Schlagspiel · Spiel 287 von 388 ♣
Paskahousu
Das beliebte finnische Schlagspiel – gleich oder höher legen, mit 10 oder Ass den Stapel kippen, 2er horten und nicht als Letzter Karten halten.
- Spieler
- 2–6
- Dauer
- 15 Min.
- Alter
- ab 8
- Anspruch
- mittel
- Karten
- 52 Karten, ohne Joker
- Können – Glück
- KönnenGlück
- Jeder für sich – Viel Interaktion
- Jeder für sichViel Interaktion
- Einfach – Komplex
- EinfachKomplex
- Schnell – Lang
- SchnellLang
Stimmung lebhaftin 5 Minuten gelernt
Sammlungen: Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder
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Ausführliche Regeln
- Überblick
- Rangfolge der Karten
- Vorbereitung
- Wer fängt an?
- So läuft ein Zug
- Sonderkarten
- Den Stapel kippen
- Spielende
- Wer gewinnt?
- Tipps für Einsteiger
- Varianten
Überblick
Paskahousu ist ein beliebtes finnisches Schlagspiel. Reihum legt jeder Karten offen auf einen Stapel in der Mitte, und jede Karte muss gleich hoch oder höher sein als die oberste – kannst oder willst du nicht legen, nimmst du den ganzen Stapel auf. Mit einer 10 oder einem Ass kannst du den Stapel kippen, und die 2 ist die höchste Karte überhaupt. Solange der Ziehstapel reicht, füllt jeder seine Hand auf fünf Karten auf; danach heißt es, die Karten so schnell wie möglich loszuwerden. Wer als Letzter noch Karten hat, verliert und ist der Paskahousu.
Das Spiel ist eng mit Palace verwandt, und wie bei Durak wird ein Verlierer gesucht, kein Gewinner.
- Spieler: 2–6, am besten 3–5.
- Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker.
Rangfolge der Karten
Die Farben spielen keine Rolle – es zählt nur der Rang. Von oben nach unten:
2 (höchste) – A – K – D – B – 10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 (niedrigste)
Die 2, die 10 und das Ass sind Sonderkarten mit eigenen Regeln (siehe unten). Bube, Dame und König sind die Bildkarten.
Vorbereitung
- Geber: Bestimmt einen Geber. Gegeben und gespielt wird im Uhrzeigersinn.
- Austeilen: Der Geber gibt jedem zwei Karten, dann noch einmal zwei, dann eine – also fünf Karten verdeckt für jeden.
- Ziehstapel: Der Rest kommt verdeckt als Ziehstapel in die Mitte. Daneben entsteht offen der Ablagestapel aus den gespielten Karten.
Wer fängt an?
Wer die meisten 3er auf der Hand hat, fängt an und legt alle diese 3er auf den Tisch. Haben mehrere gleich viele 3er, beginnt von ihnen der Erste im Uhrzeigersinn links vom Geber. Hat niemand eine 3, fängt an, wer die meisten 4er hat, und so weiter.
So läuft ein Zug
Bist du dran, machst du eins von drei Dingen:
- Legen: eine Karte oder mehrere Karten gleichen Rangs auf den Ablagestapel. Sie müssen gleich hoch oder höher sein als die oberste Karte und die Regeln für Sonderkarten unten beachten. Ist der Ablagestapel leer, darfst du jede Karte oder mehrere gleiche legen.
- Aufnehmen: den ganzen Ablagestapel auf die Hand nehmen. Das darfst du immer, auch wenn du legen könntest. Der Nächste beginnt dann einen neuen Stapel auf dem leeren Tisch.
- Glück versuchen (nur solange der Ziehstapel reicht): Dreh die oberste Karte des Ziehstapels um. Darf sie gelegt werden, wird sie gelegt. Wenn nicht, nimmst du sie und den ganzen Ablagestapel auf die Hand, und der Nächste ist dran.
Nachziehen: Hast du nach dem Legen weniger als fünf Karten und ist der Ziehstapel nicht leer, ziehst du nach, bis du wieder fünf hast. Erst wenn der Ziehstapel weg ist, darfst du weniger als fünf halten.
Beispiel: Oben liegt eine 6♣. Anna legt zwei 8er. Ben hat 3♦ 4♠ 5♥ 5♣ 7♥ – nichts, was an die 8er herankommt. Statt aufzunehmen, dreht er die oberste Karte des Ziehstapels um: die 9♦. Sie ist höher als die 8er, wird also gelegt, und Ben behält seine fünf Karten.
Sonderkarten
| Karte | Darf gelegt werden auf | Darauf darf nur |
|---|---|---|
| B D K | 7, 8, 9 oder eine gleiche oder niedrigere Bildkarte | wie üblich |
| 10 | 3 bis 9 – kippt den Stapel | eine 10 |
| A | B, D, K – kippt den Stapel | ein Ass |
| 2 | alles außer Ass und 10 | eine 2 |
- Bildkarten dürfen nur gelegt werden, wenn die oberste Karte höher als 6 ist – also nie auf eine 3, 4, 5 oder 6.
- 10: Eine 10 auf einer niedrigeren Karte (3–9) kippt den Stapel. Auf Bildkarten, Asse und 2er darf sie nicht.
- Ass: Ein Ass darf nur auf eine Bildkarte – und kippt dann den Stapel. Auf ein Ass darf nur ein weiteres Ass.
- 2: die höchste Karte. Sie darf auf alles außer Ass und 10, und auf eine 2 darf nur eine weitere 2.
Den Stapel kippen
In drei Fällen kippt der Stapel: Alle seine Karten kommen verdeckt beiseite und sind aus dem Spiel, und wer ihn gekippt hat, ist sofort noch einmal dran und spielt auf den leeren Tisch:
- eine oder mehrere 10er auf einer niedrigeren Karte (3–9);
- ein oder mehrere Asse auf einer Bildkarte;
- die obersten vier Karten haben denselben Rang – egal, ob einer sie alle gelegt hat oder mehrere zusammen.
Eine 10 oder ein Ass auf dem leeren Tisch kippt sich nicht selbst. Die Karte bleibt liegen, und darauf dürfen nur weitere 10er (bzw. Asse) – bis jemand den Stapel aufnimmt. Dann beginnt der Nächste wieder auf dem leeren Tisch.
Beispiel: Oben liegt eine 8♠. Carla legt die 10♥ – der Stapel kippt. Sie ist noch einmal dran und beginnt einen neuen Stapel mit ihrer 4♣. Dan legt eine 4♦, Anna zwei 4er: Jetzt liegen oben vier 4er, und der Stapel kippt wieder. Anna ist noch einmal dran.
Beispiel: Oben liegt ein K♣. Ben könnte ein Ass legen (kippt den Stapel) oder eine 2. Er legt die 2♥. Jetzt darf nur noch eine 2 folgen. Der Ziehstapel ist leer und Carla hat keine 2, also nimmt sie den Stapel auf.
Spielende
Ist der Ziehstapel leer, ist jeder, der keine Karten mehr hat, raus und in Sicherheit. (Hat der Spieler mit seiner letzten Karte den Stapel gekippt, spielt der Nächste links von ihm auf den leeren Tisch.) Die anderen spielen weiter, bis nur noch einer Karten hat. Er verliert und ist der Paskahousu.
Wer gewinnt?
Bei Paskahousu gibt es einen Verlierer, keinen Gewinner. Spielt so viele Runden, wie ihr mögt; wer mitzählen will, macht dem Paskahousu jedes Mal einen Strich. Die wenigsten Striche gewinnen.
Tipps für Einsteiger
- Sammle Stärke, solange der Ziehstapel reicht. Entscheidend ist die Hand, die du hast, wenn der Ziehstapel leer ist. Hast du gute Karten wie 2er, ist Aufnehmen oft besser, als sie früh herzugeben.
- Versuch dein Glück mit dem Ziehstapel, wenn du nicht legen kannst – das erspart oft das Aufnehmen.
- Nimm gute Stapel auf. Ein Stapel voller Bildkarten mit nur wenigen niedrigen Rängen kann sich lohnen.
- Kippen statt füttern. Lass dem Nächsten keinen verlockenden Stapel liegen; kipp ihn mit 10 oder Ass, wenn du kannst.
- Heb deine 2er auf. Versuch, mindestens so viele 2er zu haben wie dein Vordermann – sonst zwingt er dich mit einer 2, einen Stapel voller niedriger Karten aufzunehmen.
Varianten
Paskahousu hat unzählige Hausregeln; kaum zwei Runden spielen es gleich. Einigt euch vorher – alles ist freiwillig.
- Sechs Karten: Jeder hat sechs statt fünf Karten auf der Hand.
- Fester Anfang: Der Spieler links vom Geber beginnt mit einer oder mehreren 3ern, wenn er kann; sonst darf der Nächste, und so weiter. Kann es keiner, beginnt der Spieler links vom Geber mit einer beliebigen Karte.
- Bildkarten erst später: Bildkarten erst auf eine 8 oder höher – oder sogar nur auf eine 9 oder eine Bildkarte, solange noch nicht alle 9er weg sind.
- Nur einzeln: Mehrere gleiche Karten auf einmal nur bis zur 10; Bildkarten, Asse und 2er einzeln. Manche wenden das nur auf die 2er an.
- 10 und Ass auf dem leeren Tisch: Der Nächste muss sie sofort aufnehmen. Oft ist danach noch einmal dran, wer die 10 oder das Ass gelegt hat. Andere lassen eine 10 oder ein Ass auf dem leeren Tisch sich selbst kippen – die Karte kommt beiseite, und derselbe Spieler ist noch einmal dran.
- Leerer Tisch: Mit 10 oder Ass (manche: auch mit Bildkarten) darf kein neuer Stapel beginnen.
- Nur Schwarze zählen: Nur schwarze 2er, 10er und Asse sind Sonderkarten; rote 2er sind die niedrigsten Karten, rote 10er und Asse ganz normale Karten.
- Zwei Blätter: Ab sechs Spielern mischt ihr zwei Kartenspiele zusammen; vier Gleiche kippen den Stapel dann nicht.
- Pöytäpaska („Tisch-Paska“, zu zweit oder dritt): Außer den fünf Handkarten bekommt jeder vier verdeckte und vier offene Karten vor sich auf den Tisch. Sie werden nach der Hand gespielt, die verdeckten blind – ganz ähnlich wie bei Palace.
- Ruotsalainen („schwedisch“): Alle Karten werden gleich zu Beginn ausgeteilt; es gibt keinen Ziehstapel.
- Valepaska („Lügen-Paska“): Die Karten werden verdeckt gelegt und angesagt – ehrlich oder nicht. Jeder darf nachsehen: Wer gelogen hat, nimmt den Stapel auf; stimmte die Ansage, nimmt ihn der Prüfer. Ein Bluffspiel wie Mogeln.
Hintergrund & Geschichte
- Familie: Schlagspiel (gleich hoch oder höher legen, sonst den Stapel aufnehmen)
- Herkunft: Finnland
- Auch bekannt als: Paska; Valepaska und Kusihousu für die verdeckte Bluff-Form
- Ähnliche Spiele: Palace (Shithead), Vändtia, Durak, Valepaska, Mogeln
Paskahousu ist ein beliebtes finnisches Kartenspiel. Der Name ist derb: Laut pagat.com heißt paska „Scheiße“, und housu ist die Einzahl von housut, Hose – ein Paskahousu ist also jemand mit vollgemachter Hose, anders gesagt ein Feigling. Den Namen bekommt der Verlierer. Die englische Wikipedia übersetzt ihn höflicher mit „Angsthose“ (scaredy pants).
Das Spiel gehört zu den Schlagspielen, bei denen jede Karte die vorige schlagen muss, sonst wird der Stapel aufgenommen. Laut pagat.com ist es mit Shithead verwandt, aber nicht dasselbe (auf dieser Website: Palace) – dem Spiel, das Rucksacktouristen in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts um die Welt getragen haben. Die finnische Variante Pöytäpaska mit verdeckten und offenen Tischkarten ist fast dasselbe Spiel wie Shithead. Mit dem russischen Durak teilt Paskahousu die Idee, Karten aufnehmen zu müssen, die man nicht schlagen kann, und den einen Verlierer am Ende.
Die Regeln schwanken stark: Die finnische Wikipedia nennt Runden mit fünf oder sechs Handkarten und zählt viele regionale Unterschiede auf, und die finnische Regelseite Korttipeliopas (von Mikko Saari) meint, dass wohl kaum zwei Runden es gleich spielen. Die Seite weist auch darauf hin, dass die Regeln im Buch 150 korttipeliä („150 Kartenspiele“) stehen. Für viele Finnen ist Valepaska der „echte“ Paskahousu: Die Karten werden verdeckt gelegt, und man darf über sie lügen – ein Verwandter von Mogeln. Früher stand diese Form auf pagat.com unter dem Namen Paskahousu; inzwischen hat sie dort eine eigene Seite.