Kartenspielregeln

Ablegespiel · Spiel 1 von 18 ♥

Mau-Mau

Farbe auf Farbe, Zahl auf Zahl – wer zuerst „Mau-Mau!“ ruft, gewinnt.

Spieler
2–5
Dauer
15 Min.
Alter
ab 6
Anspruch
leicht
Karten
32 Karten (7–A) eines 52er-Blatts, ohne Joker

Kurzregeln

  • Ziel: als Erster alle Karten loswerden.
  • Karten: 7–A (32); ab 5 Spielern alle 52. Jeder bekommt 5, eine Karte wird aufgedeckt.
  • Zug: eine Karte in Farbe oder Wert passend ablegen – oder 1 ziehen (passt sie, sofort legen).
  • 7: Nächster zieht 2 – oder legt eine 7 drauf (+2).
  • 8: Nächster setzt aus.
  • Bube: passt immer, Farbe wünschen. Kein Bube auf Bube.
  • Letzte Karte auf der Hand: „Mau!“ (vergessen: 1 ziehen). Ausgehen: „Mau-Mau!“
  • Ziehstapel leer: Ablage mischen, oberste Karte bleibt liegen.

Spickzettel

Sonderkarten

Karte Wirkung
7 Nächster zieht 2 – oder legt eine 7 (4, 6, 8 …)
8 Nächster setzt aus
B Passt immer, Farbe wünschen – nicht auf Bube
A Nichts (Variante: noch mal)

Startkarte 7: Erster zieht 2 · 8: setzt aus · B: freie Wahl.

„Mau!“ bei einer Karte – vergessen: 1 ziehen.

Punkte auf der Hand

A 11 · K 4 · D 3 · B 2 · 10–7 Augenwert. Bis 100 spielen – wenigste Punkte gewinnt.

Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Vorbereitung
  3. So läuft ein Zug
  4. Sonderkarten
  5. „Mau“ sagen
  6. Wenn der Ziehstapel leer ist
  7. Ende einer Runde
  8. Punkte zählen
  9. Wer gewinnt?
  10. Tipps für Anfänger
  11. Varianten

Überblick

Mau-Mau ist ein schnelles Ablegespiel: Wer zuerst alle Handkarten los ist, gewinnt. Reihum legt jeder eine Karte auf einen gemeinsamen Stapel – aber sie muss zur obersten Karte passen, entweder in der Farbe (♣ Kreuz, ♠ Pik, ♥ Herz, ♦ Karo) oder im Wert (z. B. 7, 10 oder Dame). Ein paar Sonderkarten lassen die anderen ziehen, aussetzen oder zwingen sie zu einer neuen Farbe.

  • Spieler: 2–5 (bei mehr Spielern zwei Kartenspiele zusammenmischen).
  • Material: ein normales Kartenspiel mit 52 Karten.

Vorbereitung

  1. Karten: Nimm die Joker und alle 2er, 3er, 4er, 5er und 6er heraus. Gespielt wird mit den übrigen 32 Karten: 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König und Ass in jeder Farbe. Ab 5 Spielern oder für eine längere Partie nehmt ihr alle 52 Karten.
  2. Geben: Ein Spieler ist Geber. Er mischt und teilt die Karten einzeln und verdeckt im Uhrzeigersinn aus, bis jeder 5 Karten hat. Das ist dein Blatt – die anderen dürfen es nicht sehen.
  3. Ziehstapel: Die restlichen Karten kommen verdeckt als Ziehstapel in die Mitte.
  4. Ablagestapel: Der Geber deckt die oberste Karte des Ziehstapels auf und legt sie daneben. Damit beginnt der Ablagestapel – alle gespielten Karten kommen obendrauf.

Der Spieler links vom Geber fängt an, danach geht es reihum im Uhrzeigersinn weiter.

So läuft ein Zug

Wenn du dran bist, schau dir die oberste Karte auf dem Ablagestapel an und mach eins von beiden:

  • Karte ablegen: Leg eine Karte aus deiner Hand auf den Ablagestapel. Sie muss in Farbe oder Wert passen. Auf eine Herz 9 darfst du jede Herzkarte (z. B. K♥) oder jede 9 (z. B. 9♣) legen.
  • Karte ziehen: Kannst oder willst du nicht legen, ziehst du eine Karte vom Ziehstapel. Passt sie, darfst du sie sofort ablegen. Sonst ist dein Zug vorbei.

Pro Zug legst du nie mehr als eine Karte.

Beispiel: Oben liegt die 10♦. Anna hat 7♣, 10♠, D♦ und K♥. Sie darf die 10♠ (gleicher Wert) oder die D♦ (gleiche Farbe) legen und entscheidet sich für die D♦. Ben hat weder Karo noch eine Dame, also zieht er – eine D♣. Die passt (gleicher Wert), und er legt sie gleich ab.

Sonderkarten

Karte Wirkung
7 Der Nächste muss 2 Karten ziehen und setzt aus – außer er legt selbst eine 7. Dann wandert die Strafe weiter und wächst um 2: Der Übernächste zieht 4, dann 6, 8 …
8 Der Nächste muss aussetzen. Zu zweit bist du gleich noch mal dran.
Bube Joker: passt auf jede Karte außer auf einen Buben. Du wünschst dir eine Farbe („Ich wünsche mir Herz“), und der Nächste muss diese Farbe legen (oder ziehen).
Ass In der Grundregel nichts Besonderes (siehe Varianten).

„Bube auf Bube, das stinkt“ – einen Buben auf einen Buben zu legen, ist nicht erlaubt. Daran halten sich fast alle Runden.

Wer wegen einer 7 ziehen muss, zieht die Karten, und sein Zug ist damit vorbei – er legt in dieser Runde nichts ab.

Beispiel: Carla legt die 7♠. Dan hat die 7♥ und legt sie drauf – jetzt muss Emil 4 Karten ziehen. Emil hat keine 7, zieht 4 Karten und ist fertig. Anna ist dran und muss zur 7♥ passen.

Beispiel: Oben liegt der K♠. Ben legt den B♥ und sagt: „Ich wünsche mir Kreuz.“ Carla muss jetzt eine Kreuzkarte legen – oder eine Karte ziehen.

Sonderkarte als erste aufgedeckte Karte: Ist es eine 7, zieht der erste Spieler 2 Karten. Bei einer 8 muss er aussetzen. Bei einem Buben darf er jede beliebige Karte legen (freie Farbwahl).

„Mau“ sagen

  • Legst du deine vorletzte Karte ab und hast nur noch eine Karte, musst du „Mau!“ sagen.
  • Mit deiner letzten Karte rufst du „Mau-Mau!“.
  • Vergisst du das „Mau“ und jemand merkt es vor deinem nächsten Zug, ziehst du 1 Strafkarte.

Beliebte Hausregel: Mit einem Buben darf man nicht ausgehen, also nicht als letzte Karte legen. Sprecht das vorher ab.

Wenn der Ziehstapel leer ist

Lass die oberste Karte des Ablagestapels liegen. Alle anderen abgelegten Karten werden gemischt und bilden verdeckt den neuen Ziehstapel.

Ende einer Runde

Die Runde ist vorbei, sobald jemand seine letzte Karte ablegt – er hat die Runde gewonnen.

Punkte zählen

Für ein einzelnes Spiel braucht ihr keine Punkte. Spielt ihr mehrere Runden, zählen alle anderen die Karten, die sie noch auf der Hand haben:

Karte Punkte
Ass 11
König 4
Dame 3
Bube 2
10, 9, 8, 7 Augenwert (10, 9, 8, 7)

Mit 52 Karten zählen auch 2 bis 6 ihren Augenwert.

Beispiel: Anna geht aus. Ben hat noch A♣ und 8♥ = 11 + 8 = 19 Punkte. Carla hat noch den B♦ = 2 Punkte. Anna bekommt 0.

Einfacher: Wer eine Runde gewinnt, bekommt 1 Punkt. Wer zuerst eine vereinbarte Zahl (z. B. 5) erreicht, gewinnt.

Wer gewinnt?

Spielt mehrere Runden und schreibt die Punkte fortlaufend auf. Erreicht jemand 100 Punkte (oder eine andere vereinbarte Grenze), ist Schluss. Es gewinnt, wer die wenigsten Punkte hat. Spielt ihr nur eine Runde, gewinnt einfach, wer zuerst alle Karten los ist.

Tipps für Anfänger

  • Heb dir einen Buben für den Notfall auf – er passt überall.
  • Behalte eine 7, um dich gegen eine 7 zu wehren.
  • Wünsch dir eine Farbe, von der du selbst mehrere Karten hast.
  • Hat jemand nur noch ein, zwei Karten, bremst du ihn mit 7 und 8 aus.
  • Wenn ihr Punkte zählt: Asse früh loswerden – sie kosten 11 Punkte.

Varianten

Alles freiwillig – einigt euch vor dem Spiel.

  • Keine 7 auf 7: Eine 7 kann nicht weitergegeben werden, der Nächste zieht immer genau 2.
  • Ass = noch mal: Nach einem Ass setzt der Nächste aus (zu zweit bist du gleich wieder dran).
  • 9 = Richtungswechsel: Nach einer 9 geht es gegen den Uhrzeigersinn weiter (bzw. wieder zurück).
  • 2 = zwei ziehen: Mit 52 Karten wirkt die 2 manchmal wie eine 7.
  • Strengere Mau-Strafe: Wer „Mau“ vergisst, zieht 2 statt 1 Karte.
  • Nicht mit Bube ausgehen: Die letzte Karte darf kein Bube sein (siehe oben).
  • 6 Karten: Jeder bekommt 6 statt 5 Karten – die Runde dauert länger.
  • Bube zählt 20: Beim Punktezählen kostet ein Bube auf der Hand 20 Punkte.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Ablegespiel (Crazy-Eights-Familie)
  • Herkunft: Deutschland, vermutlich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg (die Quellen sind sich uneinig)
  • Auch bekannt als: Tschau Sepp (Schweiz), Neunerln (Bayern/Österreich), Pesten (Niederlande), Prší (Tschechien), Makao (Polen), Huit américain (Frankreich)
  • Ähnliche Spiele: Crazy Eights, Switch, Whot!, Uno

Mau-Mau gehört zu einer weltweit verbreiteten Familie von Ablegespielen: Man legt Farbe auf Farbe oder Wert auf Wert und will als Erster alle Karten loswerden. Auf der Kartenspiel-Seite pagat.com heißt diese Familie nach dem amerikanischen Vertreter „Eights“; Mau-Mau ist dort der deutsche Name – in England spielt man Switch, in den Niederlanden Pesten, in Tschechien Prší, in Polen und Ungarn Makao und in der Schweiz Tschau Sepp.

Woher das Spiel genau kommt, weiß niemand. Die deutsche Wikipedia betont, dass keine eindeutige Erstnennung bekannt ist; laut Überlieferung sollen die Regeln aus den 1930er-Jahren stammen. Die englische Wikipedia verortet den Ursprung dagegen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Gedruckt wurden die Regeln demnach erstmals 1958, und noch 1961 nannte das Buch „Alte und neue Kartenspiele“ Mau-Mau ein „ganz junges Spiel“, das in wenigen Jahren erstaunlich beliebt geworden sei. Woher der Name kommt, ist ungeklärt.

Auch das Verhältnis zu Crazy Eights ist offen: Das amerikanische Spiel soll in den 1930er-Jahren als „Eights“ aufgetaucht sein, laut englischer Wikipedia könnte es aber auch aus Mau-Mau hervorgegangen sein. Die bekannteste Weiterentwicklung ist Uno von Mattel; weitere sind Mio von Piatnik und Assano von ASS Altenburger. 2013 brachte Ravensburger „Mau-Mau Extreme“ mit Buzzer heraus.

Quellen