Rommé-Spiel · Spiel 13 von 18 ♥
Rommé
Der Klassiker am Familientisch – sammle Sätze und Folgen, komm mit 40 Punkten raus und werde als Erster alle Karten los.
- Spieler
- 2–6
- Dauer
- 60 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 2 × 52 Karten + 4 Joker
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Figuren
- Joker
- Kartenwerte
- Vorbereitung
- Ein Spielzug
- Das erste Auslegen
- Joker austauschen
- Rundenende
- Abrechnung
- Spielende
- Tipps für Anfänger
- Varianten
Überblick
Rommé ist das Kartenspiel, das in Deutschland und Österreich an unzähligen Küchentischen gespielt wird. Jeder versucht, seine Karten zu passenden Gruppen zu ordnen und sie offen auf den Tisch zu legen. Wer als Erster alle Karten los ist, gewinnt die Runde; alle anderen schreiben die Karten, die sie noch auf der Hand haben, als Minuspunkte auf. Nach mehreren Runden gewinnt, wer die wenigsten Minuspunkte hat.
- Spieler: 2 bis 6, jeder spielt für sich.
- Material: zwei normale 52er-Kartenspiele mit ihren Jokern – 104 Karten und 4 Joker, zusammen 108 Karten – sowie Stift und Papier. Am besten haben beide Spiele die gleiche Rückseite.
Figuren
Eine Figur ist eine Gruppe aus mindestens drei zusammengehörenden Karten. Es gibt zwei Arten:
- Satz: 3 oder 4 Karten mit gleichem Wert in verschiedenen Farben, z. B. K♥ K♦ K♣ oder 3♠ 3♥ 3♦ 3♣. Weil mit zwei Spielen gespielt wird, kann man zwei gleiche Karten haben (etwa zweimal 7♠) – in einen Satz dürfen sie aber nie zusammen.
- Folge (auch Reihe): 3 oder mehr aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, z. B. 8♦ 9♦ 10♦ B♦.
Das Ass darf an beiden Enden einer Folge stehen: A-2-3 (unten) oder D-K-A (oben). „Um die Ecke“ geht es nicht: K-A-2 ist keine Folge.
Joker
Ein Joker ersetzt jede beliebige Karte, die dir für eine Figur fehlt, z. B. B♣ D♣ Joker A♣ (der Joker ist der K♣) oder 6♠ 6♥ Joker (der Joker ist eine dritte 6).
- Eine Figur darf nicht aus einer echten Karte und zwei Jokern bestehen.
- Zwei Joker dürfen nur in einer Folge aus mindestens vier Karten direkt nebeneinanderliegen, z. B. 3♠ Joker Joker 6♠.
Kartenwerte
Die Kartenwerte zählen zweimal: beim ersten Auslegen (siehe unten) und bei den Minuspunkten am Ende einer Runde.
| Karte | Punkte |
|---|---|
| K, D, B | 10 |
| 10 bis 2 | Augenzahl |
| Ass | 11 (nur 1 in der Folge A-2-3 …) |
| Joker in einer Figur | Wert der ersetzten Karte |
| Joker auf der Hand | 20 |
Ein Ass, das am Ende noch auf der Hand ist, zählt immer 11.
Vorbereitung
- Erster Geber: Jeder zieht eine Karte, die höchste Karte gibt zuerst. Nach jeder Runde gibt der linke Nachbar (reihum im Uhrzeigersinn).
- Geben: Der Geber mischt, lässt rechts abheben und gibt die Karten verdeckt einzeln im Uhrzeigersinn, links beginnend. Jeder bekommt 13 Karten, der Geber selbst 14. Das ist dein Blatt – niemand darf es sehen.
- Ziehstapel: Die übrigen Karten kommen verdeckt als Ziehstapel in die Mitte. Daneben entsteht der Ablagestapel.
Ein Spielzug
Der Geber fängt an. Weil er schon 14 Karten hat, zieht er nicht: Er darf auslegen (wenn er kann) und legt dann eine Karte offen neben den Ziehstapel. Damit beginnt der Ablagestapel. Danach geht es reihum im Uhrzeigersinn weiter.
Ab jetzt hat jeder Zug drei Schritte:
- Ziehen: eine Karte nehmen – entweder die oberste vom Ziehstapel oder die oberste vom Ablagestapel.
- Auslegen (freiwillig): Figuren auslegen, Karten anlegen oder Joker austauschen – siehe unten.
- Ablegen: eine Karte offen auf den Ablagestapel legen. Damit ist dein Zug zu Ende.
Beispiel: Clara hat 5♣ 6♣, oben auf dem Ablagestapel liegt die 7♣. Sie nimmt sie – jetzt hat sie die Folge 5♣ 6♣ 7♣ – und legt zum Schluss eine Karte ab, die sie nicht braucht, etwa die 2♥.
Das erste Auslegen
Wer zum ersten Mal Karten auslegt, kommt raus. Dafür müssen die ausgelegten Figuren zusammen mindestens 40 Punkte wert sein. Du darfst dafür auch mehrere Figuren auf einmal auslegen.
- Ein Joker zählt dabei so viel wie die Karte, die er ersetzt; ein Ass in A-2-3 zählt nur 1.
- Schaffst du keine 40, bleiben die Karten auf der Hand.
Beispiel: Ben hat A♦ 2♦ 3♦ 4♦ und B♠ B♥ B♣. Die Folge zählt 1 + 2 + 3 + 4 = 10, die drei Buben 30 – genau 40, er darf rauskommen. Ohne die 4♦ hätte er nur 36 und müsste warten.
Sobald deine erste Auslage liegt (schon im selben Zug), darfst du:
- weitere Figuren mit beliebigem Wert auslegen,
- anlegen – einzelne Karten an jede Figur auf dem Tisch legen, an deine eigenen und an die der anderen. Liegt etwa 2♥ 3♥ 4♥ aus, darfst du A♥ und 5♥ anlegen. Karten, die du im Zug des Rauskommens anlegst, zählen nicht zu den 40.
Was liegt, das liegt: Ausgelegte Karten darfst du nie wieder auf die Hand nehmen.
Joker austauschen
Liegt eine Figur mit Joker auf dem Tisch und du hast die echte Karte, für die der Joker steht, darfst du sie an seine Stelle legen und den Joker nehmen. Das geht nur nach deinem ersten Auslegen und nur, wenn du am Zug bist. Den Joker musst du sofort in einer neuen Figur wieder auslegen – auf die Hand nehmen darfst du ihn nicht.
Beispiel: Auf dem Tisch liegt 9♣ 10♣ Joker D♣ – der Joker ist der B♣. Dana ist schon rausgekommen und hat B♣, 7♠ und 7♥ auf der Hand. Sie legt ihren B♣ in die Folge, nimmt den Joker und legt 7♠ 7♥ Joker als neuen Satz aus.
In einem Dreiersatz mit Joker (z. B. 6♠ 6♥ Joker) kann der Joker gegen jede der fehlenden Farben getauscht werden – hier gegen 6♣ oder 6♦.
Rundenende
Wer als Erster alle Karten los ist, beendet die Runde. Meist legt man alles bis auf eine Karte aus oder an und legt diese letzte Karte verdeckt auf den Ablagestapel – das Zeichen, dass die Runde vorbei ist. Kannst du auch die letzte Karte noch auslegen, musst du nichts ablegen.
Ist der Ziehstapel aufgebraucht, bevor jemand fertig ist, endet die Runde ebenfalls: Alle zählen ihre Handkarten.
Abrechnung
Wer rausgegangen ist, bekommt 0. Alle anderen zählen die Karten auf ihrer Hand zusammen (Ass 11, Joker 20) und schreiben das als Minuspunkte auf – auch Karten, die eine Figur bilden würden, zählen, solange sie auf der Hand sind.
Hand-Rommé: Legst du alle Karten in einem einzigen Zug aus, ohne vorher etwas ausgelegt zu haben, und hat auch noch kein anderer ausgelegt, ist das ein Hand-Rommé. Die 40-Punkte-Grenze gilt dann nicht, und die Minuspunkte der anderen zählen in dieser Runde doppelt.
Beispiel: Anna geht raus. Ben hat noch K♠ 7♦ A♥ und einen Joker: 10 + 7 + 11 + 20 = 48 Minuspunkte. Clara hat 3♣ 3♠ 9♥: 3 + 3 + 9 = 15. Wäre Anna mit Hand-Rommé rausgegangen, bekäme Ben 96 und Clara 30.
Spielende
Macht vorher aus, wie lange gespielt wird – etwa bis jeder gleich oft gegeben hat oder bis jemand eine vereinbarte Summe wie 500 Minuspunkte überschreitet. Dann gewinnt, wer die wenigsten Minuspunkte hat.
Tipps für Anfänger
- Früh rauskommen. Solange du die 40 nicht schaffst, sammeln sich Karten auf deiner Hand – und jeder Punkt dort zählt gegen dich.
- Hohe Karten loswerden, die nirgends passen: Ein einsamer König oder ein Ass kostet 10 oder 11 Punkte.
- Joker behalten und in Figuren verbauen, aber nicht ablegen – ein Joker auf der Hand kostet 20, auf dem Ablagestapel hilft er dem Nächsten.
- Auf den Ablagestapel achten. Was die anderen aufnehmen, verrät, was sie sammeln; gib ihnen nicht die Karten, die sie brauchen.
- Vor dem Ablegen den Tisch prüfen – oft passt eine Karte an eine ausgelegte Folge und kann angelegt werden.
Varianten
Für Rommé gibt es keine verbindlichen Regeln – sprecht diese Punkte vorher ab.
- Niedrigere Hürde: Zum Rauskommen reichen 30 Punkte (manchmal 35) statt 40.
- Ablagestapel nur zum Auslegen: Die oberste Karte vom Ablagestapel darf nur nehmen, wer sie sofort auslegt. Vor dem ersten Auslegen zählt sie dann zu den 40 mit.
- Um die Ecke: K-A-2 gilt als Folge.
- Turnierregeln: Nach der Rommé-Ordnung des Deutschen Skatverbands darf ein Joker aus einem Satz erst genommen werden, wenn der Satz auf vier Karten ergänzt wird, und ein Joker darf nur zum Rausgehen abgelegt werden.
- Joker 30: Ein Joker auf der Hand kostet 30 statt 20.
- Neuer Ziehstapel: Ist der Ziehstapel leer, wird der Ablagestapel (ohne die oberste Karte) gemischt und als neuer Ziehstapel verwendet, statt die Runde zu beenden.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Rommé-Spiel (Ziehen, Ablegen, Auslegen von Figuren)
- Herkunft: amerikanisches Rummy, über Österreich nach Deutschland gekommen; Regeln in Deutschland erstmals 1933 aufgeschrieben
- Auch bekannt als: Deutsches Rommé, Rommé mit Auslegen, Rommee; Rummy (Österreich), Rami (Frankreich)
- Ähnliche Spiele: Conquian, Gin Rommé, Scala 40, Canasta, Rummikub, Kalooki, Jolly, Machiavelli
Die Rommé-Spiele tauchten im frühen 20. Jahrhundert auf und gehen wahrscheinlich auf das mexikanische Conquian zurück, das pagat.com bis zu einer Erwähnung in Mexiko-Stadt 1857 zurückverfolgt. Über die USA, wo laut David Parlett (zitiert in der englischen Wikipedia) um 1905 die Namen „Rhum“ oder „Rhummy“ auftauchten, verbreitete sich die Spielidee weiter. Eine andere Theorie sieht Vorläufer in chinesischen Zieh-und-Ablege-Spielen; Parlett hält einen gemeinsamen Ursprung für wahrscheinlich.
Nach Deutschland kam das Spiel laut Wikipedia aus Österreich; die ersten deutschen Regeln stammen von 1933 (Friedrich Meister, Rommee und Doppelkopf). In Wien war Das Rummyspiel von John Smith-Creighton schon 1927 in dritter Auflage erschienen. Bis heute heißt das Spiel in Österreich „Rummy“; der französisch klingende Name „Rommé“ ist eine deutsche Ableitung – in Frankreich sagt man „Rami“. Verbindliche Regeln gibt es nicht, fast jede Familie spielt ihre eigene Fassung. Der Deutsche Skatverband hat seit 2004 eine Rommé-Abteilung mit eigener Turnierordnung, außerdem gibt es den Deutschen Rommé-Verband.
Handelsübliche Rommé-Karten haben 110 Blatt: zwei 52er-Spiele mit je drei Jokern. Normale Pokerspiele haben nur zwei Joker pro Spiel – deshalb spielen diese Regeln mit vier.
Rommé gehört zum Zweig „mit Auslegen“: Figuren kommen offen auf den Tisch, und man darf bei anderen anlegen. Beim Gin Rommé, dem Zweipersonenspiel aus den USA, bleiben die Figuren dagegen bis zum Klopfen auf der Hand. Nah verwandt sind das italienische Scala 40 (Rauskommen mit 40, zwei Joker pro Spiel), Kalooki, Jolly und Canasta. Bei Machiavelli und beim Räuber-Rommé dürfen die ausgelegten Figuren neu kombiniert werden – aus dieser Spielart ist laut Wikipedia Rummikub entstanden.