Karten –, aus dem ein schwarzer Bube entfernt wurde, sodass der andere keinen Partner fand. Eine beliebte Geschichte führt den Namen auf den Räuber Johann Peter Petri zurück, genannt „der alte Schwarzpeter“, der das Spiel ab 1811 im Gefängnis erfunden haben soll; laut der deutschen Wikipedia ist das Spiel aber wohl deutlich älter. Dem Verlierer malte man traditionell mit einem angekohlten Korken einen schwarzen Fleck ins Gesicht. Seit 1919 gibt es eigene Schwarzer-Peter-Karten mit Tierbildern.

Im Englischen beschreibt Eliza Leslie das Spiel 1831 in Amerika – als Old Maid („alte Jungfer“), wenn Mädchen spielten, und als Old Bachelor, wenn Jungen spielten; 1835 erschienen die Regeln auch in England. In Frankreich sind Regeln für Vieux Garçon („alter Junggeselle“) ab 1853 belegt. Ab den 1880er-Jahren verkauften Verlage eigene Bildkarten für das Spiel. Laut pagat.com ist die übrig bleibende Karte dort, wo das Spiel einen männlichen Namen hat, meist ein Bube, bei Old Maid eine Dame.

Quellen