Kartenspielregeln

Rommé-Spiel · Spiel 100 von 388 ♠

Rummy (Grundspiel)

Der Klassiker zum Ziehen und Ablegen – sammle Sätze und Folgen, leg sie aus und sei als Erster alle Karten los.

Spieler
2–6
Dauer
30 Min.
Alter
ab 7
Anspruch
leicht
Karten
52 Karten, ohne Joker
Können – Glück
KönnenGlück
Jeder für sich – Viel Interaktion
Jeder für sichViel Interaktion
Einfach – Komplex
EinfachKomplex
Schnell – Lang
SchnellLang

Stimmung entspanntin 5 Minuten gelernt

Platz 7 in Die 10 Kartenspiele, die man kennen solltePlatz 10 in In fünf Minuten erklärt

Sammlungen: Erste Spiele · Spiele für zwei · Spiele für drei · Spiele für vier · Spiele für fünf · Spiele für sechs und mehr · Spiele für Kinder

Kurzregeln

  • Ziel: als Erster alle Karten loswerden – mit Sätzen und Folgen.
  • Satz: 3–4 Gleiche. Folge: 3+ einer Farbe, Ass unten (A-2-3, nicht D-K-A oder K-A-2).
  • Geben: zu zweit je 10, zu dritt/viert je 7, zu fünft/sechst je 6. Eine Karte offen als Ablagestapel; Rest = Ziehstapel.
  • Zug: Links vom Geber beginnt. Ziehen – auslegen – überall anlegen, auch bei anderen – eine ablegen (nicht die eben aufgenommene).
  • Aus: letzte Karte weg (auslegen, anlegen oder ablegen); das Spiel endet sofort.
  • Wertung: Wer aus ist, bekommt die Punkte aller Handkarten der anderen; Rummy (alles in einem Zug) zählt doppelt.

Spickzettel

Kartenwerte

Karte Punkte
K D B 10
10–2 Augenzahl
Ass 1

Merken

  • Wertung: Nur wer ausmacht, punktet – mit allen Karten der anderen Hände, auch solchen, die passen würden.
  • Beispiel: K♠ 4♦ und A♣ 9♥ 9♠ übrig = 33; mit Rummy 66.
  • Rummy: ganze Hand in einem Zug ausgelegt, vorher nichts ausgelegt oder angelegt.
  • Ausgelegtes bleibt liegen – nicht zurücknehmen, nicht umbauen.
  • Ziehstapel leer: Will der Nächste die oberste Karte nicht, Ablagestapel mischen – neuer Ziehstapel.
  • Partie: wer zuerst das Ziel erreicht (z. B. 100). Der Geber wechselt nach links.

Punkteblock

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Ausführliche Regeln

  1. Überblick
  2. Kombinationen
  3. Vorbereitung
  4. Ein Spielzug
  5. Ausmachen
  6. Abrechnung
  7. Spielende
  8. Tipps für Einsteiger
  9. Varianten

Überblick

Rummy ist das einfachste Spiel einer riesigen Familie von Kartenspielen. Du sammelst Karten, die zusammengehören – drei oder vier mit gleichem Wert oder mehrere aufeinanderfolgende derselben Farbe – und legst sie offen auf den Tisch. Wer als Erster alle Karten los ist, gewinnt das Spiel und bekommt Punkte für die Karten, die die anderen noch auf der Hand haben. Mehrere Spiele ergeben eine Partie; wer zuerst das vereinbarte Ziel erreicht, gewinnt.

  • Spieler: 2 bis 6, jeder spielt für sich. Am schönsten zu zweit bis zu viert.
  • Du brauchst: ein 52er-Blatt ohne Joker sowie Stift und Papier zum Aufschreiben.

Kombinationen

Eine Kombination ist eine Gruppe aus mindestens drei zusammengehörenden Karten. Es gibt zwei Arten:

  • Satz: 3 oder 4 Karten mit gleichem Wert, z. B. 7♠ 7♥ 7♣ oder K♠ K♥ K♦ K♣.
  • Folge: 3 oder mehr aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, z. B. 4♣ 5♣ 6♣ oder 8♥ 9♥ 10♥ B♥.

Die Reihenfolge ist A 2 3 4 5 6 7 8 9 10 B D K. Das Ass ist immer unten: A-2-3 ist eine Folge, D-K-A und K-A-2 sind keine.

Vorbereitung

  1. Geber: Der erste Geber wird ausgelost. Nach jedem Spiel gibt der linke Nachbar.
  2. Austeilen: Der Geber mischt und gibt die Karten verdeckt einzeln im Uhrzeigersinn. Wie viele jeder bekommt, hängt von der Spielerzahl ab:
Spieler Karten je Spieler
2 10
3–4 7
5–6 6
  1. Ablagestapel: Die nächste Karte kommt offen in die Mitte. Damit beginnt der Ablagestapel.
  2. Ziehstapel: Der Rest kommt verdeckt daneben als Ziehstapel.

Nimm deine Karten auf und sortiere sie – die anderen dürfen sie nicht sehen. Das ist deine Hand.

Ein Spielzug

Der Spieler links vom Geber fängt an, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter. Jeder Zug hat diese Schritte:

  1. Ziehen: eine Karte nehmen – entweder die oberste vom Ziehstapel (du siehst sie erst danach) oder die oberste vom Ablagestapel.
  2. Auslegen (freiwillig): Sätze und Folgen aus deiner Hand offen vor dir auslegen.
  3. Anlegen (freiwillig): Karten aus deiner Hand an jede Kombination auf dem Tisch legen – deine eigenen und die der anderen –, solange sie ein richtiger Satz oder eine richtige Folge bleibt. An 4♣ 5♣ 6♣ passt die 3♣ oder die 7♣.
  4. Ablegen: eine Karte offen auf den Ablagestapel legen. Damit ist dein Zug zu Ende.

Hast du die oberste Karte vom Ablagestapel genommen, darfst du dieselbe Karte nicht im selben Zug wieder ablegen. Später ist das erlaubt.

Ausgelegte Karten bleiben bis zum Ende des Spiels liegen. Du darfst sie nicht zurücknehmen und keine Karten von einer Kombination in eine andere umlegen.

Beispiel: Anna hat 5♥ 6♥ auf der Hand, oben auf dem Ablagestapel liegt die 7♥. Sie nimmt sie und legt die Folge 5♥ 6♥ 7♥ aus. Ben hat schon drei Buben ausgelegt – Anna legt ihren B♦ dort an. Dann legt sie die 2♣ ab und beendet ihren Zug.

Ziehstapel2♣2♣♣Ablagestapel5♥6♥7♥7♥♥Annas FolgeB♠B♥B♣B♦B♦BBens Satz + B♦
Rummy – der Tisch nach Annas Zug im Beispiel

Ausmachen

Sobald ein Spieler alle Karten los ist – durch Auslegen, Anlegen oder Ablegen der letzten Karte –, macht er aus, und das Spiel ist sofort zu Ende. Die anderen dürfen nichts mehr auslegen oder anlegen.

Rummy: Machst du aus, indem du deine ganze Hand in einem einzigen Zug auslegst, und hast du in diesem Spiel vorher noch nichts ausgelegt oder angelegt, ist das ein Rummy – deine Punkte für dieses Spiel zählen doppelt.

Ziehstapel leer: Ist der Ziehstapel aufgebraucht und der nächste Spieler will die oberste Karte vom Ablagestapel nicht, wird der Ablagestapel gemischt und als neuer Ziehstapel verdeckt hingelegt. Dann geht es weiter.

Abrechnung

Nur wer ausgemacht hat, bekommt Punkte – und zwar den Wert aller Karten, die die anderen noch auf der Hand haben. Auch Karten, die eine Kombination bilden würden, zählen, solange sie auf der Hand sind:

Karte Punkte
K, D, B 10
10 bis 2 Augenzahl
Ass 1

Beispiel: Carla macht aus. Anna hat noch K♠ 4♦ (10 + 4 = 14), Ben hat A♣ 9♥ 9♠ (1 + 9 + 9 = 19). Carla bekommt 14 + 19 = 33 Punkte. Mit einem Rummy wären es 66.

Spielende

Vereinbart vorher ein Ziel, zum Beispiel 100 Punkte. Schreibt für jeden Spieler die Summe mit; wer nach einem Spiel das Ziel erreicht, gewinnt die Partie (erreichen es zwei im selben Spiel, gewinnt die höhere Summe). Ihr könnt auch eine feste Zahl von Spielen ausmachen – dann gewinnt die höchste Summe.

Tipps für Einsteiger

  • Hohe Karten loswerden, die nirgends passen – ein einsamer König bringt dem Gegner 10 Punkte, wenn er ausmacht.
  • Auf den Ablagestapel achten. Was dein Nachbar aufnimmt, verrät, was er sammelt – leg ihm nicht die Karten hin, die er braucht.
  • Vor dem Ablegen den Tisch prüfen. Oft passt eine Karte an eine ausgelegte Kombination und kann angelegt werden.
  • Nicht zu lange warten. Alles für ein Rummy zurückzuhalten ist verlockend – aber macht jemand anderes zuerst aus, zählen all diese Karten für ihn.

Varianten

Alles optional – vorher absprechen.

  • Eine Kombination pro Zug: In der Fassung auf pagat.com darfst du pro Zug nur einen Satz oder eine Folge auslegen (anlegen beliebig viel).
  • Rummy-Bonus: Statt zu verdoppeln, bringt ein Rummy 10 Bonuspunkte.
  • Anlegen erst nach eigenem Auslegen: An fremde Kombinationen darfst du erst anlegen, wenn du selbst etwas ausgelegt hast.
  • Ass hoch oder niedrig: Auch D-K-A ist eine Folge. Dafür kostet ein Ass auf der Hand 15 Punkte.
  • Mit Ablegen ausmachen: Die letzte Karte muss abgelegt werden – du darfst nicht alles auslegen.
  • Ungemischt: Ist der Ziehstapel leer, wird der Ablagestapel ohne Mischen umgedreht.
  • Block Rummy: Der Ablagestapel wird nicht wiederverwendet. Ist der Ziehstapel leer und der nächste Spieler will die offene Karte nicht, endet das Spiel: Wer die wenigsten Punkte auf der Hand hat, bekommt die Differenz zu jeder anderen Hand.
  • Minuspunkte: Alle außer dem, der ausgemacht hat, schreiben ihre Hand als Minuspunkte auf. Erreicht jemand 100, gewinnt, wer die wenigsten Punkte hat.

Hintergrund & Geschichte

  • Familie: Rommé-Spiel (Ziehen, Ablegen, Auslegen von Kombinationen)
  • Herkunft: Nordamerika, frühes 20. Jahrhundert; wahrscheinlich vom mexikanischen Conquian abgeleitet
  • Auch bekannt als: Basic Rummy, Straight Rummy, Rum; Block Rummy (wenn der Ziehstapel nicht erneuert wird)
  • Ähnliche Spiele: Conquian, Rommé, Gin Rommé, Rummy 500, Kalooki, Canasta

Dies ist die schlichte Grundform des Rummy, aus der die vielen reichhaltigeren Fassungen hervorgegangen sind. Woher sie genau stammt, ist unklar. Laut englischer Wikipedia leitete R. F. Foster in Foster’s Complete Hoyle das Rummy vom Conquian ab, einem mexikanischen Spiel mit 40 spanischen Karten. Der Spielehistoriker David Parlett hält Conquian, das seit den 1850er-Jahren belegt ist, für den Vorfahren aller Rommé-Spiele und sieht ähnliche Zieh-und-Ablege-Prinzipien in chinesischen Kartenspielen wie Khanhoo. Auch der Name ist nicht geklärt: Genannt werden das britische Slangwort rum („seltsam“) und der Schnaps.

Laut Parlett (zitiert in der englischen Wikipedia) waren in den USA um 1905 die Namen „Rhum“ und „Rhummy“ gebräuchlich. Bald teilte sich das Spiel in zwei Zweige. Im einen werden die Kombinationen schon während des Spiels ausgelegt, und jeder darf anlegen – dazu gehören dieses Spiel, das deutsche Familienspiel Rommé mit Jokern und 40 Punkten zum Rauskommen sowie Canasta. Im anderen bleiben die Karten auf der Hand, bis jemand das Spiel beendet, wie beim Gin Rommé.

Ein festes Regelwerk gibt es für das Grundspiel nicht, und die Spielebücher weichen in Einzelheiten voneinander ab: ob man pro Zug eine oder mehrere Kombinationen auslegen darf, ob das Ass auch hoch sein darf und was passiert, wenn der Ziehstapel leer ist. Laut pagat.com wird der Ablagestapel heute meist gemischt und als neuer Ziehstapel verwendet; beim Block Rummy wird er gar nicht wiederverwendet, und das Spiel endet.

Quellen