Kartenspielregeln

Kooperatives Kartenspiel · Spiel 42 von 388 ♠

Unisono

Alle Karten in perfekter Reihenfolge ablegen – ohne ein Wort, nur mit Gespür für den Rhythmus am Tisch.

Spieler
2–4
Dauer
20 Min.
Alter
ab 8
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für Kinder · Kooperative Spiele · Ohne Punkteblatt · Nur hier · Neu & ungetestet

ungetestet Noch nicht ausprobiert: Das ist ein eigener Entwurf bzw. eine eigene Umsetzung. Die Regeln können sich noch ändern – wenn du es spielst, schreib uns, wie es war: simon@howto.cards

Kurzregeln

  • Ziel: gemeinsam alle Karten aufsteigend auf einen Stapel legen – ohne Reden, ohne Zeichen.
  • Reihenfolge: Wert (Ass niedrig … K), dann ♣ < ♦ < ♥ < ♠.
  • Level n: jeder n Karten. Geber (wechselt reihum) klopft 4×, dann Stille.
  • Keine Züge: Leg deine niedrigste Karte, wann du willst.
  • Falscher Ton: Wer niedriger ist, sagt „Stopp!“ – alle Karten darunter offen weg, −1 Leben, neu einzählen.
  • Fermate: Alle mit Karten heben die Hand – jeder legt seine niedrigste weg.
  • Letztes Level geschafft: gewonnen; 0 Leben: verloren.

Spickzettel

Spieler Level Start
2 10 3 Leben, 1 Fermate
3 8 3 Leben, 1 Fermate
4 6 3 Leben, 1 Fermate
  • Kartenzahl: A♣ 1 · A♠ 4 · 2♣ 5 … K♠ 52.
  • Falscher Ton: ein Leben, egal wie viele Karten weggehen.
  • Gleichzeitig: in richtiger Reihenfolge legen – kein Fehler, wenn niemand eine niedrigere hat.
  • Fermate: kostet kein Leben; nur wenn alle mit Karten mitmachen.
  • Belohnung: +1 Leben nach Level 3, 6, 9; ab Level 4 bringt ein sauberes Level (kein Leben verloren, keine Fermate) +1 Fermate.
  • Maximal 5 Leben, 3 Fermaten.
  • „Stopp!“ ist das einzige Wort.
  • Varianten: leichter: 4 Leben; schwerer: 12/9/7 Level oder ohne Fermaten.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Die Reihenfolge der Karten
  3. Vorbereitung
  4. Ein Level spielen
  5. Fehler
  6. Die Fermate
  7. Belohnungen
  8. Ein Level Schritt für Schritt (Beispiel)
  9. Spielende
  10. Tipps für Einsteiger
  11. Varianten

Überblick

Unisono ist ein kooperatives Kartenspiel: Alle Spieler bilden ein Team und gewinnen oder verlieren gemeinsam. In jedem Level bekommt jeder ein paar Karten, und zusammen müsst ihr alle davon auf einen Stapel in der Mitte legen – von der niedrigsten zur höchsten. Es gibt keine Reihenfolge der Spieler: Jeder darf jederzeit legen. Und es gilt eine strenge Regel: Ihr dürft weder reden noch Zeichen geben. Euch bleiben nur die Stille, der Rhythmus am Tisch und das Gespür dafür, wie lange die anderen warten.

Level 1 ist leicht – eine Karte pro Kopf. Mit jedem Level kommt eine Karte dazu. Schafft ihr das letzte Level, hat das Team gewonnen.

  • Spieler: 2 bis 4.
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker, ein paar Münzen (Leben) und ein paar Streichhölzer oder Knöpfe (Fermaten).

Unisono ist ein eigenes Spiel für diese Website, inspiriert vom kooperativen Kartenspiel The Mind. Kartenleiter, Einzählen und die Zahl der Level sind eigenständig; Fehlerregel, Belohnungen und Fermate folgen The Mind.

Die Reihenfolge der Karten

Alle 52 Karten sind verschieden, sie bilden also eine lange Leiter von unten nach oben. So vergleichst du zwei Karten:

  1. Zuerst der Wert: A (niedrigste), 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, B, D, K (höchste). Das Ass ist immer niedrig.
  2. Gleicher Wert? Dann die Farbe: Kreuz ♣ (niedrigste) < Karo ♦ < Herz ♥ < Pik ♠ (höchste).

Am einfachsten denkst du dir jede Karte als Zahl von 1 bis 52:

Wert ♣ ♦ ♥ ♠
A 1 2 3 4
2 5 6 7 8
3 9 10 11 12
4 13 14 15 16
5 17 18 19 20
6 21 22 23 24
7 25 26 27 28
8 29 30 31 32
9 33 34 35 36
10 37 38 39 40
B 41 42 43 44
D 45 46 47 48
K 49 50 51 52

Beispiel: Die 6♠ ist niedriger als die 7♣, denn zuerst zählt der Wert (24 < 25). Die 7♣ ist niedriger als die 7♦, denn die Werte sind gleich und Kreuz ist die niedrigste Farbe (25 < 26).

Vorbereitung

  1. Legt 3 Münzen in die Mitte: Das sind die Leben des Teams.
  2. Legt 1 Streichholz daneben: Das ist eine Fermate (in der Musik ein Haltezeichen – hier eine gemeinsame Pause des ganzen Teams).
  3. Legt fest, wie viele Level ihr schaffen müsst:
Spieler Level
2 10
3 8
4 6

Ein Level spielen

  1. Austeilen. Der Geber wechselt jedes Level: Level 1 gibt, wer will, danach wandert das Geben reihum im Uhrzeigersinn weiter. Der Geber mischt alle 52 Karten. In Level 1 bekommt jeder 1 Karte, in Level 2 zwei Karten und so weiter: In Level n bekommt jeder n Karten. Der Rest des Blatts bleibt in diesem Level unbenutzt.
  2. Karten ansehen und von niedrig nach hoch sortieren. Zeig sie niemandem.
  3. Einzählen. Sind alle bereit, klopft der Geber viermal im gleichmäßigen Takt auf den Tisch. Nach dem vierten Klopfen beginnt das Level – und ab jetzt sind alle still.
  4. Legen. Sobald du das Gefühl hast, jetzt ist der Moment, legst du deine niedrigste Karte offen auf den Stapel in der Mitte. Es gibt keine Züge: Du darfst mehrere Karten nacheinander legen oder lange warten. Die Karten auf dem Stapel müssen aufsteigen, von niedrig nach hoch.
  5. Das Level ist geschafft, wenn alle Spieler alle ihre Karten gelegt haben.

Still heißt still: keine Worte, kein Nicken, kein auffordernder Blick, kein lautes Zählen, kein Klopfen. Ihr habt nur euer Timing. Wer eine sehr niedrige Karte hat, sollte bald legen; wer eine hohe hat, wartet.

Beispiel: Level 1, zwei Spieler. Anna hat die 3♥ (11), Ben die D♦ (46). Nach dem Einzählen wartet Anna zwei, drei Sekunden und legt ihre Karte. Ben mit seiner hohen Karte hat ruhig gewartet und legt jetzt. Level geschafft.

CarlaBen2♥4♦4♠4♠♠Stapel in derMitteAnna
Unisono – Level 2 zu dritt, nach den ersten drei Karten. Der Stapel steigt von niedrig nach hoch; jeder hat noch eine Karte

Fehler

Wird eine Karte gelegt, während jemand noch eine niedrigere Karte in der Hand hat, ist das ein falscher Ton. Wer die niedrigere Karte hat, sagt „Stopp!“ (das einzige erlaubte Wort). Dann:

  1. Jeder, der Karten hat, die niedriger sind als die gerade gelegte, legt sie offen neben den Stapel. Diese Karten sind für dieses Level aus dem Spiel.
  2. Das Team verliert ein Leben (eine Münze kommt zurück in die Schachtel) – nur eines, egal wie viele Karten beiseitegelegt wurden.
  3. Der Geber zählt mit viermal Klopfen neu ein, und das Level geht weiter.

Landen zwei Karten im selben Augenblick, legt ihr sie in der richtigen Reihenfolge auf den Stapel – das ist kein Fehler, solange niemand noch eine niedrigere Karte hat.

Verliert das Team sein letztes Leben, ist das Spiel verloren.

Die Fermate

Habt ihr eine Fermate, darf jeder schweigend die Hand heben, um sie vorzuschlagen. Heben alle Spieler, die noch Karten haben, ebenfalls die Hand, wird sie eingesetzt: Das Streichholz kommt zurück in die Schachtel, und jeder legt seine niedrigste Karte offen neben den Stapel. Diese Karten sind für dieses Level aus dem Spiel. Danach zählt der Geber neu ein.

Machen nicht alle innerhalb weniger Sekunden mit, nehmt die Hände wieder runter und spielt weiter. Eine Fermate hilft, wenn sich niemand traut – und die aufgedeckten Karten zeigen allen ungefähr, wo die anderen stehen.

Belohnungen

Nach einem geschafften Level:

  • Level 3, 6 und 9: Das Team bekommt 1 Leben.
  • Sauberes Level: Ab Level 4 bringt ein Level, das ihr ohne Lebensverlust und ohne Fermate schafft, 1 Fermate.

Das Team kann höchstens 5 Leben und 3 Fermaten haben.

Ein Level Schritt für Schritt (Beispiel)

Drei Spieler, Level 2, 3 Leben, 1 Fermate. Die Karten:

  • Anna: 4♦ (14), B♥ (43)
  • Ben: 4♠ (16), 9♣ (33)
  • Carla: 2♥ (7), 8♦ (30)

Nach dem Einzählen legt Carla schnell ihre 2♥ (7). Kurz danach legt Anna die 4♦ (14), und Ben, dessen Karte knapp darüber liegt, folgt sofort mit der 4♠ (16). Jetzt wird es spannend: Die nächsten Karten sind 30 und 33, dicht beieinander. Ben wird ungeduldig und legt seine 9♣ (33) – doch Carla hat noch die 8♦ (30). Sie sagt „Stopp!“ und legt die 8♦ offen neben den Stapel. Das Team verliert ein Leben (noch 2). Der Geber zählt neu ein; Anna wartet lange und legt schließlich ihren B♥ (43). Level 2 ist geschafft.

Diesmal gibt es keine Belohnung: Level 2 bringt kein Leben, und Fermaten für saubere Level gibt es erst ab Level 4. Weiter geht es mit Level 3 und je 3 Karten.

Spielende

Ihr gewinnt, sobald ihr das letzte Level schafft (zu zweit Level 10, zu dritt Level 8, zu viert Level 6). Ihr verliert, wenn das letzte Leben weg ist. Notiert, welches Level ihr erreicht habt, und versucht beim nächsten Mal, weiterzukommen.

Tipps für Einsteiger

  • Denk in Zahlen. Übersetze deine Karten mit der Tabelle in Zahlen von 1 bis 52 – dann weißt du, wie weit du von der obersten Karte entfernt bist.
  • Miss den Abstand. Je größer der Unterschied zwischen der obersten Karte im Stapel und deiner niedrigsten Karte, desto länger wartest du. Ein ruhiger innerer Takt hilft: Zähl im Kopf eine Zahl pro Schlag.
  • Achte auf die Hände der anderen. Wer mit vielen Karten zögert, hat vermutlich hohe.
  • Nach einem Stopp nicht hetzen. Das Einzählen gibt allen wieder denselben Startpunkt.
  • Spar dir die Fermate für einen kniffligen Moment in einem großen Level auf – sie kostet kein Leben.

Varianten

Alles optional – sprecht es vorher ab.

  • Leichter Einstieg: Beginnt mit 4 Leben.
  • Langes Konzert (schwerer): Zu zweit spielt ihr 12 Level, zu dritt 9, zu viert 7.
  • Ohne Pause (schwerer): Spielt ohne Fermaten.
  • Endlos: Nach dem letzten Level macht ihr mit je einer Karte mehr weiter, bis ihr verliert oder das Blatt nicht mehr reicht – das erreichte Level ist eure Punktzahl.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Kooperatives Kartenspiel (ohne Kommunikation, Timing)
  • Herkunft: Eigene Entwicklung für diese Website (2026), inspiriert von The Mind (Wolfgang Warsch, 2018)
  • Auch bekannt als: –
  • Ähnliche Spiele: The Mind, Hanabi, Nova, Orbit

Unisono ist weder ein traditionelles noch ein veröffentlichtes Spiel: Es ist für diese Website als kooperatives Spiel für ein normales Kartenblatt entstanden. Die Grundidee – ein Team muss alle Karten ohne ein Wort in aufsteigender Reihenfolge ablegen, und die Level werden immer länger – stammt aus Wolfgang Warschs The Mind. Auch vieles andere folgt The Mind: die Fehlerregel (alle legen ihre niedrigeren Karten ab, das Team verliert ein Leben), das zusätzliche Leben nach Level 3, 6 und 9, die Obergrenze von 5 Leben und 3 Fermaten und die Fermate selbst – sie ist der Wurfstern aus The Mind unter anderem Namen: Alle sind einverstanden und legen ihre niedrigste Karte ab. Eigenständig sind die Leiter aus 52 Karten mit der Farbreihenfolge, das Einzählen mit vier Klopfern, die festen drei Leben, die Zahl der Level und die Fermate als Belohnung für ein fehlerfreies Level. Wer Unisono mag, sollte sich das Original unbedingt ansehen.

The Mind erschien 2018 beim Nürnberger-Spielkarten-Verlag, auf Englisch im selben Jahr bei Pandasaurus Games. Gespielt wird zu zweit bis zu viert mit eigenen Karten von 1 bis 100. Das Spiel war für das Spiel des Jahres 2018 und 2019 für den Diana Jones Award nominiert; 2019 gewann es in Frankreich den As d’Or als Spiel des Jahres sowie den Årets Spil als bestes Familienspiel. 2018 war Warschs Durchbruchsjahr: Neben The Mind waren Die Quacksalber von Quedlinburg und Ganz schön clever für das Kennerspiel des Jahres nominiert – als erster Autor hatte er drei Nominierungen in einem Jahr –, und Die Quacksalber gewannen den Preis.

Unisono ersetzt die 100 Zahlenkarten durch die 52 Karten eines normalen Blatts, geordnet erst nach Wert und dann nach Farbe, wie bei der Farbreihenfolge im Bridge. Weil die Leiter nur halb so lang ist, liegen benachbarte Karten viel öfter dicht beieinander und das Timing wird enger – deshalb hat Unisono weniger Level als sein Vorbild.

Quellen