Kartenspielregeln

Bankspiel · Spiel 263 von 388 ♥

Andar Bahar

Eine Karte in der Mitte, zwei Stapel wachsen daneben – setz auf innen oder außen und sieh zu, wo ihr Zwilling auftaucht.

Spieler
2–10
Dauer
20 Min.
Alter
ab 16
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker, dazu Chips
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt

Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr

Kurzregeln

  • Ziel: auf den Stapel setzen, auf dem der Wert der Mittelkarte wieder auftaucht.
  • Bank deckt die Mittelkarte auf; Spieler setzen auf Andar (innen, näher an der Bank) oder Bahar (außen).
  • Bank legt offen abwechselnd auf beide Stapel – zuerst auf Andar bei schwarzer, auf Bahar bei roter Mittelkarte.
  • Die erste Karte gleichen Werts (beliebige Farbe) entscheidet: Ihr Stapel gewinnt.
  • Seite mit der ersten Karte zahlt 9 zu 10, die andere 1 zu 1; verlorene Einsätze gehen an die Bank.
  • Bank geht nach links weiter. Spielt, bis jeder gleich oft Bank war; die meisten Chips gewinnen.

Spickzettel

Auszahlung

Einsatz Gewinnt Zahlt
Seite mit 1. Karte ~51,5 % 9 zu 10
Andere Seite ~48,5 % 1 zu 1
Verlierende Seite – an die Bank
  • Wer gewinnt, bekommt seinen Einsatz zurück plus Gewinn.
  • Beispiel: 10 auf die Seite mit der 1. Karte gewinnt 9; 20 auf die andere gewinnt 20.
  • In Zehnern setzen (10, 20 …), dann geht 9 zu 10 glatt auf.
  • Vorteil der Bank: etwa 2 % (Seite mit 1. Karte) und 3 % (andere Seite) – deshalb sollte jeder gleich oft Bank sein.

Varianten

  • Immer zuerst Andar: Andar zahlt 9 zu 10, Bahar 1 zu 1.
  • Zweiter Einsatz: Passt keine der ersten beiden Karten, darf jeder noch einmal setzen.

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. Ein Spiel
  4. Auszahlung
  5. Wer gewinnt?
  6. Tipps für Einsteiger
  7. Varianten

Überblick

Andar Bahar ist ein indisches Wettspiel und eines der einfachsten Kartenspiele überhaupt. Ein Spieler, die Bank, deckt eine Karte in der Mitte auf. Die anderen setzen auf einen von zwei Stapeln: Andar („innen“) oder Bahar („außen“). Dann legt die Bank abwechselnd Karten auf die beiden Stapel, bis eine Karte gleichen Werts wie die Mittelkarte erscheint. Der Stapel, auf dem sie landet, gewinnt.

Es ist ein reines Glücksspiel – außer der Wahl der Seite gibt es nichts zu entscheiden. Gespielt wird nur um Chips.

  • Spieler: 2 bis 10: eine Bank und ein oder mehrere Spieler.
  • Du brauchst: ein normales 52er-Blatt ohne Joker und Chips (oder Spielmarken, Streichhölzer).

Vorbereitung

  1. Bank: Bestimmt, wer die Bank hält. Zu Hause ist es am fairsten, sich abzuwechseln, etwa indem die Bank nach jedem Spiel oder nach einigen Spielen nach links weitergeht.
  2. Grenzen: Vereinbart einen Mindest- und einen Höchsteinsatz. Mit Einsätzen in Zehnern (10, 20, 30 …) lassen sich die Gewinne leicht auszahlen.
  3. Jeder bekommt zu Beginn gleich viele Chips.

Ein Spiel

  1. Die Mittelkarte: Die Bank mischt, hebt ab und deckt eine Karte in der Tischmitte auf. In Indien heißt sie oft „Joker“ oder „Trumpf“, ist aber beides nicht – sie ist einfach die Karte, deren Zwilling gesucht wird.
  2. Setzen: Jeder Spieler legt Chips auf Andar oder auf Bahar. Andar ist der Stapel näher an der Bank, Bahar der weiter entfernte (oder einfach: Andar links, Bahar rechts von der Mittelkarte).
  3. Austeilen: Die Bank legt Karten offen, eine nach der anderen, abwechselnd auf Andar und Bahar. Die Farbe der Mittelkarte entscheidet, wohin die erste kommt: - schwarze Mittelkarte: erste Karte auf Andar; - rote Mittelkarte: erste Karte auf Bahar.
  4. Der Treffer: Sobald eine Karte gleichen Werts wie die Mittelkarte erscheint (in beliebiger Farbe), wird nicht weiter ausgeteilt. Der Stapel mit dieser Karte gewinnt.
K♦9♥9♥♥Andar7♠7♠♠Mittelkarte3♣7♦7♦♦Bahar
Andar Bahar – die Mittelkarte ist die 7♠ (schwarz), also bekam Andar die erste Karte. Die 7♦ landet auf Bahar: Bahar gewinnt.

Auszahlung

Die Seite mit der ersten Karte hat eine etwas bessere Chance – etwa 51,5 % –, deshalb zahlt sie ein wenig weniger:

Gewinnender Einsatz Auszahlung
Auf der Seite mit der ersten Karte 9 zu 10 (0,9 zu 1)
Auf der anderen Seite 1 zu 1
Auf der verlierenden Seite Einsatz geht an die Bank

Wer gewinnt, bekommt seinen Einsatz zurück und den Gewinn von der Bank.

Beispiel: Die Mittelkarte ist die 7♠ – schwarz, also bekommt Andar die erste Karte. Anna setzt 10 auf Andar, Ben 20 auf Bahar. Die Bank legt K♦ auf Andar, 3♣ auf Bahar, 9♥ auf Andar, 7♦ auf Bahar – eine 7! Bahar gewinnt. Ben bekommt seine 20 zurück und 20 von der Bank; Annas 10 gehen an die Bank. Wäre die 7 auf Andar gefallen, hätte Anna nur 9 gewonnen, weil Andar die erste Karte bekam.

Dann werden alle Karten eingesammelt und gemischt, und das nächste Spiel beginnt (mit neuer Bank, wenn ihr nach jedem Spiel wechselt).

Wer gewinnt?

Ein festes Ende gibt es nicht. Spielt, bis jeder gleich oft Bank war, oder eine vereinbarte Zeit lang. Wer die meisten Chips hat, gewinnt.

Tipps für Einsteiger

  • Es gibt keine Strategie. Jedes Spiel ist ein neuer Münzwurf; frühere Ergebnisse ändern nichts am nächsten.
  • Die Seite mit der ersten Karte gewinnt etwas öfter, die andere zahlt etwas mehr. Auf Dauer kommt fast dasselbe heraus.
  • Die Bank ist im Vorteil: laut pagat.com etwa 2 % bei Einsätzen auf die Seite mit der ersten Karte und 3 % auf die andere. Deshalb sollte jeder gleich oft Bank sein.
  • Leg vorher fest, wie viele Chips du höchstens einsetzt – und halt dich daran.

Varianten

Alles freiwillig – vorher absprechen.

  • Immer zuerst Andar: Vielerorts kommt die erste Karte immer auf Andar, egal welche Farbe die Mittelkarte hat. Andar zahlt dann 9 zu 10, Bahar 1 zu 1.
  • Zweiter Einsatz: Passt keine der ersten beiden Karten, darf jeder noch einmal auf eine Seite setzen.
  • Wetten auf die Kartenzahl: Online-Casinos bieten auch Wetten darauf, wie viele Karten bis zum Treffer ausgeteilt werden – etwa 1–5 Karten zahlt 2 zu 1, 41 oder mehr zahlt 119 zu 1.
  • Mangatha (Tamil Nadu): Es gibt keine Mittelkarte. Der Spieler nennt einen Wert von 2 bis 10, wählt Ullae (innen) oder Veliyae (außen), und Bank und Spieler setzen gleich viel. Ausgeteilt wird immer zuerst auf Ullae; wessen Stapel die erste Karte des genannten Werts bekommt, gewinnt beide Einsätze. Weil der Spieler mit Ullae einen kleinen Vorteil hat, gibt der Gewinner das nächste Spiel.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Bankspiel (Spieler wetten gegen die Bank, wohin eine Karte fällt)
  • Herkunft: Südindien, angeblich Bengaluru (Bangalore); Entstehungszeit unbekannt
  • Auch bekannt als: Mangatha oder Ullae Veliyae (Tamil); oft mit Katti verwechselt
  • Ähnliche Spiele: Baccara, Red Dog, In-Between, Pharo, Teen Patti

Andar Bahar ist ein indisches reines Glücksspiel. Laut pagat.com soll es aus Bengaluru (Bangalore) im Bundesstaat Karnataka stammen; Wizard of Odds, eine Website, die Casinospiele analysiert, sagt nur, es solle aus Südindien kommen. Die Hindi-Namen bedeuten „innen“ (andar) und „außen“ (bahar) – vielleicht, vermutet pagat.com, weil im traditionellen Spiel der innere Stapel näher am Geber liegt. Auf Tamil heißen Spiel und Stapel Mangatha, Ullae und Veliyae; laut einer von pagat.com zitierten Seite über traditionelle indische Spiele spielten Erwachsene Mangatha um Geld und Kinder um Tamarindensamen.

Im 21. Jahrhundert ist Andar Bahar in indischen Online-Casinos beliebt geworden, die Nebenwetten auf die Mittelkarte und auf die Zahl der ausgeteilten Karten eingeführt haben. Laut pagat.com gewinnt die Seite mit der ersten Karte in etwa 51,5 % der Fälle, weshalb sie nur 9 zu 10 zahlt; Wizard of Odds nennt Spielweisen, die dort 0,9 oder 0,95 zu 1 zahlen.

Das Spiel gehört zu den einfachen Bankspielen, bei denen man auf die nächsten Karten wettet, wie In-Between und Red Dog. Wie beim Baccara wählt man zwischen zwei Seiten, und die Seite mit der besseren Chance zahlt etwas weniger. Das abwechselnde Austeilen auf zwei Stapel, bis ein Wert entscheidet, erinnert auch an das alte Pharo. Ein anderes indisches Glücksspiel, Katti, kennt ebenfalls Wetten auf „innen“ und „außen“ und wird deshalb oft mit Andar Bahar verwechselt, funktioniert laut pagat.com aber ganz anders.

Quellen