Kooperative Patience · Spiel 251 von 388 ♣
Verdeckt ermittelt
Klondike zu zweit, bei dem jeder unter andere verdeckte Karten spickt – und nur andeuten darf, was dort liegt.
- Spieler
- 2
- Dauer
- 30 Min.
- Alter
- ab 10
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung konzentriert
Sammlungen: Spiele für zwei · Kooperative Spiele · Ohne Punkteblatt · Nur hier · Neu & ungetestet
ungetestet Noch nicht ausprobiert: Das ist ein eigener Entwurf bzw. eine eigene Umsetzung. Die Regeln können sich noch ändern – wenn du es spielst, schreib uns, wie es war: simon@howto.cards
Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge und Farben
- Die Teile der Auslage
- Vorbereitung
- Dein Zug
- Leere Spalten
- Marker
- Kein Wort
- Gewinnen und verlieren
- Schwierigkeitsstufen
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Verdeckt ermittelt ist eine kooperative Patience für zwei: Ihr spielt gemeinsam eine Klondike-Auslage und gewinnt oder verliert als Team. (Eine Patience, auch Solitär genannt, ist ein Kartenspiel, bei dem man ein gemischtes Blatt nach festen Regeln ordnet.) Ziel ist, das ganze Blatt auf vier Zielstapel zu sortieren, einen pro Farbe, vom Ass bis zum König. Ihr seid abwechselnd dran, jeder Zug erlaubt nur drei Aktionen, und der Vorrat läuft ab wie eine Uhr. Der Clou: Jeder von euch darf sich heimlich ein paar der verdeckten Karten der Auslage ansehen – spicken – und ihr dürft nicht darüber reden, was ihr gesehen habt. Der einzige Hinweis, den ihr geben dürft, ist ein Marker: „Diese Karte ist ein Ass, eine 2 oder eine 3.“
- Spieler: 2
- Du brauchst: ein normales 52er-Blatt ohne Joker; pro Person 4 Spickmarken (Streichhölzer oder Knöpfe – 6 für die leichte Stufe) und 2 Marker (Münzen, für jeden eine andere Sorte).
Verdeckt ermittelt ist ein neues Spiel, das für diese Website entstanden und noch nicht getestet ist. Es ist unsere eigene kooperative Fassung der klassischen Patience Klondike. Von Team-Klondike, unserem anderen kooperativen Klondike, unterscheidet es sich so: Dort wird der Vorrat auf geheime Handkarten verteilt, und eine Münze sagt „Ich habe eine Karte dafür“. Hier hält niemand Karten in der Hand – der Vorrat gehört beiden und liegt offen, und das geheime Wissen betrifft die verdeckten Karten der Auslage. Eine Anlegeregel weicht von Klondike ab: In eine leere Spalte darf auch eine einzelne Karte, nicht nur ein König. Als Erstes feinjustieren solltet ihr die Zahl der Durchgänge durch den Vorrat (siehe „Schwierigkeitsstufen“).
Rangfolge und Farben
Wie bei Klondike ist das Ass die niedrigste Karte: A – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – B – D – K. ♥ und ♦ sind rot, ♠ und ♣ schwarz.
Die Teile der Auslage
- Auslage: die sieben Spalten in der Mitte, in denen umsortiert wird. Die verdeckten Karten einer Spalte liegen oben, die offenen überlappen sie nach unten. Die unterste Karte einer Spalte ist die, die am weitesten zu dir hin liegt und von keiner anderen bedeckt wird.
- Zielstapel: vier Plätze oberhalb der Auslage, einer pro Farbe, vom Ass bis zum König. Zu Beginn sind sie leer.
- Vorrat: der verdeckte Stapel mit den Karten, die nach dem Auslegen übrig bleiben. Er gehört euch beiden.
- Abwurfstapel: der offene Stapel neben dem Vorrat. Nur seine oberste Karte ist spielbar; die darunter wird frei, sobald die oberste weg ist.
Vorbereitung
- Mischt und legt die übliche Klondike-Auslage: sieben Spalten mit 1 bis 7 Karten, zusammen 28 Karten, nur die unterste Karte jeder Spalte offen. (Eine Karte offen auf Spalte 1 und je eine verdeckt auf die Spalten 2–7; dann eine offen auf Spalte 2 und je eine verdeckt auf die Spalten 3–7; und so weiter.) 21 Karten liegen verdeckt.
- Legt die übrigen 24 Karten verdeckt als Vorrat über die Auslage und deckt seine oberste Karte auf den Abwurfstapel auf.
- Jeder nimmt sich 4 Spickmarken und 2 Marker (Stufe „Normal“, siehe „Schwierigkeitsstufen“).
- Die jüngere Person beginnt; danach seid ihr abwechselnd dran.
Dein Zug
Ein Zug hat drei Schritte.
1. Spicken (freiwillig). Gib eine Spickmarke ab (zurück in die Schachtel) und sieh dir eine verdeckte Karte der Auslage an: Heb ihre obere Kante gerade so weit an, dass du die Ecke siehst, zeig sie deinem Mitspieler nicht und leg sie genau so zurück. Du darfst jede verdeckte Karte nehmen, auch eine, die sich dein Mitspieler schon angesehen hat. Merk dir, was du gesehen hast – keine Notizen.
2. Bis zu drei Aktionen. Als je eine Aktion zählt:
- In der Auslage umlegen: eine unterste Karte oder eine richtig gebaute Folge offener Karten an die unterste Karte einer anderen Spalte legen – sie muss einen Rang niedriger und von der anderen Farbe sein (eine rote 6 an eine schwarze 7), wie bei Klondike – oder in eine leere Spalte (siehe unten).
- Die oberste Karte des Abwurfstapels an die Auslage legen.
- Eine Karte zurückholen: vom Zielstapel an die Auslage, wenn sie dort passt.
Frei sind – so oft du willst, sie zählen nicht als Aktion:
- Eine Karte auf einen Zielstapel legen, aus der Auslage oder vom Abwurfstapel: Ein Ass beginnt einen Zielstapel, darauf kommt die 2 derselben Farbe und so weiter bis zum König.
- Umdrehen einer verdeckten Karte, sobald keine offene Karte mehr auf ihr liegt.
- Einen Marker legen (siehe unten).
Du darfst auch weniger Aktionen machen oder gar keine.
3. Die Uhr weiterdrehen. Am Ende deines Zugs deckst du die oberste Karte des Vorrats auf den Abwurfstapel auf – auch wenn du keine Aktion gemacht hast. Ist der Vorrat leer, dreh zuerst den ganzen Abwurfstapel ungemischt um – er ist der neue Vorrat – und deck dann seine oberste Karte auf. Auf „Normal“ dürft ihr das einmal: Ihr geht zweimal durch den Vorrat („Leicht“: drei Durchgänge, ihr dreht den Abwurfstapel also zweimal um; „Schwer“: wie „Normal“). Ist der Vorrat leer und ihr dürft den Abwurfstapel nicht mehr umdrehen, ist das Spiel vorbei.
Leere Spalten
Bei Klondike darf nur ein König in eine leere Spalte. Bei Verdeckt ermittelt darf dorthin ein König – allein oder mit den Karten, die an ihm liegen – oder eine beliebige einzelne Karte: etwa die oberste Karte des Abwurfstapels oder die einzige offene Karte einer Spalte – dann wird die Karte darunter umgedreht. Eine Folge aus mehreren Karten darf nur dorthin, wenn sie mit einem König beginnt. Hier zahlt sich euer Spicken aus: Mit einer leeren Spalte könnt ihr wählen, welche Spalte ihr als Nächstes freilegt.
Marker
Während deines Zugs darfst du jederzeit einen deiner Marker auf eine verdeckte Karte legen, die du dir angesehen hast – in diesem Zug oder früher. Er bedeutet immer: „Diese Karte ist ein Ass, eine 2 oder eine 3.“ Das muss stimmen. Der Marker bleibt liegen, bis die Karte umgedreht wird; dann geht er an seinen Besitzer zurück. Er sagt deinem Mitspieler: Hier lohnt sich das Graben.
Kein Wort
Während des Spiels darfst du deinem Mitspieler nichts über die verdeckten Karten verraten – weder, was du gesehen hast, noch, was du vorhast: kein „Spalte 5 lohnt sich“, kein Zeigen, kein Seufzen. Reden dürft ihr über die Regeln, darüber, wer dran ist, und wie viele Marken und Durchgänge noch übrig sind. Die einzige Nachricht ist ein Marker.
Beispiel: Der Beginn einer Partie wie im Bild. Anna fängt an, aber weder die Karte auf dem Abwurfstapel (die 3♣) noch eine offene Karte der Auslage passt irgendwo. Sie gibt eine Spickmarke ab, sieht sich die verdeckte Karte direkt unter der 9♠ in Spalte 5 an – es ist das A♦ – und legt einen Marker darauf. Das war ihr ganzer Zug: Sie deckt die nächste Karte des Vorrats auf, die 10♦. Ben weiß nur, was der Marker sagt. Aktion 1: Er legt die 10♦ vom Abwurfstapel an den B♣ in Spalte 3. Jetzt könnte die 9♠ aus Spalte 5 oder die 9♣ aus Spalte 7 daran. Ohne Marker würde er wohl Spalte 7 freilegen, die mit sechs verdeckten Karten – aber der Marker verspricht eine niedrige Karte in Spalte 5. Aktion 2: die 9♠ an die 10♦. Die Karte darunter wird kostenlos umgedreht – das A♦ – und kommt ebenso kostenlos auf einen Zielstapel; Anna bekommt ihren Marker zurück. Auch die nächste Karte von Spalte 5 wird kostenlos umgedreht: die 8♥. Aktion 3: die 8♥ an die 9♠, und Spalte 5 dreht noch eine Karte um. Ben beendet seinen Zug, indem er die nächste Karte des Vorrats aufdeckt.
Gewinnen und verlieren
- Ihr gewinnt gemeinsam, wenn alle 52 Karten auf den Zielstapeln liegen. Sobald alle Karten der Auslage offen liegen und Vorrat und Abwurfstapel beide leer sind, geht der Rest immer auf – ihr habt gewonnen.
- Ihr verliert, wenn am Ende eines Zugs eine Karte aufgedeckt werden muss, der Vorrat leer ist und ihr den Abwurfstapel nicht mehr umdrehen dürft.
- Alle Vorratskarten verbraucht, aber noch verdeckte Karten übrig: Sind Vorrat und Abwurfstapel beide leer, gibt es nichts mehr aufzudecken – die Uhr steht. Spielt weiter. Kann keiner von euch mehr eine Karte umdrehen oder auf einen Zielstapel legen, habt ihr verloren.
Schwierigkeitsstufen
| Stufe | Spickmarken je | Marker je | Durchgänge durch den Vorrat | In eine leere Spalte darf |
|---|---|---|---|---|
| Leicht | 6 | 2 | 3 | König oder einzelne Karte |
| Normal | 4 | 2 | 2 | König oder einzelne Karte |
| Schwer | 2 | keine | 2 | nur ein König, wie bei Klondike |
Auf „Leicht“ dürft ihr außerdem darüber reden, was ihr gesehen habt – gut, um zu lernen, wie das Wissen hilft.
Die Rechnung: Ein ganzer Durchgang durch die 24 Karten des Vorrats dauert 24 Züge, 12 für jeden von euch, mit bis zu drei Aktionen pro Zug. Jede Vorratskarte, die ihr verwendet, macht den nächsten Durchgang kürzer. Zu Beginn liegen 21 Karten verdeckt: Auf „Normal“ dürft ihr euch zusammen 8 davon ansehen, auf „Leicht“ 12, auf „Schwer“ 4.
In einer Computersimulation mit einer einfachen Strategie – sie schaut nur wenige Aktionen voraus und kennt nur die Karten, die sie gesehen hat – gewann das Team von 20.000 Spielen auf „Leicht“ etwa 74 %, auf „Normal“ 48 % und auf „Schwer“ 21 %. Ein gewonnenes Spiel dauerte etwa 35 Züge. Das Spicken brachte dem Computer nur wenige Prozentpunkte: Auf „Normal“ gewann er ganz ohne Spicken 45 % und selbst dann nur 57 %, wenn er jede verdeckte Karte kannte. Mit der Klondike-Regel, dass nur ein König in eine leere Spalte darf, brachte ihm das Wissen um alle verdeckten Karten gerade zwei Punkte – die verdeckten Karten kommen dann fast in derselben Reihenfolge ans Licht, egal was man weiß. Deshalb darf hier auch eine einzelne Karte in eine leere Spalte. Menschen spielen anders als ein Computer, und diese Zahlen sind eine erste Schätzung: Gewinnt oder verliert ihr zu leicht, ändert zuerst die Zahl der Durchgänge.
Tipps für Einsteiger
- Spick zuerst in den langen Spalten. Ihre Karten bleiben am längsten verdeckt, und wenn du weißt, was dort liegt, weißt du, ob sich das Graben lohnt.
- Ein Marker ist ein Versprechen. Hat dein Mitspieler eine Karte markiert, grab dort – ein Ass, eine 2 oder 3 kommt sofort auf einen Zielstapel und dreht kostenlos die nächste Karte um.
- Verbau nicht den Weg zum Marker. Liegt in einer Spalte ein Marker, deck die Karte nicht zu, an die die offenen Karten dieser Spalte umziehen müssten.
- Heb dir eine leere Spalte auf für die Spalte, in der du etwas Gutes weißt.
- Beobachte deinen Mitspieler. Wo er spickt und welche Spalte er danach freilegt, verrät viel.
- Asse und 2er sofort auf die Zielstapel – das kostet keine Aktion.
Varianten
Alle freiwillig – vorher absprechen.
- Ohne Uhr: Ihr dürft beliebig oft durch den Vorrat gehen – ein entspanntes Spiel.
- Vier Aktionen: Erlaubt vier statt drei Aktionen pro Zug.
- Klondike-Regel: Auf jeder Stufe darf nur ein König in eine leere Spalte (wie auf „Schwer“).
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Kooperative Patience (gemeinsame Auslage, heimliches Spicken, begrenzte Hinweise)
- Herkunft: Eigene Entwicklung für diese Website (2026), nach der klassischen Patience Klondike
- Auch bekannt als: –
- Ähnliche Spiele: Klondike, Team-Klondike, Hanabi
Verdeckt ermittelt ist weder ein traditionelles noch ein veröffentlichtes Spiel: Es ist für diese Website entstanden, als zweites kooperatives Klondike neben Team-Klondike. Auslage, Zielstapel und Anlegeregeln sind die des normalen Klondike – nur dass in eine leere Spalte auch eine einzelne Karte darf. Neu ist, dass zwei Personen abwechselnd mit je drei Aktionen spielen, dass der Vorrat wie eine Uhr eine Karte pro Zug aufdeckt und dass jeder sich heimlich ein paar verdeckte Karten ansehen darf und nur mit Markern weitergibt, was er gesehen hat. Getestet ist das Spiel noch nicht; vor allem die Zahl der Durchgänge und der Spickmarken kann sich noch ändern.
Klondike selbst ist alt. Laut der englischen Wikipedia stehen die ältesten bekannten Regeln in der Ausgabe von Hoyle’s Games von 1907, als „Seven-Card Klondike“; die deutsche Wikipedia nennt eine englische Beschreibung von 1905 unter dem Namen „Gambler’s Delight“. Weltberühmt wurde das Spiel als „Solitär“, das 1990 mit Windows 3.0 ausgeliefert wurde. Eine Studie von Charlie Blake und Ian Gent (2019) ergab, dass sich rund 82 % der Spiele mit drei Karten gewinnen ließen, wenn man alle Karten im Voraus kennt – mit verdeckten Karten gewinnt man deutlich seltener. Genau in dieser Lücke spielt Verdeckt ermittelt: Jeder von euch kennt einige der verdeckten Karten, aber nicht dieselben.
Die stumme Zusammenarbeit stammt aus modernen kooperativen Spielen wie Antoine Bauzas Hanabi (2010), in dem sich die Spieler nur mit wenigen Hinweisen helfen dürfen. Team-Klondike, das andere kooperative Klondike dieser Website, versteckt dagegen den Vorrat in geheimen Handkarten; bei Verdeckt ermittelt liegt der Vorrat offen, und die Geheimnisse stecken in der Auslage.